Posts mit dem Label Nachhaltigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nachhaltigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

19. Oktober 2015

Greenpunk und Peak Everything

Frau Dingdong hat heute oder gestern einen Artikel über Amish-Futurismus verlinkt (hier gehts zum Artikel) - und schon hab ich wieder ein Bussi von meiner Muse auf der Wange, so ein nasses schlabbriges wie von einem überschwänglichen Zweijährigen.

Ich kenn natürlich die Amischen, aber ich hab vergessen, wie inspirierend sie zum Thema Konsumkritik sind, auch wenn ich mit Religion und religiösem Leben null anfangen kann, und auch einiges kritisch seh.

Entgegen allen futuristischen Settings in Dystopien und Sci-fi-Serien sehe ich persönlich die Zukunft sehr viel mehr Low Tech als den Filmemachern und Spieleentwicklern Spaß machen würde.
Low Tech, das sind schlaue Gerätschaften, die ohne Strom o.ä. auskommen. Fahrräder sind Low Tech, ein Mixer mit Handkurbel ist Low Tech, zwei Tonkrüge mit Erde dazwischen zur Aufbewahrung von Gemüse sind Low Tech, und Segelschiffe auch.
Niemand sagt, dass diese Sachen optisch daherkommen müssen wie aus dem 18. Jahrhundert, auch wenn das manch einer schick finden kann (ich zB :D). Niemand sagt, dass das Zeug nicht beim Nachbarn ausm 3D Drucker kommen darf.
Und niemand sagt, dass Segelschiffe einen zurück ins Mittelalter katapultieren. Moderne Segelschiffe sind erstens schick und modern anzusehen und zweitens den Motorenschiffen weit überlegen (kein Motor, kein Tank, dadurch schneller, wendiger und mehr Ladefläche). Wirf mal die Suchmaschine an, da gibts ganz abgefahrene Sachen, teilweise wirklich mit Segeln, teilweise mit Turbinen. Im Netzkonstrukteur-Blog gibts ein paar so geniale Technologien, wo Strom aus riesigen Grashalmen gewonnen wird. Äh, ich schweife ab.

Aber die Realität ist trotz allem, dass uns die Rohstoffe alle enorm ausgehen. Peak Oil ist bekannt - dass uns das Erdöl verpufft. Keine Sau würde sich für die kompliziert und teuer zu bewirtschaftenden Teersandfelder interessieren, wenn die Kacke nicht schon am Dampfen wär. Unsere Gesellschaft basiert so dermaßen auf Erdöl, dass uns das volle Ausmaß noch gar nicht bewusst ist.
Energie ist ein ganz zentrales Element im Funktionieren einer gesellschaftlichen Ordnung, aber es wird eigentlich nie angesprochen, auch die Wissenschaft ist meist auf dem Energie-Auge blind.


Unsere Geschichte geht ja nämlich so:


Pflanzen wandeln Sonnenenergie in essbare Kalorien um. Tiere essen Pflanzen und nehmen damit indirekt Sonnenenergie auf - sie eignen sich die Energie die sie zum lustig Herumspringen brauchen also an, indem sie prima Biomasse jausnen. Jäger/Sammler-Gesellschaften brauchen zum Leben auch Biomasse: Pflanzen, Tiere, Holz. Nicht alles wird für Energie gebraucht (indem man es in Bauchspeck oder Lagerfeuer umwandelt), sondern auch für Häuschen und Pfeile.

Die Agrargesellschaft (neolithische Revolution) geht einen Schritt weiter, sie eignet sich nicht nur frei herumliegende Biomasse an, sie erhöht die für sie verfügbare Energie, indem sie Natur kolonisiert. So nennt man das, wenn man Nutztiere züchtet und Ackerbau betreibt, also Ökosysteme gezielt so verändert, dass der Ertrag steigt. Wenn man das geschickt macht, hat man eine kleine Überproduktion, sodass 5% der Bevölkerung nicht in der Landwirtschaft tätig sein muss.

