1. März 2014

Lunalescas neue Zahnpflege-Routine

Letzte Woche habe ich hier davon erzählt, dass ich schon länger meine Zahnpflege überdenke. Auf Basis der vorgestellten Literatur sieht die jetzt so aus:

Zum Putzen verwende ich eine elektrische Zahnbürste, um die Beläge gründlich zu entfernen. Die Borsten sollen weich sein, um den Zahnschmelz nicht anzugreifen. Morgens wird vor dem Frühstück geschrubbt - empfohlen wäre, erst eine Stunde danach zu putzen, aber so tu ich mich leichter. Ich verwende momentan die restliche fluoridhältige Zahnpasta, eigentlich ist aber lediglich der "Putzkörper" die entscheidende Zutat. Man kann also genauso gut mit Natron putzen. In diesem Bereich habe ich allerdings noch Überredungsschwierigkeiten meinem Freund gegenüber.

Nach den Mahlzeiten entscheide ich mich oft dafür, ein Xylit-Zuckerl zu lutschen. Diese Zuckerl bzw. Bonbons stelle ich selbst her, indem ich Xylitol (=Birkenzucker) in einem Topf bei mittlerer Hitze verflüssige und in kleine Bonbon-Silikonformen gieße. Sie stoppen den Vorgang, bei dem Kariesbakterien Essensreste zur zahnschädlichen Säure vearbeiten. Die Bakterien sterben in Folge des Xylits sogar ab.

Wenn ich fühle, dass mir noch etwas zwischen den Zähnen hängt, verwende ich (sofern ich sie dabei habe) ungewachste Zahnseide. Wachs würde Reste in den Zahnzwischenräumen hinterlassen, an welchen sich Bakterien anheften könnten. Im Buch, das ich letzte Woche vorgestellt habe, wird Zahnseide zwar verdächtigt, den Zahnschmelz langsam abzutragen, die Behauptung ist in meinen Augen aber nicht zu halten. Und ich denke, dass Essensreste und deren bakterielle Zersetzung eine größere Gefahr für die Zähne darstellen, als Zahnseide.

Abends wird empfohlen, eine Stunde nach der letzten Mahlzeit zu putzen. Bei mir Naschkatze geht sich das nicht immer aus, aber ich achte auf einen großen Zeitabstand.
Begonnen wird mit ungewachster Zahnseide, dann Zähneputzen mit fluoridfreier Pasta. Dann kommt ein Zungenreiniger zum Einsatz und schabt in zwei, drei Zügen von möglichst weit hinten an der Zunge bis vor die Beläge ab. Dies kann sogar dabei helfen, Halsentzündungen zu vermeiden.
Den Abschluss bildet eine chlorhexidinhaltige Mundspülung. Ich verwende ein Produkt, welches Verfärbungen durch den Wirkstoff unterdrückt, Langzeiterfahrung kann ich allerdings keine anbieten. Solche Spülungen sind nur in Apotheken erhältlich und reduzieren die Anzahl der Bakterien im Mund drastisch.

Einmal die Woche verwende ich ein stark fluoridhaltiges Gel, welches zwei Minuten lang eingebürstet wird. Es gehört schon lange zu meinem Repertoire und wurde mir einmal von einem Zahnarzt empfohlen.

In den letzten Jahren habe ich alle 6 bis 12 Monate eine Zahnreinigung bzw. sogenannte "Mundhygiene" durchführen lassen. Das werde ich in Zukunft nicht mehr tun, da im Buch "Zahnarztlügen" darauf hingewiesen wird, diese Behandlung würde nichts zur Zahngesundheit beitragen, sondern lediglich über die Jahre den Zahnschmelz abbauen. Mir ist es einmal passiert, dass ich danach Querrillen an einem Zahn hatte, die bei der Zahnreinigung entstanden.

Die Basis gesunder Zähne bildet jedoch in erster Linie eine zucker- und kohlenhydratarme Ernährung. Auch sehr saure Nahrungsmittel oder - ganz wichtig - Getränke wie Softdrinks oder Fruchtsäfte sollten so weit es geht gemieden werden.

