Leute, ich bin draußen.
Weil ich es gestern auf Twitter gesagt hab und das eine Erklärung braucht, kommen halt heute mal zwei Postings an einem Tag. Soll passieren.
Dieser hübsche Kerl hier in Nachtblau hat den Ausschlag gegeben:
Ich finde nicht so einfach BHs in meiner Größe (ich brauche Unterbrustweite 60, in 70 kann ich hinten ein Mascherl reinmachen), meistens muss ich bestellen. Da lass ich mir doch so einen Fund nicht so einfach durch die Lappen gehen.
aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Meine Konsumauszeit ist keine Pause, sondern nur aufgeschobener Konsum. Unbedachter Konsum ist derzeit eh nicht drin und da bin ich auch nicht mehr so anfällig, dass es mich stören würde.
Ich hab eine kurze Liste an Dingen, die ich brauch. Zum Beispiel eine Prägemaschine, mit der man Buchstaben in schwarze Klebestreifen reinprägt, und damit Sachen beschriften kann. Meine Sammlung an ähnlich aussehenden Pulvern in Gläsern ist gewachsen und ich möchte nicht Geschirrspülersalz mit Natron verwechseln oder die Zitronensäure mit Badesalz. Natürlich könnte ich erstmal die öden Etiketten zum händischen Beschriften verwenden - aber nur, um sie dann eh drei Wochen später durch die Prägeetiketten zu ersetzen?
Den aufgeschobenen Konsum möchte ich außerdem nicht im Dezember nachholen müssen, wenn alle Welt wahnsinnig wird.
Morgen geh ich mir daher die Prägemaschine kaufen und hol mir vielleicht noch
einen BH. Ich werde die ganzen Flohmärkte genießen, die die sich jetzt
im Herbst häufen und ja, ich werde mir Gewand kaufen, und wenn ich was
finde, auch in den normalen Geschäften.
Sinn der Konsumauszeit für mich
Ich hab halt mal mitgemacht. Mit der Option im Hinterkopf, das Projekt auch wieder sein zu lassen. Mir war von Anfang an klar, dass das eigentlich eine Schnapsidee ist. Ich muss derzeit sowieso sparen, unbedachter Konsum ist von vornherein nicht drin. Und das schon seit längerer Zeit. Shoppen ist absolut nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Die Sachen aus meiner Liste brauch ich tatsächlich. Ok, Essen gehen muss ich mir verkneifen, aber das reicht für mich einfach nicht aus, um jetzt gleich eine Konsumauszeit draus zu machen. Das ist einfach zu wenig.
Es gibt andere Bereiche, wo ich für mich sinnvollere Projekte draus machen kann und vielleicht auch drüber blogge, wir werden sehen.
Ja, mehr gibts einfach nicht zu sagen. Für mich hat die Konsumauszeit grade einfach echt keinen Sinn. Aber ich beobachte die anderen Blogger weiterhin und lass mich inspirieren.
Was denkst du drüber?
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12. November 2015
8. November 2015
Konsumauszeit: Woche 1
Meine erste Tat diese Woche war, am ersten November mit meinen Neffen und meiner Nichte intensiv und völlig konsumfrei in einer alten Burgruine Laubrascheln zu gehen.
![]() |
| Ruine Schaumburg in Oberösterreich. Foto von mir. (So ganz zufrieden bin ich mit der Handykamera ja nicht...) |
Dann hab ich noch am selben Abend eine Liste angefangen mit Zeugs, das ich im Dezember dann kaufen muss oder möchte. Ähm ja. Natürlich hat man dann 4 Wochen Zeit, um über diese Kaufvorhaben zu reflektieren, aber auch aufgeschobener Konsum ist Konsum.
Und dann hab ich 250 Euro abgehoben. Jede Woche tu ich 50€ ins Geldbörsel. Weitere 50€ sind Notfallgeld.
Das war also meine Vorbereitung für dieses Monat.
Ok, ich hab auch eine Inventur gemacht von den Vorräten an Essen, die da sind und mir lose im Kopf ein paar Rezeptideen ausgedacht. Zwar hab ich die Vorräte sogar auf eine Liste geschrieben, aber den Zettel danach wieder weggeworfen. Ich brauch keine Inventarliste.
Die Brauch es auf Challenge wurde zwar von der Küchenrenovierung gedanklich und blogglich jäh unterbrochen, geht aber in dieser Konsumauszeit automatisch weiter. Da ich den gesamten Oktober keinen Herd hatte, war es nicht weit her mit dem Vorräte aufbrauchen.
Die Suche nach einem Wintermantel war zwar erfolglos (weder Schnitte, noch Stile stehen/passen mir, ich war ziemlich sehr grantig) - aber dafür hab ichs dann doch beim Änderungsschneider versucht. Der mal geschaut und mir den fehlerhaften Part für einen Zehner ausgetauscht hat. Man darf nicht so pessimistisch sein.
Trotzdem bin ich nach wie vor am Zweifeln, ob das wirklich so der gute Zeitpunkt für das Projekt ist. Wie Pia von Malmini hier auch schreibt, ist der unbedachte Zwischendurchkonsum für mich schon so lange kein Thema mehr. In den ersten zwei Semestern in Wien, wo ich plötzlich so viel Taschengeld gehabt hab wie nie zuvor, war ich schon noch gern shoppen. Es war was Neues, Tolles, Glitzerndes, Glänzendes, die Einkaufsstraße gleich ums Eck zu haben und Goth-Klamotten, hierzulande auch Gruftigwand genannt, nicht mehr bestellen zu müssen.
Aber Shoppen gehen ermüdet mich unglaublich. Überstimulation, Menschen, Herumrennen, Anprobieren, Kassastehen, drinnen heiß, draußen kalt, schlechte Luft, Augenbrennen... Es war der nervige Mittel zum Zweck, schöne oder notwendige Sachen zu besitzen. Und wie ich dann 2009 begonnen hab, radikal auszumisten - bin ich denn blöd dass ich mir wieder Zeug kauf?
Konsumauszeit? Im Gegenteil. Ich hab mich in den letzten Monaten zwingen müssen, endlich Gewand kaufen zu gehen, weils so bitter nötig ist. Jetzt falle ich nur in den alten Modus zurück. (Wobei zugegeben eines schon hart für mich ist: nicht Essen gehen.)
Es ist eigentlich absurd, wieso brauchen Minimalisten eine Konsumauszeit? Das fragt sich auch jemand auf Twitter. Ich brauch die eigentlich nicht und sicher die anderen im Grunde auch nicht wirklich. Aber es ist ein Projekt, das weite Kreise ziehen kann und Nichtminimalisten zum Nachdenken und Experimentieren anregt. (Nachtrag: lies mal, was Karo dazu denkt!)
Und ich spar mir meine Küche wieder rein. Auch fein.
Jedenfalls diese Sachen, die ich benötige (Gewand), gibts im Dezember auch noch. Hoffentlich. Vielleicht meine Farben dann sogar in größerer Menge? Im Oktober hab ich schon einige Kleidungsstücke gekauft, die ich eh erst in das Konzept meines Kleiderschrankinhalts integrieren muss. Das könnte ich dieses Monat machen. So eine Art "shop your closet". Hmmm.... ja, ok, ich bleib also auch in Woche 2 noch bei der Konsumauszeit. Die bei mir ja ein Sparmonat ist.
Und der Sparmonat ist so lala gegangen. Zuerst hab ich gedacht, ich schaffs tatsächlich mit den 50€ diese Woche. Aber dann ist mir einmal Fortgehen und eine dringend benötigte Massage für meinen renovierungsgeplagten Problemrücken dazwischengekommen und somit sinds 85€ für diese Woche, 30€ davon für Lebensmittel (Fortgehen exklusive).
Naja. Machst du auch mit und wenn ja, wie ist es bei dir so gelaufen?
1. November 2015
#Konsumauszeit: Startschuss!
Ok. Also heute gehts los, und... das ist jetzt nicht ganz so untricky.
Also, einerseits möcht ich unbedingt mitmachen.
Andererseits muss ich eine "Küche" (4 Küchenkasteln) kaufen und mein einziger Wintermantel ist natürlich genau jetzt eher unreparierbar kaputt geworden. Eigentlich suche ich immer noch 5 bestimmte Kleidungsstücke wie zB. eine zweite Jeans - und wegen der Warenverfügbarkeit sind Oktober-Dezember eigentlich exakt die Monate, wo ich Kleidung in meinen Farben finde. Eigentlich bin ich bescheuert, wenn ich grade im November eine Konsumauszeit mache.
Kann man das denn außerdem Konsumauszeit nennen, wenn ich außer den Basics (Lebensmittel + Öffi-Tickets) oben Genanntes kaufe? Ist denn Second Hand weniger Konsum? Kann ich die Küche, die ich eigentlich schon im Oktober bestellen hätte sollen, einfach ausklammern, als wär nix?
Ich habe auch noch schnell im Oktober eine Handvoll Oberteile gekauft (teilweise am Flohmarkt), weil sie wirklich notwendig waren, und meinen Kalender für 2016 und noch zwei Sachen. Zynisch irgendwie, oder?
Ich kann natürlich auch sagen, ich reduziere auf Lebensmittel+Öffis, nehme Wintermantel, Jeans und Küche als essentielle Ersatzkäufe hinzu und die restlichen 4 Kleidungsstücke finde ich wahrscheinlich eh nicht. Ausflüge sind bei mir eh eher mit den Öffis zur Endstation und dann Laubrascheln gehn.
Der Sinn der Konsumauszeit ist es aber eigentlich, sich mal von den ganzen Geschäften fernzuhalten und wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, was man wirklich braucht. Vielleicht auch, um mal nachzufühlen, wie es Langzeitarbeitslosen geht. Wenn ich jetzt aber diese 5 Kleidungsstücke suche, weil ich sie halt wirklich brauch, und die Suche länger dauert weil ich ja so pingelig geworden bin durch mein Kleiderschrankprojekt, verbringe ich zwangsläufig ja trotz allem Zeit in Konsumräumen (Geschäfte, Onlineshops, Flohmärkte).
Schwierig. Aber ich probiers trotzdem. Meine Liste geht also so:
Erlaubt sind:
Außerdem soll es ein Sparmonat werden, wo ich insgesamt nur 200-250€ ausgeben möchte. Ausgenommen sind die Küche und der Wintermantel, da hol ich mir das Geld sowieso vom Sparbuch.
Der November ist eigentlich wirklich der blödeste Zeitpunkt für mich, eine Konsumauszeit zu machen. Werd ichs trotzdem schaffen? Oder scheitern, das Projekt abbrechen und meinem Kleiderschrank das dringend nötige Aufstocken gönnen? Denk dir diese Sätze von dem einen Typen gesprochen, der diese ganzen Tier-jagt-Tier-Szenen im Fernsehen spricht, unterlegt mit unnötig dramatischem Klangteppich.
Ok. Was sind deinen Gedanken dazu? Ist das was ich da probiere überhaupt noch Konsumauszeit?
Also, einerseits möcht ich unbedingt mitmachen.
Andererseits muss ich eine "Küche" (4 Küchenkasteln) kaufen und mein einziger Wintermantel ist natürlich genau jetzt eher unreparierbar kaputt geworden. Eigentlich suche ich immer noch 5 bestimmte Kleidungsstücke wie zB. eine zweite Jeans - und wegen der Warenverfügbarkeit sind Oktober-Dezember eigentlich exakt die Monate, wo ich Kleidung in meinen Farben finde. Eigentlich bin ich bescheuert, wenn ich grade im November eine Konsumauszeit mache.
Kann man das denn außerdem Konsumauszeit nennen, wenn ich außer den Basics (Lebensmittel + Öffi-Tickets) oben Genanntes kaufe? Ist denn Second Hand weniger Konsum? Kann ich die Küche, die ich eigentlich schon im Oktober bestellen hätte sollen, einfach ausklammern, als wär nix?
Ich habe auch noch schnell im Oktober eine Handvoll Oberteile gekauft (teilweise am Flohmarkt), weil sie wirklich notwendig waren, und meinen Kalender für 2016 und noch zwei Sachen. Zynisch irgendwie, oder?
Ich kann natürlich auch sagen, ich reduziere auf Lebensmittel+Öffis, nehme Wintermantel, Jeans und Küche als essentielle Ersatzkäufe hinzu und die restlichen 4 Kleidungsstücke finde ich wahrscheinlich eh nicht. Ausflüge sind bei mir eh eher mit den Öffis zur Endstation und dann Laubrascheln gehn.
Der Sinn der Konsumauszeit ist es aber eigentlich, sich mal von den ganzen Geschäften fernzuhalten und wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, was man wirklich braucht. Vielleicht auch, um mal nachzufühlen, wie es Langzeitarbeitslosen geht. Wenn ich jetzt aber diese 5 Kleidungsstücke suche, weil ich sie halt wirklich brauch, und die Suche länger dauert weil ich ja so pingelig geworden bin durch mein Kleiderschrankprojekt, verbringe ich zwangsläufig ja trotz allem Zeit in Konsumräumen (Geschäfte, Onlineshops, Flohmärkte).
Schwierig. Aber ich probiers trotzdem. Meine Liste geht also so:
Erlaubt sind:
- Lebensmittel + Öffi-Tickets (wenn Rad und Fuß unzumutbar sind)
- Wintermantel + zweite Jeans + Küche
- Ausflüge
- Joker (Kleid, Rock, Pulli, langärmeliges T-Shirt - sollte ich überhaupt was finden)
Außerdem soll es ein Sparmonat werden, wo ich insgesamt nur 200-250€ ausgeben möchte. Ausgenommen sind die Küche und der Wintermantel, da hol ich mir das Geld sowieso vom Sparbuch.
Der November ist eigentlich wirklich der blödeste Zeitpunkt für mich, eine Konsumauszeit zu machen. Werd ichs trotzdem schaffen? Oder scheitern, das Projekt abbrechen und meinem Kleiderschrank das dringend nötige Aufstocken gönnen? Denk dir diese Sätze von dem einen Typen gesprochen, der diese ganzen Tier-jagt-Tier-Szenen im Fernsehen spricht, unterlegt mit unnötig dramatischem Klangteppich.
Ok. Was sind deinen Gedanken dazu? Ist das was ich da probiere überhaupt noch Konsumauszeit?
28. Oktober 2015
materialfehler macht mit: #Konsumauszeit
Apfelmädchen und sadfsh haben sich mit einem tollen Projekt aus ihrer Internetwüste zurückgemeldet. Just für den Vorweihnachtskonsumrausch rufen sie zu einer Konsumauszeit auf - den gesamten November wird "nichts" gekauft:
- "30 Tage lang nichts Neues kaufen
- ausgenommen sind: Lebensmittel, Drogerie-/Haushaltsartikel (nur wenn vorheriges Produkt aufgebraucht ist), Ausflüge und Aktivitäten
- Wenn etwas Wichtiges kaputt geht: erst reparieren, ansonsten ersetzen (wenn möglich gebraucht)
- Leihen und Tauschen sind nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht!
- Wer möchte, kann sich über Blogs/Kommentare, Twitter und Facebook austauschen. Hashtag ist #Konsumauszeit. Immer dienstags erscheint hier ein Updatebeitrag, in dem wir über unsere Woche berichten und neue Blogbeiträge von Teilnehmer_innen verlinken."
Das sind die Bedingungen, die die beiden als abänderbaren Serviervorschlag anbieten. Klingt nach einem guten Plan.
Wie mich Apfelmädchen auf Twitter gefragt hat, ob ich mitmachen möchte, war meine erste Reaktion: Määäh, ich würd ja gern, aber ich brauch eigentlich voll viel im November. Ich muss zum Beispiel eine Küche kaufen. Ich brauch so manches neues (oder gebrauchtes) Kleidungsstück, weil ich sonst frieren muss (Ja, ich hab leider tatsächlich, im völlig rationalen Sinne, zu wenig Gewand. Oder Klamotten, für die deutschen Leser). Und andere Dinge.