Der große Sprung kommt durch die industrielle Revolution, wo plötzlich durch fossile Energieträger, also Kohle und später Erdöl, dermaßen große Mengen an Energie zur Verfügung stehen, wie niemals zuvor (und mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals danach...). Eine Gesellschaft kann sich nur innerhalb der energetischen Grenzen entwickeln - und die sind abhängig vom Boden, wo unser Bohnenaufstrich sozusagen rauswächst. Wirds mit dem eigenen Boden eng, holt man sichs von woanders (Kolonialismus). Fossile Energieträger haben also ein ganz wesentliches Problem (kurzzeitig) gelöst - Party!

Der wesentliche Punkt ist, Energie war immer der zentrale begrenzende Faktor und man muss alle gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen auch auf dem Hintergrund der verfügbaren Energie(träger) betrachten (leider wird das auch in der Wissenschaft meistens ignoriert).


Und der ganze Rest...


Aber das mit der Energie ist ja noch nicht alles. Der ganze Rest geht uns aus. Um die Ernährung von 7, 8 oder 10 Milliarden Menschen zu gewährleisten, brauchen wir zum Beispiel Düngemittel. Ohne die Grüne Revolution wäre die heutige Lebensmittelproduktion ja gar nicht möglich. Düngemittel kommt aber nicht aus dem Nichts. Ja ok, mit dem Haber-Bosch-Verfahren kann man sich Ammoniak sozusagen aus der Luft ziehen (allerdings nur mit enormen Energieeinsatz, und die geht uns ja bekanntlich aus). Aber sonst können wir uns Phosphor nur aus dem Berg holen - und auch das geht uns aus.
Die fruchtbaren Böden gehen uns aus. Erstens historisch bedingt - die ersten Siedlungen waren natürlich dort, wo was gut wächst. Wenn Siedlungen sich räumlich ausdehnen (urban sprawl), schlucken sie dann blöderweise genau diesen fruchtbaren Boden. Zweitens natürlich die Übersäuerung und Bodenerosion. Boden ist eine endliche Ressource. Was weg ist, ist weg. Puff. Die Humusschicht braucht viele hundert Jahre, um sich wieder aufzubauen und bis dahin muss man sie natürlich komplett in Ruhe lassen. Außer es hat sich eine Wüste gebildet, dann ist es eher mal zu spät, tät ich sagen.
Viele Metalle gehen uns aus - allen voran die Seltenen Erden. Die sind nicht in dem Sinne selten, sondern nur meistens in so Minimengen vertreten, dass man unglaublich viel mehr Geld in den Abbau stecken müsste, als rausschauen würde. Es gibt ein paar Orte, wo die konzentrierter vorkommen, und die leeren sich grade fleißig. Ist halt blöd, dass Photovoltaik zB ohne Seltene Erden nicht geht.
Die Liste ginge noch weiter. Trinkwasser zum Beispiel, ganz schirches Problem. Ach, wirf einfach mal die Suchmaschine an und such nach "Peak Everything". Halte Frustkekse bereit. Bio, wenn geht.



