23. Dezember 2013

Blogpause

Zum Jahresende sind wir mal faul und ziehen uns für eine Blogpause zurück.


Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest und schöne Feiertage!
Bis im nächsten Jahr!!

20. Dezember 2013

Lieblingszutat: Buchweizenflocken

Statt immer Haferflocken hab ich mal zu Buchweizenflocken gegriffen. Gefunden in einem Supermarkt mit großem Öko-Sortiment.



Die Flocken lasse ich, genau wie sonst beim Haferbrei, in Reismilch kurz aufkochen und dann nachquellen. Buchweizen ist glutenfrei. Geschmacklich weist der Brei ein kräftig-nussiges Aroma auf, fast rauchig.

Aufpassen muss man beim Verzehr von Buchweizen nur darauf, dass das rote äußere Häutchen entfernt wurde, ansonsten kann man auf die enthaltenen Säuren mit Hautreizungen reagieren. Ich gehe mal davon aus, dass dies bei den Flocken bereits geschehen ist!

Hier findet ihr ein weiteres Rezept für Buchweizenbrei aus ganzen Körnern.

18. Dezember 2013

Wäsche waschen, minimalistisch

Da ich herkömmliches Waschmittel nicht vertrage, habe ich bereits Allergikerwaschmittel und Waschnüsse probiert. Da Waschnüsse eher problematisch sind*, benutze ich derzeit erfolgreich ein simples, billiges, verträgliches und selbstgemachtes Waschmittel.

Folgende Zutaten werden 1:1 gemischt:
  • Kernseife, geraspelt (oder Seifenflocken)
  • Kristallsoda

Dosierung: 1-2 EL ins Waschmittelfach
Außerdem empfehlenswert: einen guten Schluck Essig ins Weichspülerfach.

Nichts einfacher als das!

Kann auch als Universalputzmittel benutzt werden. Sauer (Schuss Essig oder etwas Zitronensäure) gegen Kalk, alkalisch (Schuss Natron oder etwas mehr Soda) gegen Fett. Von mir bereits erfolgreich für Geschirr, Fliesen, Laminat und die Dusche verwendet.


*Seit die Nachfrage nach Waschnussschalen in Europa so hoch ist, werden diese Schalen in den Herstellerländern immer teurer. Die Menschen dort müssen dann auf billige industrielle Waschmittel zurückgreifen, die wegen fehlender Standards umweltschädlich und gesundheitsgefährdend sind. Angeblich sollen Waschnüsse sich auch nicht so gut mit unseren Kläranlagen vertragen.

16. Dezember 2013

Reines Gewissen dank Öko-Pickerl?

Ein weiteres Posting zu materialfehlers Radiotipp "Shoppen ohne Ende", der aber leider schon nicht mehr online sein dürfte.

In der Produktwelt bewegt sich was: Immer mehr Siegel, Zertifizierungen und Pickerl wollen uns davon überzeugen, "grün" zu kaufen. So weisen sie bestimmte Artikel als "sauber" aus. Damit assoziieren wir saubere Umweltpolitik, faire Arbeitsbedingungen, glückliche Tiere, singende Kleinbauern, grüne Felder, klares Wasser, Schmetterlingswiesen. Also kaufen wir, und freuen uns unserer guten Tat.

Diese Aufkleber bedeuten einen kleinen Schritt in Richtung bessere Welt, allerdings viiiel winziger als uns suggeriert wird. Sie sind dazu da, um Konsum aufrechtzuerhalten. Denn noch viel viel besser, als eine Plastikflasche mit Bio-Gesichtswasser zu kaufen, wäre es natürlich, gar kein Gesichtswasser zu kaufen. Kein Anbau, keine Produktion in der Chemiefabrik, keine Verpackung, kein Transport. Sauberer geht's nicht.

Die Konsumenten sollen im Glauben gelassen werden, das reine Gewissen sei käuflich. Und so konsumiert man weiter, diesmal biokonform natürlich. Ja natürlich!

Hier mein vorheriges Posting zu dem Thema:
Beziehungspflege durch Konsum

13. Dezember 2013

Weihnachtsinspiration: Häkelweihnacht DIY

Im Winter werde ich zum Handarbeitsfan, was in Kombination mit zu-viel-Zeichentrick-schauen in folgende Weihnachtshäkelprojekte ausarten kann:

Häkelkaktus

Weil selbst gemachte Weihnachtsgeschenke super sind, häkele ich einen Kaktus aus grüner Wolle, mit roten Blüten drauf. Den setze ich gleich in einen meiner viel zu vielen Blumentöpfe. DAS Geschenk für alle, die statt dem grünen Daumen nur zwei linke Hände haben.

Häkelchristbaum

Meine Antwort auf das jährliche Problem, ob Christbaum und woher. Ohne Weihnachtsbaum macht mir das ganze Fest nur halb so viel Spaß, möchte ich doch wenigstens einmal im Jahr die tollen Glitzerkugeln und die gebastelten Anhänger betrachten können, die sonst im Keller wohnen. Geistesblitz: ich häkele mir einen Christbaum! Geplant ist ein flacher mit Rüschen, den man platzsparend an die Wand hängen kann. Ob sich das Projekt so umsetzen lässt wie geplant??

Häkelgeschenksverpackung

Ein weiterer Geistesblitz: Es wäre toll, würde man "Geschenkhüllen" häkeln oder stricken, in Norwegermuster, seitlich mit Zipp eingenäht. Sollte funktionieren wie eine Kissenhülle und wäre Jahr für Jahr ein Hingucker! Ob ich das mal probieren sollte?

11. Dezember 2013

Vom Optimierungswahn

Iss keinen Zucker! Iss keine Milchprodukte! Iss Milchprodukte! Iss kein Getreide! Iss viel Vollkorn! Iss keine Hülsenfrüchte! Iss Hülsenfrüchte! Iss kein Fleisch! Iss viel Fleisch! Iss roh! Iss gekocht!

Es gibt zig Ernährungsreligionen, äh ich meine -Konzepte, die sich im Grunde alle irgendwo widersprechen, die sich alle ihre Rosinen aus den wissenschaftlichen Studien picken und die alle quasi ewiges Glück und Weltfrieden versprechen.
Meine 94jährige Oma hat mir heute erzählt, wie sie und ihre Familie in der Besatzungszeit von den Russen Erbsen und Bohnen bekommen haben, die sie erst mal zwischen die Doppelfenster legen mussten, damit die Würmer rauskriechen.

Irgendwie rückt das meine Perspektive wieder zurecht.

Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass dieses Herumgebastle an der Ernährung, das hypochondrische Vermuten von Unverträglichkeiten bei jedem Wehwehchen in Wahrheit nur eine riesige Industrie füttert. Und der Begriff Brot und Spiele kommt mir in den Sinn.
Die Leistungsgesellschaft macht auch vor unserer Privatsphäre nicht Halt und überwuchert uns mit ihrem Druck, auch in unserer Freizeit, in unseren Beziehungen, in unserer Ernährung, unseren Hobbies perfekt zu funktionieren. Systembedingte Probleme (nicht immer sind das rein medizinische Probleme!) wie chronische Müdigkeit, Depressionen und Burnout werden zu gerne auf Einzelpersonen geschoben. Du bist ständig müde? Vertragst bestimmt den Weizen nicht.

Auch Die Zeit hat sich in ihrer Ausgabe von 21. November dem Thema (eingebildete) Nahrungsunverträglichkeiten gewidmet, deren Leitartikel kannst du hier oder in der Printausgabe, die in deiner Bibliothek bestimmt aufliegt, nachlesen.

Besser, schneller, gesünder, fitter, früher, länger, gescheiter, höher, weiter... Verlierst du dich auch manchmal im allgegenwärtigen Optimierungswahn? Welche Bereiche sind es bei dir? Und was bringt dich wieder auf den Boden, rückt deine Perspektive wieder zurecht?



Disclaimer: Es gibt Menschen, die mehr oder weniger große gesundheitliche Probleme durch eines dieser vielen Ernährungskonzepte unter Kontrolle gebracht haben. Diese mögen sich bitte ausgeklammert fühlen.

9. Dezember 2013

Tag: 10 Fragen von Lenja

Die Waldelfe Lenja hat an uns gedacht und uns gebeten, 10 Fragen zu beantworten.

1) Im nächsten Leben: welche Haarfarbe möchtest du?

Lunalesca: 
Schwarz wie Ebenholz, dazu ein Teint weiß wie Schnee, dann könnte ich herrlich knallige Lippenstifte tragen und würde mich fühlen wie Schneewittchen! 

materialfehler:
Hmmm. Grün? Blau? Pink? Der Plan ist auf alle Fälle, sie so aus dem Kopf und bis zu den Knien wachsen zu lassen. Ohne das Kaputtbleichen damals.

2)Welchen Film hast du am häufigsten gesehen und was verbindest du damit?