Aber andererseits ist es auch wieder voll einfach für mich, weil ich mir eh grad nix leisten kann. Man hülle meine derzeitige finanzielle Situation in den hübschen Euphemismus "Konsumauszeit". Höhö.
Allerdings seh ich jetzt schon die Gefahr, dass ich jetzt noch schnell im Oktober Sachen kauf und dann am ersten Dezember oder so... Naja, ich mein, es ist grade jetzt die Zeit, wo meine Winterfarben verfügbar sind, wenn ich nicht wie ein angestaubter, gelbsüchtiger Gnom durch die Gegend rennen will, muss ich jetzt Gewand kaufen. Und zwar auch Sommertaugliches. Ab Jänner ist es vorbei, da kommen die Frühlingssachen in die Geschäfte, und zwar auch in die Second-Hand-Läden.
Bei mir wird es vielleicht eher überhaupt ein Spar- und Aufbrauchmonat werden. Nicht Essen gehen (miauuuu :( ), endlich mein Rad aufpumpen und mir so die Einzeltickets für die Öffis sparen, nur Dinge kaufen, die auf der wohldurchdachten Liste stehen.
Ich präsentier euch dann am 1. November, wie ich mir das ausgedacht hab.
Ähm ja. Ich weiß gar nicht, ob ich das dann überhaupt noch Konsumauszeit nennen darf... Vielleicht wie gesagt, ein Sparmonat.
Macht noch wer mit?
19. Oktober 2015
Greenpunk und Peak Everything
Frau Dingdong hat heute oder gestern einen Artikel über Amish-Futurismus verlinkt (hier gehts zum Artikel) - und schon hab ich wieder ein Bussi von meiner Muse auf der Wange, so ein nasses schlabbriges wie von einem überschwänglichen Zweijährigen.
Ich kenn natürlich die Amischen, aber ich hab vergessen, wie inspirierend sie zum Thema Konsumkritik sind, auch wenn ich mit Religion und religiösem Leben null anfangen kann, und auch einiges kritisch seh.
Entgegen allen futuristischen Settings in Dystopien und Sci-fi-Serien sehe ich persönlich die Zukunft sehr viel mehr Low Tech als den Filmemachern und Spieleentwicklern Spaß machen würde.
Low Tech, das sind schlaue Gerätschaften, die ohne Strom o.ä. auskommen. Fahrräder sind Low Tech, ein Mixer mit Handkurbel ist Low Tech, zwei Tonkrüge mit Erde dazwischen zur Aufbewahrung von Gemüse sind Low Tech, und Segelschiffe auch.
Niemand sagt, dass diese Sachen optisch daherkommen müssen wie aus dem 18. Jahrhundert, auch wenn das manch einer schick finden kann (ich zB :D). Niemand sagt, dass das Zeug nicht beim Nachbarn ausm 3D Drucker kommen darf.
Und niemand sagt, dass Segelschiffe einen zurück ins Mittelalter katapultieren. Moderne Segelschiffe sind erstens schick und modern anzusehen und zweitens den Motorenschiffen weit überlegen (kein Motor, kein Tank, dadurch schneller, wendiger und mehr Ladefläche). Wirf mal die Suchmaschine an, da gibts ganz abgefahrene Sachen, teilweise wirklich mit Segeln, teilweise mit Turbinen. Im Netzkonstrukteur-Blog gibts ein paar so geniale Technologien, wo Strom aus riesigen Grashalmen gewonnen wird. Äh, ich schweife ab.
Aber die Realität ist trotz allem, dass uns die Rohstoffe alle enorm ausgehen. Peak Oil ist bekannt - dass uns das Erdöl verpufft. Keine Sau würde sich für die kompliziert und teuer zu bewirtschaftenden Teersandfelder interessieren, wenn die Kacke nicht schon am Dampfen wär. Unsere Gesellschaft basiert so dermaßen auf Erdöl, dass uns das volle Ausmaß noch gar nicht bewusst ist.
Energie ist ein ganz zentrales Element im Funktionieren einer gesellschaftlichen Ordnung, aber es wird eigentlich nie angesprochen, auch die Wissenschaft ist meist auf dem Energie-Auge blind.
Pflanzen wandeln Sonnenenergie in essbare Kalorien um. Tiere essen Pflanzen und nehmen damit indirekt Sonnenenergie auf - sie eignen sich die Energie die sie zum lustig Herumspringen brauchen also an, indem sie prima Biomasse jausnen. Jäger/Sammler-Gesellschaften brauchen zum Leben auch Biomasse: Pflanzen, Tiere, Holz. Nicht alles wird für Energie gebraucht (indem man es in Bauchspeck oder Lagerfeuer umwandelt), sondern auch für Häuschen und Pfeile.
Die Agrargesellschaft (neolithische Revolution) geht einen Schritt weiter, sie eignet sich nicht nur frei herumliegende Biomasse an, sie erhöht die für sie verfügbare Energie, indem sie Natur kolonisiert. So nennt man das, wenn man Nutztiere züchtet und Ackerbau betreibt, also Ökosysteme gezielt so verändert, dass der Ertrag steigt. Wenn man das geschickt macht, hat man eine kleine Überproduktion, sodass 5% der Bevölkerung nicht in der Landwirtschaft tätig sein muss.
Der große Sprung kommt durch die industrielle Revolution, wo plötzlich durch fossile Energieträger, also Kohle und später Erdöl, dermaßen große Mengen an Energie zur Verfügung stehen, wie niemals zuvor (und mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals danach...). Eine Gesellschaft kann sich nur innerhalb der energetischen Grenzen entwickeln - und die sind abhängig vom Boden, wo unser Bohnenaufstrich sozusagen rauswächst. Wirds mit dem eigenen Boden eng, holt man sichs von woanders (Kolonialismus). Fossile Energieträger haben also ein ganz wesentliches Problem (kurzzeitig) gelöst - Party!
Der wesentliche Punkt ist, Energie war immer der zentrale begrenzende Faktor und man muss alle gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen auch auf dem Hintergrund der verfügbaren Energie(träger) betrachten (leider wird das auch in der Wissenschaft meistens ignoriert).
Aber das mit der Energie ist ja noch nicht alles. Der ganze Rest geht uns aus. Um die Ernährung von 7, 8 oder 10 Milliarden Menschen zu gewährleisten, brauchen wir zum Beispiel Düngemittel. Ohne die Grüne Revolution wäre die heutige Lebensmittelproduktion ja gar nicht möglich. Düngemittel kommt aber nicht aus dem Nichts. Ja ok, mit dem Haber-Bosch-Verfahren kann man sich Ammoniak sozusagen aus der Luft ziehen (allerdings nur mit enormen Energieeinsatz, und die geht uns ja bekanntlich aus). Aber sonst können wir uns Phosphor nur aus dem Berg holen - und auch das geht uns aus.
Die fruchtbaren Böden gehen uns aus. Erstens historisch bedingt - die ersten Siedlungen waren natürlich dort, wo was gut wächst. Wenn Siedlungen sich räumlich ausdehnen (urban sprawl), schlucken sie dann blöderweise genau diesen fruchtbaren Boden. Zweitens natürlich die Übersäuerung und Bodenerosion. Boden ist eine endliche Ressource. Was weg ist, ist weg. Puff. Die Humusschicht braucht viele hundert Jahre, um sich wieder aufzubauen und bis dahin muss man sie natürlich komplett in Ruhe lassen. Außer es hat sich eine Wüste gebildet, dann ist es eher mal zu spät, tät ich sagen.
Viele Metalle gehen uns aus - allen voran die Seltenen Erden. Die sind nicht in dem Sinne selten, sondern nur meistens in so Minimengen vertreten, dass man unglaublich viel mehr Geld in den Abbau stecken müsste, als rausschauen würde. Es gibt ein paar Orte, wo die konzentrierter vorkommen, und die leeren sich grade fleißig. Ist halt blöd, dass Photovoltaik zB ohne Seltene Erden nicht geht.
Die Liste ginge noch weiter. Trinkwasser zum Beispiel, ganz schirches Problem. Ach, wirf einfach mal die Suchmaschine an und such nach "Peak Everything". Halte Frustkekse bereit. Bio, wenn geht.
All diese Ressourcen sind viel wichtiger und grundlegender für unsere heutige Gesellschaft, als wir uns das im Alltag bedenken.
Dass wir eine Dienstleistungsgesellschaft haben, wo nur noch 2-5% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten muss, das geht nur mit Erdöl. Weil wir so die menschliche Arbeit im physikalischen Sinne nicht mehr brauchen. Es ist eine einfache Rechnung: Je mehr Überproduktion von landwirtschaftlichen Produkten, desto komplexer kann eine Gesellschaft sein. Agrarische Gesellschaften sind wenig komplex. Bei 5% nichtlandwirtschaftlicher Bevölkerung ist da nur eine kleine Adelsschicht drin. Entweder man beutet andere Völker aus (Kolonialismus) und kommt so zu mehr Rohstoffen, oder man ersetzt irgendwie Arbeitskraft durch zB. Erdöl. Man darf gespannt sein, wie sich das weiterentwickeln wird. Zurück ins Mittelalter ist keine Option, allein schon deswegen, weil die Uhr, tickitacki, immer nur nach vorne geht. Was aber alles an der Ressource Erdöl hängt, darfst du dir selber mit einem Mindmap malen, ein richtig dichtes Netz aus Ernährung, Transport, Globalisierung, Komplexität, Arbeitszeitreduktion, Hobbies, Lebensstile, Verteilungsgerechtigkeit, Dienstleistungen, Medizin, gobale Gerechtigkeit, Arbeitsmobilität, Infrastruktur und Raumplanung... Und alle Linien haben Pfeile, oft in beide Richtungen. Wie werden sich Infrastrukturen entwickeln, wenn das Pendeln zum Arbeitsplatz nicht mehr möglich ist? Wie werden sich unsere Konsummuster ändern müssen, wenn die energiehungrigen Industrien umdenken mussten? Wie wird das tägliche Leben in Familien aussehen? Welche Produkte werden wir nutzen? Lass dich in deinen Gedanken treiben. Besorg dir für das Mindmap besser ein Blatt in A1-Größe und schreib klein...
Und nein, Erdöl lässt sich niemals durch Strom aus Wasser/Wind/etc. ersetzen. Nicht in der Menge, wie wir die Energie grade verbraten. Aber das weißt du ja.
Inmitten so einer Realität muss ich leider bei den ganzen Weltraumfantasien herzlich lachen. Die Verfügbarkeit von Energie ist ein wesentlicher Faktor, auch was an gesellschaftlichen Geschmacksrichtungen verfügbar ist. Woher soll die Energie kommen für bemannte Raumfahrt wie in Star Trek? Atomkraft? Klar, es gibt Leute, die fest an die kalte Fusion glauben. Aber wir sollten doch aus der Geschichte über die Risikospirale (Begriff von Ulrich Beck, wenn mich nicht alles täuscht) gelernt haben. Jede neue Technologie soll in Wahrheit ja die Risiken und Probleme der alten Technologie lösen, aber bringt nur wieder neue Risiken in die Welt. Die Atomkraft wurde in Zeiten vom sauren Regen, der ja durch die Emissionen aus Kohlekraftwerken verursacht wurde, gefeiert. Bis uns mal ganz dezent ein Atomkraftwerk um die Ohren geflogen ist. Nö, ich glaube nicht an die kalte Fusion.
Ich glaube an Greenpunk.
So wie Steampunk ein vergangenes Energie- und Technikregime (Kohle/Dampf und Mechanik) in die Zukunft projiziert, projiziere ich mit meinem voll cool ganz alleine ausgedachten Prinzip des Greenpunk ein auf Biomasse basierendes Regime in die Zukunft. Nur halt ohne die ganzen uncoolen Sachen wie Patriarchat, Feudalismus, Pest und sowas. Und wirklich nix spricht gegen 3D Drucker. Aber halt das mit dem High Tech mal mit mehr Abstand sehen. Weil sonst ist man nur traurig und maulig, wenn wir wieder auf ein Energiemengenniveau von, keine Ahnung, 1920 oder so, zurückfallen.
Deswegen bin ich Minimalistin.
Es gibt ja so viele Gründe, reduziert zu leben, wie es reduziert Lebende gibt. Einer meiner beiden Hauptgründe ist Peak Everything. Er ist bereits Realität. Aber während andere noch mit Scheuklappen jedes Jahr auf die Malediven fliegen (solang es die noch gibt), bereite ich mich mental auf ein postfossiles Leben vor.
Und deswegen hab ich irgendwie auch immer nur ein müdes Lächeln für all diese High-Tech-Romantik übrig. Ich sag: Low Tech ist die Zukunft. Greenpunk :D
Deine Meinung?
Ich kenn natürlich die Amischen, aber ich hab vergessen, wie inspirierend sie zum Thema Konsumkritik sind, auch wenn ich mit Religion und religiösem Leben null anfangen kann, und auch einiges kritisch seh.
Entgegen allen futuristischen Settings in Dystopien und Sci-fi-Serien sehe ich persönlich die Zukunft sehr viel mehr Low Tech als den Filmemachern und Spieleentwicklern Spaß machen würde.
Low Tech, das sind schlaue Gerätschaften, die ohne Strom o.ä. auskommen. Fahrräder sind Low Tech, ein Mixer mit Handkurbel ist Low Tech, zwei Tonkrüge mit Erde dazwischen zur Aufbewahrung von Gemüse sind Low Tech, und Segelschiffe auch.
Niemand sagt, dass diese Sachen optisch daherkommen müssen wie aus dem 18. Jahrhundert, auch wenn das manch einer schick finden kann (ich zB :D). Niemand sagt, dass das Zeug nicht beim Nachbarn ausm 3D Drucker kommen darf.
Und niemand sagt, dass Segelschiffe einen zurück ins Mittelalter katapultieren. Moderne Segelschiffe sind erstens schick und modern anzusehen und zweitens den Motorenschiffen weit überlegen (kein Motor, kein Tank, dadurch schneller, wendiger und mehr Ladefläche). Wirf mal die Suchmaschine an, da gibts ganz abgefahrene Sachen, teilweise wirklich mit Segeln, teilweise mit Turbinen. Im Netzkonstrukteur-Blog gibts ein paar so geniale Technologien, wo Strom aus riesigen Grashalmen gewonnen wird. Äh, ich schweife ab.
Aber die Realität ist trotz allem, dass uns die Rohstoffe alle enorm ausgehen. Peak Oil ist bekannt - dass uns das Erdöl verpufft. Keine Sau würde sich für die kompliziert und teuer zu bewirtschaftenden Teersandfelder interessieren, wenn die Kacke nicht schon am Dampfen wär. Unsere Gesellschaft basiert so dermaßen auf Erdöl, dass uns das volle Ausmaß noch gar nicht bewusst ist.
Energie ist ein ganz zentrales Element im Funktionieren einer gesellschaftlichen Ordnung, aber es wird eigentlich nie angesprochen, auch die Wissenschaft ist meist auf dem Energie-Auge blind.
Unsere Geschichte geht ja nämlich so:
Pflanzen wandeln Sonnenenergie in essbare Kalorien um. Tiere essen Pflanzen und nehmen damit indirekt Sonnenenergie auf - sie eignen sich die Energie die sie zum lustig Herumspringen brauchen also an, indem sie prima Biomasse jausnen. Jäger/Sammler-Gesellschaften brauchen zum Leben auch Biomasse: Pflanzen, Tiere, Holz. Nicht alles wird für Energie gebraucht (indem man es in Bauchspeck oder Lagerfeuer umwandelt), sondern auch für Häuschen und Pfeile.