Peak Everything vs. heutige Gesellschaft


All diese Ressourcen sind viel wichtiger und grundlegender für unsere heutige Gesellschaft, als wir uns das im Alltag bedenken.
Dass wir eine Dienstleistungsgesellschaft haben, wo nur noch 2-5% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten muss, das geht nur mit Erdöl. Weil wir so die menschliche Arbeit im physikalischen Sinne nicht mehr brauchen. Es ist eine einfache Rechnung: Je mehr Überproduktion von landwirtschaftlichen Produkten, desto komplexer kann eine Gesellschaft sein. Agrarische Gesellschaften sind wenig komplex. Bei 5% nichtlandwirtschaftlicher Bevölkerung ist da nur eine kleine Adelsschicht drin. Entweder man beutet andere Völker aus (Kolonialismus) und kommt so zu mehr Rohstoffen, oder man ersetzt irgendwie Arbeitskraft durch zB. Erdöl. Man darf gespannt sein, wie sich das weiterentwickeln wird. Zurück ins Mittelalter ist keine Option, allein schon deswegen, weil die Uhr, tickitacki, immer nur nach vorne geht. Was aber alles an der Ressource Erdöl hängt, darfst du dir selber mit einem Mindmap malen, ein richtig dichtes Netz aus Ernährung, Transport, Globalisierung, Komplexität, Arbeitszeitreduktion, Hobbies, Lebensstile, Verteilungsgerechtigkeit, Dienstleistungen, Medizin, gobale Gerechtigkeit, Arbeitsmobilität, Infrastruktur und Raumplanung... Und alle Linien haben Pfeile, oft in beide Richtungen. Wie werden sich Infrastrukturen entwickeln, wenn das Pendeln zum Arbeitsplatz nicht mehr möglich ist? Wie werden sich unsere Konsummuster ändern müssen, wenn die energiehungrigen Industrien umdenken mussten? Wie wird das tägliche Leben in Familien aussehen? Welche Produkte werden wir nutzen? Lass dich in deinen Gedanken treiben. Besorg dir für das Mindmap besser ein Blatt in A1-Größe und schreib klein...
Und nein, Erdöl lässt sich niemals durch Strom aus Wasser/Wind/etc. ersetzen. Nicht in der Menge, wie wir die Energie grade verbraten. Aber das weißt du ja.


Raumschiffe und Marsbesiedelung? Eh niedlich.


Inmitten so einer Realität muss ich leider bei den ganzen Weltraumfantasien herzlich lachen. Die Verfügbarkeit von Energie ist ein wesentlicher Faktor, auch was an gesellschaftlichen Geschmacksrichtungen verfügbar ist. Woher soll die Energie kommen für bemannte Raumfahrt wie in Star Trek? Atomkraft? Klar, es gibt Leute, die fest an die kalte Fusion glauben. Aber wir sollten doch aus der Geschichte über die Risikospirale (Begriff von Ulrich Beck, wenn mich nicht alles täuscht) gelernt haben. Jede neue Technologie soll in Wahrheit ja die Risiken und Probleme der alten Technologie lösen, aber bringt nur wieder neue Risiken in die Welt. Die Atomkraft wurde in Zeiten vom sauren Regen, der ja durch die Emissionen aus Kohlekraftwerken verursacht wurde, gefeiert. Bis uns mal ganz dezent ein Atomkraftwerk um die Ohren geflogen ist. Nö, ich glaube nicht an die kalte Fusion.
Ich glaube an Greenpunk.
So wie Steampunk ein vergangenes Energie- und Technikregime (Kohle/Dampf und Mechanik) in die Zukunft projiziert, projiziere ich mit meinem voll cool ganz alleine ausgedachten Prinzip des Greenpunk ein auf Biomasse basierendes Regime in die Zukunft. Nur halt ohne die ganzen uncoolen Sachen wie Patriarchat, Feudalismus, Pest und sowas. Und wirklich nix spricht gegen 3D Drucker. Aber halt das mit dem High Tech mal mit mehr Abstand sehen. Weil sonst ist man nur traurig und maulig, wenn wir wieder auf ein Energiemengenniveau von, keine Ahnung, 1920 oder so, zurückfallen.

Deswegen bin ich Minimalistin.
Es gibt ja so viele Gründe, reduziert zu leben, wie es reduziert Lebende gibt. Einer meiner beiden Hauptgründe ist Peak Everything. Er ist bereits Realität. Aber während andere noch mit Scheuklappen jedes Jahr auf die Malediven fliegen (solang es die noch gibt), bereite ich mich mental auf ein postfossiles Leben vor.
Und deswegen hab ich irgendwie auch immer nur ein müdes Lächeln für all diese High-Tech-Romantik übrig. Ich sag: Low Tech ist die Zukunft. Greenpunk :D

Deine Meinung?

