17. November 2015

materialfehler hat ein Smartphone - die ersten 2 Monate

Angefangen hats mit diesem Tweet:


das "neue" und das alte Mobiltelefon

Oder eigentlich hats vorher noch angefangen.

Bis zum Sommer 2015 habe ich nie das Bedürfnis gehabt, ein Wischtelefon zu besitzen. Ganz im Gegenteil, ich wollte ganz dringend keines haben. Es konnte nix, das ich nicht lieber mit dem Laptop oder Tablet machen wollte.
Generell bin ich immer so, dass ich neue Dinge und Entwicklungen erstmal beobachte, so auch bei den Tablets. Seit 2013 hab ich deswegen eines (ein gebrauchtes), weil ich einen sehr fetten Stapel an Papers für Uni und Diplomarbeit mobil bei mir tragen konnte und die Textmarkerfunktion war auch genial. Bildschirmgröße mit 10 Zoll auch optimal für mich, und ich brauch die Tablet/Smartphone-Funktionen ja unterwegs kaum.

Diesen Sommer gab es einige Situationen, wo ich mobiles Internet dringend gebraucht hätte. Da hätte ich allerdings auch eine Simkarte in das Tablet stecken können, vielleicht prepaid oder sowas. Trotzdem hab ich das Gefühl gehabt, jetzt doch wirklich ein Smartphone zu benötigen. Weil mein Freund so nett ist, hat er mir sein Reservehandy geschenkt, ein iPhone4 von 2011. Für 30€ repariert und schon hat man also ein Smartphone.

Die ersten Tage waren irgendwie witzig, weil ich eine unglaubliche Aggression auf das Ding gehabt hab, wenn ichs nur angeschaut hab. Dabei hat es mir gar nix getan, es war nicht lästig und gar nix. Aber die Simkarte wurde kleiner geknipst, damit sie in das Smartphone passt und so war kein Weg zurück zu meinem alten tollen Handy, das NIX kann, außer telefonieren, smsen und bei einer SMS Miau machen (Es kann miau machen!!! Damit hab ich immer alle Katzenmuttis um mich herum ganz nervös gemacht).
Es war irgendwie fast ein kleiner Kulturschock.

Der Unterschied zum alten Tastenhandy hat sich im Alltag gar nicht so stark bemerkbar gemacht, weil ich bereits ein Tablet gehabt hab und sich so die Nutzung nur aufgeteilt hat.

Meine Plusse und Minusse

Der Plural schaut geschrieben sehr seltsam aus, deswegen bleibt das so.

Was ich am Smartphone gut finde
  • Im Gegensatz zum Tablet lockt mich die intensive Internetnutzung auf dem Mikro-Bildschirm (3,5 Zoll) so überhaupt nicht. Es wird das notwendigste nachgeschaut, das wars. Dadurch verleitet es mich auch nicht dazu, beim kurzen Emailschecken einfach mal weiterzusurfen. Mir kommt vor, die Zeit die ich online verbringe, ist etwas zurückgegangen. Aber ich kann mir das auch einbilden.
  • Ich kann die meiste Zeit meinen Laptop, und nun auch mein Tablet, einfach verräumen. Dadurch liegt weniger Zeug und Gekabel herum.
  • Normalerweise plapper ich so viel, dass auch meine Chatmitteilungen gerne halbe Romane werden. Das finde ich nicht immer so gut. Durch die nervige Mikrotastatur, die trotzdem das halbe Display verdeckt, halte ich mich ganz automatisch kurz. Kürzer jedenfalls. (Kommentar vom Freund: "Oder so.")
  • Dass es alt und klobig ist <3 Ich liebe alte und klobige Technik einfach!
  • Es ist durch die Größe viel mobiler als mein 10'' Tablet. Ich mags nicht, Zeug mit mir rumschleppen zu müssen, das sich so schwer anhängt.
  • Wenn ich Leute besuche, v.a. über Nacht, hab ich mein eigenes Internetgerät dabei. War schon öfters angenehm.
  • Ich finde es gut, dass mein Wischtelefon klein und etwas klobig ist und deswegen gut in meiner Hand liegt.

Was ich am Tastenhandy gut finde
  • Dass es Miau machen kann. Wichtiges Feature.
  • Dass der Akku 2 Wochen hält.
  • Dass man damit wirklich nur telefonieren und smsen und die Uhrzeit ablesen kann. Radio hat es glaub ich auch, aber sonst nix, auch keine Kamera.
  • Es ist äußerst robust. Beim Smartphone hab ich immer Angst, aber das Tastenhandy schmeiß ich einfach in die Tasche. 
  • Es ist sehr leicht und liegt dank Klobigkeit gut in meiner Hand.