Die Agrargesellschaft (neolithische Revolution) geht einen Schritt weiter, sie eignet sich nicht nur frei herumliegende Biomasse an, sie erhöht die für sie verfügbare Energie, indem sie Natur kolonisiert. So nennt man das, wenn man Nutztiere züchtet und Ackerbau betreibt, also Ökosysteme gezielt so verändert, dass der Ertrag steigt. Wenn man das geschickt macht, hat man eine kleine Überproduktion, sodass 5% der Bevölkerung nicht in der Landwirtschaft tätig sein muss.
Der große Sprung kommt durch die industrielle Revolution, wo plötzlich durch fossile Energieträger, also Kohle und später Erdöl, dermaßen große Mengen an Energie zur Verfügung stehen, wie niemals zuvor (und mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals danach...). Eine Gesellschaft kann sich nur innerhalb der energetischen Grenzen entwickeln - und die sind abhängig vom Boden, wo unser Bohnenaufstrich sozusagen rauswächst. Wirds mit dem eigenen Boden eng, holt man sichs von woanders (Kolonialismus). Fossile Energieträger haben also ein ganz wesentliches Problem (kurzzeitig) gelöst - Party!
Der wesentliche Punkt ist, Energie war immer der zentrale begrenzende Faktor und man muss alle gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen auch auf dem Hintergrund der verfügbaren Energie(träger) betrachten (leider wird das auch in der Wissenschaft meistens ignoriert).
Und der ganze Rest...
Aber das mit der Energie ist ja noch nicht alles. Der ganze Rest geht uns aus. Um die Ernährung von 7, 8 oder 10 Milliarden Menschen zu gewährleisten, brauchen wir zum Beispiel Düngemittel. Ohne die Grüne Revolution wäre die heutige Lebensmittelproduktion ja gar nicht möglich. Düngemittel kommt aber nicht aus dem Nichts. Ja ok, mit dem Haber-Bosch-Verfahren kann man sich Ammoniak sozusagen aus der Luft ziehen (allerdings nur mit enormen Energieeinsatz, und die geht uns ja bekanntlich aus). Aber sonst können wir uns Phosphor nur aus dem Berg holen - und auch das geht uns aus.
Die fruchtbaren Böden gehen uns aus. Erstens historisch bedingt - die ersten Siedlungen waren natürlich dort, wo was gut wächst. Wenn Siedlungen sich räumlich ausdehnen (urban sprawl), schlucken sie dann blöderweise genau diesen fruchtbaren Boden. Zweitens natürlich die Übersäuerung und Bodenerosion. Boden ist eine endliche Ressource. Was weg ist, ist weg. Puff. Die Humusschicht braucht viele hundert Jahre, um sich wieder aufzubauen und bis dahin muss man sie natürlich komplett in Ruhe lassen. Außer es hat sich eine Wüste gebildet, dann ist es eher mal zu spät, tät ich sagen.
Viele Metalle gehen uns aus - allen voran die Seltenen Erden. Die sind nicht in dem Sinne selten, sondern nur meistens in so Minimengen vertreten, dass man unglaublich viel mehr Geld in den Abbau stecken müsste, als rausschauen würde. Es gibt ein paar Orte, wo die konzentrierter vorkommen, und die leeren sich grade fleißig. Ist halt blöd, dass Photovoltaik zB ohne Seltene Erden nicht geht.
Die Liste ginge noch weiter. Trinkwasser zum Beispiel, ganz schirches Problem. Ach, wirf einfach mal die Suchmaschine an und such nach "Peak Everything". Halte Frustkekse bereit. Bio, wenn geht.
Peak Everything vs. heutige Gesellschaft
All diese Ressourcen sind viel wichtiger und grundlegender für unsere heutige Gesellschaft, als wir uns das im Alltag bedenken.
Dass wir eine Dienstleistungsgesellschaft haben, wo nur noch 2-5% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten muss, das geht nur mit Erdöl. Weil wir so die menschliche Arbeit im physikalischen Sinne nicht mehr brauchen. Es ist eine einfache Rechnung: Je mehr Überproduktion von landwirtschaftlichen Produkten, desto komplexer kann eine Gesellschaft sein. Agrarische Gesellschaften sind wenig komplex. Bei 5% nichtlandwirtschaftlicher Bevölkerung ist da nur eine kleine Adelsschicht drin. Entweder man beutet andere Völker aus (Kolonialismus) und kommt so zu mehr Rohstoffen, oder man ersetzt irgendwie Arbeitskraft durch zB. Erdöl. Man darf gespannt sein, wie sich das weiterentwickeln wird. Zurück ins Mittelalter ist keine Option, allein schon deswegen, weil die Uhr, tickitacki, immer nur nach vorne geht. Was aber alles an der Ressource Erdöl hängt, darfst du dir selber mit einem Mindmap malen, ein richtig dichtes Netz aus Ernährung, Transport, Globalisierung, Komplexität, Arbeitszeitreduktion, Hobbies, Lebensstile, Verteilungsgerechtigkeit, Dienstleistungen, Medizin, gobale Gerechtigkeit, Arbeitsmobilität, Infrastruktur und Raumplanung... Und alle Linien haben Pfeile, oft in beide Richtungen. Wie werden sich Infrastrukturen entwickeln, wenn das Pendeln zum Arbeitsplatz nicht mehr möglich ist? Wie werden sich unsere Konsummuster ändern müssen, wenn die energiehungrigen Industrien umdenken mussten? Wie wird das tägliche Leben in Familien aussehen? Welche Produkte werden wir nutzen? Lass dich in deinen Gedanken treiben. Besorg dir für das Mindmap besser ein Blatt in A1-Größe und schreib klein...
Und nein, Erdöl lässt sich niemals durch Strom aus Wasser/Wind/etc. ersetzen. Nicht in der Menge, wie wir die Energie grade verbraten. Aber das weißt du ja.
Raumschiffe und Marsbesiedelung? Eh niedlich.
Inmitten so einer Realität muss ich leider bei den ganzen Weltraumfantasien herzlich lachen. Die Verfügbarkeit von Energie ist ein wesentlicher Faktor, auch was an gesellschaftlichen Geschmacksrichtungen verfügbar ist. Woher soll die Energie kommen für bemannte Raumfahrt wie in Star Trek? Atomkraft? Klar, es gibt Leute, die fest an die kalte Fusion glauben. Aber wir sollten doch aus der Geschichte über die Risikospirale (Begriff von Ulrich Beck, wenn mich nicht alles täuscht) gelernt haben. Jede neue Technologie soll in Wahrheit ja die Risiken und Probleme der alten Technologie lösen, aber bringt nur wieder neue Risiken in die Welt. Die Atomkraft wurde in Zeiten vom sauren Regen, der ja durch die Emissionen aus Kohlekraftwerken verursacht wurde, gefeiert. Bis uns mal ganz dezent ein Atomkraftwerk um die Ohren geflogen ist. Nö, ich glaube nicht an die kalte Fusion.
Ich glaube an Greenpunk.
So wie Steampunk ein vergangenes Energie- und Technikregime (Kohle/Dampf und Mechanik) in die Zukunft projiziert, projiziere ich mit meinem voll cool ganz alleine ausgedachten Prinzip des Greenpunk ein auf Biomasse basierendes Regime in die Zukunft. Nur halt ohne die ganzen uncoolen Sachen wie Patriarchat, Feudalismus, Pest und sowas. Und wirklich nix spricht gegen 3D Drucker. Aber halt das mit dem High Tech mal mit mehr Abstand sehen. Weil sonst ist man nur traurig und maulig, wenn wir wieder auf ein Energiemengenniveau von, keine Ahnung, 1920 oder so, zurückfallen.
Deswegen bin ich Minimalistin.
Es gibt ja so viele Gründe, reduziert zu leben, wie es reduziert Lebende gibt. Einer meiner beiden Hauptgründe ist Peak Everything. Er ist bereits Realität. Aber während andere noch mit Scheuklappen jedes Jahr auf die Malediven fliegen (solang es die noch gibt), bereite ich mich mental auf ein postfossiles Leben vor.
Und deswegen hab ich irgendwie auch immer nur ein müdes Lächeln für all diese High-Tech-Romantik übrig. Ich sag: Low Tech ist die Zukunft. Greenpunk :D
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Minimalismus,
Nachhaltigkeit,
Postfossil
30. August 2015
Die Brauch es auf! Challenge (und das Kapital)
Jetzt, wo ich einerseits ziemlich ziemlich pleite bin (Monatsende, argl), andererseits ja meine Küche komplett renovieren und somit ausräumen muss, hab ich endlich auch die Motivation für die Brauch es auf! - Challenge, zu der Apfelmädchen und sadfsh in ihrem Blog aufgerufen haben.
Mein kleines Problem mit Vorräten hat sich zum Glück schon gelöst, aber es gibt trotzdem einiges zum Aufbrauchen, auch weil das Zeug ja nicht ewig hält und es teilweise schon sehr lange da rumsteht.
Aber eigentlich ist es gar nicht so schlecht bestellt um das Essenszeug für einen 1,5-Personenhaushalt. Es war sicherlich ein Vorteil, dass ich im Juli keinen Kopf zum Kochen gehabt hab und im August so selten daheim war.
Statt meiner Inventarsliste gibts jetzt lieber Überblicksfotos. Seht ihr, wie leer meine Vorratsgläser schon sind? :) Die waren früher mal alle bummvoll.
Hier bekommt ihr auch einen Einblick in meine Retro-Küche, hier der original 70er Boden/Wand-Belag. (Mehr dann bei den Vorher/Nachher-Fotos. Noch ist die Sache mit dem Kostenvoranschlag und der Kücheneinrichtungsplanung am Laufen. Ab Mitte/Ende Semptember kommen dann die 3-4 Dreck&Staub-Wochen. Es wird ja einiges aufgestemmt und rausgerissen. Fürcht mich eh schon ein bissl.)
Viele Sachen sind wohl nicht so schwer aufzubrauchen zu sein. Die Kichererbsen verschwinden nach und nach in Curries. Bei Buchweizenmehl wirds schon schwieriger. Ich mach zwar manchmal Galettes (das sind Crêpes aus Buchweizenmehl, sind deftig gefüllt, aber mir schmeckts auch süß mit Obst und Ahornsirup), aber da geht nicht wirklich viel von dem Zeug weiter. Vielleicht werd ich Brownies machen mit halb Buchweizenmehl, halb Dinkel-Vollkornmehl? (Sollte ich schnell machen, bevor ich 3 Wochen lang keine Küche hab...) Wofür verwendet ihr denn Buchweizenmehl?
Und auch ein Sorgenkind: Weizengraspulver. Ich verwends bis jetzt für grüne Smoothies für Faule, aber ich mags nicht nur dafür verwenden. Ich probier mal, obs in Porridge schmeckt. Wofür verwendest du es denn?
Ich bin echt gespannt, wie weit ich es schaffe, die Sachen aufzubrauchen. Wie kreativ ich werde, um so wenig wie möglich neu zu kaufen. Der Startschuss ist heute und ich werde alles dokumentieren, was ich bis zum Beginn der Renovierung neu kaufen musste und was ich alles aufgebraucht hab. Es wäre irgendwie schön, mit der neuen Küche dann auch die Bevorratung neu zu beginnen.
Ja und dann muss ich noch was gestehen, was mir sehr peinlich ist. Ich hab jetzt besser verstanden, warum Menschen in westlichen Ländern dazu tendieren, Essen wegzuwerfen. Weil ich im Juni und Juli echt viel Essen weggeworfen hab :( Ich war so gestresst mit dem Uniabschluss, dass ich keine Zeit/Nerven zum Kochen gehabt hab und viele Sachen einfach übersehen hab. In der extremen Hitze sind mir die Bananen auch sofort braun geworden. Normalerweise back ich dann damit Kuchen, aber so hab ich die Dinger teilweise büschelweise wegwerfen müssen. Ich versteh jetzt, dass gestresste Menschen, also Leute mit 40h-Job und Kindern zum Beispiel, einfach keinen Kopf für Aufbrauchen und Restlessen haben. Ich hab das auch nicht gehabt. Meine Kreativität war völlig von meiner Haupttätigkeit verbraucht, ich hab den Überblick über meine Vorräte verloren und alles, was nicht schnell zubereitet war, vergammelte.
Die Kombination aus wenig Geld und viel Stress hat bei mir auch dazu geführt, dass ich viele doppelt und dreifach plastikverpackte Sachen im Diskonter gekauft hab. Mit dem Rad zum Markt fahren war einfach nicht drin. Die vielen Plastikfolien und Bioplastikdoserln (vom Biobestellinder) im Mistkübel waren mir sogar ziemlich sehr wurscht. Meine Konzentration lag einfach woanders. Bei mir war das jetzt natürlich erstmal nur kurzzeitig. Aber für andere Leute ist das vielleicht dauerhaft. Ich denk da vor allem an Alleinerziehende. Man kommt nach einem 8-10 Stunden Tag erschöpft nach Hause, muss dann noch den Haushalt erledigen, Kochen, die Hausaufgaben von den Kindern kontrollieren, schauen was die nächsten Tage so ansteht, möchte vielleicht auch noch einen kleinen Funken Freizeit haben (aus Erschöpfung meist vorm Fernseher verbracht). Am Wochenende muss man sich um die Oma kümmern, mit den Kindern was unternehmen oder Mama/Papa-Taxi für sie spielen, ihnen beim Lernen helfen. Will sich vielleicht in der minimalen Zeit, die übrig bleibt, auch mal mit Freunden treffen. Kinder werden zu unpassendsten Zeiten krank oder bauen Mist (man darf unerwartet die Nacht im Krankenhaus verbringen). Der Chef macht Stress, das Projekt muss fertig werden, Überstunden. Wo bitte hat man da Geld, Zeit oder den Kopf, um sich Gedanken um Lebensmittelverschwendung zu machen, Müllvermeidung, DIY? Man kauft einmal die Woche Lebensmittel ein, das muss huschhusch gehen. Und natürlich wird bei so einem Einkaufsrhythmus mal was schlecht. Kind 1 bleibt spontan bei einem Freund zum Mittagessen, Kind 2 will plötzlich Lebensmittel X partout nicht mehr essen, man hat sich vertan oder im Stress zu viel gekauft. Im Tiefkühler vom Wocheneinkauf kein Platz, isst mans selbst wird man dick, also wegschmeißen.
Wer viel Stress hat im Leben, viele Unsicherheiten, sucht dann die Sicherheit auch in vielen Vorräten. Und da hat das Sicherheitsgefühl mehr Gewicht als das Risiko, ein paar Sachen wegwerfen zu müssen. Wer wenig Geld hat, hamstert bei Angeboten. Wer viele Vorräte hat, verliert den Überblick und kauft manches doppelt. Und auch so steigt das Risiko, dass was gammlig wird.
Lauter so Sachen.
Ich glaube, Nachhaltigkeit ist eine Sache von kulturellem und finanziellem und zeitlichem Kapital und das ist ja extrem ungleich verteilt. Wer kann sich Bio leisten? Wer hat das Wissen, wie man Ressourcen spart? Wer hat das Bewusstsein um die Endlichkeit der Ressourcen? Wer versteht tatsächlich, was das 2-Grad-Ziel bedeutet? (Für "Normalos" klingen 2 Grad ja nach nix, es wird in den Medien ja die Bedeutung oft nicht kommuniziert) Wer hat die Zeit, Marmelade selbst einzukochen?
Naja. Jedenfalls brauche ich heute gleich mal die Cashews auf. Wer errät, was das hier wird?
Was sind deine Gedanken dazu?
Mein kleines Problem mit Vorräten hat sich zum Glück schon gelöst, aber es gibt trotzdem einiges zum Aufbrauchen, auch weil das Zeug ja nicht ewig hält und es teilweise schon sehr lange da rumsteht.