Lunalesca:
Es gab immer wieder Phasen, wo bestimmte Filme wieder und wieder geguckt werden. Aktuell ist es „Black Swan“, den ich mir öfter gern ansehe. Ich mag verkorkste Protagonisten, Seelen die tiefe Abgründe offenbaren, die düster-verzweifelte Grundstimmung. Es fasziniert mich wie der Regisseur das angestaubte Thema Ballett, das ausgelutschte Schwanensee ins neue Jahrtausend holt. Der Film berührt mich immer wieder und reißt mich einfach mit!

materialfehler:
Vermutlich Loriots Pappa ante Portas. Ich verbinde damit meine Freundschaft zu B, die ich mit 10 Jahren kennengelernt habe. Und ein bisschen auch meine wilde, langweilige, fröhliche, traurige, tolle, beschissene Jugend. Senf, Wurzelbürsten und Badezusatz, anyone?

3) Bei welchem Lied kommen dir die Tränen und wieso?

Lunalesca:
Bei Herbert Grönemeyers „Mensch“, weil ich nicht ertragen kann wie unmelodisch und lieblos er diesen furchtbaren Song vorbringt, und es sehr traurig finde dass sowas auch noch im Radio gespielt wird.

materialfehler:
Die Welt ist voll mit schlechter Musik. Deswegen muss man ja nicht gleich weinen. Aber es gibt schon so Sachen, wo mir das kalte Grausen kommt. Besonders wenn man zufällig unvorbereitet drüberstolpert. Leute, wenn man in einer Fremdsprache singt, ist es nicht verkehrt, sich zu informieren, wie man das ausspricht! (So.)

4) Wie verbringst du Weihnachten?

Lunalesca:
Ganz klassisch im Kreis meiner Familie, mit gutem Essen, schief gesungenem „Stille Nacht“ und Alkohol.

materialfehler:
Wie einen gemütlichen verregneten Sonntag.

5) Deine 3 wichtigsten Vorsätze für 2014?

Lunalesca:
Weniger stressen lassen, mutig sein, und endlich die Renovierungsarbeiten daheim abschließen.

materialfehler:
Uni abschließen. Definitiv. Das reicht für drei Vorsätze.

6) Dein Highlight im Jahr 2013?

Lunalesca:
Als ich den Mut aufbrachte und die ersten Klettersteige bewältigte. Dabei festgestellt dass ich doch noch nicht sterben muss. Mann war ich erleichtert!

materialfehler:
2013 war ein Plätscherjahr ohne besondere Highlights (oder Lowlights). Höhen und Tiefen wie sanfte Wellen am See und materialfehlers Diplomarbeit, die faul auf der Luftmatratze dahinschaukelt. (schäm)

7) Mit wem würdest du gerne einen Tag tauschen und dessen Leben leben?

Lunalesca: 
Ich würde gern einmal einen sehr naturverbundenen Tag leben, bei einem Naturvolk, vielleicht in Afrika oder am Amazonas. Ziegen melken, das Frühstück für die Familie bereiten, Beeren sammeln, Lendenschurz flicken, mit Steinen Kinderspiele spielen, Abends am Lagerfeuer zusammen trommeln und singen, und dann noch in der Hängematte bumsen.

materialfehler:
Hm. Zuerst wollte ich unkreativ schreiben, mit einem Kerl. Aber ich kann tatsächlich im Stehen pissen! Hab unter der Dusche fleißig geübt.

8) Dein Lieblingsmotto oder Lebensweise?

Lunalesca:
Das ist schwierig! Hier ein Leitspruch von Bruce Lee, den ich immer wieder gerne lese:
Quelle: http://kushandwizdom.tumblr.com

Damit meint er, dass man in Handeln und Denken flexibel bleibt, Gegnern keine Angriffsfläche bietet, sich wie Wasser einen steten Weg rund um Hindernisse sucht. Das beinhaltet für mich, nicht stur an Vorstellungen festhalten, sondern das Leben geschehen zu lassen und sich mit Eleganz hindurchzubewegen. Ich liebe dieses Zitat auch, weil es in Zusammenhang mit den Prinzipien von Wing Tsun steht, einem Kampfsport, den ich ausübe, was Bruce Lee ebenfalls tat. Dabei möchte man nicht wie ein harter Baumstamm sein, sondern wie das Wasser, flexibel und doch unausweichlich zerstörerisch.




materialfehler:
Niemals wieder! (Und wenn doch, dann jetzt gleich!)

9) Hast du ein Vorbild und wieso dieses?

Lunalesca:
Ein richtiges Vorbild wäre wohl jemand, an den ich denke, wenn ich in der Klemme stecke. „Was hätte Batman in dieser Situation getan?“ Nö, gibt's nicht. Aber lange Zeit verehrte ich den Österreicher Heinrich Harrer, ich liebe sein Buch „Sieben Jahre in Tibet“ und bewundere ihn für seine Abenteuerlust und die vielen Entdeckungen die er in seinem Leben machte. 

materialfehler:
Antwort A: Luna Lovegood.
Antwort B: Es gibt viele Menschen, die mich mit ihrem Tun und ihrer Art inspirieren. Das sind vor allem Menschen aus meinem Umfeld. Am meisten inspirieren mich Menschen, die ihr eigenes Ding durchziehen, ohne zu missionieren. Die mutig und unabhängig sind und sich trotzdem um ihr Umfeld kümmern und Hilfe annehmen können. Die ihr Leben für eine Sache opfern, ohne Opfer zu sein. Die kritisch und mit offenen Augen durchs Leben gehen, aber wissen, wann sie das eine (Fehler verzeihen) oder andere (Lauf der Dinge) Auge - oder beide (zum Genießen) zudrücken müssen.

10) Was hat dich zuletzt gefreut?

Lunalesca:
Dass mir in der Arbeit erstmals eine tragende Rolle bei einem Projekt anvertraut wurde!

materialfehler:
Dass die Luni den Grönemeyer genauso kacke findet wie ich!



Da sich unser Blog gerade erst in den Kinderschuhen befindet und wir uns in der Bloggerwelt noch nicht sehr weit integriert haben, wäre es schön wenn ihr nach Lust und Laune unsere Fragen einfach in den Kommentaren beantwortet. Ansonsten würden wir die Fragen gerne an llovelyfreak Ninas Wunderland weiterreichen!

Unsere Fragen sind:
1. Was ist dein Lieblingsfrühstück?
2. Wie wird dein Christbaum heuer aussehen?
3. Du findest beim Spazierengehen eine Zeitmaschine! Wohin wird sie dich bringen?
4. Was war deine letzte große Bastelkreation?
5. Eine Woche Stromausfall! Was ist dein Plan?
6. Welches Haushaltsgerät ist für dich unabkömmlich?
7. Dein Haus brennt! Du hast fünf Minuten! was nimmst du mit?
8. Was tust du, wenn du dir einmal etwas gönnen möchtest?
9. Auf was könntest du liebend gern verzichten und warum?
10. Verliebst du dich eher in die guten oder die bösen Jungs und Mädchen?

Beziehungspflege durch Konsum

Im ersten Teil der Radiosendung "Shoppen ohne Ende", die Fehlerchen hier vorgestellt hat, wird angesprochen, dass in unserer Gesellschaft ein erheblicher Teil des Konsums zur Beziehungspflege dient.

Ob Weihnachtsgeschenk oder Einkaufsmitbringsel, es wird gekauft, um anderen eine Freude zu bereiten. Als Gegenleistung für das Präsent erhält man die Anerkennung des Beschenkten - die Beziehung zueinander wird gestärkt. Genau mit diesem Wunsch ködern uns auch viele Werbungen: unseren Lieben durch das perfekte Geschenk noch ein Stückchen näher zu sein.

Wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar, dass man selbst schon öfters diesem Gedanken aufgesessen ist. Die nachhaltigste Beziehungspflege findet aber nicht durch Konsum statt, sondern durch Zeit, die man sich "schenkt". Keine Investition kann das ersetzen.

Lasst euch nicht vom Weihnachtsrummel verrückt machen! Vereinbart mit euren Verwandten und Freunden, dass ihr euch nichts schenkt, oder veranstaltet ein Engerl-Bengerl-Weihnachtsspiel, und verbringt die beim Shoppen eingesparte Zeit lieber miteinander!

PS: Und die tollsten Geschenke sind sowieso die selbstgemachten, in die jemand seine kostbare Zeit, sein Talent und viel Hirnschmalz investiert hat!

6. Dezember 2013

Kleines How-To der Menstruationstasse

Letzte Woche habe ich euch hier die Menstruationstasse vorgestellt. Diese Woche gibt's noch ein paar Tipps obendrauf.


Stopft eure Tampons in Flaschen, nutzt eure Binden als Serviette, zündet alle Slipeinlagen an, hier kommt die Menstruationstasse!