Negatives zum Wischtelefon
  • Ich habe jetzt drei Geräte (Laptop, Tablet, Smartphone), deren Funktionen sich so stark überlappen, dass ich nach wie vor nicht sicher bin, wie sie sich rechtfertigen.
  • Man muss es natürlich oft aufladen
  • Mein Wischtelefon ist ziemlich schwer, weil es scheinbar aus Metall und Glas ist. Ist zwar super wegen Verarbeitung und Haltbarkeit, aber halt auf Dauer nicht so fein zum Halten.
  • Es hat sich nicht als All-in-one-Lösung herausgestellt. Natürlich hab ich alle Funktionen ausprobiert. Aber:
    • Ich bin mit meinem Papierkalender sehr viel schneller beim Eintragen und Nachschauen.
    • Auch Notizen mach ich mir lieber im Notizbuch oder am Laptop. Wozu kann ich bitte Maschinschreiben. 
    • Vermutlich wird sich auch die To-Do-Listen-App nicht gegenüber einer analogen Version durchsetzen.
    • Die Kamera macht mir keine Freude, wenn die Fotos schön werden sollen, oder halbwegs farbgetreu. Ständig wird überbelichtet oder unterbelichtet und man kann überhaupt nix einstellen. Mir diese Foto-Apps anzuschauen ist mir zu mühsam.
    • Musik hab ich gar nicht erst drauf, weil mich iTunes als Linux-Userin und die eingeengten Datei-Endungen schon am Tablet so genervt haben. Und weil ein Smartphone eh auch so schon so viel Saft zieht, verschwende ich den nicht auch noch zum Musikhören. Mein Audioplayer kann flac und ogg und alle Appleformate gleich mit und außerdem hat er 60h Akkuzeit. Nimm DAS, schwächliches Kanonenhalteseil Smartphone.
    • Spiele interessieren mich auf dem 3,5''-Display echt nicht. Hab ein paar ausprobiert. WTF.
    • Das Tablet hat sich schon als nicht besonders angenehm für die Augen herausgestellt, was ebooks angeht. Das gleiche, nur in winzig... nö.
    • Sobald mein Lichtwecker repariert (oder ersetzt :( ) ist, hat auch die Weckfunktion eher ausgedient. Ich mag auch so ein strahlendes Teil nicht die ganze Nacht in Kopfhöhe haben. Den Flugzeugmodus vergesse ich ständig, auszuschalten, und dann maulen die Leute wieder, dass ich "nie" erreichbar bin. 
  • Zuerst wollte ich bei den positiven Seiten schreiben, dass es mir umso leichter fällt, mit Freunden Kontakt zu halten. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Muss ich denn beim Einkaufen oder Arbeiten Chatmitteilungen beantworten, oder kann das auch warten bis ich daheim bin? Statt dass man sich eine Stunde auf einen Menschen konzentriert, um mit ihm zu plaudern, zerfasert das Gespräch. 
  • Ob ich das wirklich brauche, dass ich überall mein eigenes Internetgerät dabei hab (bei Übernachtungen zb), das weiß ich eigentlich nicht. Ich mein, ich könnte auch ein Buch dabei haben. Ich muss ja nicht unbedingt abends im Bett chatten und Artikel lesen, wenn die Gastgeberin schon früher ins Bett musste. 
  • Und dann ärgert mich einfach sehr vieles bei Apple: geplante Obsoleszenz auf Softwareebene, Bevormundung, schlechtes Design (wurde das nicht früher mal in höchsten Tönen gelobt?). Aber ich hätte auch nie ein Apple-Produkt gekauft, iPhone und iPad sind zufällig zu mir gekommen.


Was hat sich durch das Wischtelefon verändert?

Gar nicht so viel, wie ich zuerst gedacht hab.