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| Angestaubtes Glas mit halben Kichererbsen - das Maskottchen meines Aufbrauchens, quasi |
Aber eigentlich ist es gar nicht so schlecht bestellt um das Essenszeug für einen 1,5-Personenhaushalt. Es war sicherlich ein Vorteil, dass ich im Juli keinen Kopf zum Kochen gehabt hab und im August so selten daheim war.
Statt meiner Inventarsliste gibts jetzt lieber Überblicksfotos. Seht ihr, wie leer meine Vorratsgläser schon sind? :) Die waren früher mal alle bummvoll.
Hier bekommt ihr auch einen Einblick in meine Retro-Küche, hier der original 70er Boden/Wand-Belag. (Mehr dann bei den Vorher/Nachher-Fotos. Noch ist die Sache mit dem Kostenvoranschlag und der Kücheneinrichtungsplanung am Laufen. Ab Mitte/Ende Semptember kommen dann die 3-4 Dreck&Staub-Wochen. Es wird ja einiges aufgestemmt und rausgerissen. Fürcht mich eh schon ein bissl.)
Viele Sachen sind wohl nicht so schwer aufzubrauchen zu sein. Die Kichererbsen verschwinden nach und nach in Curries. Bei Buchweizenmehl wirds schon schwieriger. Ich mach zwar manchmal Galettes (das sind Crêpes aus Buchweizenmehl, sind deftig gefüllt, aber mir schmeckts auch süß mit Obst und Ahornsirup), aber da geht nicht wirklich viel von dem Zeug weiter. Vielleicht werd ich Brownies machen mit halb Buchweizenmehl, halb Dinkel-Vollkornmehl? (Sollte ich schnell machen, bevor ich 3 Wochen lang keine Küche hab...) Wofür verwendet ihr denn Buchweizenmehl?
Und auch ein Sorgenkind: Weizengraspulver. Ich verwends bis jetzt für grüne Smoothies für Faule, aber ich mags nicht nur dafür verwenden. Ich probier mal, obs in Porridge schmeckt. Wofür verwendest du es denn?
Ich bin echt gespannt, wie weit ich es schaffe, die Sachen aufzubrauchen. Wie kreativ ich werde, um so wenig wie möglich neu zu kaufen. Der Startschuss ist heute und ich werde alles dokumentieren, was ich bis zum Beginn der Renovierung neu kaufen musste und was ich alles aufgebraucht hab. Es wäre irgendwie schön, mit der neuen Küche dann auch die Bevorratung neu zu beginnen.
Ja und dann muss ich noch was gestehen, was mir sehr peinlich ist. Ich hab jetzt besser verstanden, warum Menschen in westlichen Ländern dazu tendieren, Essen wegzuwerfen. Weil ich im Juni und Juli echt viel Essen weggeworfen hab :( Ich war so gestresst mit dem Uniabschluss, dass ich keine Zeit/Nerven zum Kochen gehabt hab und viele Sachen einfach übersehen hab. In der extremen Hitze sind mir die Bananen auch sofort braun geworden. Normalerweise back ich dann damit Kuchen, aber so hab ich die Dinger teilweise büschelweise wegwerfen müssen. Ich versteh jetzt, dass gestresste Menschen, also Leute mit 40h-Job und Kindern zum Beispiel, einfach keinen Kopf für Aufbrauchen und Restlessen haben. Ich hab das auch nicht gehabt. Meine Kreativität war völlig von meiner Haupttätigkeit verbraucht, ich hab den Überblick über meine Vorräte verloren und alles, was nicht schnell zubereitet war, vergammelte.
Die Kombination aus wenig Geld und viel Stress hat bei mir auch dazu geführt, dass ich viele doppelt und dreifach plastikverpackte Sachen im Diskonter gekauft hab. Mit dem Rad zum Markt fahren war einfach nicht drin. Die vielen Plastikfolien und Bioplastikdoserln (vom Biobestellinder) im Mistkübel waren mir sogar ziemlich sehr wurscht. Meine Konzentration lag einfach woanders. Bei mir war das jetzt natürlich erstmal nur kurzzeitig. Aber für andere Leute ist das vielleicht dauerhaft. Ich denk da vor allem an Alleinerziehende. Man kommt nach einem 8-10 Stunden Tag erschöpft nach Hause, muss dann noch den Haushalt erledigen, Kochen, die Hausaufgaben von den Kindern kontrollieren, schauen was die nächsten Tage so ansteht, möchte vielleicht auch noch einen kleinen Funken Freizeit haben (aus Erschöpfung meist vorm Fernseher verbracht). Am Wochenende muss man sich um die Oma kümmern, mit den Kindern was unternehmen oder Mama/Papa-Taxi für sie spielen, ihnen beim Lernen helfen. Will sich vielleicht in der minimalen Zeit, die übrig bleibt, auch mal mit Freunden treffen. Kinder werden zu unpassendsten Zeiten krank oder bauen Mist (man darf unerwartet die Nacht im Krankenhaus verbringen). Der Chef macht Stress, das Projekt muss fertig werden, Überstunden. Wo bitte hat man da Geld, Zeit oder den Kopf, um sich Gedanken um Lebensmittelverschwendung zu machen, Müllvermeidung, DIY? Man kauft einmal die Woche Lebensmittel ein, das muss huschhusch gehen. Und natürlich wird bei so einem Einkaufsrhythmus mal was schlecht. Kind 1 bleibt spontan bei einem Freund zum Mittagessen, Kind 2 will plötzlich Lebensmittel X partout nicht mehr essen, man hat sich vertan oder im Stress zu viel gekauft. Im Tiefkühler vom Wocheneinkauf kein Platz, isst mans selbst wird man dick, also wegschmeißen.
Wer viel Stress hat im Leben, viele Unsicherheiten, sucht dann die Sicherheit auch in vielen Vorräten. Und da hat das Sicherheitsgefühl mehr Gewicht als das Risiko, ein paar Sachen wegwerfen zu müssen. Wer wenig Geld hat, hamstert bei Angeboten. Wer viele Vorräte hat, verliert den Überblick und kauft manches doppelt. Und auch so steigt das Risiko, dass was gammlig wird.
Lauter so Sachen.
Ich glaube, Nachhaltigkeit ist eine Sache von kulturellem und finanziellem und zeitlichem Kapital und das ist ja extrem ungleich verteilt. Wer kann sich Bio leisten? Wer hat das Wissen, wie man Ressourcen spart? Wer hat das Bewusstsein um die Endlichkeit der Ressourcen? Wer versteht tatsächlich, was das 2-Grad-Ziel bedeutet? (Für "Normalos" klingen 2 Grad ja nach nix, es wird in den Medien ja die Bedeutung oft nicht kommuniziert) Wer hat die Zeit, Marmelade selbst einzukochen?
Naja. Jedenfalls brauche ich heute gleich mal die Cashews auf. Wer errät, was das hier wird?
Was sind deine Gedanken dazu?
Tags:
Ausmisten,
Essen,
Gedanken,
Konsum,
Minimalismus,
Nachhaltigkeit
21. Dezember 2014
Ein weiteres Jahr Minimalismus - wir blicken zurück (5)
Und auch heute haben wir 3 von Frau Dingdongs Fragen übernommen, um ein bisschen auf das Minimalismusjahr 2014 zurückzublicken.
Heute geht es um Aussehen und Stil, Routine und persönliche Organisation.
3. Dezember 2014
Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?
Dass unser Wirtschaftssystem ordentlich kränkelt, merkt man finde ich vor allem in der Vorweihnachtszeit.
Die Leute können sich immer weniger leisten und trotzdem kaufen sie wie die Wahnnsinnigen. Teilhabe an der Konsumkultur ist so wichtig wie nie zuvor - relative Armut heißt das dann, wenn man zwar nicht hungert und nicht friert, aber sich Kino- und Restaurantbesuche, den Flug auf die Malediven und das neueste iPhone nicht leisten kann.
Arbeitslosenzahlen steigen, während jene die Erwerbsarbeit haben immer unzufriedener und ausgebrannter und überarbeiteter werden (und aus Frust mehr kaufen?), die Arbeitsverhältnisse immer ungerechter (All-in-Verträge, ECHT JETZT?!), der Erwerbslebenslauf immer zerspragelter (nach der Uni ist vor der Uni: mit 3 prekären Teilzeitjobs so dahinwurschteln, dazwischen unregelmäßige Arbeitslosigkeit).
Da denkt man sich schon: Warum ist Einkommen eigentlich noch kein Menschenrecht? Und was könnte mit der Konsumspirale passieren, wenn man keine Existenzängste mehr haben muss?
Wer vom Konzept "Bedingungsloses Grundeinkommen" noch nie oder nur den Namen gehört hat - und für alle anderen auch -, für den hab ich jetzt was Schönes zum Nachdenken für die Adventszeit:
Die Leute können sich immer weniger leisten und trotzdem kaufen sie wie die Wahnnsinnigen. Teilhabe an der Konsumkultur ist so wichtig wie nie zuvor - relative Armut heißt das dann, wenn man zwar nicht hungert und nicht friert, aber sich Kino- und Restaurantbesuche, den Flug auf die Malediven und das neueste iPhone nicht leisten kann.
Arbeitslosenzahlen steigen, während jene die Erwerbsarbeit haben immer unzufriedener und ausgebrannter und überarbeiteter werden (und aus Frust mehr kaufen?), die Arbeitsverhältnisse immer ungerechter (All-in-Verträge, ECHT JETZT?!), der Erwerbslebenslauf immer zerspragelter (nach der Uni ist vor der Uni: mit 3 prekären Teilzeitjobs so dahinwurschteln, dazwischen unregelmäßige Arbeitslosigkeit).
Da denkt man sich schon: Warum ist Einkommen eigentlich noch kein Menschenrecht? Und was könnte mit der Konsumspirale passieren, wenn man keine Existenzängste mehr haben muss?
Wer vom Konzept "Bedingungsloses Grundeinkommen" noch nie oder nur den Namen gehört hat - und für alle anderen auch -, für den hab ich jetzt was Schönes zum Nachdenken für die Adventszeit:
Ich mag ja den Schweizer Akzent so gern!
Damit das Bild aber zurechtgerückt wird, hier auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, wenn du magst:
Damit das Bild aber zurechtgerückt wird, hier auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, wenn du magst:
Wie denkst du über dieses Thema? Wär das was? Oder lieber nicht? Und was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?
20. August 2014
materialfehlers Operation Kleiderschrank
Mein
Kleiderschrank ist seit einiger Zeit ein größeres Thema für mich.
Nachdem ich radikal ausgemistet habe, möchte ich nun bedacht eine
Garderobe aufbauen, an der ich viele Jahre Freude haben werde.
Ich habe in meinen zweieinhalb Jahrzehnten schon ein paar Sachen durch. In der Kindheit war mir Kleidung wurscht, in der Pubertät hab ich viel ausprobiert. Dann so ab 20-22 war schleichend die Leere da: was mag ich, wer bin ich, was ist meine Rolle in der Welt, was möchte und was muss ich darstellen? Mein Kleidungsstil war ab dieser Zeit irgendwie undurchdacht und unsicher. Viele Fehlkäufe, ein hoher Kleiderschrankmetabolismus.
Ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Es gibt einfach immer Zeiten im Leben, wo das Äußere plötzlich nicht mehr zum Inneren passt, sich der Lebensstil geändert hat oder sonst was passiert ist. Ob man eine Familie gegründet, eine schwere Krise überwunden oder einfach nur die Pubertät erledigt hat, ohne Adaption fühlt man sich dann irgendwie... komisch. (Und natürlich entwickelt man sich auch ohne Brüche schleichend weiter.)
Und dann stieß ich irgendwann auf hilfreiche Informationen im Netz und langsam formierte sich sowas wie ein System. Jetzt langsam wirds und weil mir diese Infos so helfen, fand ichs eine gute Idee, sie hier im Blog zu teilen.
Dann ist da natürlich auch noch das persönliche Thema der Identiät. Kleidung ist wichtiger Bestandteil der eigenen Identität, egal ob sie einem wurscht ist oder auf welche Aspekte man Wert legt. Es geht hier im Westen schließlich niemand die ganze Zeit nackig herum.
Die meisten Menschen drücken sich über Kleidung aus, egal ob man auf "praktisch" oder "schick" Wert legt, man sieht es. Und wir nehmen auch andere Menschen unter anderem über ihre Hülle wahr.
Ich bin bestimmt nicht die einzige, die sich fragt: Was gefällt mir, was steht mir, was passt mir, wo finde ich das, wie bring ich das alles zusammen? Wie ist Kleidung beschaffen, in der ich mich wie ich selber fühle? Wie steht es um Nachhaltigkeit und Qualität? Wie kann ich Lebensphilosophien wie etwa Minimalismus sinnvoll einbringen? Was sind meine weiteren Kriterien? Wo sind mir manche Dinge wichtiger als andere?
Ich persönlich wünsche mir einen Kleiderschrank, der so konsistent und durchdacht ist, dass ich blind reingreifen kann und trotzdem nach meinen persönlichen Kriterien gut angezogen bin. Ich brauche auch einen guten Überblick (morgens mit verquollenen Augen herumwühlen ist uncool), deswegen ist ein moderater Minimalismus angebracht. Die meiste Mode, die man in Geschäften, auf Laufstegen, in Modeblogs und Pinterestboards finden kann, sagt mir nicht zu, deswegen muss ich andere Inspirationsquellen finden. Auch wenn ich bereit bin, mich kürzerfristig sehr intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, ist mein langfristiges Ziel, dass ich mir eben nicht mehr so viele Gedanken machen muss. Mode ist definitiv nicht mein zentrales Hobby ;)
Eine Vorauswahl reduziert die Komplexität - man spart Nerven, Lebenszeit und Geld und man erspart Mensch und Umwelt ein bisschen Leid.
Es gibt verschiedene Vorgangsweisen, die jedoch alle auf einen Punkt zusammenlaufen: Es wird durch ein System eine Vorauswahl getroffen, die die Möglichkeiten reduziert und damit das Leben vereinfacht. Diese Vorauswahl kann Geschmack, Lebensstil, Finanzen, Farbtyp, Werthaltung, Körpertyp, Körperproportionen und ähnliches sein. Auf was man Wert legt und was einem hilft, ist sehr individuell. Allem gemein ist jedoch, dass man sich eben vorher Gedanken macht und dann gezielt einkauft.
Vielleicht interessieren dich diese Gedanken, vielleicht helfe ich dir damit oder du hast gute Ideen für mich - dann schau einfach in den nächsten Wochen hier rein! :)
Ist der Kleiderschrank ein Thema für dich? Entwickelst du deinen Stil gerne weiter oder bist du da ganz beständig? Fühlst du dich auch manchmal verloren, gibt es gar einen besonderen Frustbereich? Oder ist dir Bekleidung komplett egal?
PS: Hier kommt noch quasi das Inhaltsverzeichnis!
Ich habe in meinen zweieinhalb Jahrzehnten schon ein paar Sachen durch. In der Kindheit war mir Kleidung wurscht, in der Pubertät hab ich viel ausprobiert. Dann so ab 20-22 war schleichend die Leere da: was mag ich, wer bin ich, was ist meine Rolle in der Welt, was möchte und was muss ich darstellen? Mein Kleidungsstil war ab dieser Zeit irgendwie undurchdacht und unsicher. Viele Fehlkäufe, ein hoher Kleiderschrankmetabolismus.
Ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Es gibt einfach immer Zeiten im Leben, wo das Äußere plötzlich nicht mehr zum Inneren passt, sich der Lebensstil geändert hat oder sonst was passiert ist. Ob man eine Familie gegründet, eine schwere Krise überwunden oder einfach nur die Pubertät erledigt hat, ohne Adaption fühlt man sich dann irgendwie... komisch. (Und natürlich entwickelt man sich auch ohne Brüche schleichend weiter.)