Erstversuche

Ihr müsst euch an das Handling erst mal gewöhnen, das geht jedoch recht rasch und nach der dritten Mens werdet ihr euch fühlen als hättet ihr nie etwas anderes verwendet. Um euch mit der Handhabung vertraut zu machen, testet die Tasse erst mal an schwächeren Blutungstagen.

Stiel

Die meisten Modelle kommen mit Stiel unten dran. Dieser ist nicht zum rausziehen, sondern dient eher der "Ortung" des Objekts an Ort und Stelle. Ich würde euch empfehlen den gleich mal mit der Schere einzukürzen, damit nachher nichts hervorsteht und stört.

Einsetzen

Das Becherl wird befeuchtet und zusammengefaltet. Im Internet finden sich verschiedenste Falttechniken. Bitte nicht zu weit einschieben, es reicht wenn nichts mehr heraussteht. Ein bisschen rückt sich das auch von alleine zurecht.

Schwimmen, Reiten, Radfahren

Fühlt euch ganz normal, ihr werdet den Cup gar nicht mehr wahrnehmen, wenn er richtig sitzt. An starken Tagen kann schon mal bisschen was vobeilaufen, also am Besten schwarze Unterwäsche tragen oder (aus Stoff genähte?) Slipeinlagen verwenden. Ihr könnt pinkeln oder sonstige Toilettengänge erledigen ohne den Becher zu entfernen.
Viele fühlen es wenn die Tasse voll wird uns es Zeit zum Ausleeren wird. Blutrückstau kann sich keiner bilden, im schlimmsten Fall beginnt es, bei Bewegung ein bisschen am Becher vorbeizulaufen. Höchste Zeit zum Leeren!

Ausleeren

Wie gesagt, bitte nicht versuchen am Stiel zu ziehen, da tut sich aufgrund von Unterdruck nicht viel. Diese Technik ist etwas gefinkelt, und es wird nicht eifacher wenn der Becher randvoll ist, also wie gesagt erst mal an schwachen Tagen ausprobieren. Hier hilft die Scheidenmuskulatur mit, den Becher etwas nach unten zu drücken, gleichzeitig mit Daumen und Zeigefinger den Becher fassen, vielleicht etwas zusammendrücken und dadurch den Unterdruck aufheben, gerade herausziehen.

Zwischenreinigung

Nun wird der Inhalt einfach ins WC gekippt. Entweder mit Klopapier etwas abtupfen, manche (nicht wundern!) pinkeln die Tasse auch sauber. Denkt daran: wenn sie zu trocken ist, wird das Einsetzen sehr schwierig! Deshalb tu ich meist gar nichts zur Zwischenreinigung, außer einmal täglich mit Seife auswaschen.

Endreinigung

Empfohlen wird das Auskochen, eventuell mit einem Schuss Essig. Mir ist das zu viel Arbeit, deshalb reinige ich mein Becherl in der Spülmaschine. Manchen genügt auch eine Reinigung mit Seife und Nagelbürste.

Weitere Fragen könnt ihr gerne im Kommentarfeld posten oder auch an Doktor Google richten :)

5. Dezember 2013

Radiotipp: Shoppen ohne Ende?

Heute ist zwar nicht Haferbreitag, aber trotzdem ein kurzer Hinweis:

Die absolut empfehlenswerte Sendereihe Radiokolleg von Ö1 hat diese Woche eine Sendung zum Thema "Shoppen ohne Ende? Konsumgesellschaft am Scheideweg" gebracht.

Hier kannst du die vierteilige Sendung jeweils eine Woche lang nachhören:

Entweder du klickst auf das Play-Symbol in der Überschrift oder oben rechts im roten Feld auf "7 Tage Ö1". Es gibt übrigens auch eine gratis Ö1-App!

Ich fand die Sendung sehr spannend. Obwohl ich mich mit dem Thema schon lange beschäftige, hab ich trotzdem Neues erfahren!

Scroll auch in der Sendungsbeschreibung ganz runter zu "Services", dort gibt es eine weiterführende Literaturliste! Zusätzlich möchte ich noch Christian Pfister et al: Das 1950er Syndrom. Der Weg in die Konsumgesellschaft empfehlen.

Wie denkst du über dieses Thema? Wie meinst du, dass sich unsere Konsumgesellschaft weiterentwickeln wird?

4. Dezember 2013

Weihnachtsinspiration: keine Weihnachtsmärkte

Ach, der Advent! So romantisch, kuschelig und kekskrümelig! Und die Weihnachtsmärkte, voll mit Glitzer, Filz und Keramik. Nach der Arbeit Punsch trinken gehen und dabei an Seifen schnuppern. Ich glaube, die meisten Menschen mögen Weihnachtsmärkte.

Ich gehe jetzt daher mutig das Risiko ein, dass so mancher Leser nach der Lektüre dieses Beitrages seine Menschenbewertungsskala nimmt und mich einige Punkte nach unten reiht.

Denn: Ich mag keine Weihnachtsmärkte.
Christkindlmärkte - Zutaten:
500g überteuerte lieblose Massenware
250g Zucker in wenig wohlschmeckender Form
175g Alkohol mit unkreativen Aromastoffen
mit 5EL nerviger Zwangsbeschallung (etwa die Aprés-Ski-Version von Last Christmas) abschmecken
gut durchmischen und für 4 Stunden ins Gefrierfach stellen
 
Vermutlich sind Weihnachtsmärkte tatsächlich nur mit einem mindestens moderaten Alkoholpegel zu ertragen. Eine Ausnahme könnten liebevolle Kunsthandwerksmärkte sein, aber finde die mal.

Dieses Jahr mache ich einen großen Bogen um Weihnachtsmärkte.

Statt dessen werde ich die Quintessenz der Weihnachtsmärkte (Freunde, Punsch und Kekse) zu mir nach Hause verlagern ;) - konsumfrei, lastchristmasfrei und viiieeeeel gemütlicher!

Machst du mit?

2. Dezember 2013

Lieblingszutat: Cranberries

Eigentlich sind mir Trockenfrüchte meist zu süß, aber Cranberries schätze ich wegen ihrer leicht herben Note sehr. Deshalb landen die Beeren des öfteren im Haferbrei - und ich freue mich dann wie ein kleines Kind darauf, den Brei aufzuessen!


Beim Kauf achte ich darauf, dass das Trockenobst nicht geschwefelt ist. Geschwefeltes Obst sieht zwar meist schöner aus, weil die Farben der Früchte besser erhalten sind. Allerdings kann zu viel Schwefel Kopfschmerzen oder andere Beschwerden auslösen.

Die Beeren enthalten viel Vitamin C und reichlich Antioxidantien. Darüber hinaus wird ihnen bei Harnwegsinfekten eine vorbeugende bzw. mildernde Wirkung nachgesagt.

Ich mag es ja sehr, nicht alzu viele Beeren einzustreuen. Wenn nach dem Abrühren dann zufällig eine auf dem Löffel landet, entfaltet sich beim Zubeißen die unerwartete Geschmacksexplosion :)

29. November 2013

Menstruationstassen in militärischem Sperrgebiet

Liebe Damen, heute zu einem Thema das uns alle betrifft: die Menstruation. Alle jene Leser, die sich nun nicht angesprochen fühlen, dürfen aber trotzdem gerne weiter lesen - man lernt ja nie aus.

Im Folgenden werden Wörter verwendet oder Dinge gesagt, die vielleicht nicht jeder lesen möchte. Leider erklären manche Frauen ihre Scheide zu Zeiten der Regelblutung zum militärischen Sperrgebiet, in das sie nicht einmal selber gedanklich, optisch oder physisch eindringen möchten. Dabei handelt es sich jedoch um eine wichtige Funktion des eigenen Körpers, welche die Frau befähigt einmal Kinder zu gebären! Ein bisschen mehr Aufgeschlossenheit kann da nicht schaden.

Der Becher

Habt ihr schon einmal was von Menstruationstasse, Ladycup oder Mondtasse gehört? Es handelt sich dabei um eine wiederverwendbare Alternative zu Tampons und Binden. Genauer gesagt ist eine Menstruationstasse ein Becherchen aus Silikon, welches in die Scheide eingeführt wird, um die Menstruationsflüssigkeit aufzufangen.

Die Vorteile

Dieses "Ding" bringt folgende Vorteile:
  • Die Tasse ist wiederverwendbar, wodurch Müll vermieden und das Geldbörsel geschont wird.
  • Sie hat ein höheres Fassungsvermögen als herkömmliche Produkte, was vielen Damen mit einer starken Blutung sehr entgegen kommt.
  • Die Scheidenschleimhaut wird nicht, wie bei Tampons, immer wieder ausgetrocknet. Eine trockene Schleimhaut begünstigt Infektionen und ist obendrein unangenehm.
  • Man muss  keine Monatshygieneartikel beim Gang zum WC mit sich führen; vor allem im Sommer ein Vorteil, da viele Kleider und Röcke keine Taschen haben.
  • Frau kann sich die Zusammensetzung und Menge ihrer Blutung besser vor Augen führen und lernt somit etwas über ihren Körper.

