20. August 2014

materialfehlers Operation Kleiderschrank

Mein Kleiderschrank ist seit einiger Zeit ein größeres Thema für mich. Nachdem ich radikal ausgemistet habe, möchte ich nun bedacht eine Garderobe aufbauen, an der ich viele Jahre Freude haben werde.

Ich habe in meinen zweieinhalb Jahrzehnten schon ein paar Sachen durch. In der Kindheit war mir Kleidung wurscht, in der Pubertät hab ich viel ausprobiert. Dann so ab 20-22 war schleichend die Leere da: was mag ich, wer bin ich, was ist meine Rolle in der Welt, was möchte und was muss ich darstellen? Mein Kleidungsstil war ab dieser Zeit irgendwie undurchdacht und unsicher. Viele Fehlkäufe, ein hoher Kleiderschrankmetabolismus

Ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Es gibt einfach immer Zeiten im Leben, wo das Äußere plötzlich nicht mehr zum Inneren passt, sich der Lebensstil geändert hat oder sonst was passiert ist. Ob man eine Familie gegründet, eine schwere Krise überwunden oder einfach nur die Pubertät erledigt hat, ohne Adaption fühlt man sich dann irgendwie... komisch. (Und natürlich entwickelt man sich auch ohne Brüche schleichend weiter.)

Und dann stieß ich irgendwann auf hilfreiche Informationen im Netz und langsam formierte sich sowas wie ein System. Jetzt langsam wirds und weil mir diese Infos so helfen, fand ichs eine gute Idee, sie hier im Blog zu teilen.


Warum sich überhaupt Gedanken machen - und welche?

Dass der Inhalt unseres Kleiderschranks bittere Folgen hat, wissen wir nicht erst seit der eingestürzten Fabrik in Bangladesh. Ein bewussterer Umgang hat nicht nur damit zu tun, möglichst faire und nachhaltige Produkte zu  kaufen, sondern auch, bewusst und durchdacht zu handeln. Wer bewusst kauft, spart letztlich auch Geld, wodurch ein hochwertigerer, langlebigerer und nachhaltigerer Kleiderschrankinhalt möglich wird. Nicht jeder kann sich eine 100% ökologische und faire Garderobe leisten, aber einen bewussten Umgang sehr wohl. Auch wer sich für Minimalismus begeistern kann, kommt um eine Kleiderschrankplanung nicht herum.

Dann ist da natürlich auch noch das persönliche Thema der Identiät. Kleidung ist wichtiger Bestandteil der eigenen Identität, egal ob sie einem wurscht ist oder auf welche Aspekte man Wert legt. Es geht hier im Westen schließlich niemand die ganze Zeit nackig herum.
Die meisten Menschen drücken sich über Kleidung aus, egal ob man auf "praktisch" oder "schick" Wert legt, man sieht es. Und wir nehmen auch andere Menschen unter anderem über ihre Hülle wahr.

Ich bin bestimmt nicht die einzige, die sich fragt: Was gefällt mir, was steht mir, was passt mir, wo finde ich das, wie bring ich das alles zusammen? Wie ist Kleidung beschaffen, in der ich mich wie ich selber fühle? Wie steht es um Nachhaltigkeit und Qualität? Wie kann ich Lebensphilosophien wie etwa Minimalismus sinnvoll einbringen? Was sind meine weiteren Kriterien? Wo sind mir manche Dinge wichtiger als andere?

Ich persönlich wünsche mir einen Kleiderschrank, der so konsistent und durchdacht ist, dass ich blind reingreifen kann und trotzdem nach meinen persönlichen Kriterien gut angezogen bin. Ich brauche auch einen guten Überblick (morgens mit verquollenen Augen herumwühlen ist uncool), deswegen ist ein moderater Minimalismus angebracht. Die meiste Mode, die man in Geschäften, auf Laufstegen, in Modeblogs und Pinterestboards finden kann, sagt mir nicht zu, deswegen muss ich andere Inspirationsquellen finden. Auch wenn ich bereit bin, mich kürzerfristig sehr intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, ist mein langfristiges Ziel, dass ich mir eben nicht mehr so viele Gedanken machen muss. Mode ist definitiv nicht mein zentrales Hobby ;)

System und Vorauswahl

Ob du jetzt wie ich bei quasi Null beginnst, oder deine bestehende Garderobe überarbeitest, ins Blaue hineinarbeiten macht vermutlich nicht jedem Spaß. Also ich brauch da jetzt jedenfalls ein System, und eine Vorauswahl, weil mich zu viel Auswahl immer so schnell überfordert. Ich bin damit bestimmt nicht alleine:





Eine Vorauswahl reduziert die Komplexität - man spart Nerven, Lebenszeit und Geld und man erspart Mensch und Umwelt ein bisschen Leid. 

