15. Oktober 2014

Farbtypen: WIe man sich selbst "draped" (1)


Es gibt viele Märchen zu den Farbtypen: Dass Rothaarige immer Herbste wären, dass Winter immer aussähen wie Schneewittchen, dass Sommer nur blond sein können und dass es keine brünetten Frühlinge gäb. So einfach ist das nicht. Braune, blaue, graue, grüne Augen gibt es in absolut jedem Farbtyp und es gibt sogar blonde oder rothaarige Winter oder erdbeerblonde Sommer. Ein Problem ist auch, dass die Farbtypen ursprünglich sehr eurozentristisch waren und daher andere Ethnien lange Zeit falsch kategoriert wurden (alle Afrikaner und Asiaten zB in den Winter gesteckt, obwohl es dort genauso viel Variation gibt und ja, auch genügend Sommertypen!).
Das Erscheinungsbild gibt uns zwar einen guten Hinweis und nicht selten stimmt der erste Eindruck mit dem tatsächlichen Farbtyp überein, aber letztlich geht es darum, was uns steht und das finden wir nur raus, indem wir Sachen ausprobieren. Das am besten systematisch, und das nennt man dann Draping.

Das Draping geht schrittweise vor, so ähnlich wie auch die Kolorite bei Truth is Beauty nach und nach aufgedröselt worden sind. Vorzugsweise schnappe man sich dann auch noch eine ehrliche Person seines Vertrauens, alleine bei sich selbst tut man sich normalerweise extrem schwer. 

Als erstes muss eine möglichst neutrale Ausgangsposition geschaffen werden:

  • indirektes Tageslicht: gut ausgeleuchtet, aber es dürfen keine Sonnenstrahlen direkt auf dich oder die Farben fallen
  • neutraler Hintergrund (weiße Wand, weißes Leintuch etc.)
  • Spiegel, optional zusätzlich auch Kamera (um am nächsten Tag zB nochmal in Ruhe über die Drapings drüberzuschauen. Durch die 2 zwischengeschalteten Verfälschungsdinger (Linse und Bildschirm) aber mit Vorsicht zu genießen)
  • komplett ungeschminkt (nein, auch kein Abdeckstift und keine Mascara! Es ist zugegeben witzig, was manche Frauen als ungeschminkt empfinden)
  • Haare streng aus dem Gesicht, gefärbte Haare mit einem weißen Tuch abdecken
  • nach Möglichkeit Brille, Piercings, Schmuck weg
  • ein weißes, idealerweise schulterfreies Oberteil (gerne Spaghettiträger)


Draping heißt: Farben an dich dranhalten und aufmerksam beobachten, was passiert. 

Möglichst große Farbflächen werden unter dein Gesicht gesetzt, Farbe für Farbe. Je schneller man den Farbwechsel selber macht, desto besser sieht man Unterschiede. Professionelle Farbberaterinnen verwenden große Tücher, die sie übereinaner stapeln und dann den Farbwechsel flott machen können, indem sie "umblättern", teilweise muss man auch zwischen zwei Farben öfters hin- und herblättern.

Mit was kann man drapen? Man braucht einfärbige Farbflächen, also keine Muster o.ä. Dafür kann man verschiedene Stoffe (Kleidung, Vorhang, Handtücher...), große Bastelpapierbögen (mind. A4) oder andere, große und großflächig einfärbige Gegenstände hernehmen. Nicht funktionieren werden kleine Flächen wie Schmuck. Ich hab auch schon in einem Forum eine erlebt, die einfach ihre schwarze Katze getestet hat, haha!
Für den gesamten Vorgang ist es wichtig, möglichst viele verschiedene Farben zusammenzutragen: helle, dunkle, sanfte, knallige, warme, kalte. Das ist extrem wichtig! Borg dir also auch von Freunden Sachen aus, wenn du nur warme, sanfte Farben im Kleiderschrank hast, du kommst sonst nicht weiter. Ich finde deswegen auch, dass Bastelpapier durchaus brauchbar sein kann, um Bereiche abzudecken, die du nicht daheim hast und die du dir auch nicht aus deiner Umgebung schnorren kannst. Welche Farben das genau sind, wird hoffentlich aus den nächsten Postings und Links ersichtlich, sonst frag mich einfach.
Es kann auch einen großen Unterschied machen, aus welchen Material das Drapingdings ist, denn ein knalliges Blau wirkt trotz selbem Farbton in Jersey komplett anders (nämlich matter, sanfter) als in Satin. Auch Bastelpapier gibt es in matt und glänzend - es schadet überhaupt nicht, beide Versionen daheim zu haben.