Ein paar Links

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf den Seiten http://www.afriska.ch, http://www.fleurcup.com und http://www.lunette.com informieren und nachsehen wie so ein Dings überhaupt aussieht! Und lest nächste Woche wieder rein, wenn der zweite Beitrag zu diesem Thema erscheint!

27. November 2013

Blog: The Oatmeal Artist

Ich weiß jetzt grad eigentlich gar nicht, was ich dazu schreiben soll, weil mir die Sabber schon bei den Knien hängt. Es ist der ultimative Haferbrei-Blog. Lauren Smith, willst du mich heiraten?






26. November 2013

Feminismus ist blöd

Kannst du dir vorstellen, deinem Arbeitgeber ein Schreiben mit der Unterschrift deines Mannes vorzulegen, in dem steht, dass dein Mann es dir erlaubt, erwerbstätig zu sein? Nein? War aber in den 1970ern in Österreich noch gesetzliche Realität. 
Vieles, was wir Frauen heute für selbstverständlich halten - Wahlrecht, selbstbestimmte Sexualität, selbstbestimmte Kinderplanung, höhere Bildung, Erwerbstätigkeit, Unabhängigkeit und Beziehungen auf gleicher Augenhöhe - wurde von einer bestimmten Personengruppe erkämpft: den "frustrierten Männerhasserinnen, die überall ihr Binnen-I* draufdrücken". Auch Feministinnen genannt. Denen dürfen wir dankbar sein, dass wir uns heute in Österreich meist "nur" noch mit Alltagssexismus herumschlagen müssen.
Das sind alles Errungenschaften, die auch in die "Männerwelt" positiv rüberschwappen.

Mit dem Begriff "Feminismus" sind heute viele unzufrieden, weil sich das Konzept ja längst auf alle Geschlechter ausgeweitet hat und weil er immer noch die falsche Vorstellung "Frauen gegen Männer" weckt.
Das mit dem Patriarchat wird auch oft missverstanden. Es geht da nicht um die bösen Männer. Es geht um ein personenunabhängiges System, unter dem Männer wie Frauen (und alle dazwischen) jeden Alters leiden. Und deswegen wehren wir Männer und Frauen uns gemeinsam gegen Mist, den wir nicht wollen. Auf gleicher Augenhöhe, versteht sich.
Männer sind genausowenig wie Frauen scharf drauf, sich Dinge vorschreiben zu lassen, nur weil sie ein Mann oder eine Frau sind. Männer wollen in Karenz gehen und ihre Kinder aufwachsen sehen, sie wollen Karriere machen, sie wollen Techniker und Kindergärtner werden, sie wollen stark und schwach sein dürfen, sie wollen guten Sex, ein zufriedenes Leben und glückliche Menschen um sich herum. Genau wie Frauen auch. Vielleicht will nicht jeder Mann das gleiche, aber das will ja auch nicht jede Frau. 
Ich denke, jeder Mensch möchte selbstbestimmt und zufrieden leben und Feminismus hilft da definitiv weiter. Und zwar Männern wie Frauen.

Dass Feministinnen frustrierte fette Kampflesben sind, ist ein Bild, das von Menschen erzeugt wurde, die vom Patriarchat super profitieren. Das schreibe ich so, weil das eben nicht nur Männer sind (Männer aber die meisten Privilegien durch das Patriarchat erhalten bzw. erhalten haben). Wenn dann welche daherkommen und auch vom Kuchen mitnaschen wollen (Feminstinnen zB), man den Kuchen aber für sich allein haben will und die Kuchenbedrohung nicht einfach erschießen kann - na, dann macht man sie eben schlecht. Das ist vielen nicht bewusst, weil es eben nicht immer offen und bewusst abläuft und sich gerne mit dem "ganz normalen" Alltagssexismus mischt.

Dieses falsche Bild, das in den Köpfen der Menschen drin ist führt dann auch gern zu Sätzen, die so beginnen: "Ich bin keine Feministin, aber...".
Aber ich möchte wählen können ob ich Karriere mache, Hausfrau und Mutti bin oder beides. Aber ich möchte guten Sex und ich möchte selbst entscheiden, ob, wann und mit wem ich Sex habe und ob daraus evtl. ein Kind entstehen soll. Aber ich möchte meinen eigenen Körper gut finden können, wie er ist. Aber ich möchte einen Partner, der mir auf gleicher Augenhöhe begegnet. Aber ich möchte nicht, dass mich jemand ungefragt angrapscht. Aber meine Kinder sollen sich frei entwickeln können und ihre wahren Talente finden. Aber ich hab keine Lust auf ein abwertendes Frauenbild. Aber ich möchte nicht weniger verdienen als mein Kollege. Aber ich möchte eine gute Work-Life-Balance und ich möchte, dass mein Partner mir dabei hilft. 
Was soll dieses ständige Kuschen und Anbiedern, diese ständige Angst, man könnte plötzlich fünf Meter lange Achselhaare bekommen? 
Liebe Leserin, wenn du dich öfters dabei ertappst, Sätze in dieser Art zu beginnen, um ihnen feministische Errungenschaften oder Forderungen folgen zu lassen, ist es - Huch! - nicht unwahrscheinlich, dass du dem Feminismus näher stehst, als du denkst!

Du musst dich wegen meinem Blogbeitrag nicht gleich als Feministin oder Feminist bezeichnen, oder alles im Feminismus gut finden. Kritisch und selbstbestimmt sind keine Attribute, die sich auf Feministinnen und Feministen beschränken. 
Aber bevor du das nächste Mal denkst, Feminismus ist blöd (oder "Ich bin keine Feministin, aber...") - denk lieber nochmal genauer drüber nach und informiere dich bei Unklarheiten.



*Die Theorie hinter der Sache mit dem Binnen-I ist übrigens die, dass Sprache das Denken bestimmt oder zumindest beeinflusst (Studien mit Taubstummen und so). Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass in unschönen Diktaturen Sprache dahingehend verändert wird, dass Begriffe verboten werden oder durch verwässerte, euphemistische ausgetauscht, um die Machtposition des Diktators gegen Systemkritik abzusichern.
Frauen waren immer unsichtbar. Nenne mir mal eine Komponistin des 18. Jahrhunderts! Fällt dir keine ein, was? Oder eine Naturwissenschaftlerin des 19. Jahrhunderts? Wenn du daraus fälschlicherweise schließt, dass es dann wohl keine gegeben hat, bist du genau am Problem der Sache mit der Unsichtbarkeit. Mit der Sprache hat man versucht, Frauen sichtbar zu machen. Und ganz ehrlich: Du kannst das Binnen-I lästig finden oder wichtig - allein durch die Diskussion darüber hat es seinen Zweck schon erfüllt. (Man muss aber das Binnen-I nicht zwingend gut finden, nur weil man Feminismus gut findet ;) Feminismus ist viel mehr als nur das Binnen-I)

PS: Fortgeschrittene FeministInnen mögen mir den heteronormativen Schwerpunkt verzeihen. Sprengt sonst Länge.

25. November 2013

Lin-Chi: kein Stress

Das vorerst letzte Posting zum Lin-Chi Thema.

Stress kennt jeder


Wir verplanen jeden Abend, jedes Wochenende bis kein Platz mehr ist für Entspannung, Spaziergänge, Lesenachmittage, Rückenturnen im Wohnzimmer, Schlafen oder auf der Terrasse sitzen und "den Herrgott einen guten Mann sein lassen".

Dabei setzen wir uns viel zu oft unter Druck, weil wir den Ansprüchen anderer entsprechen möchten.
Wie oft treffen wir Zusagen für etwas, auf das wir gar keinen Bock haben?

Den Terminkalender ausmisten


Doch unsere wertvolle Freizeit lässt sich sinnvoller einteilen, wenn wir uns von Verpflichtungsgefühlen befreien und öfters klar NEIN sagen.

Weniger Dinge tun, ihnen mehr Zeit einräumen, oder auch einmal nichts tun. Seid ruhig egoistisch! Man braucht sich auch nicht zu schämen, wenn man einmal einfach nur alleine sein möchte - man muss nicht jede Minute des Tages mit einer sinnvollen Tätigkeit ausfüllen.

Arbeit am Selbst


Vielleicht habe ich das Thema Lin-Chi Zen etwas weit gefasst - dies sind lediglich die Gedanken die mir dazu in den Sinn gekommen sind.

Mir ist klar dass es sich bei all diesen Texten lediglich um meine guten Vorsätze handelt. Natürlich passiert eine entsprechende Entwicklung nur in kleinen Schritten über viele Jahre hin. Dennoch, dass ich mir dazu überhaupt Gedanken mache, bezeichnet einen wichtigen Schritt in meiner persönlichen Entwicklung.