Es gibt verschiedene Vorgangsweisen, die jedoch alle auf einen Punkt zusammenlaufen: Es wird durch ein System eine Vorauswahl getroffen, die die Möglichkeiten reduziert und damit das Leben vereinfacht. Diese Vorauswahl kann Geschmack, Lebensstil, Finanzen, Farbtyp, Werthaltung, Körpertyp, Körperproportionen und ähnliches sein. Auf was man Wert legt und was einem hilft, ist sehr individuell. Allem gemein ist jedoch, dass man sich eben vorher Gedanken macht und dann gezielt einkauft.


Vielleicht interessieren dich diese Gedanken, vielleicht helfe ich dir damit oder du hast gute Ideen für mich - dann schau einfach in den nächsten Wochen hier rein! :)

Ist der Kleiderschrank ein Thema für dich? Entwickelst du deinen Stil gerne weiter oder bist du da ganz beständig? Fühlst du dich auch manchmal verloren, gibt es gar einen besonderen Frustbereich? Oder ist dir Bekleidung komplett egal?

PS: Hier kommt noch quasi das Inhaltsverzeichnis!
1. Die "Software": Geschmack, Persönlichkeit und Lebensstil
2. Die "Hardware": Proportionen, Farben, Formen
2.1. Farbtypen
2.2. Obsttypen: Proportionen und "Blickpsychologie"
2.3. Archetypen: Vibe und Linien
 

Kommentare:

  1. Klar identifiziere ich mich mit meinen Klamotten, und, wie du sagst, ändert sich die eigene Persönlichkeit und somit auch der Geschmack schleichend weiter.

    Letzten Herbst/Winter/Frühling hab ich fast nur alte Kleidung "aufgebraucht" und dann gespendet, und jetzt wo der Herbst vor der Tür steht festgestellt dass ich TATSÄCHLICH nichts anzuziehen hab!! (mit Sommerklamotte ist mir zu kalt, mit Winterpullis viel zu heiß) Vorteil: die Möglichkeit, mich für die Übergangszeit neu einzukleiden.

    Auf einen konsistenten Kleiderschrankinhalt freu ich mich auch schon sehr. Wenn ich ein Outfit zusammengestellt habe das mir gefällt und ich denk dran, fotografiere ich es ab, damit ich es das nächste Mal nachbauen kann. Toll wäre es noch wenn ich die Bilder ausdrucken und innen an die Schranktür heften würde... wer außer mir hat damals noch "Clueless" gesehen? ;)

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    1. Hui, da muss ich mich aber beeilen mit dem Posten, demnächst kommt das ganze Herbstzeug in die Geschäfte und (Ende) Oktober schon die Wintersachen! Die Saisonenlogik der Textilindustrie stresst mich immer so... Letzten Sommer hab ichs gewagt, meinen Bikini im August wo anzubauen. Nicht mal mehr Restposten zu finden! Hab dann einen Sportlerbikini ausm Sporthandel nehmen müssen :D

      Clueless hab ich sicher mal geschaut, aber ich kann mich an nix erinnern.

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  2. Ha, Clueless fand ich super! :D

    Und das mit der Vorauswahl find ich ne gute Überlegung. Daran dass nicht Büro-Taugliches nun schonmal wegfällt, muss ich mich glaub noch etwas gewöhnen.

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    1. Wieso, ziehst du in deiner Freizeit auch Businesskram an?

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  3. Nicht wirklich, der Minimalistin in mir widerstrebt es einfach, neues nicht-bürotaugliches Zeug zu kaufen, wenn ich momentan eigentlich eher vom Bürozeug zu wenig habe.

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