Passieren tut dann das: die Farben die du unter dein Gesicht hältst, reagieren mit den Farbtönen in deinem Gesicht. Zum Beispiel kann sich deine Hautfarbe, aber auch die Linien und Elemente in deinem Gesicht verändern. Es können Schatten dazukommen (unter den Augen zB). Es gibt aber auch Wirkungen, die nicht konkret an Einzelteilen sichtbar sind, sondern am Gesamteindruck (man kann müde oder frisch, gesund oder alt wirken). Teilweise sind die Wirkungen auch sehr farbtypspezifisch. Ich geh da noch sehr genau drauf ein.

Bei der Anleitung geh ich jetzt wie gesagt Ebene für Ebene vor. Als erstes testet man die Temperatur, weil man da schon sehr viele Schlüsse draus ziehen kann (zB: wem nur warme bzw. nur kalte Farben stehen, hat in der Folge gleich nur noch 2 Typen zum Gegentesten). Dann geht man weiter und testet die Sättigung: klar oder gedämpft. Durch diese Kombinationen (warm, kalt, klar, gedämpft) bekommt man 4 Typen, wo sich schon einige Leute perfekt drin wiederfinden. Viele finden sich nicht so recht wieder und/oder brauchen Finetuning, da greift man dann auf das 12er System (also mit 12 statt nur 4 Typen) zurück. 

Uuund los!


1. Temperatur

kalte und warme Dreiecke auf pinterest.com

Als erstes wird ausgetestet, ob man ein warmer oder ein kühler Typ ist. 
Das geht am Besten mit dem Gold/Silber-Vergleich: die Autorettungsdecke (eine Seite Silber, eine Gold) und/oder Bastelpapier.
Alternativ oder zusätzlich: Bastelpapier in den Farben "Rost" und "Fuchsia" (im Zweifelsfalle nur kaufen, wenn die Bezeichnung der Farbe im Geschäft tatsächlich so heißt!)

Vereinfacht gesagt: Warme Farben haben einen Gelbstich, kalte einen Blaustich. Gold ist warm, Silber ist kalt.

ErkennungszeichenWenn die Temperatur nicht passt, wirkst du kränklich, fahl, teigig (Gesichtszüge verschwimmen bis hin zum Puddinggesicht), gelblich oder gräulich oder sogar bläulich unterkühlt, die Zähne wirken gelb, die Falten tiefer, die Pickel treten hervor (werden zB plötzlich Tomatenrot), diverse Rötungen (neben den Nasenflügeln oder rote Backen zB) werden deutlicher, die Augenringe wirken dünkler und/oder tomatenrot, das Doppelkinn tritt hervor (selbst wenn du eigentlich keins hast) - du siehst einfach, dass es nicht passt!

Es kann sein, dass der Unterschied nicht gut sichtbar ist. Das kann daran liegen, dass du ein neutraler(er) Mischtyp bist und andere Farbeigenschaften wichtiger sind als die Temperatur (zu dem Punkt komm ich im übernächsten Posting), es kann auch sein dass du ein sanfterer Typ bist (nächstes Posting) und dich das klare strahlende "Metall" der Rettungsdecke überstrahlt - dann wäre mattes Bastelpapier eine gute Alternative.

Wichtig ist zu verstehen, dass es hier um deine Haut geht. Nicht um die Augen (oder Haare). Es kann gut sein, dass deine braunen Augen bei Gold plötzlich (warm) zu leuchten beginnen (meine tun das), aber was bringt dir das, wenn dafür deine Haut wirkt wie 3 Wochen Magen-Darm und deine Pickel hysterisch tomatenrot blinken?
Was bringt es dir, wenn das Silber deine blau-grauen Augen zwar geheimnisvoll-eisig zum Strahlen bringt, wenn du dafür im restlichen Gesicht wirkst wie in einer eisigen Winternacht ins Mehl geplumpst und dabei erstickt?