Ich alte Naschkatze plane eine Fastenzeit ohne Naschereien - nächsten Mittwoch geht es los. Bei der letzten Zahnreinigung fand die Fachkraft nämlich eine kleine Läsion im Zahn. Ich möchte sehen ob mein Körper das Loch tatsächlich selbst wieder aushärten kann, bevor ich damit zur Untersuchung gehe.

Hat noch jemand ein paar Tipps?

Kommentare:

  1. Echt, kohlenhydratarm? Zuckerarm - ok, aber mit kohlenhydratarm hab ich da wohl einen Zielkonflikt. Was sind denn sehr saure Nahrungsmittel? Zitrusfrüchte? Salatsauce?

    Das mit dem Wachs an der Zahnseide wusste ich nicht. Meine ist glaub gewachst, aber dann muss ich beim nächsten Mal nach einer ungewachsten schauen. Danke auf jeden Fall für die Zusammenfassung!

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    1. Angeblich wird auch z.B. Weißmehl von den Kariesbakterien verarbeitet. Die meisten Infos die ich habe stützen sich auf das Buch "Zahnarztlügen", dessen Vorstellung ich oben verlinkt habe. So ganz herauslesen, was das jetzt bedeutet, konnte ich leider auch nicht, ich gehe aber davon aus dass komplexere Kohnenhydrate wie Vollkornprodukte nicht bereits in der Mundhöhle aufgelöst werden können.

      Zu sauren Nahrungsmitteln würde ich stark angemachte Salatmarinaden zählen, Zitrusfrüchte, auch Äpfel, Hustenbonbons die Zitronensäure enthalten... ich sehe aber nicht ein, dass man keine Äpfel mehr verzehren oder frischen Orangensaft trinken soll. Eher dass man sich bewusst sein sollte, dass diese Lebensmittel für die Zähne eine kleine Belastung darstellen. Bei Fruchtsäften würde ich darauf achten, sie eher rasch zu konsumieren. Es hilft bestimmt gut, nach solchen sauren Dingen Wasser nachzutrinken und etwas im Mund herumzuspülen, und insbesondere Zucker dazu oder direkt danach zu meiden. Und auch nicht gleich Zähne putzen, damit der leicht aufgeweichte Schmelz nicht abgetragen wird.

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  2. Hi!
    Ich habe Xylit schon vor längerer Zeit entdeckt. Und mittlerweile putze ich mir sehr oft nur mehr mit Xylit die Zähne. Sie werden wunderbar glatt.
    Ich habe mir per Versand grobe Xylitkristalle bestellt.
    Wegen deinem Kariesherd: angeblich sollte man darauf achten, zumindest mit 6g Xylit am Tag zu spülen (am besten zumindest 3mal täglich für mindestens 3 min). Ob man besser fährt mit mehr Xylit oder längeren Spülzeiten muss man selbst rausfinden;-)
    Mit Xylit kann man übrigens gleich nach dem Verzehr von Fruchtsäure Zähne putzen/spülen.

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    1. Danke, da muss ich jetzt mal sehr drauf achten dass ich das regelmäßig mache! Ich habe auch bemerkt, wie schön glatt die Zahnoberfläche vom Xylit wird!

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  3. Hallo lunalesca,

    vielen Dank für Deine 2 Zahn-Artikel! Wir sind vor vielen Monaten auf das gleiche Buch gestossen und haben unsere Ernähungs- und Zahnpflegegewohnheiten Stück für Stück umgestellt. Das hier ist momentan unserer Strategie: http://www.aussteiger-familie.de/wie-karies-verhindern/

    Was ich bei Dir bedenklich finde, ist das fluoridhaltige Gel. Nachdem ich viel Negatives darüber gelesen habe, würde ich Dir das nicht mehr empfehlen. Ich meine mich sogar zu erinnern, das in der Packungsbeilage steht, dass man das Zeug auf keinen Fall schlucken darf. Hier eine der vielen kritischen Websites: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/fluorid.html.

    Viele Grüße

    Christian

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