15. Januar 2014

Mein Lernparadeiser* - Oder: Die Integration der inneren Vierjährigen

Seit viel zu langer Zeit kaue ich an meiner Diplomarbeit und brauche daher alle möglichen Tricks und Manipulationen, die ich finden kann. Meine neueste Entdeckung, die für mich wirklich funktioniert, ist diese Pomodoro-Methode, von der man auch in vielen Uni-Abschluss-Verzweiflungsforen lesen kann.
Ich weiß nicht, wie die Methode wirklich geht, aber die vermutlich minimalisierte Version funktioniert bei mir prächtig:

Eine Arbeitszeit dauert 25 Minuten, unterbrochen von abwechselnd oder je nach Bedarf 5- oder 20minütigen Pausen.

Es gibt auch Browser-Erweiterungen und Apps, die das Timerstellen ein bisschen vereinfachen (und Pling machen) und andere Hilfestellungen geben (To-Do-Listen zB).

Mit dieser Methode beuge ich drei meiner typischen Probleme vor:
  • Problem A: Keine Pausen. Mich auf die Bibliothek setzen und wie eine Wahnsinnige 4 Stunden durcharbeiten (oft sogar nicht mal was trinken). Danach wie ein Zombie zu nix mehr fähig sein und Pizza bestellen.
  • Problem B: Durchhaltevermögen. So, ich mach jetzt mal eine Stunde was und dann ein bisschen Pause. Wenn der Arbeitsschritt grade blöd/zäh ist, geht mir schon nach kurzer Zeit die Luft aus. Oder ich halte die Stunde durch und verpenn die Pause danach stundenlang im Netz. Oder ich schau ständig auf die Uhr, bohre mental in der Nase und denk mir bäääääh wie laaaang denn noooooooch?
  • Problem C: Kurz was nachschauen. Ich muss das jetzt sofort im Netz nachschauen. Nur schnell! Nur kurz! (245 Stunden später...)
Zu 25 Minuten hat man sich leicht überredet (interessant: selbst wenn es viele 25 Minuten aneinandergehängt sind). Die Einheiten sind in der Praxis erstaunlich kurz (*Pling!* Was, schon?). Der große Countdown auf meinem Tablet feuert mich an (Noch 10! Noch 9! Noch 8!) und lässt mich dadurch effizient arbeiten. Ich verpenn auch keine Pause (*Pling!*). Die vielen Pausen schaffen es außerdem, dass ich auch nach 3-5 Stunden intensiver Kopfarbeit noch zu Freizeitsaktivitäten fähig bin. Die Pausen sind außerdem super dafür geeignet, mal schnell was nachzusehen (was ich in einer Arbeitsphase schnell notiert hab) und beim nächsten *Pling* gehts lustig weiter mit der Arbeit.

Was ich dir aber eigentlich zeigen wollte (die Pomodoro-Methode ist glaub ich recht bekannt), ist meine motivierende Visualisierung.

Upps, ich dachte, meine Brille sei verschmiert. Dabei ist das Bild tatsächlich unscharf :D

Immer wenn eine Einheit vorbei ist, darf ich ein Herzerl anmalen! Letzte Woche waren es, es bot sich so an, Paradeiser und nächste Woche mach ich vielleicht... Sternderln? Wolken? Was filigraneres mit Fineliner?


Und wo integrierst du deinen inneren Vierjährigen zur Motivation? Was sind deine Produktivitäts-Hacks?




*Paradeiser, der. (Ost-)Österreichische Bezeichnung für Tomate. Kommt vom Wort Paradiesapfel. Nicht nur in Deutschland, auch in manchen ländlichen Gegenden Westösterreichs stößt man mit der Benützung dieses Begriffs auf viele Fragezeichen, die über Köpfen schweben.

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