Jetzt ist es theoretisch einfach:
Dir steht Gold besser? Dann bist du ein warmer Typ.
Dir steht Silber besser? Dann bist du ein kühler Typ.
Du kannst dich nicht entscheiden? Dann bist du vermutlich ein Mischtyp.
Wenn dir diese Unterscheidung schon reicht, kannst du an diesem Punkt aufhören. Du weißt jetzt, ob du ein warmer oder ein kalter Typ bist - ob dir warme oder kalte Farben besser stehen.

Warme Farben: Olivgrün, Ziegelrot, Narzissengelb, Grasgrün, Tomatenrot, Sandbeige, Maisgelb, Apricot, ...
Kalte Farben: Smaragdgrün, Meerblau, Himbeerrot, Königsblau, Zitronengelb, Babyrosa, Rubinrot, Fuchsia, ...

Nachtrag: Pinterestbeispiele für warme und kalte Farben.  

Wenn du es aber doch noch genauer wissen möchtest, oder du ein neutraler Mischtyp bist (da kommt es dann wie gesagt stärker auf andere Farbeigenschaften an als auf die Temperatur), dann helfen dir die nächsten Postings weiter.

Es kann eine längere Reise werden, bis man seinen Farbtyp gefunden hat - andere wiederum sind ganz schnell fertig. Ich selber hab länger gebraucht, weil meine Optik nach jahrelangem subkulturell bedingten Schwarztragen etwas angeknackst und auch mit der plötzlichen Farbvielfalt überfordert war.
Ironischerweise bin ich ein Wintertyp, sogar ein ziemlich offensichtlicher. Ironischerweise deswegen, weil Wintertypen als einzige wirklich Schwarz tragen können und ich damals über die Farbtypen gestolpert bin, weil ich weg vom Schwarz wollte.


Bist du ein Gold- oder Silbertyp? Hast du Fragen?


PS: Hier ist der Einstiegspost zu den Farbtypen und hier gehts weiter zum nächsten Posting!

Kommentare:

  1. Oh Mann, das ist ja echt ein spannendes Feld mit den Farbtypen! Sehr interessant, was Du da schreibst. Ich muss das glatt mal testen, hab nämlich keine Ahnung, was für ein Farbtyp ich bin. Dachte bisher immer nur, mir stehen knallige Farben :-)

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    1. Wenn du dann weißt, ob dir warme oder kalte knallige Farben stehen, dann kannst du ja ausprobieren, WIE knallig du gehen kannst! :)
      Auf dem Avatar wirkst du auf dem ersten Blick auf mich wie ein Deep oder True Autumn (was nicht stimmen muss, denn nur Draping kanns uns sagen), da sind die Farben weniger knallig, als eher intensiv. Feiner Unterschied.
      Du könntest auch ein sommergebräunter True Summer sein auf dem Bild. True Summer hat auch viele Farben, die auf True Summer artige Weise intensiv und knallig sein können. Oder du bist ein ganz anderer Typ. Das Draping wirds dir sagen :)
      "Knallig" ist immer so eine Sache. Da kommt es immer aufs Zusammenspiel an mit dem eigenen Körper. So manch knallige Farbe wirkt an einem Winter plötzlich ganz normal und gar nicht mehr so knallig (ich staune an mir selbst immer wieder). So manche für einen Winter zart leuchtende Farbe kann am dazupassenden Light Spring ordentlich knallen.

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  2. Wirklich spannend. Ich habe mich mit dem Thema bisher noch gar nicht auseinander gesetzt. Ich mag silber irgendwie lieber....Ich werde aber bestimmt demnächst mal etwas rumprobieren.