Viele Funktionen haben sich wie gesagt nicht durchgesetzt.
Einige Funktionen sind ident mit jenen vom Tablet. Statt dass ich zB übers Tablet chatte, tippe ich halt kurze Chatnachrichten am Handy.
Es gibt nur zwei Dinge, die jetzt neu sind, und zwar nur unterwegs (daheim hab ich ja eine Alternative): Ich nutze selten die "Navigation" (Adressen, Öffis, Öffnungszeiten, Stadtplan) und ich schreib manchmal eine kurze Chatmitteilung wenn ich wo warte.
Zu so einem Zombie, der überall am Handy herumwischen muss, sogar wenn er sich mit Freundein trifft, bin ich zum Glück nicht geworden. Anfangs hab ich zwar unterwegs schon bei jeder Gelegenheit herumgewischt, neues Spielzeug und so, aber das hat sich schnell wieder verlaufen.
Was mir nicht so recht in den Kram passt, ist dass ich jetzt 3 Geräte hab mit stark überschneidenden Funktionen. Unterwegs Adressen nachzuschlagen ist zwar ungemein praktisch, aber selten in Gebrauch. Und der einzige Bereich wo mir ein Smartphone wirklich etwas bringt. Keine Ahnung, ob ich beim Smartphone wirklich bleiben werde, so auf Dauer gesehen (im Sinne von, wenn das Ding mal kaputt wird).
Aber irgendwie mag ich das Wischding auch und ich bin froh, dass ich das jetzt testen und beobachten darf. Ich finde es auch interessant, wieder mal zu beobachten, dass die neuen Versionen gar nicht immer den alten überlegen sind, wenn man genau hinschaut.

Was sind deine Erfahrungen mit Tastenhandies und Smartphones?

Kommentare:

  1. Ich habe auch etwas gewartet und mir relativ spät ein Smartphone geholt. Ich weiß gar nicht mehr wieso. Einfach Geiz (kostet ja auch Geld) oder einfach weil ich keine Notwendigkeit dafür sah? Mittlerweile will ich es aber nicht mehr missen!
    Ich stehe dadurch in viel engeren Kontakt mit manchen Menschen. zB meiner kleinen Schwester, mit der ich ganz ehrlich kein langes sinnvolles Gespräch führen kann, weil wir doch zu unterschiedlich sind - aber durch diverse Chatfunktionen schreiben wir uns wenigstens so zwischen drin Kleinigkeiten, schicken uns Katzenbilder (hihi sind ja beide Katzenmütter) usw. Hier hat das Smartphone eine Beziehung wirklich gebessert! Auch der Kontakt mit meinen Schwiegereltern (die ja 700m entfernt wohnen) ist enger oder auch entspannter geworden. Bisher war es auf sonntägliche Skypegespräche reduziert, wo man dann so viel erzählen wollte oder dann doch die Hälfte vergisst! Nun schicke ich meiner Schwiegermami kurze Sachen aus unserem Alltag, Bilder von hier usw. :)

    Wozu ich mein Smartphone aber gar nicht brauche sind Kalenderfunktionen und Notizen. Ersteres ist mir zu unübersichtlich. Ich liebe meinen Stehkalender in der Küche, wo ich jeden Morgen beim Frühstück herrichten nebenbei gucken kann was so ansteht. Und Notizen mache ich lieber auf kleinen Zettel oder Post-Its, dass ich mal etwas am Handy notiert habe, vergesse ich dann doch wieder :D

    Drei verschiedene Geräte mit überlabbenden Funktionen haben, ist wirklich etwas doof. Das versteh ich. Ich hatte früher ein normales Handy, ein Tablet und einen Laptop. Als das Smartphone einzog, wo ich endlich online surfen könnte für Notfälle oder Kleinigkeiten, fand ich das Tablet unnötig und da die Oberfläche sowieso spiegelt, wollte ich einen reinen Ebook-Reader.
    Mit Smartphone, Ebook-Reader und Laptop bin ich jetzt sehr zufrieden. :)

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    1. Ja, du hast recht, das Zerfaserte kann durchaus auch ein Vorteil sein. Vor allem ist halt für Introvertierte die Chat-Funktion genial, weil uns das Schriftliche halt mehr liegt.

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  2. Wenn du mir eine Möglichkleit sagst, wie ich dich privat kontaktieren kann, könnte ich dir bei deinem Mau-Problem helfen :) hihi
    Die im Blog auffindbare Mailadresse?

    LG, K.

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  3. Ich habe auch seit rund sechs Wochen ein Smartphone - beim alten Handy war die Akustik beim Telefonieren sehr schlecht (wenn ich mal damit telefoniert habe, musste ich Leute Wort für Wort verstehen können) und der Akku hatte (mal wieder) den Geist aufgegeben. Ich habe mich dann gegen einen neuen Akku und für das Smartphone entschieden.