30. August 2015

Die Brauch es auf! Challenge (und das Kapital)

Jetzt, wo ich einerseits ziemlich ziemlich pleite bin (Monatsende, argl), andererseits ja meine Küche komplett renovieren und somit ausräumen muss, hab ich endlich auch die Motivation für die Brauch es auf! - Challenge, zu der Apfelmädchen und sadfsh in ihrem Blog aufgerufen haben.

Mein kleines Problem mit Vorräten hat sich zum Glück schon gelöst, aber es gibt trotzdem einiges zum Aufbrauchen, auch weil das Zeug ja nicht ewig hält und es teilweise schon sehr lange da rumsteht.

Angestaubtes Glas mit halben Kichererbsen - das Maskottchen meines Aufbrauchens, quasi

Aber eigentlich ist es gar nicht so schlecht bestellt um das Essenszeug für einen 1,5-Personenhaushalt. Es war sicherlich ein Vorteil, dass ich im Juli keinen Kopf zum Kochen gehabt hab und im August so selten daheim war.
Statt meiner Inventarsliste gibts jetzt lieber Überblicksfotos. Seht ihr, wie leer meine Vorratsgläser schon sind? :) Die waren früher mal alle bummvoll.



Hier bekommt ihr auch einen Einblick in meine Retro-Küche, hier der original 70er Boden/Wand-Belag. (Mehr dann bei den Vorher/Nachher-Fotos. Noch ist die Sache mit dem Kostenvoranschlag und der Kücheneinrichtungsplanung am Laufen. Ab Mitte/Ende Semptember kommen dann die 3-4 Dreck&Staub-Wochen. Es wird ja einiges aufgestemmt und rausgerissen. Fürcht mich eh schon ein bissl.)

Viele Sachen sind wohl nicht so schwer aufzubrauchen zu sein. Die Kichererbsen verschwinden nach und nach in Curries. Bei Buchweizenmehl wirds schon schwieriger. Ich mach zwar manchmal Galettes (das sind Crêpes aus Buchweizenmehl, sind deftig gefüllt, aber mir schmeckts auch süß mit Obst und Ahornsirup), aber da geht nicht wirklich viel von dem Zeug weiter. Vielleicht werd ich Brownies machen mit halb Buchweizenmehl, halb Dinkel-Vollkornmehl? (Sollte ich schnell machen, bevor ich 3 Wochen lang keine Küche hab...) Wofür verwendet ihr denn Buchweizenmehl?
Und auch ein Sorgenkind: Weizengraspulver. Ich verwends bis jetzt für grüne Smoothies für Faule, aber ich mags nicht nur dafür verwenden. Ich probier mal, obs in Porridge schmeckt. Wofür verwendest du es denn?

Ich bin echt gespannt, wie weit ich es schaffe, die Sachen aufzubrauchen. Wie kreativ ich werde, um so wenig wie möglich neu zu kaufen. Der Startschuss ist heute und ich werde alles dokumentieren, was ich bis zum Beginn der Renovierung neu kaufen musste und was ich alles aufgebraucht hab. Es wäre irgendwie schön, mit der neuen Küche dann auch die Bevorratung neu zu beginnen.