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    1. Dass du Silber lieber magst, kann ein Zeichen für einen kalten Typen (True Summer oder True Winter) sein. Ich hab als Kind schon kein Gold mögen.
      Es kann aber auch sein, dass du Silber einfach lieber magst, weils dir besser gefällt. Man assoziiert ja mit Gold- und Silberschmuck auch unterschiedliche Dinge.
      Da muss man immer acht geben, dass nicht das eigene Wunschdenken reinpfuscht. Ich weiß wovon ich rede, weil ich immer die erste bin, der sowas passiert ;)

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    2. Erzählst du mir, was beim Gold/Silbertest rausgekommen ist? Ich bin mir nicht sicher, aber auf den Fotos in deinem Blog seh ich irgendwie Deep Autumn. Beim Strandfoto kann auch die Sonne reinpfuschen (deswegen ist es so wichtig, in indirektem Tageslicht zu drapen, die Sonne macht alles wärmer!), aber mir scheint als wäre Schwarz nicht verkehrt, aber nicht deine beste Farbe und ich sehe auch irgendwie... Wärme.
      Bin gespannt, was bei dir rauskommt! Und es würde mich nicht wundern, wenns Deep Autumn oder was verwandtes wäre :D

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  3. Ich finde deine Postings zu den Farbtypen wahnsinnig interessant!
    Mir wurde immer erzählt, ich sei ein Herbstyp (dunkelbraune Haare, eher dunklerer Teint), aber ich stelle immer wieder fest, dass das überhaupt nicht stimmt. Ich wollte schon lange mal rausfinden, welche Farben mir wirklich stehen, da helfen mir deine Blogeinträge sehr weiter :)
    Danke für den ausführlichen Exkurs! *geht mal nach Farbflächen suchen*

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    1. Die Dame auf deinem Avatar scheint mir eher in Richtung Winter zu gehen. Bist das du auf deinem Avatar?
      Das schwierige an den vielen Online-Tests im Netz ist genau diese ungenaue Wortwahl: dunkelbraune Haare, dunklerer Teint. Das heißt grundsätzlich mal GAR nix. Dunkelbraune Haare kommen bei diesen Typen häufig bis sehr häufig vor: Bright Spring, True Summer, Soft Summer, True Autumn, Deep Autumn, Deep Winter, True Winter, Bright Winter. Je nach Ethnie gerne auch bei Soft Autumn, True Spring. Selten, aber doch (v.a. je nach Definition von "Dunkelbraun" und je nach Herkunftsland) sogar bei Light Spring und Light Summer.
      "Dunkelbraun" muss auch immer im Kontext der Ethnie gesehen werden. Eine Frau indischer Herkunft mag im skandinavischen Kontext dunkel und kontrastreich sein, im Kontext ihrer Herkunftsethnie dagegen kann sie sanft und eher hell sein.
      Kurz gesagt: Ums Draping kommt man nicht herum. Ums Einlesen in die Materie und ums Augen schulen leider auch nicht.

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    2. Ja, das auf dem Avatar bin ich :) Ich habe mich neulich mit einer Freundin unterhalten und erfahren, dass sie sich auch ein bisschen mit Farbtypen auskennt - die hat mich auch spontan als Wintertyp eingeschätzt! Wenn ich so die Kleidung in meinem Schrank durchgehe, tendiere ich (bisher) auch am ehesten dazu. Ich werde das mal weitertesten!
      Und ja, du hast recht, diese ungenauen Einordnungen haben mich immer irritiert. Zumal man ja anhand der Beispiele, zu denen du mal verlinkt hast, deutlich sieht, dass auch sehr dunkle Typen (dunkle Haare, dunkle Haut) in allen Jahreszeitenfeldern vorkommen können.
      Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
      Ich hab Spaß an der Materie, daher probiere ich das gern aus :)

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  4. Was für ein weites Feld! Mein subkulturell bedingtes Schwarztragen dauert nun schon mehr als 20 Jahre und ja, mich überfordern sämtliche Farben *hehe*

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    1. Hm. Wer 20 Jahre lang Schwarz trägt, kann nicht ganz so daneben liegen. Ich weiß noch, wie ich mich in meiner Goth-Zeit immer extrem kalkig anmalen musste, damit ich wenigstens HALBWEGS interessant wirke. Es war zum Kotzen, dass ich ein True Winter bin, der GESUND und NORMAL in Schwarz wirkt haha nur wusste ich das damals natürlich noch nicht :D Ich war immer soooo neidig auf all die Sommertypen, die die Goth-Ästhetik so gut wiedergeben konnten.