Und dann stieß ich irgendwann auf hilfreiche Informationen im Netz und langsam formierte sich sowas wie ein System. Jetzt langsam wirds und weil mir diese Infos so helfen, fand ichs eine gute Idee, sie hier im Blog zu teilen.
Warum sich überhaupt Gedanken machen - und welche?
Dass der Inhalt unseres Kleiderschranks bittere Folgen hat, wissen wir nicht erst seit der eingestürzten Fabrik in Bangladesh. Ein bewussterer Umgang hat nicht nur damit zu tun, möglichst faire und nachhaltige Produkte zu kaufen, sondern auch, bewusst und durchdacht zu handeln. Wer bewusst kauft, spart letztlich auch Geld, wodurch ein hochwertigerer, langlebigerer und nachhaltigerer Kleiderschrankinhalt möglich wird. Nicht jeder kann sich eine 100% ökologische und faire Garderobe leisten, aber einen bewussten Umgang sehr wohl. Auch wer sich für Minimalismus begeistern kann, kommt um eine Kleiderschrankplanung nicht herum.Dann ist da natürlich auch noch das persönliche Thema der Identiät. Kleidung ist wichtiger Bestandteil der eigenen Identität, egal ob sie einem wurscht ist oder auf welche Aspekte man Wert legt. Es geht hier im Westen schließlich niemand die ganze Zeit nackig herum.
Die meisten Menschen drücken sich über Kleidung aus, egal ob man auf "praktisch" oder "schick" Wert legt, man sieht es. Und wir nehmen auch andere Menschen unter anderem über ihre Hülle wahr.
Ich bin bestimmt nicht die einzige, die sich fragt: Was gefällt mir, was steht mir, was passt mir, wo finde ich das, wie bring ich das alles zusammen? Wie ist Kleidung beschaffen, in der ich mich wie ich selber fühle? Wie steht es um Nachhaltigkeit und Qualität? Wie kann ich Lebensphilosophien wie etwa Minimalismus sinnvoll einbringen? Was sind meine weiteren Kriterien? Wo sind mir manche Dinge wichtiger als andere?
Ich persönlich wünsche mir einen Kleiderschrank, der so konsistent und durchdacht ist, dass ich blind reingreifen kann und trotzdem nach meinen persönlichen Kriterien gut angezogen bin. Ich brauche auch einen guten Überblick (morgens mit verquollenen Augen herumwühlen ist uncool), deswegen ist ein moderater Minimalismus angebracht. Die meiste Mode, die man in Geschäften, auf Laufstegen, in Modeblogs und Pinterestboards finden kann, sagt mir nicht zu, deswegen muss ich andere Inspirationsquellen finden. Auch wenn ich bereit bin, mich kürzerfristig sehr intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, ist mein langfristiges Ziel, dass ich mir eben nicht mehr so viele Gedanken machen muss. Mode ist definitiv nicht mein zentrales Hobby ;)
System und Vorauswahl
Ob du jetzt wie ich bei quasi Null beginnst, oder deine bestehende Garderobe überarbeitest, ins Blaue hineinarbeiten macht vermutlich nicht jedem Spaß. Also ich brauch da jetzt jedenfalls ein System, und eine Vorauswahl, weil mich zu viel Auswahl immer so schnell überfordert. Ich bin damit bestimmt nicht alleine:Eine Vorauswahl reduziert die Komplexität - man spart Nerven, Lebenszeit und Geld und man erspart Mensch und Umwelt ein bisschen Leid.
Es gibt verschiedene Vorgangsweisen, die jedoch alle auf einen Punkt zusammenlaufen: Es wird durch ein System eine Vorauswahl getroffen, die die Möglichkeiten reduziert und damit das Leben vereinfacht. Diese Vorauswahl kann Geschmack, Lebensstil, Finanzen, Farbtyp, Werthaltung, Körpertyp, Körperproportionen und ähnliches sein. Auf was man Wert legt und was einem hilft, ist sehr individuell. Allem gemein ist jedoch, dass man sich eben vorher Gedanken macht und dann gezielt einkauft.
Vielleicht interessieren dich diese Gedanken, vielleicht helfe ich dir damit oder du hast gute Ideen für mich - dann schau einfach in den nächsten Wochen hier rein! :)
Ist der Kleiderschrank ein Thema für dich? Entwickelst du deinen Stil gerne weiter oder bist du da ganz beständig? Fühlst du dich auch manchmal verloren, gibt es gar einen besonderen Frustbereich? Oder ist dir Bekleidung komplett egal?
PS: Hier kommt noch quasi das Inhaltsverzeichnis!
13. August 2014
Klicktipp: derknauserer.at
Zuerst dachte ich, hihi, das klingt ja wie eine Zeitschrift, die Dagobert Duck lesen würde. Dabei ist es eine riesige Fundgrube an Tipps, Anleitungen, Denkanstößen und Diskussionen zum Thema "Einfaches Leben" - fern ab vom akademischen Hipstertum und dessen "grünen" Konsum geht es hier nicht unbedingt um chic und stylish, sondern um praktisch.
Im Forum wie im monatlichen Newsletter (den man abonnieren kann oder auf der Seite nachlesen) wird etwa ein Monat lang in einem Experiment probiert, ohne elektrisches Licht auszukommen, es werden eigene Stromgeneratoren gebastelt und Rezepte aus Wildpflanzen ausgetauscht. Im Wesentlichen geht es wohl darum, autark(er) und damit zukunftsfähiger zu werden. Michaela Brötz, der Mastermind der Seite und Autorin des Newsletters, gibt sich sichtlich sehr viel Mühe. Es lohnt sich also, besonders auch in den Newsletter-Archiven zu blättern!
Also fröhlich drauflosautarkiert auf http://www.derknauserer.at/ !
| Dagobert Duck, der alte Kapitalist und Knauserer. Quelle |
Also fröhlich drauflosautarkiert auf http://www.derknauserer.at/ !
6. August 2014
materialfehler muss schon wieder Kosmetik aufbrauchen
Puh. Also meistens fällt es mir ja leicht, mein persönliches Besitz-Level zu halten. Aber wenn im Leben viel zu tun ist, übersieht man einige Dinge leicht (besonders wenn man sie gut verstaut). Und ich hab paradoxerweise bei Essen und Kosmetik einen leichten Hamstertick. Gib mir einen -10% Gutschein vom dm und ich lass auf einen Schlag 150€ dort und komm mit zwei Reisetaschen voller Nudeln, Müsli, Aufstriche und Schampoo wieder. Weil wird ja nicht schlecht! Unterm Strich hab ich voll gespart! Muss ich seltener einkaufen! Muss ich am Sonntag nicht verhungern!
Schlimm ist das.
Aber zuerst mal zur besseren Nachricht:
Kosmetikprodukte
DIY Rohstoffe
Und jetzt zur schlechten...
Die Liste der Schande werde ich diesmal zusammenkürzen. Zu verbrauchen ist:
Puh. PUH!
Also der Plan ist der, dass ich aus jeder Kategorie nichts kaufen oder pantschen darf, bevor nicht alles (aus der jeweiligen Kategorie) aufgebraucht ist und alle o mit einem x abgehakt.
Hamsterkäufe bei Nudeln oder Apfelringen, die bei mir schnell wieder weg sind, sind das eine, aber Schampoo brauch ich in hundert Jahren nicht auf (zumal ich mittlerweile meist mit Seife wasche).
Verschenken möchte ich diesmal nach Möglichkeit nichts, weil ich mir das Aufbrauchen beibringen möchte. Mir ist beim letzten Besuch bei meinen Eltern aufgefallen, dass meine Mutter keine Vorräte ansammelt. Erst wenn man in die Duschgelflasche Wasser reinfüllt, um den letzten Rest aufzubrauchen, wird ein neues gekauft. Irgendwo im Netz hat eine Bloggerin oder Forumsuserin davon erzählt, dass ihr aufgefallen ist, dass sie viel zu früh Zahnpasta kauft - sie glaubt immer, die Tube wäre aus, dabei kommt sie dann noch mindestens ein Monat damit aus. Meine Schwester ist genauso, die kauft auch immer massig Vorräte. Sie hat allerdings ein Haus mit großer Vorratskammer (und einen Pack hungriger Wölfe äh Kinder), die Kammer wäre auch da, wenn sie nur halbvoll wäre. Aber bei mir in meiner kleinen Wohnung ist das doch absurd. So schnell bricht der 3. Weltkrieg auch wieder nicht aus.
Gehts euch da genauso? Erwischt ihr euch auch beim sinnlosen Hamstern? Oder kauft ihr wirklich nur Stück für Stück zeitnah nach?
Schlimm ist das.
Aber zuerst mal zur besseren Nachricht:
Alles, was ich seit dem letzten Posting aufgebraucht oder sonst wie losgeworden bin
Kosmetikprodukte
Alverde Ultra Sensitive Bodylotion- Balea Bodylotion Probegröße
DIY Gesichtsöl- Sante Glanzspülung
Alverde Ultra Sensitive Schampoo- Balea Kokosbalsam (4x)
- Balea Mangospülung (
2x) (1x) - Alverde Flüssig-Makeup
- Alverde Conceiler
- essence Lipgloss transparent
DIY Lipgloss transparentDontodent Zahnpasta- Haarseifen(proben) (
11x) (4x) - DIY Deocreme
DIY Rohstoffe
Traubenkernöl 4/2014- Sorbit 7/2014
Distelöl 9/2014- Urea 11/2014
- Carnaubawachs 11/2014
Neutralöl 12/2014- Brokkolisamenöl 12/2014
- Weizenprotein 2/2015
- Sheabutter 7/2015
- Keratin 11/2015
- vergällter Weingeist 12/2015
Squalan 8/2015
Und jetzt zur schlechten...
Alles, was sich seither trotzdem angesammelt hat
![]() |
| Da hat eine Schampooseife für die nächsten 10 Jahre gesiedet. |
- Schampoo: ooooo oo
- Conditioner: ooooo ooooo oo
- Duschgel: ooo
- Gesichtsreinigung: ooo
- Cremes: ooooo
- Deo: oooo
- Zahnpasta: ooo
- Haarseife: ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooo
- Körperseife: ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooo
- Rohstoffe: Öle/Fette: ooooo o
- Rohstoffe: Wirkstoffe: ooooo ooooo oooo
- Rohstoffe: ätherische Öle: ooooo ooo
- Schminkzeug: ooooo
Puh. PUH!
Also der Plan ist der, dass ich aus jeder Kategorie nichts kaufen oder pantschen darf, bevor nicht alles (aus der jeweiligen Kategorie) aufgebraucht ist und alle o mit einem x abgehakt.
Hamsterkäufe bei Nudeln oder Apfelringen, die bei mir schnell wieder weg sind, sind das eine, aber Schampoo brauch ich in hundert Jahren nicht auf (zumal ich mittlerweile meist mit Seife wasche).
Verschenken möchte ich diesmal nach Möglichkeit nichts, weil ich mir das Aufbrauchen beibringen möchte. Mir ist beim letzten Besuch bei meinen Eltern aufgefallen, dass meine Mutter keine Vorräte ansammelt. Erst wenn man in die Duschgelflasche Wasser reinfüllt, um den letzten Rest aufzubrauchen, wird ein neues gekauft. Irgendwo im Netz hat eine Bloggerin oder Forumsuserin davon erzählt, dass ihr aufgefallen ist, dass sie viel zu früh Zahnpasta kauft - sie glaubt immer, die Tube wäre aus, dabei kommt sie dann noch mindestens ein Monat damit aus. Meine Schwester ist genauso, die kauft auch immer massig Vorräte. Sie hat allerdings ein Haus mit großer Vorratskammer (und einen Pack hungriger Wölfe äh Kinder), die Kammer wäre auch da, wenn sie nur halbvoll wäre. Aber bei mir in meiner kleinen Wohnung ist das doch absurd. So schnell bricht der 3. Weltkrieg auch wieder nicht aus.
Gehts euch da genauso? Erwischt ihr euch auch beim sinnlosen Hamstern? Oder kauft ihr wirklich nur Stück für Stück zeitnah nach?
31. März 2014
materialfehler muss Kosmetik aufbrauchen
Ein paar Tage, nachdem Apfelmädchen und Sadfsh ihre "Brauch es auf!"-Challenge präsentiert haben, habe ich meine Kosmetiksammlung entdeckt, gut versteckt in einem Schrank und ganz hinten im Kühlschrank.
Äh ja. Madame materialfehler, die ja vor nicht allzulanger Zeit mit ihrem Kosmetikminimalismus angegeben hat. *hust*
Ich hab aber gleich eine Ausrede, denn: eine trockene Fetthaut, ein eher seltener Teint, eine empfindliche Nase und ein Hang zu DIY-Experimenten können sowas mal passieren lassen.
Sowas:
Kosmetikprodukte
DIY Rohstoffe
Warum hat sich das angesammelt?
Bei den fertigen Kosmetikprodukten waren es großteils Neugier auf ein mir noch unbekanntes Produkt. Bei den Rohstoffen wollte ich Gesichts- und Haarpflege selber machen, da es eher schwierig war, Produkte zu finden, die meinen Kriterien entsprachen (kein Cetyl Alkohol, keine Beduftung) bzw. für meinen Hauttyp (trockene Fetthaut) oder Haartyp (feine, lange Haare die schnell überpflegt sind, aber trotzdem ein geringes Maß an Pflege wollen)
Warum haben sich diese Produkte und Rohstoffe nicht durchgesetzt?
Das Makeup war leider trotz vermeintlich gelblicher Ausführung zu rosastichig (bzw. habe ich einen oliven Teint, also bräuchte eigentlich gelblich-grünliches MU). Die Lipglosse haben gegen die Mamaglück Brustwarzensalbe ziemlich abgestunken. Die Pflegeprodukte für Haut und Haar sind entweder zu reichhaltig oder zu stark beduftet. Die Haarseifen habe ich zu Testzwecken hier, bin draufgekommen dass Kokosöl, Mandelöl und tlw. auch Olivenöl nicht so der Burner für meine Haare sind (zu Haarseifen erzähl ich später mehr). Die Zahnpasta hab ich aus falschem Geiz gekauft und danach dann doch wieder meine Rosmarinzahnpasta aus dem Bioladen nachgekauft. Mit der Deocreme ist nichts verkehrt, nur dass ich diesmal Stärke dazugemischt hab und sie daher krümelig und mehlig geworden ist.
Wie gedenke ich, die Produkte loszuwerden?
Durchbeißen, zweckentfremden, herschenken. Manches muss ich nochmal kurz probieren, ob ich es einfach weiterverwenden will/kann oder ob ich es lieber weiterschenke. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, werde ich im Gegensatz zu Apfelmädchen und Sadfsh eher nicht tapfer versuchen, alles aufzubrauchen, sondern vermutlich lieber vertauschen und verschenken. Bei manchen Rohstoffen hab ich aber noch ein bisschen Zeit, mir das zu überlegen.
Was sammelt sich bei euch so an und warum? Braucht ihr es lieber auf oder schenkt ihr es weiter?
Habt ihr gar Aufbrauchideen für mich?
Äh ja. Madame materialfehler, die ja vor nicht allzulanger Zeit mit ihrem Kosmetikminimalismus angegeben hat. *hust*
Ich hab aber gleich eine Ausrede, denn: eine trockene Fetthaut, ein eher seltener Teint, eine empfindliche Nase und ein Hang zu DIY-Experimenten können sowas mal passieren lassen.