Andere Beiträge zu diesem Thema:

Lin-Chi: Sei du selbst
Sag mir (nicht) was ich tun soll
Nur nicht anecken
Verunsicherung und Entscheidungskompetenz
Mit Fehltritten umgehen

22. November 2013

Lin-Chi: Mit Fehltritten umgehen

Tritt man in ein Fettnäpfchen, kann das ganz schön unangenehm werden, vor allem wenn man so veranlagt ist wie ich und es sich sehr zu Herzen nimmt, könnte der Betroffene sich verletzt fühlen. Und auch wenn die betroffene Person den Fehltritt gar nicht persönlich nimmt, die Angst vor Ablehnung durch das Gegenüber verursacht ein bohrendes Unwohlsein.

Für mich gehört es zum guten Ton, den Fehler einzugestehen und sich ehrlich zu entschuldigen. Zurück bleibt dennoch ein flaues Gefühl, das sich erst mit der Zeit legt.

Die Frage ist, ob man sich lange mit Schuldgefühlen quälen sollte. Der Betroffene hat davon nichts, und man ärgert sich nur selbst. Aber man hat den Eindruck, es gehört zum guten Ton - es wird von einem erwartet, sich möglichst lange zu schämen.

Stattdessen sollte man das Thema mit der aufrichtigen Entschuldigung möglichst bald abschließen und von rotem Kopf und flauem Magen wieder zum Tagesgeschäft zurückkehren - der Fauxpas ist ohnehin meist in wenigen Tagen vergessen. So scheint es mir für die eigene Psychohygiene sehr zuträglich zu sein, mit der Sache rasch seinen Frieden zu machen.

Auf der anderen Seite würde ich ebenfalls empfehlen, nicht lange nachtragend zu sein und jemandem eine Verfehlung lange vorzuhalten. Einmal darüber zu sprechen sollte reichen, und gut ist. Wir sind alle nur Menschen! Oder wollt ihr, dass jemand über eure Vergehen Buch führt?

20. November 2013

Vom Selbstbestimmungsmuskel


Seit ich meinen alkoholfreien Blogeintrag geschrieben hab und Lunalesca von ihrem Lin-Chi-Projekt berichtet, ist mir plötzlich aufgefallen, wie viele Leute eigentlich (dieses Mal) lieber keinen Alkohol trinken würden. Sie bestellen ihn trotzdem, weil es zum Fortgehen dazugehört, weil alle anderen auch Alkohol trinken oder weil es zu ihrem Image, ihrem Beruf oder ihrer Geschlechterrolle gehört.

Oder ist es bei dir etwas anderes? Ist es das Schminken, das du nur tust, weil du das Gefühl hast, es wird von dir verlangt? Isst du nur Fleisch, weil Gemüse was für Mädchen ist? Rasierst du dir die Beine im Winter nicht, aber tust dir die Prozedur zähneknirschend an, wenn es jemand sehen könnte? Postest du auf Facebook, obwohl es dich anödet? Hältst du Diät, obwohl du dich mit ein paar Kurven eigentlich genauso gut oder besser finden würdest? Schaust du das Fußballmatch nur, um am nächsten Tag mitreden zu können?

Ich sag dir jetzt die Wahrheit:

Du hast die Wahl.

Du hast die Wahl, deine Achseln zu rasieren oder nicht. Du hast die Wahl, als erwachsener Mensch Alkohol zu trinken oder nicht. Wenn dir der Urlaub ohne Kamera mehr Spaß macht, dann dürfen deine Erzählungen ausreichen. Du darfst Widersprüche in dir vereinen und du darfst Dinge anders machen als die anderen.
Was du magst, tust und findest, bestimmst immer noch du selbst!

Es wäre natürlich schön gewesen, wenn einem das mal jemand zu Beginn der Pubertät gesagt hätte oder wenn einen auch jetzt noch jemand manchmal dran erinnern würde.
Du und ich, wir sind Menschen und wir leben nicht in einem sozialen Vakuum. Die eine Wahl ist erwünschter als die andere, das heißt aber nicht, dass es keine Alternativen gäbe. Du hast ein Recht auf Alternativen, nur wird das niemand für dich aushandeln. Der Widerstand gegen soziale Normen und Gruppendruck muss also trainiert werden wie ein Muskel – unser Selbstbestimmungsmuskel.
Klar gibt es Bereiche, wo sozialer Druck gut ist, damit wir uns nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen oder damit wir anderen helfen. Aber unrasierte Beine zu haben oder kein Bier zu mögen tut niemandem weh.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es gar nicht auffällt, wenn du etwas nicht tust!
Du wirst vielleicht gar nicht glauben, wie viele Menschen in deinem Umfeld etwas ebenfalls nicht tun, überhaupt kein Problem damit haben, wenn du etwas nicht tust – oder es wider Erwarten sogar genial finden!


Eine kleine Trainingseinheit für den Selbstbestimmungs-muskel


Bleiben wir mal beim Alkohol.
  1. Warum tust du es? - Setz dich hin und überlege dir in Ruhe, warum du Alkohol trinkst. Ob du ihn überhaupt magst, in welcher Form, wann, wieso. 
  2. Probiere es mal ohne. - Heute abend ist dein erstes Getränk alkoholfrei. Unangekündigt und unkommentiert.
  3. Beobachte. - Fällt es jemandem auf? Wird es zum Tischgespräch? Hast du das Gefühl, dich rechtfertigen zu müssen? Fühlst du dich wohl, komisch, ungewohnt, befreit?
  4. Ziehe es durch. - Es soll nicht zur Qual werden, aber wirklich interessant wird es nur, wenn du es tatsächlich durchziehst. Die anderen sind schon besoffen, du nicht. Wie fühlst du dich? Hast du Spaß? Bist du genervt? Merken es die anderen überhaupt noch?
  5. Backup. - Hab einen "Notfallknopf" parat, mit dem du jederzeit das Experiment abbrechen kannst, wenn es zur Qual wird.
So oder nach deinem Geschmack abgewandelt kannst du (gerne erstmal in einem geschützten Rahmen) erste Erfahrungen damit sammeln, wie es sich anfühlt, auf gesellschaftliche Konventionen zu verzichten, auf die du in Wahrheit gar keine Lust hast. Vermutlich gar nicht mal so schlecht ;)

Das Wesentliche an der Sache ist, Dinge nur dann zu tun, wenn du und nur du allein darauf Lust hast und zu lernen, auch gegen den Strom zu schwimmen, wenn es sich richtig anfühlt. Dinge zu hinterfragen (auch das andere Extrem), dein Wohlfühlmaß zu finden, aber auch Extreme zu testen und Kompromisse eingehen zu können. Manchmal wird nur Konsequenz akzeptiert („Aber geh, dann kannst du heute ja wohl eine Ausnahme machen!“), oder Konsequenz fällt uns selbst leichter. Nicht jeder ist begeistert, wenn sich die Freundin die Achseln nicht mehr rasiert ;) - aber erstaunlich viele haben unerwarteter Weise damit gar kein Problem!


Hast du schon gesellschaftlich erwünschte Verhaltensweisen aufgegeben, reduziert, adaptiert oder doch wieder gemacht? Kennst du noch anderes, was „man halt so macht“, weil es „alle machen“?

18. November 2013

Feldenkrais - Bewusstheit durch Bewegung

Am Wochenende besuchte ich ein Feldenkrais-Seminar. In den drei Einheiten lag ich warm angezogen schön gemütlich auf meiner Kuscheldecke, spürte ganz intensiv in meinen Körper hinein und beobachtete dabei die sehr kleinen Bewegungen, die ich ausführte.

Durch die Ruhe der Gruppe und der sanften Stimme des Seminarleiters erlebte ich eine sehr tiefe Entspannung. Bei manchen war diese so groß, dass von Zeit zu Zeit sogar ein leises Schnarchen zu vernehmen war. Das sei auch in Ordnung, versicherte der Anleitende, das Unterbewusstsein arbeitet auch im Dämmerschlaf brav mit.

Was ist die Feldenkrais-Methode?

Bei Feldenkrais soll der Körper durch kleinste Bewegungen, die langsam ausgeführt und intensiv wahrgenommen werden, möglichst viele Informationen über den Bewegungsablauf im Nervensystem speichern. Dadurch gelangt er zu einfacheren, müheloseren und schonenderen Bewegungsmustern. Gleichzeitig werden alle nicht benötigten Muskeln losgelassen.

In der Praxis kann das bedeuten, dass man weniger zu Verspannungen neigt, sich effizienter bewegt und dies auf eine Art und Weise tut, die Rücken, Knie oder sonstige Gelenke möglichst wenig belastet.

Was konnte ich für mich mitnehmen?