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    2. Dita von Teese zB ist ein Sommertyp, der sich auf Winter stylt. Ein Winter würde NIE so aussehen, wenn er Schwarz trägt. Allerdings ist das Faken fremder Farbtypen sehr anstrengend, wenn sie das nicht als Lifestyle hätte, sie würde es sicher ziemlich bald hassen, ohne Schminke kein Gesicht zu haben und sich sicher bald von der Goth-Ästhetik abwenden.
      Immer ein guter Hinweis: Kann ich Schwarz tragen und mich damit ungeschminkt wohlfühlen? Oder muss ich Makeup (evtl. sogar gar nicht so wenig!) auflegen, damit ich nicht ständig gefragt werde, ob ich müde bin?
      Besonders tot in Schwarz wirken die Lighttypen und Soft Autumn. Andere Typen wirken... geht so bis ok. Nur Winter wirkt auch ungeschminkt lebendig und normal in Schwarz.

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    3. Oehm, gute Frage, früher wurde ich oft gefragt, ob ich krank sei oder so. Aber da habe ich auch noch andere Farben getragen (lila, hellblau *urks*), heute hat sich das gegeben, sei es nun, weil mein Umfeld sich an den Anblick gewöhnt hat *gg* oder weil es halt wirklich passt. Ungeschminkt ist eh mein zweiter Vorname. Da meine Haut so oder so sehr hell ist, bin ich sogar konsequent ohne Make-Up an Gothic Parties gegangen und da haben die Leute dann geguckt :D
      Ich bin ja mal gespannt, wo ich reinpass ;) und noch mehr gespannt bin ich, ob die Farben, mit denen ich mich wohlfühle, auch die sind, die dem zugeordneten Farbspektrum entsprechen.

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  5. Spannend :) Mein schon vor deinen Artikeln bestehender Verdacht ein deep winter zu sein erhärtet sich doch zunehmend. Es hat vermutlich schon einen Grund, dass mein Kleiderschrank inzwischen nahezu nur aus dieser Farbpalette besteht. Ich glaube, was mich bislang irritiert hat, ist, dass ich im Sommer manchmal doch braun werde und dann zunehmend auch wärmere Schattierungen gut aussehen, das hatte ich bislang nie mit Winter in Verbindung gebracht. Ich habe nochmal ziemlich viele alte Fotos durchgesehen (auch wenn sie stark verfälschen). Ich habe eine Freundin, die sehr eindeutig Herbst ist und auf gemeinsamen Fotos wirkt meine Haut doch immer deutlich kühler als ihre. Spannend auch, auf den alten Fotos zu sehen, wie viele Leute total daneben greifen in ihren Farben. Eigentlich echt schade.

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    1. Bei jedem Farbtyp sind Leute dabei, die eher gut oder eher schlecht bräunen, das ist kein Kriterium.
      Allerdings darf man sich nicht verwirren lassen: gebräunte Haut reagiert weniger stark auf falsche Farben. Deswegen soll man seinen Farbtyp auch nur auf möglichst ungebräunter Haut austesten.
      Wenn dir also warme oder angewärmte Farben nur auf gebräunter Haut stehen, bist du kein warmer/angewärmter Typ.
      Ich habe eine Freundin (die hier mitliest, hallo Süßi!), die ein True Winter ist, aber ihr Eckerl in der Palette eher in der dünkleren, düstereren Seite gefunden hat. Die Farben die sie an sich mag könnten fast als Deep Winter durchgehen. Wichtig ist aber, den feinen Unterschied zu erkennen: Deep Winter Farben sind einen Ticken weniger kühl, sie sind neutraler, sie haben ein paar herbstliche Farben dabei wie eine bestimmte Version von Orange. Die Kategorie der Deeps (Deep Winter und Deep Autumn) wurde geschaffen, weil es Menschen gibt, die irgendwie winterig sind, aber richtig kalte oder richtig warme Farben nicht optimal tragen können oder ihnen beides steht - sie brauchen aber die Dunkelheit vom Winter oder die spicy Wärme vom Herbst.
      Das darf man nicht mit True Winter verwechseln. Der kann kein Orange tragen, der braucht wirklich rein eisige Farben. Trotzdem kann es sein, dass man innerhalb der eigenen Palette bestimmte Farben bevorzugt. Ich zum Beispiel finde Weiß an mir überhaupt gar nicht gut. Dann gibt es Winterfrauen, die komplett in Weiß einfach grandios wirken. Mein Eck sind die fröhlichen, leuchtenden, intensiven Farben wie Fuchsia. Das von meiner Freundin sind die dunklen, ruhigen True Winterfarben. Das macht sie aber noch lange nicht zu einem Deep Winter, denn Orange ist pfui an ihr.