Ja und dann muss ich noch was gestehen, was mir sehr peinlich ist. Ich hab jetzt besser verstanden, warum Menschen in westlichen Ländern dazu tendieren, Essen wegzuwerfen. Weil ich im Juni und Juli echt viel Essen weggeworfen hab :( Ich war so gestresst mit dem Uniabschluss, dass ich keine Zeit/Nerven zum Kochen gehabt hab und viele Sachen einfach übersehen hab. In der extremen Hitze sind mir die Bananen auch sofort braun geworden. Normalerweise back ich dann damit Kuchen, aber so hab ich die Dinger teilweise büschelweise wegwerfen müssen. Ich versteh jetzt, dass gestresste Menschen, also Leute mit 40h-Job und Kindern zum Beispiel, einfach keinen Kopf für Aufbrauchen und Restlessen haben. Ich hab das auch nicht gehabt. Meine Kreativität war völlig von meiner Haupttätigkeit verbraucht, ich hab den Überblick über meine Vorräte verloren und alles, was nicht schnell zubereitet war, vergammelte.
Die Kombination aus wenig Geld und viel Stress hat bei mir auch dazu geführt, dass ich viele doppelt und dreifach plastikverpackte Sachen im Diskonter gekauft hab. Mit dem Rad zum Markt fahren war einfach nicht drin. Die vielen Plastikfolien und Bioplastikdoserln (vom Biobestellinder) im Mistkübel waren mir sogar ziemlich sehr wurscht. Meine Konzentration lag einfach woanders. Bei mir war das jetzt natürlich erstmal nur kurzzeitig. Aber für andere Leute ist das vielleicht dauerhaft. Ich denk da vor allem an Alleinerziehende. Man kommt nach einem 8-10 Stunden Tag erschöpft nach Hause, muss dann noch den Haushalt erledigen, Kochen, die Hausaufgaben von den Kindern kontrollieren, schauen was die nächsten Tage so ansteht, möchte vielleicht auch noch einen kleinen Funken Freizeit haben (aus Erschöpfung meist vorm Fernseher verbracht). Am Wochenende muss man sich um die Oma kümmern, mit den Kindern was unternehmen oder Mama/Papa-Taxi für sie spielen, ihnen beim Lernen helfen. Will sich vielleicht in der minimalen Zeit, die übrig bleibt, auch mal mit Freunden treffen. Kinder werden zu unpassendsten Zeiten krank oder bauen Mist (man darf unerwartet die Nacht im Krankenhaus verbringen). Der Chef macht Stress, das Projekt muss fertig werden, Überstunden. Wo bitte hat man da Geld, Zeit oder den Kopf, um sich Gedanken um Lebensmittelverschwendung zu machen, Müllvermeidung, DIY? Man kauft einmal die Woche Lebensmittel ein, das muss huschhusch gehen. Und natürlich wird bei so einem Einkaufsrhythmus mal was schlecht. Kind 1 bleibt spontan bei einem Freund zum Mittagessen, Kind 2 will plötzlich Lebensmittel X partout nicht mehr essen, man hat sich vertan oder im Stress zu viel gekauft. Im Tiefkühler vom Wocheneinkauf kein Platz, isst mans selbst wird man dick, also wegschmeißen.
Wer viel Stress hat im Leben, viele Unsicherheiten, sucht dann die Sicherheit auch in vielen Vorräten. Und da hat das Sicherheitsgefühl mehr Gewicht als das Risiko, ein paar Sachen wegwerfen zu müssen. Wer wenig Geld hat, hamstert bei Angeboten. Wer viele Vorräte hat, verliert den Überblick und kauft manches doppelt. Und auch so steigt das Risiko, dass was gammlig wird.
Lauter so Sachen.

Ich glaube, Nachhaltigkeit ist eine Sache von kulturellem und finanziellem und zeitlichem Kapital und das ist ja extrem ungleich verteilt. Wer kann sich Bio leisten? Wer hat das Wissen, wie man Ressourcen spart? Wer hat das Bewusstsein um die Endlichkeit der Ressourcen? Wer versteht tatsächlich, was das 2-Grad-Ziel bedeutet? (Für "Normalos" klingen 2 Grad ja nach nix, es wird in den Medien ja die Bedeutung oft nicht kommuniziert) Wer hat die Zeit, Marmelade selbst einzukochen?

Naja. Jedenfalls brauche ich heute gleich mal die Cashews auf. Wer errät, was das hier wird?


Was sind deine Gedanken dazu?