Ich habe mich spontan für eine Teilnahme entschlossen und bin begeistert aus diesem Kurs herausgekommen. Mein Ziel war, mehr Beweglichkeit für WingTsun zu erlangen, eine Kung-Fu-Art die ich mit Leidenschaft ausübe. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: ich bemerke eine sehr viel größere Beweglichkeit in der Hüfte. Mein linkes Schulterblatt scheint in eine bessere Position geglitten zu sein, und ich weiß nun wie ich mich schonend und ohne große Anstrengung aufsetzen kann. Außerdem war ich schon lange nicht mehr so entspannt, wie während des Kurses!

Auch mental soll Feldenkrais einiges bewirken; so kann es zu einer verbesserten Selbstwahrnehmung, positiveren Haltung oder dem Ausbrechen aus alten Mustern verhelfen.

Wer soll es versuchen?


Nach dieser Erfahrung kann ich Feldenkrais eigentlich jedem empfehlen :) Im Speziellen aber jedem, der nach einer verbesserten Beweglichkeit strebt, an Fehlstellungen oder -Haltungen leidet, Schmerzen in Knie oder Rücken hat, zu Verspannungen neigt, gestresst ist, nicht abschalten kann, seinen Körper nicht so recht spürt, zur Unterstützung bei der Rehabilitation oder auch zur Persönlichkeitsentwicklung.

16. November 2013

Kosmetik, minimalistisch: Duft


Ich habe mir versehentlich das Duften abgewöhnt.

Als ich mit 17 Neurodermitis bekam, musste ich auf duftfreies Allergikerwaschmittel umsteigen. Schon nach ein paar Monaten fand ich Waschmittelgeruch seltsam. Mit 19 stieg ich auf Naturkosmetikprodukte um, die meist milder und natürlicher beduftet werden und fand bald den Geruch konventioneller Produkte nicht mehr gut. Vor zwei Jahren habe ich schließlich einige Monate lang das Waschen mit Lavaerde (die ja nach nichts riecht) ausprobiert.

Seither ekelt es mich vor fast allen Düften in Kosmetik. Oft wird mir sogar übel oder ich bekomme Kopfschmerzen, wenn ich die Gerüche längere Zeit in Gesichtsnähe habe.

Zum Glück gibt es parfümfreie Produkte zu kaufen. Beispiele für Firmen, die solche Produktlinien anbieten sind Balea, Alverde, Seba med, Logona und Lavera - und im Internet findet man noch viel mehr.

Es ist aber nicht nur das Fehlen des Geruchs, das mich entzückt. Parfümfreie Kosmetik erhellt mein Herz auch durch das reduzierte Produktangebot (meist gibt es ein Schampoo, eine Tagescreme usw), das oft puristische Design und die meist kurzen Inhaltsstofflisten (da im Zielpublikum Allergiker und sehr sensible Häute sitzen).

Parfümfreie Kosmetik: Kein Duft, wenige schlichte Inhaltsstoffe, cleanes Design und eine überschaubare Produktpalette - puristisches Herz, was begehrst du mehr?

Übrigens ist auch meine selbstgemachte Kosmetik parfümfrei. Meist verwende ich sogar extra desodorierte oder raffinierte Öle und Fette. Kokosöl beispielsweise riecht mir nativ schon zu stark, so sensibel ist meine Nase geworden!

Ich frage mich, warum eigentlich immer alles nach etwas riechen muss. Scheinbar ist es nicht erlaubt, wenn Dinge und Personen einfach nach Mensch, nach Wiese, nach Holz oder nach Regen riechen. Ironischerweise imitieren Raumsprays, Duftkerzen und Kosmetik meist "die Natur" in ihren Gerüchen. Eigentlich absurd, oder?

Ich habe in einem Buch etwas gelesen, das mich sehr nachdenklich gemacht hat. Es ging in diesem Abschnitt um einen Briten, der in den 1950ern als Kind in einem afrikanischen Stamm sozialisiert und plötzlich eingefangen und zurück nach Großbritannien gebracht wurde.

Now he had to bathe with soap, "an offensive smell" which was alien and disorienting and distanced him from "the smell of being". "Once you start using soap," he said woefully, "you lose your sense of smell. You can't smell what grass it is. You can't smell what time of the day it is. Finally," said Tony after a pause, "you adapt." (Susie Orbach: Bodies, S. 29)

15. November 2013

Lieblingszutat: Walnüsse

Ein paar Nüsse dürfen in meinem Frühstückshaferbrei nicht fehlen! Das sind meist Walnüsse, da es sich um eine einheimische Nussart handelt und ich ein paar liebe Verwandte habe, die ihre Ernte mit mir teilen :)


Mit ihrem Protein sorgen die Nüsse für einen höheren Eiweißgehalt des Frühstücks. Sie enthalten Omega-3-Fettsäuren, die gut für das Herz sind, sind reich an Zink und Kalium. Damit hat die Walnuss einen positiven Einfluss auf Haut und Haar.

Allerdings können empfindliche Personen von größeren Portionen Walnuss kleine Bläschen auf der Zunge, oder sogar an den Händen bekommen. Insbesondere bei Histaminintoleranz ist hier Vorsicht geboten.

Auch ich leide an Bläschen im Mund, wenn ich es mit den Nüssen übertreibe oder gesundheitlich schon angeknackst bin. Doch erreiche ich diese Dosis nicht allein mit der Frühstückseinlage, sondern meist durch Nusskuchen oder zusätzlicher Nussknabberei.

13. November 2013

Statt Kaffeefrei: Alkoholfrei

Da ich Kaffee noch nie mochte, gibt es von mir einen anderen Beitrag zum Thema Verzicht auf Geselligkeitsgenussmittel.

Ich bin seit 1-2 Jahren Antialkoholikerin.

Warum? Alkohol macht mich müde und betäubt, und dieses Gefühl kann ich nicht leiden.

Soziale Auswirkungen: So gut wie keine. Ich gehe genauso fort wie alle anderen, negative Kommentare gibt es nie

Körperliche und sonstige Auswirkungen: Ich fühle mich mit dieser Entscheidung pudelwohl. Ich habe keinen Kater, reden keinen Müll, habe vollste Koordination und verbrate keine 100€ pro Wochenende. 

Strategien: Ich bestelle beim Fortgehen einfach einen Saft, Tee oder alkoholfreien Cocktail. Konter auf blöde Kommentare weiß ich keine, da ich keine bekomme. Ich behalte es mir vor, einen Schluck von einem alkholischen Getränk zu kosten, wenn mich interessiert, wie es schmeckt. Sonst habe ich keine Strategien, denn ich habe auch noch nie geraucht (oder gekifft) und bin daher scheinbar gegen viele Dinge immun ;)

Edit: gekürzt



11. November 2013

Fazit: Eine Woche ohne Kaffee

Spät aber doch: mein Fazit zu dem Experiment "Eine Woche ohne Kaffee".

In der Arbeit hat es mir so gut wie gar nichts ausgemacht, auf den Kaffee zu verzichten. Stattdessen trank ich Kräuter- oder Früchtetee und konnte es genießen.

ABER: Bei Freunden und Familie war es mir fast unmöglich, eine gute Tasse Kaffee samt implizierter Gemütlichkeit abzulehnen. Deshalb trank ich an Tag 5 und 7 jeweils ein Tässchen des schwarzen Türkentrunkes.

Körperliche oder psychische Entzugserscheinungen traten erfreulicherweise keine auf. Aus dieser Woche nehme ich für mich mit, dass ich die Gewohnheit des täglichen Häferls aufbreche und viel öfter zu Tee greife. Morgens bilde ich mir sogar ein, dass ich ohne Kaffee ein stabileres Energielevel verzeichnen kann :)

Da sich mein Weizenverzicht so gut gemacht hat und ich sogar etwa 1 Kilo an Gewicht verloren habe, behalte ich diese Gewohnheit gleich im Groben bei!

Weitere Aktionswochen folgen!

9. November 2013

Kosmetik, minimalistisch: Erfolge und Misserfolge

Als Anregung für euch, selbst herumzuexperimentieren!