      Liebe finding hope, mach einfach den Gold/Silber-Test. Dann weißt du, ob du Deep/Bright ausschließen kannst, oder nicht. Denn nur weil dein Kleiderschrank (scheinbar!!!) Deep Winter Farben beherbergt, heißt das nicht, dass die a) tatsächlich DW sind und nicht doch TW und b) DW dir wirklich optimal steht.

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    2. Danke für deine ausführliche Antwort :) Besonders die Info
      "Allerdings darf man sich nicht verwirren lassen: gebräunte Haut reagiert weniger stark auf falsche Farben. Deswegen soll man seinen Farbtyp auch nur auf möglichst ungebräunter Haut austesten."
      hat mir schonmal sehr weitergeholfen. Ich werde weitertesten und dich vermutlich auch weiterhin mit Fragen löchern :D vielen Dank

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  6. Ich bin zugegebenermaßen ein wenig überfordert ^^
    Mir steht nämlich Gold eindeutig besser in Bezug auf Schmuck, aber bei den genannten warmen Farben sind z.B. die Rottöne dabei, die meine Pickel so richtig zum Leuchten bringen, während Königsblau und Zitronengelb (jedoch pastelliges Zitronengelb) mir sehr gut stehen?!
    Mir wurde gesagt, ich sei ein Frühlingstyp, aber diese Einteilung in Jahreszeiten ist ja viel komplizierter als ich dachte :O

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    1. In purem Schwarz fühl ich mich nicht wohl, hier mal ein Outfit:
      http://bymichelleha.blogspot.de/2013/09/hut-ab.html
      LG :)

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    2. Hab jetzt ein wenig rumgelesen und ich vermute stark, dass ich ein Soft Autumn bin! Mein Lieblingslippi steht in der Liste, aber auch Farben wie Teal, helles Zitronengelb ... Sowie Bronze, Gold, Senf ...
      Könnte wirklich passen!

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    3. Ja, der schwarze Hut ist wirklich nicht gut.
      Die Fotos sind nicht überragend gut für die Typenbestimmung, weil das Gesicht zu klein ist und teilweise verdeckt, aber was ich beim so drüberschauen sehen kann, ist dass du offenbar ein warmer Typ bist. Ist das deine Naturhaarfarbe?
      Das Beige vom Trenchcoat dürfte dir zu kühl sein. Auch die rosa Strickjacke und das reine Grau ohne Farbstich sind dir zu kühl. Du fügst dich viel besser in das Blätterwerk ein, die Kleidung wirkt wie aufgeklebt.
      Allerdings hast du dich instinktiv schon im richtigen Eck aufgehalten: helle und eher sanfte Farben.
      Ob du tatsächlich ein Soft Autumn oder vielleicht doch eher ein Light Spring bist, müsstest du noch austesten: http://www.truth-is-beauty.com/blog/distinguishing-between-light-spring-and-soft-autumn Die zwei sind in der Praxis oft schwieriger zu unterscheiden.
      Als Soft Autumn oder auch Light Spring kann es gut sein, dass dir einige Farben eben ZU warm sind (Pickelblinkblink) oder auch ZU kühl sind (gräulich-unterkühlter Teint). Das ist eben so, wenn man eine neutrale(re) Saison ist.
      Es kann aber auch sein, dass du in Wahrheit ein kühler Typ bist (einer der Sommer), und die gefärbten (?) Haare das verpfuschen. Sicher ausschließen kann ich jetzt eigentlich nur Winter...