10. August 2015

Verflüssigung

Hier in Wien hat es seit einigen Tagen mal wieder durchgehend 38 Grad. Und wird es bis mindestens nächstes Wochenende auch haben. In der Nacht kühlt die Innenstadt ja auch nicht wirklich wesentlich ab. Mein Hirn wird gegrillt, mein Kreislauf klappt bei allem zusammen, das nicht in Zeitlupe passiert.  Kann mir keiner erzählen, der Klimawandel wäre nicht real. Bis es wieder abkühlt pack ich leider das Bloggen nicht. Ideen sind genug da, aber allein schon diese Sätze hier grenzen an meine derzeitig mögliche intellektuelle Leistung.
Wer einen Regenmacher, oder noch besser Schneemacher kennt, bitte vorbeischicken. Leute, hört einfach auf mit dem ganzen Flugzeugscheiß, mit dem ganzen Fleischreinstopfen, dem ganzen Überkonsum an Konsummist und Kohle und Erdöl! Noch so einen Sommer ertrag ich nicht.
Alle Autos raus, alle Parkstreifen zu Alleen umfunktioniert, alle Fassaden begrünt, alle Hinterhöfe begrünt, die Dächer entweder Photovoltaik oder begrünt... Hitzedeliriumsträume. Aber alles radikal zu begrünen wär die ultimative Klimaanlage!
Ich geh mich wieder flach hinlegen. 

16. August 2014

Hygieneartikel aus Stoff

Mein Mooncup hat endlich umweltfreundliche Verstärkung erhalten - und zwar diese großartigen Stoff-Slipeinlagen:



Diese hier kommen von ecoalternatives.etsy.com. Sind die Muster nicht zum liebhaben?  Ich steh' total auf die grünen Aliens *gg*

Ich habe eine breite Variante für die Slips, und eine schmale für Stringtangas ausgewählt. Sie werden mit Druckknopf befestigt, und wenn man sie wechselt kann man sie über die Tragefläche zusammen falten und mit dem Druckknopf zuklipsen wie ein kleines Paket.

Die Stoffvariante ist wesentlich tragefreundlicher als ihre Wegwerf-Schwester. Es handelt sich um 100% Baumwolle, total hautfreundlich und es entsteht kein Hitzestau. Weil ich damit nur mein Becherchen absichere und das Teil lediglich ein paar Spuren auffangen muss, entsteht auch absolut kein Geruch.

Wenn mal mehr daneben geht, soll man das Schätzchen kalt einweichen und ausdrücken. Gewaschen wird's bei mir zusammen mit den Handtüchern bei 40 oder 60 Grad. Dem Tipp des Verkäufers, Sonnenlicht wirke wahre Wunder bei sichtbaren Flecken, kann ich nur zustimmen.

Und, habt ihr Lust auf Gute-Laune-Muster im Höschen bekommen? ;)

13. August 2014

Klicktipp: derknauserer.at

Zuerst dachte ich, hihi, das klingt ja wie eine Zeitschrift, die Dagobert Duck lesen würde. Dabei ist es eine riesige Fundgrube an Tipps, Anleitungen, Denkanstößen und Diskussionen zum Thema "Einfaches Leben" - fern ab vom akademischen Hipstertum und dessen "grünen" Konsum geht es hier nicht unbedingt um chic und stylish, sondern um praktisch.

 Dagobert Duck, der alte Kapitalist und Knauserer. Quelle
Im Forum wie im monatlichen Newsletter (den man abonnieren kann oder auf der Seite nachlesen) wird etwa ein Monat lang in einem Experiment probiert, ohne elektrisches Licht auszukommen, es werden eigene Stromgeneratoren gebastelt und Rezepte aus Wildpflanzen ausgetauscht. Im Wesentlichen geht es wohl darum, autark(er) und damit zukunftsfähiger zu werden. Michaela Brötz, der Mastermind der Seite und Autorin des Newsletters, gibt sich sichtlich sehr viel Mühe. Es lohnt sich also, besonders auch in den Newsletter-Archiven zu blättern!

Also fröhlich drauflosautarkiert auf http://www.derknauserer.at/ !

12. März 2014

Blog: we upcycle

Aus alt mach neu!

Nichts ist unmöglich: Ein Sitzpolster aus T-Shirts, Schmuck aus  Fahrradschläuchen, eine Couch aus Holzpaletten oder ein Lampenschirm aus Plastiksackerln - alles stylish und schick! Alles upgecycelt!