Erfolge

Multitasker - weniger Zeug, das herumsteht
  • Haarschampoo = Duschgel
  • Haarbalsam = Rasiergel
Inhaltsstoffminimalismus
  • Wollfett/Lanolin als Lippenpflege
  • nur noch mit Wasser duschen (außer Achseln) 
  • DIY Deocreme aus 3 Zutaten (Natron, Sheabutter, Mandelöl)
  • unbeduftete Produkte
Verzicht auf Produkte, Produktgruppen und Anwendungen - weil ich sowieso keine Lust drauf hab
  • kein Parfum
  • kein Makeup (kleine Ausnahme: gelegentlich Augenbrauenstift und getönten Lipbalm)
  • kein Nagellack
  • kein Deo (im Winter)
  • im Winter rasiere ich mir nur alle paar Wochen die Beine
  • meine Haut creme ich nur bei Bedarf ein und auch nur die betreffenden Stellen
  • ich dusche nicht täglich (und stinke trotzdem nicht)


Fails

Multitasker
  • 1 Creme für den ganzen Körper (Gesicht und Körper wollen leider Verschiedenes)
  • Haarschampoo = Gesichtswaschgel (zu stark fürs Gesicht) 
  • Deo = Zahnpasta (Wenn man Natron alleine als Deo nimmt, geht das tatsächlich, aber s.u.)
Inhaltsstoffminimalismus
  • Gesicht nur mit Wasser reinigen (trocknet meine sensible Haut aus)
  • Haare nur mit Wasser reinigen (dafür ist meine Kopfhaut zu fettig)
  • Lavaerde und Natron zum Haarewaschen (durchwachsene Ergebnisse, Patzerei)
  • Öl auf die feuchte Haut statt Creme (in meine Haut zieht nicht mal das leichteste Öl ein)
  • Natron alleine als Deo (gute Wirkung aber mit Fett vermischt ist die Handhabung angenehmer)
Verzicht auf Produkte, Produktgruppen und Anwendungen
  • ich mag meine Augenbrauen doch gezupft lieber und mit glatten Achseln brauche ich meistens kein Deo
  • komplett ohne Cremes geht es nicht, obwohl meine Haut meistens nichts braucht
  • ohne Conditioner oder etwas vergleichbares geht es bei meinen langen Haaren auf Dauer nicht
  • Gelegentlich verwende ich einen Augenbrauenstift und einen getönten Lipbalm, genau genommen bin ich daher nur zu 99% make-up-frei ;)

Mein zahlenmäßige Ergebnis ist übrigens:

2 Schampoos, 2 Haarspülungen, 1 Seife fürs Waschbecken, 1 Reinigungsfluid (Gesicht), 1 Körperbutter, 1 Gesichtscreme, 1 Deocreme, 2x Lippenbalsam (1x getönt), 1 Augenbrauenstift, 1 Zahnpasta.

Und vermutlich ginge noch weniger ;) 
(zB: 1 Dusch-Schampoo, 1 Creme, 1 Deo, 1 Zahnpasta.)

7. November 2013

Ich habe manchmal eine Weizenwampe.

Als tendenzvegane Vegetarierin mit Sojaallergie greift Madame Materialfehler gerne auf Fleischersatz auf Weizenglutenbasis zurück und wird meist mit einem Kugelbauch belohnt (glaubwürdiges sechstes Schwangerschaftsmonat). Vielleicht hat Weizen auch mit der öfter vorkommenden dämmrigen Dösigkeit und so manchen Konzentrationsproblemen zu tun. Glutensensitiv bin ich laut Bluttest allerdings nicht.
Warum der Weizen das mit mir macht, wollte ich herausfinden und habe nun auch dem Onlinehype folgend "Weizenwampe" von William Davis gelesen.
Mein Gesamteindruck von diesem Buch ist jedoch nicht so euphorisch wie viele Berichte im Netz - aus folgenden Gründen:

Es gibt Widersprüche und Argumentationslücken
Zuerst schreibt der Autor bzw. der Übersetzer, das Problem sei in Deutschland nicht so gravierend, da neben Weizen auch Roggen, Dinkel und Hafer gegessen wird. Später betont er, alles was für Weizen gelte, gelte für alles glutenhaltige Getreide. Äh, ja, was jetzt?
In den 1950ern waren alle Menschen schlank, steht da. Der Autor meint, das läge daran, dass damals noch kein Frankensteinweizen gegessen wurde. Dezent ignoriert wird u.a. die Tatsache, dass damals die Alltagsbewegung selbst für Schreibtischbeamte enorm war - ein paar Schlagworte: kaum/keine Haushaltsgeräte, keine Fertigprodukte (Blätterteig selbstgemacht!), kein Fernseher, kaum Autos. Meine Mutter ist 65, meine Großmutter 94, sie sind beide in bürgerlichen Familien in der Wiener Innenstadt aufgewachsen und ihre Erzählungen handeln von Waschrumpeln, unzähligen Stunden die in der Küche verbracht wurden, unglaublich schwere Rosshaarmatratzen die alle zwei Wochen gewendet werden mussten, alles wurde selbst gemacht (stricken, nähen, kochen, flicken), getrunken wurde nur Leitungswasser, wer Musik wollte musste sie selbst machen, Süßigkeiten gabs nur am Wochenende und Stubenhocken war verpönt.
Die zitierte China Study zeigt, dass Weizen zu Zivilisationskrankheiten führt, Hirse und Reis aber nicht. Trotzdem wird gleich jedes Getreide verteufelt, die Argumentationsgrundlage des Autors (Studien usw) bezieht sich aber nur auf (industrielle) glutenhaltige Getreidesorten.
Milch- und Milchprodukte sind ebenfalls dafür bekannt, (in größeren Mengen) zu Zivilisationskrankheiten zu führen. Vielleicht nicht in dem Ausmaß, wie die China Study das feststellen wollte, trotzdem müsste der Autor seiner Argumentationslinie folgend  ("wenn es so viele Menschen gibt, die Gluten nicht vertragen, ist es vermutlich für keinen Menschen gesund") auch vom Milchkonsum abraten (3/4 der Weltbevölkerung ist von Natur aus laktoseintolerant), was er aber nicht tut - was aber auch ein Themenproblem ist (wie weit kann er von seinem Weizenthema abschweifen?).

Der Autor schert alle Menschen über einen Kamm
Er schreibt hauptsächlich von kranken Menschen. Diabetiker und Schizophrenieerkrankte. Adipöse Menschen und Neurodermitiker. Zöliakie und Autismus. "Extreme" Fälle verlangen oft nach "extremen" Behandlungen. Warum aber Weizen auch für gesunde Durchschnittsmenschen nicht so klug sein kann, kam für mich aus dem Buch nicht wirklich heraus. Menschen sind individuell und so sollte auch ihre Ernährung sein. Vollwerternährung mit all ihrem Getreide funktioniert ja schließlich auch bei vielen Menschen gut, bei anderen wiederum gar nicht.

Es kommt wieder einmal das Paläoargument...
Das Paläoargument. Wir sind immer noch die Steinzeitmenschen wie vor 20.000 Jahren und sollten uns daher auch so ernähren. Oh Mann! Nur weil uns noch keine Teleskoparme gewachsen sind, heißt das nicht, dass die Evolution in den letzten 50.000 Jahren pausiert hat! Oder wie erklärt er sich die Tatsache, dass vor 5-7.000 Jahren plötzlich bestimmte milchwirtschaftende Völker Laktose bis ins hohe Alter verdauen konnten (obwohl das Säugetiere nach dem Abstillen nicht mehr können)? Eine Tatsache, die der gute Mann übrigens dem Leser dezent unterschlägt. Klar, als vor 10.000 Jahren der Ackerbau eingeführt wurde, war das offensichtlich nicht das Beste - nach der Eiszeit ist die Megafauna (die riesigen Viecher) ausgestorben und dann wurde es eng in der Speisekammer. Freiwillig aus Langeweile wurde jedenfalls nicht mit Ackerbau experimentiert. Die Menschen sind plötzlich kleiner geworden, immer ein schlechtes Zeichen, und früher gestorben (kann aber auch an der Sesshaftigkeit in großen Gruppen mitsamt Nutztieren gelegen haben, Stichwort Epidemien). Aber ob sich der Mensch in der Zwischenzeit an die veränderte Nahrung vielleicht doch gewöhnt haben könnte, so wie sich unsere Vorfahren an Fleisch gewöhnt haben (Zähne, Darmlänge), das wird dezent verschwiegen (und ich weiß es auch nicht). Ein Erfolgsrezept des Menschen ist jedoch definitiv, dass er mit so ziemlich jedem Futter überleben kann, von den Inuit die fast nur Tiere essen bis zu rein vegetarischen Regenwaldvölkern ist alles drin: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Insekten, Getreide mit und ohne Gluten.

Der Autor kommt vom Hundertsten ins Tausendste
Zuerst ist es nur der Weizen, der problematisch ist. Dann doch alles mit Gluten. Und schließlich plötzlich doch eigentlich das gesamte Getreide. Im Endeffekt empfiehlt der Autor nicht, wie man es erwarten sollte, eine glutenfreie, sondern eine low carb Ernährung. Die, wie man weiß, nicht bei jedem Menschen (dauerhaft) funktioniert.

Mich stören generell diese ernährungstechnischen Verheißungen. Egal ob Paleo, Vollwert, Vegan, Rohkost, die traditionelle Ernährung der eigenen Kultur oder andere Formen - Ernährung wird für meinen Geschmack ein bisschen zu oft zur Religion: Ernährweise XY sei die einzig wahre, man müsse sich nur akribisch an die Regeln halten, um ewige Jugend, Gesundheit und Glück zu erlangen. Wenn man Probleme durch die Ernährung bekommt, macht man etwas falsch. Argumentiert wird meist mit der menschlichen Enwicklungsgeschichte und "der Natur", wissenschaftliche Studien werden oft zugunsten der Ernährungsweise ausgelegt, Widersprüchliches dezent ignoriert.
Ja, auch bei diesem Buch habe ich stellenweise einen religiösen Eindruck bekommen.