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    4. Ist meine Naturhaarfarbe, schwankt aber saisonal etwas (Ausbleichen durch Sonne).
      Ich bin definitiv warm, soviel steht fest.
      Durch meine Mutter, die einen hervorragenden Blick für Farben und Kompositionen hat, habe ich schon viele Farben gefunden, die mir stehen. Viele davon finden sich auf der Soft Autumn - Liste.
      Meine Mutter hat mir auch immer von Schwarz abgeraten ("Das steht dir nicht!") und zu hellen, sanften Farben geraten. Trotzdem finde ich auch, dass man sich nicht pedantisch daran halten muss. Der Hut ist schwarz, ja, aber seine Form und sein Stil passen so zu mir, dass ich ihn nicht missen will. Gerade auch, weil er ein "Statement" in einer hutlosen Gesellschaft darstellt, finde ich, dass eine solche typ-ungerechte "Signalfarbe" gerechtfertigt ist.

      LG

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    5. Das Farbtypenzeug soll ja auch helfen und nicht unnötig einschränken. Und der Punkt, bis wann es hilft und ab wann nervt, ist individuell. Also Hut auf und losgestapft! :)

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  7. Die kalten Farben sind eindeutig bei mir am rechten Platz. Schwarz sieht eher ungesund aus, aber mit blasser Haut und roten Lippen auf Bällen wirkt es sehr interessant. Beim Schmuck bevorzuge ich eindeutig Silber, aber ich mag auch einzelne Teile in Gold.
    Früher als ich oft die Haarfarbe gewechselt hab, hatte ich Probleme, Farben zu finden die mir stehen. Vor allem waren diese Haarfarben wohl oft nicht typgerecht - passende Haarfarben zu finden ist finde ich überhaupt das schwierigste. Das kriegen oft nicht mal Frisöre hin. Naturhaarfarbe passt immer :) (hach wenn sie nur ein bisschen heller wäre... hehe)

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    1. Der Witz ist, dass mir die synthetisch gefärbten schwarzen Haare nicht gestanden haben - obwohl ich ein Winter bin! Ich hab letztens wieder Fotos von mir gefunden mit dem schwarzen Goth-Farbhelm und obwohl ich eine hell-olive Haut hab, hat mir diese Haarfarbe lauter Rosatöne rausgelockt (WTF?)
      Auch das natürlich wirkende und ziemlich glaubhafte Schwarzbraun ("Wasssss? Das ist gar nicht deine Haarfarbe?"), das ich mir später mit Pflanzenhaarfarben gefärbt hab, war nicht exakt das Gelbe vom Ei. Das hat mich so irritiert, dass ich dachte, ich wär ein Sommer.
      Ja, Naturhaarfarbe passt immer.
      Viele Light-Typen haben das Gefühl, sie bräuchten etwas hellere Haare. Vielleicht ist das ein Hinweis. (Man muss auch hier wieder unterscheiden zwischen "Ich will blond(er) sein, weil mir das an anderen gefällt oder wegen dem, was ich mit (Hell-)Blond verbinde" und "Es steht mir ganz objektiv besser".). Light-Typen sind auch die einzigen Typen, die helles Blond (bzw. das was Otto-Maria Normalverbrauchsi unter "Blond" verstehen) glaubwürdig tragen können. Den anderen Typen wischt es meist die Farbe aus dem Gesicht. Ich seh GANZ GANZ schlimm in Blond aus hahaha! Das war damals immer ein kleiner Ekelschock, wenn ich die Haare dazwischen föhnen musste, bevor ich das Knatschpink/blau/wasauchimmer draufgepappt hab hihi
      Ich glaube, Blond und Schwarz sind die Haarfarben, die am meisten tricky sind.

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  8. Hallo!

    Ich gebe es zu, ich habe das Posting nicht komplett noch durchgelese, habe aber eine kleine Frage:
    ich wurde als "extremer Sommer" ausgestestet.
    Jetzt verwendest du das wort "extrem" nicht.
    Weißt du, ich mich bei deinen Farbrichtungen damit wiederfinde?
    Von der Übersicht erinnert mich meine Farben an das, was bei dir True summer ist. Aber warum dann "extrem"?