Sowas:
Kosmetikprodukte
- Alverde Ultra Sensitive Bodylotion
- Balea Bodylotion Probegröße
- DIY Gesichtsöl
- Sante Glanzspülung
- Alverde Ultra Sensitive Schampoo
- Balea Kokosbalsam (4x)
- Balea Mangospülung (2x)
- Alverde Flüssig-Makeup
- Alverde Conceiler
- essence Lipgloss transparent
- DIY Lipgloss transparent
- Dontodent Zahnpasta
- Haarseifen(proben) (11x)
- DIY Deocreme
DIY Rohstoffe
- Traubenkernöl 4/2014
- Sorbit 7/2014
- Distelöl 9/2014
- Urea 11/2014
- Carnaubawachs 11/2014
- Neutralöl 12/2014
- Brokkolisamenöl 12/2014
- Weizenprotein 2/2015
- Sheabutter 7/2015
- Keratin 11/2015
- vergällter Weingeist 12/2015
- Squalan 8/2015
Warum hat sich das angesammelt?
Bei den fertigen Kosmetikprodukten waren es großteils Neugier auf ein mir noch unbekanntes Produkt. Bei den Rohstoffen wollte ich Gesichts- und Haarpflege selber machen, da es eher schwierig war, Produkte zu finden, die meinen Kriterien entsprachen (kein Cetyl Alkohol, keine Beduftung) bzw. für meinen Hauttyp (trockene Fetthaut) oder Haartyp (feine, lange Haare die schnell überpflegt sind, aber trotzdem ein geringes Maß an Pflege wollen)
Warum haben sich diese Produkte und Rohstoffe nicht durchgesetzt?
Das Makeup war leider trotz vermeintlich gelblicher Ausführung zu rosastichig (bzw. habe ich einen oliven Teint, also bräuchte eigentlich gelblich-grünliches MU). Die Lipglosse haben gegen die Mamaglück Brustwarzensalbe ziemlich abgestunken. Die Pflegeprodukte für Haut und Haar sind entweder zu reichhaltig oder zu stark beduftet. Die Haarseifen habe ich zu Testzwecken hier, bin draufgekommen dass Kokosöl, Mandelöl und tlw. auch Olivenöl nicht so der Burner für meine Haare sind (zu Haarseifen erzähl ich später mehr). Die Zahnpasta hab ich aus falschem Geiz gekauft und danach dann doch wieder meine Rosmarinzahnpasta aus dem Bioladen nachgekauft. Mit der Deocreme ist nichts verkehrt, nur dass ich diesmal Stärke dazugemischt hab und sie daher krümelig und mehlig geworden ist.
Wie gedenke ich, die Produkte loszuwerden?
Durchbeißen, zweckentfremden, herschenken. Manches muss ich nochmal kurz probieren, ob ich es einfach weiterverwenden will/kann oder ob ich es lieber weiterschenke. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, werde ich im Gegensatz zu Apfelmädchen und Sadfsh eher nicht tapfer versuchen, alles aufzubrauchen, sondern vermutlich lieber vertauschen und verschenken. Bei manchen Rohstoffen hab ich aber noch ein bisschen Zeit, mir das zu überlegen.
Was sammelt sich bei euch so an und warum? Braucht ihr es lieber auf oder schenkt ihr es weiter?
Habt ihr gar Aufbrauchideen für mich?
26. Februar 2014
Minimal-Bad-Strategien (5): Loswerden
Nun denn, jetzt hat man sich schon die Mühe gemacht und den Inhalt seines Bades systematisch überdacht und schließlich auch einiges ausgemistet - aber wohin mit all dem ungewünschten Kram? Hier also der logische letzte Punkt meiner kleinen Reihe: Wie minimalisier ich den Krempel in meinem Bad?
1. Wegwerfen
Alles, was vor langer Zeit abgelaufen ist, eingetrocknet oder dessen Emulsion sich getrennt hat, das komisch riecht oder sonst wie gammlig ist - ab in den Restmüll. (Außer Behälter, die unter Druck stehen - die sind Sondermüll!)
2. Zurückgeben
Ein neues angebrochenes Produkt, das du nicht vertragen hast, kannst du mitsamt Kassazettel ins Geschäft zurücktragen (oder nach Absprache an die Firma zurücksenden), hast du das gewusst? Gerade bei teuren Produkten zahlt sich das echt aus!
3. Weiterschenken
Freunden, Familie, einem Umsonstladen oder der Obdachlosenhilfe schenken – oder einfach im Wohnhaus aussetzen.
4. Zweckentfremden
Mit Schampoo und Duschgel kann man auch Geschirr ab- und den Boden aufwaschen, die Wäsche waschen (besonders Wolle!), die Dusche putzen oder, wenn du auf sowas stehst, den Hund schampoonieren...
Gesichtscremes dick über Nacht auf die Füße schmieren, als Leave-in für die Haarspitzen oder 1:1 mit Conditioner gemischt als Haarkur vor der Wäsche, Haarspülung als Rasierschaumersatz...
Nagellack zum Basteln...
Und welche Ideen hast du?
Das war der letzte Teil der Reihe. Hoffentlich waren für dich ein paar Ideen dabei! Die anderen Postings kannst du hier nachlesen:
(1) Bedürfnisse
(2) falsche Bedürfnisse
(3) Fehlkäufe
(4) Produkte reduzieren
Auch Lunalesca hat sich mit ihrem Bad beschäftigt:
(1) Parfum
(2) Zahnpflege
(3) Frisierzubehör
(4) Haarpflegeprodukte
1. Wegwerfen
Alles, was vor langer Zeit abgelaufen ist, eingetrocknet oder dessen Emulsion sich getrennt hat, das komisch riecht oder sonst wie gammlig ist - ab in den Restmüll. (Außer Behälter, die unter Druck stehen - die sind Sondermüll!)
2. Zurückgeben
Ein neues angebrochenes Produkt, das du nicht vertragen hast, kannst du mitsamt Kassazettel ins Geschäft zurücktragen (oder nach Absprache an die Firma zurücksenden), hast du das gewusst? Gerade bei teuren Produkten zahlt sich das echt aus!
3. Weiterschenken
Freunden, Familie, einem Umsonstladen oder der Obdachlosenhilfe schenken – oder einfach im Wohnhaus aussetzen.
4. Zweckentfremden
Mit Schampoo und Duschgel kann man auch Geschirr ab- und den Boden aufwaschen, die Wäsche waschen (besonders Wolle!), die Dusche putzen oder, wenn du auf sowas stehst, den Hund schampoonieren...
Gesichtscremes dick über Nacht auf die Füße schmieren, als Leave-in für die Haarspitzen oder 1:1 mit Conditioner gemischt als Haarkur vor der Wäsche, Haarspülung als Rasierschaumersatz...
Nagellack zum Basteln...
Und welche Ideen hast du?
Das war der letzte Teil der Reihe. Hoffentlich waren für dich ein paar Ideen dabei! Die anderen Postings kannst du hier nachlesen:
(1) Bedürfnisse
(2) falsche Bedürfnisse
(3) Fehlkäufe
(4) Produkte reduzieren
Auch Lunalesca hat sich mit ihrem Bad beschäftigt:
(1) Parfum
(2) Zahnpflege
(3) Frisierzubehör
(4) Haarpflegeprodukte
Tags:
Ausmisten,
Konsum,
Kosmetik,
Minimalismus,
Nachhaltigkeit
19. Februar 2014
Minimal-Bad-Strategien (4): Produkte reduzieren
Man kann nicht nur ungenutzte Produkte reduzieren, indem man Fehlkäufe vermeidet und ausmistet, man kann auch die Anzahl an Produkten in Verwendung runterschrauben. Auch da hab ich ein paar Ideen.
1. Nutzen hinterfragen
1. Nutzen hinterfragen
Reinigen, Klären, Cremen. Oder: Abschminken, Reinigen, Klären, Serum, Tagescreme, Thermalwasserspray. Oder: Wasser, Tagescreme. Eine simple Creme, oder eine mit vielen fancy Wirkstoffen.
Probier aus, wie wenig oder viel Produkte/Inhaltsstoffe du wirklich für ein zufriedenstellendes Ergebnis brauchst (das geht übrigens am Besten nach einer Nulldiät). Es hilft dabei auch, ein bisschen was über Inhaltsstoffe und deren Wirkung zu lernen.
2. Notwendigkeiten reduzieren
2. Notwendigkeiten reduzieren
Es gibt viele Produkte, die machen weitere Produkte notwendig.
Je milder man Haut und Haar reinigt, desto weniger muss man danach wieder an Fett und Pflege nachlegen. Du musst nicht porentief rein sein, sauber genügt! Haare müssen nicht quietschen und es muss nicht wild geschäumt haben, um saubere Haare zu haben. Hautunreinheiten hängen oft genug mit der Ernährung zusammen - wer sich gut ernährt, braucht oft auch weniger Produkte wie Makeup (und in Folge auch weniger Abschminktücher). Wer genug schläft und trinkt, hat auch weniger starke oder gar keine Augenringe. Wer sich kritisch mit Schönheitsidealen auseinandersetzt und auf innere Ausgeglichenheit achtet, braucht keinen Concealer für den gelegentlichen Pickel oder einen Haufen Anti-Aging-Produkte (hier hilft gern ein bisschen Feminismus *zwinker*)
3. Multitaskingprodukte finden
Heut gibts schon für jeden Furz eine eigene Creme und ein eigenes Wässerchen. Die Produkte unterscheiden sich aber meist kaum voneinander. Eine Tagescreme hat oft ein bisschen Sonnenschutz drin (der in der Nacht ja nicht stört) und eine Nachtcreme ist meistens eine Spur fettiger (tagsüber aufs feuchte Gesicht dünner auftragen). Viele Menschen haben am Körper und im Gesicht den selben Hautzustand und bräuchten daher sowieso nur eine einzige Creme. Für spezielle Anlässe kannst du Makeup auch einfach nur dicker auftragen, ohne extra neue Produkte kaufen zu müssen.
Weitere Ideen: Lipstain = Rouge, Augenbrauenstift = Eyeliner, getönte Tagescreme = Creme + Makeup, Haarschampoo = Duschgel, Haarspülung = Rasiergel, Massageöl = Badeöl = Gesichtsöl = Haaröl, Gesichtscreme = Leave-in für die Haare usw. - werde ruhig kreativ!
4. Produkte outsourcen und ausleihen
Nicht alles muss man auch zuhause haben. Für einen seltenen Ball lieber professionell schminken lassen. Wenn du deine Haare sowieso nur im Schwimmbad föhnst, brauchst du ja keinen zuhaus. Einen Lockenstab kannst du dir auch von einer Freundin leihen.
Diese 4 Strategien wende ich übrigens sehr erfolgreich bei vielem an. Putzmittel, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Hobbies, Sport...
3. Multitaskingprodukte finden
Heut gibts schon für jeden Furz eine eigene Creme und ein eigenes Wässerchen. Die Produkte unterscheiden sich aber meist kaum voneinander. Eine Tagescreme hat oft ein bisschen Sonnenschutz drin (der in der Nacht ja nicht stört) und eine Nachtcreme ist meistens eine Spur fettiger (tagsüber aufs feuchte Gesicht dünner auftragen). Viele Menschen haben am Körper und im Gesicht den selben Hautzustand und bräuchten daher sowieso nur eine einzige Creme. Für spezielle Anlässe kannst du Makeup auch einfach nur dicker auftragen, ohne extra neue Produkte kaufen zu müssen.
Weitere Ideen: Lipstain = Rouge, Augenbrauenstift = Eyeliner, getönte Tagescreme = Creme + Makeup, Haarschampoo = Duschgel, Haarspülung = Rasiergel, Massageöl = Badeöl = Gesichtsöl = Haaröl, Gesichtscreme = Leave-in für die Haare usw. - werde ruhig kreativ!
4. Produkte outsourcen und ausleihen
Nicht alles muss man auch zuhause haben. Für einen seltenen Ball lieber professionell schminken lassen. Wenn du deine Haare sowieso nur im Schwimmbad föhnst, brauchst du ja keinen zuhaus. Einen Lockenstab kannst du dir auch von einer Freundin leihen.
Diese 4 Strategien wende ich übrigens sehr erfolgreich bei vielem an. Putzmittel, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Hobbies, Sport...
Und was sind deine Strategien?
Dies war Teil 4 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 2: falsche Bedürfnisse
Teil 3: Fehlkäufe
Dies war Teil 4 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 2: falsche Bedürfnisse
Teil 3: Fehlkäufe
12. Februar 2014
Green Status Anxiety
Auf Twitter ist mir letzte Woche ein Vortrag über Status Anxiety untergekommen. Besonders die Zusammenhänge und Paradoxa sind sehr interessant! Aber gleichzeitig dachte ich, naja, aber ich bin da eh nicht so wirklich davon betroffen.
Viel Geld, ein fettes Auto, Designerkleidung oder -möbel waren mir noch nie wichtig. In meiner Jugend hab ich meinen Spaß dabei gehabt, meine Umgebung mit der Inkongruenz meines Äußeren und Inneren zu verwirren. Ich bin ziemlich immun gegen Status Anxiety, spiele maximal mit ihr. Dachte ich.
Vor einem halben Jahr fiel mir ein iPad in den Schoß. Nach monatelangem Herumüberlegen (es wär halt so praktisch vs. will ichs oder brauch ichs?) konnte plötzlich eine Freundin Geld gut brauchen und so kaufte ich ihr ein iPad3 ab. Ich wollte nie was von Apple besitzen. Klar, die Verarbeitung ist gut, Hardware und Software sind perfekt aufeinander abgestimmt und die anderen Hersteller haben genauso Dreck am Stecken, was die Produktion angeht. Aber dann muss ich an all die Hipster und Bobos denken, die ja soooo wahnsinnig künstlerisch und hip sind und deswegen Appleprodukte besitzen. Zwar kenne ich auch sehr liebe Menschen, die ein Macbook oder iPhone haben, aber der Zusammenhang zwischen den Variablen "Appleproduktbesitzer" und "unsympathischer arroganter Angeber" ist statistisch signifikant, davon bin ich überzeugt!
Ja, ich schäme mich für dieses Ding. Nicht nur wegen Apple, sondern auch weil ich Tablets immer für komplett nutzlosen bedürfnisgenerierenden Wirtschaftswachstumsscheiß gehalten habe. Wenn ich in der Öffentlichkeit mein iPad benutze, achte ich jedenfalls drauf, dass man wenigstens den blöden Apfel auf der Rückseite nicht sieht.
(Ich bin damit nicht allein. Mein Freund hatte das Pech, ein gebrauchtes iPhone4 zu bekommen, in seinem Fall sogar geschenkt und meint letztens so verzweifelt zu mir: Was soll ich nur tun, ich find das iPhone toller als mein altes Smartphone!)
Anderes Beispiel: Schuhe. Mein Verhältnis zu Waldviertlern war immer schon gespalten. Einerseits genial: kleine soziale Schuhfabrik im Waldviertel, einer strukturschwachen Gegend nordwestlich von Wien, zeitlose und sehr hochwertige, bequeme Schuhe (wenngleich auch etwas äh rustikal). Andererseits hat die jetzt echt jeder. Zumindest jeder, der irgendwie in die Sparte "Linke mit höherer Ausbildung und Umwelt/Sozialbewusstsein" passen. Eingangsbereich bei Studentenparties: 80% Waldviertler.
Ich wollte nie Waldviertler, weil ich im Nachhaltigkeitsbereich studiere und in ein paar Monaten auch arbeiten werde. Weil eben alle die tragen. Weil ich Angst um meine Individualität habe und in der Folge auch Rechtfertigungsgefühle bei Öko-Entscheidungen, dass ich die eben nicht fälle nur weil sie hip und in sind.