    Für mich haben sich die Notizfunktion und das "Vorladen" von Artikeln als ganz nützlich herausgestellt. Mobiles Internet habe ich nicht, da ich an der Uni und daheim sowieso Wlan habe. Für die wenigen Gelegenheiten, wo ich keines habe, aber potenziell brauchen könnte (ca. 30 Minuten pro Woche) sehe ich nicht ein, mir das zuzulegen.
    Kalender und Notizen, die ich abhaken will, habe ich weiterhin auf Papier - das ist mir einfach angenehmer. Die Ausnahme bilden Notizen für Schreibprojekte, weil ich die digital besser organisieren (d.h. verwalten/löschen) kann.
    Die bis jetzt beste Eigenschaft ist allerdings eine App in der sämliche Regelwerke für ein Rollenspielsystem, das ich spiele, gesammelt sind. 1. Spart es das Mitschleppen von 8kg an Büchern, 2. gibt es eine Suchfunktion und 3. ist das Smartphone kleiner als mein Laptop, was sehr praktisch ist, da wir relativ wenig Platz haben.

    Für mich überlappen sich die Funktionalitäten der Geräte, die ich tatsächlich nutze, nicht stark - der Laptop ist für alles, was Zeit braucht, insbesondere um längere Texte zu schreiben, und zum Arbeiten, das Smartphone für Telefonieren, Fotos machen und kurzes Lesen/Chatten und der Reader für das Lesen langer Texte, die ich nur digital habe, weil ich auf Laptop/Smartphone nicht gerne lange Texte lese.

    Liebe Grüße,
    K, aber nicht K von oben ;P

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    1. Hallo nicht-von-oben-K! :D Was für eine App nutzt du fürs "Vorladen"? Ich mag ja Readability sehr.

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    2. Hallo Materialfehler,

      ich benutze ganz langweilig Firefox.
      Ich öffne mir die Seiten, wenn ich Wlan habe und lasse sie dann geladen. Wirklich beendet werden die Programme auf dem Smartphone eh nicht, dann kann ich das auch für mich nutzen. Für längere Artikel, bei denen ich nicht blättern muss, ist das ausreichend.
      Bis dato habe ich aber auch darauf verzichtet, Laptop und Handy irgendwie zu synchronisieren, und werde es wohl erstmal dabei belassen. Falls ich es doch mal machen sollte, wäre der Readability aber ganz interessant. Mal abwarten - vielleicht bin ich auch einfach noch nicht auf (genügend) Seiten gestoßen, die das Handy nicht gut darstellen kann.

      Noch ein nützlicher Punkt meines Laptops für mich: Man kann ihn an einen Beamer anschließen. Habe ich heute schmerzlich vermisst.

      Liebe Grüße,
      K-nicht-vom-ersten-Post,-der-mit-K-unterschrieben-wurde

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  4. Hallo!

    Ich weigere mich derzeit auch noch hartnäckig ein "wisch und weg" handy zu verwenden. Die Abneigung hat sich reduziert, seit ich ein Tablet verwende. Obwohl ich noch immer am liebsten am Laptop schreibe.

    Noch hält das Handy durch. Aufgefallen ist mir, dass man fast kein anderes Handy mehr bekommt, nur noch ganz wenige Tastenhandys werden angeboten.

    Ich tipp mit der T9-Tastatur schneller als am Bildschirm, das hilft mir dabei zu bleiben.

    lg
    Maria

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    1. Aus diesem Grund hab ich mir hysterischpanisch vor einem (halben??) Jahr ein Reserve-Tastenhandy gekauft, das zwar seit dem in der Originalverpackung im Kasten liegt, aber meine Nerven beruhigt. Obwohl ich ja das alte Miau-Handy immer noch hab und bald mit einer Reservesimkarte bestücke, weil sowas kann man bei einem Smartphone immer brauchen, hab ich das Gefühl... Ich kann ja nicht die kleingeknipste Mikro-Sim in den Mini-Sim-Slot vom Miau-Handy reintun. Wer hat da letztens mal über Folgekonsum geschrieben? Achja: http://woistphilipp.de/tag/folgebesitz/

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    2. Oh ja, der Folgekonsum. Den Beitrag habe ich auch gelesen. Stimmt schon!

      lg
      Maria

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  5. Einfach nur ein <3 für das schwächliche Kanonenrohr! (/Halteseil) :D

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    1. KANONENHALTESEIL! ICH DEPP! Wie soll er auch mitm Schwert das Kanonenrohr durchschneiden.

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