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    1. Das kann ich dir auch nicht sagen. Extrem ist jetzt kein Adjektiv, das ich spontan mit einem Sommer verbinden würde.

      Wer hat dich denn ausgetestet und nach welchem System? (Also wie viele Typen gibts in dem System insgesamt? 4, 6, 12, 24...?)

      Ich kann nur mutmaßen:
      a) Extrem im Sinne von: kann für einen Sommer extremere Kontraste ertragen (aber trotzdem noch kein Winter), kann für einen Sommer extrem dunkel gehen (aber trotzdem noch kein Winter).
      b) Extrem im Sinne von: Bilderbuchsommer.

      Da es aber sehr viele verschiedene Systeme gibt, weil im Grunde jede Farbberaterin und "neue Art von Farbtypensystem"-Erfinderin ihr eigenes Vokabular hat, kann ich dir nicht sagen, ob und wie sich "extremer Sommer" in die mir bekannte Typologie übersetzen ließe.

      Da du aber sowieso dein Auge schulen musst, um in der Praxis deine Farben zu finden (auch Farbfächer bilden nicht alle Möglichkeiten ab), wirst du wohl noch draufkommen, wie dein Typ im Sci/Art-12er System (das im Netz beliebteste, weil eines der besten) heißt.

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    2. Huiuiui. :-)

      Danke für die Antwort! Das Sci/Art-12er System schau ich mir an.
      Sehr gut gefallen hat mir übrigens der Austausch mit einer Leserin an Hand ihrer Flickr Fotos. Ich war überrascht, wie gut die Fotos weiterhelfen, wenn man eine Meinung einholen will. Da müssen die Farben nicht perfekt sein, man erkennt was passt und was nicht. Vielleicht mach ich das im Selbstversuch.
      Und die objektiv/subjektive Meinung von jemandem, mit dem man nicht vertraut ist, hilft zudem seeeehr! :-)

      liebe Grüße,
      Paula

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  9. Hallo :) Ich erkenne mich ein bisschen wieder :) Habe bewege mich kulturell immer noch in der Darkwave/Gothic Szene, mein Freund ist ein DJ im Wave-Bereich, und so komme ich davon nicht ganz weg, gefällt mir ja auch ganz gut ;) Die extremen Zeiten sind allerdings vorbei und ich entwickel mit nun 30 Jahren immer mehr ein Interesse für aktuelle Mode. Aber ich habe absolut keine Ahnung, welcher Typ ich bin. Zudem hab ich auch das Gefühl, dass mir früh rot stand, mittlerweile nicht mehr so sehr. Schwarz steht mir eigentlich nach wie vor, zudem die aktuell so modernen Grautöne. Braun wie man sie von Schuhen her kennt, stehen mir auch nicht. Silber gefällt mir viel besser als Gold. Rosa steht mir aber garnicht, genauso wie Pink. Lila aber wieder sehr sehr gut. Auch Weinrot oder Burgund. Oliv geht aber garnicht. Und da hört die Logik dann bei mir auf :D In kühle und warme Farben lässt bei mir irgendwie nicht einteilen... oder? Ich bin verwirrt... Mein Naturhaar soll laut den Friseuren eher aschig sein. Ein dunkles Aschblond. Ich finde es aber zu langweilig. Leider sind die Frisöre immer für eine rote Haarfarbe, aber ich mag den Orangestich, der oft darin ist garnicht. Makeuptechnisch stehen mir rosa, lila, creme und weiß eigentlich besser, was ich dann nicht mehr verstehe, da mir rosa als Kleidung garnicht steht. Creme ist zudem viel besser als ein hartes weiß. Schwarze Haare kann ich garnicht tragen, also den Schneewittchenlook kann ich leider nicht tragen :D Mein Hautton ist sehr blass, finde ich persönlich jetzt, was ich eigentlich auch sehr mag. Auf der Nase und drumherum habe ich ein paar wenige Sommersprossen. Ich kann da irgendwie keine Logik erkennen :D

    GLG Judith

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