Natürlich finde ich das Buch nicht durchwegs schlecht (ich versuche nur, mich kurz zu fassen). Überzüchtungen in unseren Nahrungsmitteln sind auch ganz ohne Gentechnik ein Problemfeld, dem noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dieses Buch wurde nicht von irgendeinem Journalisten geschrieben, sondern von einem Arzt, der mit seiner Erkenntnis schon vielen Menschen helfen konnte. Besonders Menschen mit hohem Blutdruck, Prädiabetes und ähnlichen Problemen können von den Informationen stark profitieren. Obwohl ein populärwissenschaftliches Werk, ist es voll mit fundierten wissenschaftlichen Informationen zu z.B. Blutwerten.
Ich bin auch der Meinung, dass die industrielle Landwirtschaft sich keinesfalls in eine gute Richtung bewegt, und dass unsere verkorkste Ernährung Mitschuld an vielen unserer Probleme ist.
Der Mann ist Internist und weiß, wovon er schreibt. Vielleicht ist es wegen seiner polemischen Schreibweise, dass ich seine Aussagen mehr hinterfrage als glaube.

Ich persönlich habe aus dem Buch nicht besonders viel mitnehmen können. Die meisten Probleme, die angesprochen werden, sind komplette Krankheitsbilder und treffen auf mich nicht zu (Zöliakie, Diabetes, Adipositas, Schizophrenie usw). Meine Frage, warum Weizen auch für gesunde, schlanke Menschen ein Problem sein kann, wurde für mich nicht ausreichend beantwortet.

Man darf bei der Lektüre nicht vergessen, wie komplex das alles ist. Es gibt nicht die eine böse Ursache. Viele der im Buch beschriebenen Probleme und Symptome können auch von anderen Dingen (andere Lebensmittel, andere Unverträglichkeiten, Umweltgifte, Psychosoziales, Medikamente wie die Pille, ...) mitverursacht werden und tun das im Normalfall auch.

Soll man also das Buch nun lesen oder nicht? 
Ich tendiere zu "nicht notwendig". Man kann es ruhig so machen wie Lunalesca und einfach an sich selbst testen, ob man sich ohne Weizen, ohne glutenhaltiges Getreide oder überhaupt ohne Getreide besser fühlt. Wer aber eine Argumentationsgrundlage benötigt, um Leute zu überreden, Weizenverzicht zum Wohle ihrer Gesundheit zu testen, dem sei ein Kauf vermutlich angeraten.

31. Oktober 2013

Die ersten 3 Tage ohne Kaffee

Als geübter Kaffeetrinker habe ich festgestellt, dass Kaffee anscheinend keinen Einfluss auf meinen Wachzustand ausübt. Ich habe in den Kaffeepausen im Büro einfach Früchtetee getrunken, und fühlte mich kein Stück schlechter. Auf der anderen Seite kann ich mich an müde Nachmittage erinnern, an denen mir eine Tasse Kaffee überhaupt nicht weiter geholfen hat.

Die fix in den Tagesablauf eingebauten Kaffee-Einheiten durch Früchtetee zu ersetzen war bisher also kein Problem. Anders sieht es mit dem gemütlichen Kaffeetratsch bei der Freundin. Am Dienstag habe ich jemandem einen Besuch abgestattet und konnte vor lauter Nostalgie und Gemütlichkeit einfach nicht ablehnen.

In solchen Momenten sehe ich, dass Kaffee noch einen viel größeren emotionalen Stellenwert als Essen einnehmen kann!

Das koffeinhaltige Heißgetränk wird also weiterhin gemieden, zumindest soweit absehbar.

Auswirkungen von letzter Woche

Der vorangegangene Versuch wirkt noch nach: ich vermeide es Weizen zu mir zu nehmen, und es scheint mir gut zu tun. Ob es nun von anderen Faktoren abhängt oder nicht, ich fühle mich insgesamt ein klein wenig besser, wacher, leistungsfähiger. Und schöner! Meine Gesichtshaut ist gerade sehr rein, weich und strahlend. Nicht dass ich sonst viele Probleme damit hätte, aber gerade ist sie eben auffallend gut.

Noch dazu brauche ich etwas weniger Schlaf, und wache in den letzten Tagen oft so ein bis zwei Minuten vor dem Wecker auf. Ist das nicht schön? Vielleicht spielt ja auch die Zeitumstellung eine Rolle.

28. Oktober 2013

Tag 5, 6 und 7 ohne Weizen

Die nächsten zwei Tage der Challenge "Eine Woche ohne Weizen" liefen sehr glatt ab. Ich konnte in der Kantine die Beilage (Fladenbrot) gut weglassen, und ernährte ich zu Hause von Goldhirse mit Gemüse und Schafskäse, sowie Gemüsesuppe.

Auch am 7. Tag blieb ich bis in den Nachmittag hinein standhaft, also genauer gesagt bis mir eine Sachertorte über den Weg lief. Bei so etwas muss ich einfach zuschlagen!

An diesen drei Tagen war ich ziemlich energiegeladen, wobei am Sonntag Nachmittag wieder einmal ein Einbruch kam... allerdings könnte ich diesen Einsturz nicht direkt mit der Torte in Verbindung bringen. Auch das Energiehoch könnte auf ausreichende Schlaf- und Erholungsphasen zurückzuführen sein.

Fazit

Wie hier schon kurz zusammengefasst, habe ich ein Gefühl dafür bekommen, in wie vielen Produkten Weizen enthalten ist. Dazu kommt eine Idee davon, welche Süßigkeiten ich mir zukünftig sparen kann, und welche das Non-Plus-Ultra für mich bedeuten.

Obwohl ich Kekse sehr liebe, lässt es sich gut ohne sie leben. Auch der Verzicht auf Striezel & Co. aus dem Supermarkt fällt nicht schwer. Bei selbstgebackenen Mehlspeisen jedoch möchte ich mir den Verzicht nicht antun!

Die beschriebenen "Abfälle in meinem Energielevel" bedeuten konkret, dass ich eine Phase von Müdigkeit, Lustlosigkeit oder negativen Gefühlen durchlebe. In Wieweit dies mit dem Verzehr von Weizen in Verbindung steht, oder allgemein mit Süßigkeiten oder Kohlenhydraten, das möchte ich noch weiter beobachten. Überraschenderweise hat sich hier eine gewisse mögliche Kohärenz gezeigt. Somit hatte diese Challenge, die ich mehr aus Interesse und Spaß an der Sache begonnen habe, doch auch ein überraschendes Ergebnis gebracht.


Vorschau

Die folgende Woche steht unter dem Motto "Selbstversuch: eine Woche ohne Kaffee". Hier erwarte ich keine größeren Schwierigkeiten!

Lin-Chi: Verunsicherung und Entscheidungskompetenz

Wenn ich eine Entscheidung zu treffen habe, fällt mir das meist schwer. Man könnte sagen, ich bin entscheidungsfaul. Deshalb delegiere ich oft und überlasse die Entscheidung anderen. Oder ich frage mehrere Personen nach ihrer Meinung.

Dies geschieht aus der eigenen Unsicherheit heraus. Ist die Entscheidung falsch, kann ich dafür jemand anderes verantwortlich machen. Oder ich erhoffe mir, ein möglichst klares Bild der Situation zu bekommen. Leider gehe ich dabei aber oft den Unkenrufen auf den Leim, und bin dann noch mehr verunsichert.

Selbstzweifel blockieren

Rechtfertigungen sind das Mittel der Wahl, sollte ich verunsichert sein. Dabei begibt man sich in eine schwache Verhandlungsposition, sowohl sich selbst als auch anderen Gegenüber. Rechtfertigungen unterscheiden sich meiner Meinung nach genau deshalb von Begründungen. Begründungen assoziiere ich mit Selbstsicherheit, Rechtfertigungen mit Unsicherheit und Erklärungsnot.

So lässt man sich in allen möglichen Bereichen des Lebens von anderen Verunsichern. Doch diese negative Energie, die von anderen ausgeht, basiert üblicherweise auf deren eigenen Verunsicherung. Damit versuchen sie (oft unbewusst), uns klein zu halten und nicht über sie (und uns) hinaus wachsen zu lassen.

Das Ego aufblasen

Kritik kann man sich zwar anhören und deren Relevanz abwägen, den Großteil sollte man danach jedoch einfach nur zur Kenntnis nehmen und dann "zu den Akten" legen. Passende Visualisierung: Ich bin aus Teflon, all die Scheiße gleitet einfach an mir ab.

Ich möchte genügend Selbstbewusstsein aufbauen, um meinem Bauch und meinem Herzen zu folgen und in meinem Leben das Ruder selbst in der Hand zu halten. Ich bin der Kapitän! Ich entscheide!
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