Naja, jetzt hab ich welche... Das Zauberwort "Sonderanfertigung" war es, das meine verdammt schmalen Fersen magisch ins Geschäft gezogen haben. Ich besitze nun zum ersten Mal in meinem Leben Schuhe, in denen ich nicht schwimme oder Blasen bekomme oder nach ein paar Monaten das Fersenleder durch hab. Das geschickte Fußbett hat sogar meinen leichten Knickfuß erledigt.
Gibt es Green Status Anxiety? Sich dafür schämen dass man im SecondHand-Geschäft wieder mal nix gefunden hat und dann doch zum H&M gegangen ist? Bei Besuch schnell die Packung von den Hofer/Aldi-Keksen verschwinden lassen? Sich wegen dem Besitz von Lifestyleprodukten schämen? Ökozeug nicht kaufen, aus Sorge vor dem Vorurteil, man kaufe es ja nur weil es so hip ist und nicht weil man es wirklich gut findet - oder schlimmer: weil man glaube, es gäbe grünes Wirtschaftswachstum und man könne weiterkonsumieren wie bisher, hauptsache grün? Oder weil man sich so öko-snobbish gegenüber wirtschaftlich benachteiligten Menschen vorkommt, die sich den ganzen Kram nicht leisten können?
Ja, die gibt es. Definitiv.
Was denkst du denn drüber? Kennst du dieses zwiespältige Gefühl?
Viel Geld, ein fettes Auto, Designerkleidung oder -möbel waren mir noch nie wichtig. In meiner Jugend hab ich meinen Spaß dabei gehabt, meine Umgebung mit der Inkongruenz meines Äußeren und Inneren zu verwirren. Ich bin ziemlich immun gegen Status Anxiety, spiele maximal mit ihr. Dachte ich.
Vor einem halben Jahr fiel mir ein iPad in den Schoß. Nach monatelangem Herumüberlegen (es wär halt so praktisch vs. will ichs oder brauch ichs?) konnte plötzlich eine Freundin Geld gut brauchen und so kaufte ich ihr ein iPad3 ab. Ich wollte nie was von Apple besitzen. Klar, die Verarbeitung ist gut, Hardware und Software sind perfekt aufeinander abgestimmt und die anderen Hersteller haben genauso Dreck am Stecken, was die Produktion angeht. Aber dann muss ich an all die Hipster und Bobos denken, die ja soooo wahnsinnig künstlerisch und hip sind und deswegen Appleprodukte besitzen. Zwar kenne ich auch sehr liebe Menschen, die ein Macbook oder iPhone haben, aber der Zusammenhang zwischen den Variablen "Appleproduktbesitzer" und "unsympathischer arroganter Angeber" ist statistisch signifikant, davon bin ich überzeugt!
Ja, ich schäme mich für dieses Ding. Nicht nur wegen Apple, sondern auch weil ich Tablets immer für komplett nutzlosen bedürfnisgenerierenden Wirtschaftswachstumsscheiß gehalten habe. Wenn ich in der Öffentlichkeit mein iPad benutze, achte ich jedenfalls drauf, dass man wenigstens den blöden Apfel auf der Rückseite nicht sieht.
(Ich bin damit nicht allein. Mein Freund hatte das Pech, ein gebrauchtes iPhone4 zu bekommen, in seinem Fall sogar geschenkt und meint letztens so verzweifelt zu mir: Was soll ich nur tun, ich find das iPhone toller als mein altes Smartphone!)
Anderes Beispiel: Schuhe. Mein Verhältnis zu Waldviertlern war immer schon gespalten. Einerseits genial: kleine soziale Schuhfabrik im Waldviertel, einer strukturschwachen Gegend nordwestlich von Wien, zeitlose und sehr hochwertige, bequeme Schuhe (wenngleich auch etwas äh rustikal). Andererseits hat die jetzt echt jeder. Zumindest jeder, der irgendwie in die Sparte "Linke mit höherer Ausbildung und Umwelt/Sozialbewusstsein" passen. Eingangsbereich bei Studentenparties: 80% Waldviertler.
Ich wollte nie Waldviertler, weil ich im Nachhaltigkeitsbereich studiere und in ein paar Monaten auch arbeiten werde. Weil eben alle die tragen. Weil ich Angst um meine Individualität habe und in der Folge auch Rechtfertigungsgefühle bei Öko-Entscheidungen, dass ich die eben nicht fälle nur weil sie hip und in sind.
Naja, jetzt hab ich welche... Das Zauberwort "Sonderanfertigung" war es, das meine verdammt schmalen Fersen magisch ins Geschäft gezogen haben. Ich besitze nun zum ersten Mal in meinem Leben Schuhe, in denen ich nicht schwimme oder Blasen bekomme oder nach ein paar Monaten das Fersenleder durch hab. Das geschickte Fußbett hat sogar meinen leichten Knickfuß erledigt.
Gibt es Green Status Anxiety? Sich dafür schämen dass man im SecondHand-Geschäft wieder mal nix gefunden hat und dann doch zum H&M gegangen ist? Bei Besuch schnell die Packung von den Hofer/Aldi-Keksen verschwinden lassen? Sich wegen dem Besitz von Lifestyleprodukten schämen? Ökozeug nicht kaufen, aus Sorge vor dem Vorurteil, man kaufe es ja nur weil es so hip ist und nicht weil man es wirklich gut findet - oder schlimmer: weil man glaube, es gäbe grünes Wirtschaftswachstum und man könne weiterkonsumieren wie bisher, hauptsache grün? Oder weil man sich so öko-snobbish gegenüber wirtschaftlich benachteiligten Menschen vorkommt, die sich den ganzen Kram nicht leisten können?
Ja, die gibt es. Definitiv.
Was denkst du denn drüber? Kennst du dieses zwiespältige Gefühl?
5. Februar 2014
Technik-Leapfrogging
| Wer das weiß, ist vor 1990 geboren. Quelle |
Die gute alte Kassette. Erinnert ihr euch an das panische Gefühl, wenn die Musik immer tiefer und langsamer geworden ist und ihr keine Ersatzbatterien dabeihattet?
Ich war mal die strubbelig grünhaarige 15jährige da hinten im Postbus, die als einzige mit einem Walkman dagehockt ist. Alle anderen Schüler hatten selbstverständlich einen Discman, oder (hypehype) einen Minidiscplayer. Ich bin 1987 geboren und Kassetten sind sogar für meine Generation fast nur noch mit den drei Fragezeichen oder Benjamin Blümchen assoziiert. Musikkassetten und das Austauschen von Mixtapes kenne ich nur von meinen um ein Jahrzehnt älteren Schwestern.
Natürlich war da auch viel rebellische Coolness dabei, aber im Wesentlichen waren für mich diese Geräte noch nicht interessant. Discmen waren viel störungsanfälliger im Gebrauch und schneller kaputt und Minidiscplayer waren für mich nichts anderes als runde Kassetten. Erst CD-Spieler, die mp3-CDs abspielen konnten, machten für mich einen Discman interessant. Sie waren in meinen Augen den ersten mp3-Playern, die nur ein einziges Album speichern konnten, weit überlegen.
Irgendwann hatten fast alle in meiner Klasse einen Laptop, aber ich blieb bei meinem Stand-PC. Ich wollte einzelne Komponenten austauschen können und hatte kein Platzproblem. Die Preise für Notebooks mit einer ordentlichen Grafikkarte waren gesalzen und in meinen Augen gab es nichts Durchschlagendes, was einen Laptop (für mich) rechtfertigen konnte.
Heute hat sich bei mir der Laptop durchgesetzt (wobei ich zugegebener Maßen die leistungsstarke Grafikkarte zu meinen Freund outgesourct hab *hust*). Ich hab ein Tastenhandy, aber dafür ein Tablet - das Smartphone hab ich einfach mal übersprungen.
- Und das ist meine Methode, mit neuen Technologien umzugehen:
Leapfrogging - abwarten, beobachten und springen
Den Begriff Leapfrogging kenne ich aus der nachhaltigen Entwicklung. Statt dass andere Länder unsere Entwicklung Schritt für Schritt kopieren, hofft man dass sie unseren ungesunden Mist elegant überspringen und gleich nachhaltig werden.
In einer Welt, in der instabile Beta-Versionen (egal von was) in exponentieller Geschwindigkeit auf den Markt geworfen werden, um im Wachstumswahn nicht unterzugehen, ist es umso wichtiger, nicht immer alles gleich mitzumachen, sondern sich erstmal zurückzulehnen und alles bewusst zu beobachten.
Neu ist nicht immer besser, nicht jede Technologie setzt sich durch. Nicht jede Technologie hält in der Praxis, was sie verspricht.
Erstmal abwarten und an anderen und den Medien beobachten, mit der alten Technologie und Version zufrieden bleiben (war man doch auch wie die neu war, oder?), Vorteile und Nachteile gut abwägen, kritisch bleiben, mit dem eigenen Lebensstil abgleichen usw. - Eigentlich ganz ähnliche Überlegungen, wie ich hier zum Thema Kosmetik und Bedürfnisse geschrieben hab.
Leapfrogging ist für mich die Einsicht, dass der heutige Fortschritt nicht real ist, sondern durch Zersplitterung, geplante Obsoleszenz und bewusste Reizüberflutung künstlich in unseren Köpfen erzeugt. Es ist kein echter Fortschritt, weil sich die Versionen von immer kürzerer Lebensdauer nur marginal voneinander unterscheiden. Mit Zersplitterung meine ich die Methode, Zwischenversionen mit winzigen Änderungen auf den Markt zu bringen und damit Innovation zu suggerieren. Anstatt sozusagen von Version 1.0 auf 2.0 zu springen, kommen lauter Versionen 1.1, 1.2, 1.3 usw. raus und werden als Innovationen vermarktet. Durch die Reizüberflutung durch die schier unglaublichen Warenwelt des Kapitalismus, in der die Vielfalt künstlich erzeugt ist, kann man diesen Fakt leicht übersehen.
Das Rad war eine Innovation. Die Dampflok war eine Innovation. Der Computer war eine Innovation. Das iPhone5 ist keine Innovation.
Leapfrogging hat auch viel mit dem Bewusstmachen der eigenen Bedürfnisse und der realistischen Einschätzung des eigenen Lebensstils zu tun.
Ich persönlich backe kaum, und wenn dann Muffins oder Pizza, wo man nix aufschlagen muss. Dafür reichen mir mein Low-Tech-Kochlöffel und meine Hände. Ein elektrischer Mixer erleichtert mir nicht mal die Arbeit.
Nicht in allen Bereichen kann man sich dem immer Neuesten entziehen oder möchte es gar. Sei es durch den Beruf oder weil man einfach Freude dran hat. Ich steh auf frisch aufgesetzte PCs und hab daher überhaupt kein Problem damit, wenn meine Linux-Distro zwei Mal im Jahr eine neue Version rausbringt, ich setz sowieso neu auf.
Der Punkt ist aber, dass man in einem größeren Ausmaß selber bestimmen kann, inwieweit man sich am (vermeintlichen) Fortschritt beteiligt, als man vermutet.
Auch wenn es scheint, dass Leapfrogging eine Methode vorrangig für technikaffine Menschen ist, die immer ein Auge auf die neuesten Entwicklungen geworfen haben, denke ich dass es auch für techniküberforderte/desinteressierte Leute entspannend sein kann, zu wissen, dass auch den Nerds und Geeks die Geschwindigkeit durchaus auch auf den Senkel geht. Dass unter der Geschwindigkeit die Qualität leidet und dass sie ruhig bis zum bitteren Ende an ihrer "veralteten" Technologie festhalten können, wenn sie ihre (echten, nicht von der Industrie erzeugten) Bedürfnisse stillen kann.
Wie gehst du mit der gefühlt exponentiellen Beschleunigung des technischen "Fortschritts" um?
3. Februar 2014
Tipps rund ums Papiersparen
Heute habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie man einfach Papier sparen kann.
Natürlich gibt es auch ein paar Fälle, wo ich auf Papier nicht so gern verzichte, wie etwa bei Büchern, oder meinem Notizbuch.
Wie spart ihr Papier?
- Seit ich die Flugprospekte abbestellt habe, erwartet mich nicht mehr täglich ein überquellender Briefkasten, die Altpapiertonne wird nicht mehr voll, und ich muss mich nicht mehr darauf konzentrieren, was bei Lidl oder Hofer/Aldi verkauft wird was ich gar nicht brauche.
- Auch im Büro kann man viel Abfall vermeiden, wenn man sich E-Mails und Files nur in Ausnahmefällen ausdruckt. Anstatt Kopien anzufertigen, lassen sich Dokumente einfach einscannen und können praktischerweise gleich weiter verschickt werden. Noch dazu lassen sich digitale Infos mit Hilfe einer Suchfunktion ganz leicht wieder auffinden.
- Für schnelle Telefonnotizen benutze ich alte einseitige Ausdrucke, beim Brainstorming helfen mir Word, Excel oder das simple OneNote.
- Viele Dienstleister wie Gemeinden, Energielieferanten oder das Finanzamt bieten eine elektronische Rechnung an. Mitterweile lässt sich durch den Umstieg auf E-Mail-Rechnungen sogar der eine oder andere Euro sparen. Ein Dauerauftrag spart die regelmäßige Zusendung eines Erlagscheines.
- In meiner Tasche befindet sich immer ein Stofftaschentuch. Ich habe mir welche von meiner Mutter zu Weihnachten schenken lassen. Sie ist ohnehin eine Upcycling-Seele (ohne zu wissen was dieses Schlagwort eigentlich bedeutet :) und hat die Taschentücher aus einem alten Leinen-Bettbezug von meiner Oma selbst genäht! Aber auch wenn man lieber Papiertücher verwendet, ist es kein Problem sich mehrmals damit die Nase zu putzen.
- Was ich nicht leiden kann, ist wenn man die gesamte Küche mit Küchenrolle putzt! Anders als in der Werbung dargestellt, ist man mit einem feuchten Tuch eigentlich immer besser bedient, solange es sich nicht um extremen Ekeldreck handelt.
- Auf öffentlichen WCs spare ich öfter das Papierhandtuch, und trockne meine Hände an der Jeans ab (bei Stonewashed-Muster total unauffällig)
Natürlich gibt es auch ein paar Fälle, wo ich auf Papier nicht so gern verzichte, wie etwa bei Büchern, oder meinem Notizbuch.
Wie spart ihr Papier?
29. Januar 2014
Minimal-Bad-Strategien (3): Fehlkäufe
Bekleidung, Kosmetik und Haushaltsgeräte sind für viele Leute ja ein Trauerspiel voller Fehlkäufe. Die dann blöd rumstehen. Dann wollen wir mal ein paar Ideen sammeln, wie sich das vermeiden lässt!
(Und keine Sorge, wenn Kosmetik das langweiligste Thema für dich ist - das meiste davon lässt sich auch locker in andere Bereiche umlegen!)
1. Wer seine Bedürfnisse kennt, kann auch gezielt recherchieren und gezielt einkaufen.
Werde dir klar über deinen Hautzustand, Farbtyp, Lebensstil, Geschmack und Stil! (Hier stehts genauer)
2. Wer weiß, was zuhause ist, kauft keine Doppelgänger und Halbgeschwister.
Mach dir eine Liste, oder fotografier die Sachen mit deinem Smartphone. Damit du unterwegs nicht schon wieder kirschroten Nagellack kaufst.
3. Achte auf die Inhaltsstoffe
Lerne, INCI-Listen (also die Inhaltsstofflisten) zu lesen, damit du dich nicht auf Werbeversprechen verlassen musst (um dann bitter enttäuscht zu werden). Ein INCI-Rechner aus dem Netz und codecheck hilft dir dabei, du kannst Inhaltsstoffe aber auch einzeln googeln. Je weiter der Inhaltsstoff vorne ist, desto mehr ist davon drin.
4. Pröbchen und Abfüllungen
Wenn du Produkte testen möchtest, such dir unbedingt Proben oder frage nach Abfüllungen. Oft bekommt man Reisegrößen im Geschäft zu kaufen, viele Firmen schicken bei Email-Anfrage auch gerne gratis zu. Wenn man lieb fragt (oder Allergien hat bzw. zur Ausrede macht), darf man sich im Geschäft ein bisschen was aus dem Tester in ein kleines mitgebrachtes Döschen füllen (für festere Produkte einen Spatel mitbringen). Oder man fragt im Freundes- und Bekanntenkreis nach.
5. Finde heraus, warum du ein Produkt nicht verträgst
Um zu vermeiden, dass du wieder etwas kaufst, was du nicht verträgst, solltest du herausfinden, was genau deine Haut da eigentlich nicht mag. Vergleiche die INCI-Listen von Fehlkäufen mit denen von Lieblingsprodukten: Gibt es Gemeinsamkeiten? Wo sind die Unterschiede? Was „tun“ diese Inhaltsstoffe in deinem Produkt? Das Netz ist voll von hilfreichen Hinweisen, so habe ich zum Beispiel herausfinden können, warum ich unter vielen Cremes so komisch schwitze (Cetyl/Cetearyl Alkohol, ein Konsistenzgeber). Auch ein Allergietest kann Licht ins Dunkel bringen.
6. Du verträgst das Produkt, aber verwendest es trotzdem nicht?
Vielleicht magst du bestimmte Dinge dran nicht (Geruch und Konsistenz zB) oder du hast nie Gelegenheit, es zu benützen (denke auch an das Thema Fantasy Self). Vielleicht hast du genügend andere Produkte, die den selben Zweck erfüllen oder sogar Duplikate in anderem Gewand sind usw.
7. Mach dir eine Merkliste
Notier dir das alles, damit du auch in einem Jahr noch weißt, welche Inhaltsstoffe du nicht verträgst und welchen Duft du nicht mochtest. Ich habe eine Black- und eine Whitelist.
(Und keine Sorge, wenn Kosmetik das langweiligste Thema für dich ist - das meiste davon lässt sich auch locker in andere Bereiche umlegen!)
| "Hast du deinen ganzen Lohn für das alles verbraten?" - "Der Trick ist, das ganze Geld schnell zu verbrauchen, bevor es verschwindet!" ( (c) Lise Myhre, Quelle) |
Werde dir klar über deinen Hautzustand, Farbtyp, Lebensstil, Geschmack und Stil! (Hier stehts genauer)
2. Wer weiß, was zuhause ist, kauft keine Doppelgänger und Halbgeschwister.
Mach dir eine Liste, oder fotografier die Sachen mit deinem Smartphone. Damit du unterwegs nicht schon wieder kirschroten Nagellack kaufst.
3. Achte auf die Inhaltsstoffe
Lerne, INCI-Listen (also die Inhaltsstofflisten) zu lesen, damit du dich nicht auf Werbeversprechen verlassen musst (um dann bitter enttäuscht zu werden). Ein INCI-Rechner aus dem Netz und codecheck hilft dir dabei, du kannst Inhaltsstoffe aber auch einzeln googeln. Je weiter der Inhaltsstoff vorne ist, desto mehr ist davon drin.
4. Pröbchen und Abfüllungen
Wenn du Produkte testen möchtest, such dir unbedingt Proben oder frage nach Abfüllungen. Oft bekommt man Reisegrößen im Geschäft zu kaufen, viele Firmen schicken bei Email-Anfrage auch gerne gratis zu. Wenn man lieb fragt (oder Allergien hat bzw. zur Ausrede macht), darf man sich im Geschäft ein bisschen was aus dem Tester in ein kleines mitgebrachtes Döschen füllen (für festere Produkte einen Spatel mitbringen). Oder man fragt im Freundes- und Bekanntenkreis nach.
5. Finde heraus, warum du ein Produkt nicht verträgst
Um zu vermeiden, dass du wieder etwas kaufst, was du nicht verträgst, solltest du herausfinden, was genau deine Haut da eigentlich nicht mag. Vergleiche die INCI-Listen von Fehlkäufen mit denen von Lieblingsprodukten: Gibt es Gemeinsamkeiten? Wo sind die Unterschiede? Was „tun“ diese Inhaltsstoffe in deinem Produkt? Das Netz ist voll von hilfreichen Hinweisen, so habe ich zum Beispiel herausfinden können, warum ich unter vielen Cremes so komisch schwitze (Cetyl/Cetearyl Alkohol, ein Konsistenzgeber). Auch ein Allergietest kann Licht ins Dunkel bringen.
6. Du verträgst das Produkt, aber verwendest es trotzdem nicht?
Vielleicht magst du bestimmte Dinge dran nicht (Geruch und Konsistenz zB) oder du hast nie Gelegenheit, es zu benützen (denke auch an das Thema Fantasy Self). Vielleicht hast du genügend andere Produkte, die den selben Zweck erfüllen oder sogar Duplikate in anderem Gewand sind usw.
7. Mach dir eine Merkliste
Notier dir das alles, damit du auch in einem Jahr noch weißt, welche Inhaltsstoffe du nicht verträgst und welchen Duft du nicht mochtest. Ich habe eine Black- und eine Whitelist.
Was hast du aus Fehlkäufen gelernt? Wie sehen deine Strategien aus? (Auch allgemein und abseits von Kosmetik!)
Dies war Teil 3 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 2: falsche Bedürfnisse
Dies war Teil 3 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 2: falsche Bedürfnisse
Teil 4: Produkte reduzieren
24. Januar 2014
Konsum in Kinderköpfen
"Na, was hat dir das Christkind gebracht?"
"Das sind aber hübsche Schuhe!"
"Zeigst du der Tante dein neues T-Shirt?"
Hab ich schon oft gehört, als ich bei Familien mit Kindern zu Gast war. Das Kind wurde dazu angehalten, die neuesten Klamotten oder Spielsachen zu präsentieren, und erntete dafür Bewunderung: "Das ist aber hübsch!" "Was für ein tolles Spielzeug!" "Wie süß!"
Wird damit nicht den Kindern vermittelt, dass man nach den Dingen die man besitzt beurteilt wird? Dass man aufgrund von Gegenständen die Bewunderung anderer erntet?
Das geschieht bestimmt unbewusst, und ich habe mich bis jetzt nicht einmal getraut, die Eltern darauf hinzuweisen. Nichts schlimmeres, als jemand der einem sagt was man für "Fehler in der Erziehung" begeht - und dann hat diejenige nicht einmal Kinder??
Anderes Beispiel: in meinen Augen ist ein Kaufmannsladen eigentlich ein sehr schönes Geschenk. Man glaubt ja gar nicht, was es da alles für Zubehör gibt: Karton-Miniaturen von echten Supermarkt-Artikeln! Mini-Pizzas, Suppenwürze und Waschmittel im klar erkennbaren Markendesign. Der beste Weg, sich schon früh seine zukünftigen Konsumenten zu holen! Mir ist ganz schleht geworden.
Darf man Eltern auf sowas hinweisen? Vor allem wenn sie sich selbst nicht so viele Gedanken über Konsumverhalten gemacht haben? Ich hab mir jedenfalls vorgenommen, kleine Mädchen und Jungs nicht mehr zu ermuntern, ihre Sachen vorzuführen. Stattdessen werde ich Dinge sagen wie:
"Kennst du ein lustiges Lied?"
"Du kannst aber schon toll turnen!"
"Kannst du tanzen?"
"Zeichnest du was für mich?"
"Hilfst du der Mutti schon beim Kochen? Du bist aber fleißig!"
"Das sind aber hübsche Schuhe!"
"Zeigst du der Tante dein neues T-Shirt?"
Hab ich schon oft gehört, als ich bei Familien mit Kindern zu Gast war. Das Kind wurde dazu angehalten, die neuesten Klamotten oder Spielsachen zu präsentieren, und erntete dafür Bewunderung: "Das ist aber hübsch!" "Was für ein tolles Spielzeug!" "Wie süß!"
Wird damit nicht den Kindern vermittelt, dass man nach den Dingen die man besitzt beurteilt wird? Dass man aufgrund von Gegenständen die Bewunderung anderer erntet?
Das geschieht bestimmt unbewusst, und ich habe mich bis jetzt nicht einmal getraut, die Eltern darauf hinzuweisen. Nichts schlimmeres, als jemand der einem sagt was man für "Fehler in der Erziehung" begeht - und dann hat diejenige nicht einmal Kinder??
Anderes Beispiel: in meinen Augen ist ein Kaufmannsladen eigentlich ein sehr schönes Geschenk. Man glaubt ja gar nicht, was es da alles für Zubehör gibt: Karton-Miniaturen von echten Supermarkt-Artikeln! Mini-Pizzas, Suppenwürze und Waschmittel im klar erkennbaren Markendesign. Der beste Weg, sich schon früh seine zukünftigen Konsumenten zu holen! Mir ist ganz schleht geworden.
Darf man Eltern auf sowas hinweisen? Vor allem wenn sie sich selbst nicht so viele Gedanken über Konsumverhalten gemacht haben? Ich hab mir jedenfalls vorgenommen, kleine Mädchen und Jungs nicht mehr zu ermuntern, ihre Sachen vorzuführen. Stattdessen werde ich Dinge sagen wie:
"Kennst du ein lustiges Lied?"
"Du kannst aber schon toll turnen!"
"Kannst du tanzen?"
"Zeichnest du was für mich?"
"Hilfst du der Mutti schon beim Kochen? Du bist aber fleißig!"
22. Januar 2014
Minimal-Bad-Strategien (2): falsche Bedürfnisse
Oder: Die Seifenblasen am Boden der Realiät (nicht nur im Badezimmer!)
Letztes Mal gings um das Herausfinden der eigenen Bedürfnisse bei Kosmetik, um eine Wurzel des Übels "überfülltes Badezimmer" an den Hörnern (an den Mykorrhizen?) zu packen. Manchmal wird aber mit Kosmetik (und beliebig anderer Waren) versucht, Bedürfnisse zu stillen, die ganz andere Wege zur Befriedigung brauchen.
Jeder Mensch hat Wünsche und Träume, die nicht immer mit der Realität vereinbar sind. Oft verhelfen uns diese Wünsche und Träume zu Motivation, Werthaltungen und Inspiration, aber oft genug verhelfen sie uns nur zu einem überquellenden Badezimmer.
Viele Bedürfnisse werden ja bekanntlich von der Wirtschaft, Kosmetikindustrie und Werbung erschaffen. Da können wir vielleicht getrost die Schuld auf den Kapitalismus abwälzen, was uns aber nicht aus der Verantwortung nimmt, mit Argusaugen über unsere Bedürfnisse und deren Nutznießer zu wachen.
Manchmal verlagern wir Bedürfnisse aus einem Bereich in unserem Leben in einen anderen, in dem diese aber nicht gestillt werden können. Wir haben Angst vor dem Alter (und vor dem Sterben) und kaufen uns Anti-Aging-Produkte. Wir möchten geliebt werden und kaufen uns Foundation. Wir möchten Anerkennung und kaufen uns das neueste Smartphone. Wir brauchen Sicherheit und Geborgenheit und stellen uns die Bude mit Vorräten und Deko und Wolldecken voll. Wir möchten ein anderes Leben führen und kaufen uns neuen Nagellack. Wir möchten etwas Besonderes sein und ein bisschen elitär und lassen uns daher gerne besonders sensible Haut und andere Empfindlichkeiten einreden (die Prinzessin auf der Erbse wurde ja auch durch ihre Empfindsamkeit als Mitglied der Elite erkannt).
Niemand ist davor gefeit, nichtmaterielle Bedürfnisse versehentlich ins Warenangebot zu verschieben.
Sei ehrlich mit dir selbst. Wie viele Produkte in deinem Badezimmer erfüllen tatsächlich ihren Zweck (und sei er meinetwegen, dass du dich im finsteren Winter über fröhlich bunte Fingernägel freust), und wie viele stehen da herum, weil du dir falsche Vorstellungen über die Befriedigung deiner Bedürfnisse gemacht hast? Weil du geträumt hast, während du eingekauft hast?
Das geht natürlich weit über das für so manchen langweilige Thema Kosmetik hinaus. Das wissen wir ja, fast die gesamte heutige glitzernde Warenwelt, die über Nahrung, Schlafen, Gesundheit, Lernen und das Dach übern Kopf hinausgeht, spricht unser Fantasieavatar an. Ich habs in der Überschrift die Seifenblasen am Boden der Realiät genannt, Francine Jay nennt es prägnanter Your Fantasy Self.
| Angst vor Untreue? Mit Creme die Beziehung kitten! (Quelle) |
Jeder Mensch hat Wünsche und Träume, die nicht immer mit der Realität vereinbar sind. Oft verhelfen uns diese Wünsche und Träume zu Motivation, Werthaltungen und Inspiration, aber oft genug verhelfen sie uns nur zu einem überquellenden Badezimmer.
Viele Bedürfnisse werden ja bekanntlich von der Wirtschaft, Kosmetikindustrie und Werbung erschaffen. Da können wir vielleicht getrost die Schuld auf den Kapitalismus abwälzen, was uns aber nicht aus der Verantwortung nimmt, mit Argusaugen über unsere Bedürfnisse und deren Nutznießer zu wachen.
Manchmal verlagern wir Bedürfnisse aus einem Bereich in unserem Leben in einen anderen, in dem diese aber nicht gestillt werden können. Wir haben Angst vor dem Alter (und vor dem Sterben) und kaufen uns Anti-Aging-Produkte. Wir möchten geliebt werden und kaufen uns Foundation. Wir möchten Anerkennung und kaufen uns das neueste Smartphone. Wir brauchen Sicherheit und Geborgenheit und stellen uns die Bude mit Vorräten und Deko und Wolldecken voll. Wir möchten ein anderes Leben führen und kaufen uns neuen Nagellack. Wir möchten etwas Besonderes sein und ein bisschen elitär und lassen uns daher gerne besonders sensible Haut und andere Empfindlichkeiten einreden (die Prinzessin auf der Erbse wurde ja auch durch ihre Empfindsamkeit als Mitglied der Elite erkannt).
Niemand ist davor gefeit, nichtmaterielle Bedürfnisse versehentlich ins Warenangebot zu verschieben.
Sei ehrlich mit dir selbst. Wie viele Produkte in deinem Badezimmer erfüllen tatsächlich ihren Zweck (und sei er meinetwegen, dass du dich im finsteren Winter über fröhlich bunte Fingernägel freust), und wie viele stehen da herum, weil du dir falsche Vorstellungen über die Befriedigung deiner Bedürfnisse gemacht hast? Weil du geträumt hast, während du eingekauft hast?
Das geht natürlich weit über das für so manchen langweilige Thema Kosmetik hinaus. Das wissen wir ja, fast die gesamte heutige glitzernde Warenwelt, die über Nahrung, Schlafen, Gesundheit, Lernen und das Dach übern Kopf hinausgeht, spricht unser Fantasieavatar an. Ich habs in der Überschrift die Seifenblasen am Boden der Realiät genannt, Francine Jay nennt es prägnanter Your Fantasy Self.
Bei der Kosmetik hab ich nie so das Problem gehabt. Eher zB beim Nähen. Ich wollte mich selber gerne als jemanden sehen, der Rokoko-Roben, Renaissancegewänder und aufwändige Cocktailkleider nähen kann (beziehungsweise die Geduld dafür aufbringt). Ich hatte daher massenhaft Stoff zuhause...
Was sind deine Seifenblasen? (Muss nicht unbedingt das Thema Kosmetik betreffen)
Dies war Teil 2 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 3: Fehlkäufe
Teil 4: Produkte reduzieren
Dies war Teil 2 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 3: Fehlkäufe
Teil 4: Produkte reduzieren
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