Falls ihr noch keine Ideen habt, was ihr euren Lieben zum Geburtstag oder zur Wohnungseinweihung schenken sollt, falls ihr neue Möbel braucht, aber blank seid... - könnt ihr euch auf dieser großartigen Seite Inspiration holen:

we upcycle

 






5. März 2014

Seifenreste stilsicher verbrauchen

Stückseife ist bekanntlich ökologisch, weil sie kaum Verpackung braucht und auch von Biokläranlagen abgebaut werden kann. Sie ist hygienischer als ihre saure/ph-neutrale Halbschwester im Spender, weil sie alkalisch ist und somit keimfrei. Und üblicherweise ist sie auch freundlicher zur Haut.

Aber was tun mit den kleinen Resten, die nicht mehr gut in der Hand liegen?

Ich sammle sie in einem Geschenkbeutel aus Organza und wenn der voll ist, leg ich ihn neben das Waschbecken. Durch das feine Organzanetz erhält man richtig flauschige Schaumberge!





Sieht doch ziemlich schick aus, oder?


Man kann viiieeele Seifenreste auch mit genügend Wasser am Herd wieder zusammenschmelzen und ein neues buntes Stück Seife formen, danach trocknen lassen.

Oder man kann den Seifenrest als Schneiderkreide zweckentfremden. Das Seifenstücki ist nämlich durch das anwaschen außen wie angespitzt und beim Waschen sind die Markierungen dann flugs wieder draußen.


Was stellt ihr mit Seifenresten an?


26. Februar 2014

Minimal-Bad-Strategien (5): Loswerden

Nun denn, jetzt hat man sich schon die Mühe gemacht und den Inhalt seines Bades systematisch überdacht und schließlich auch einiges ausgemistet - aber wohin mit all dem ungewünschten Kram? Hier also der logische letzte Punkt meiner kleinen Reihe: Wie minimalisier ich den Krempel in meinem Bad?

1. Wegwerfen
Alles, was vor langer Zeit abgelaufen ist, eingetrocknet oder dessen Emulsion sich getrennt hat, das komisch riecht oder sonst wie gammlig ist - ab in den Restmüll. (Außer Behälter, die unter Druck stehen - die sind Sondermüll!)

2. Zurückgeben
Ein neues angebrochenes Produkt, das du nicht vertragen hast, kannst du mitsamt Kassazettel ins Geschäft zurücktragen (oder nach Absprache an die Firma zurücksenden), hast du das gewusst? Gerade bei teuren Produkten zahlt sich das echt aus!

3. Weiterschenken
Freunden, Familie, einem Umsonstladen oder der Obdachlosenhilfe schenken – oder einfach im Wohnhaus aussetzen.

4. Zweckentfremden
Mit Schampoo und Duschgel kann man auch Geschirr ab- und den Boden aufwaschen, die Wäsche waschen (besonders Wolle!), die Dusche putzen oder, wenn du auf sowas stehst, den Hund schampoonieren...
Gesichtscremes dick über Nacht auf die Füße schmieren, als Leave-in für die Haarspitzen oder 1:1 mit Conditioner gemischt als Haarkur vor der Wäsche, Haarspülung als Rasierschaumersatz...
Nagellack zum Basteln...


Und welche Ideen hast du?




Das war der letzte Teil der Reihe. Hoffentlich waren für dich ein paar Ideen dabei! Die anderen Postings kannst du hier nachlesen:
(1) Bedürfnisse
(2) falsche Bedürfnisse
(3) Fehlkäufe
(4) Produkte reduzieren

Auch Lunalesca hat sich mit ihrem Bad beschäftigt:
(1) Parfum
(2) Zahnpflege
(3) Frisierzubehör
(4) Haarpflegeprodukte


12. Februar 2014

Green Status Anxiety

Auf Twitter ist mir letzte Woche ein Vortrag über Status Anxiety untergekommen. Besonders die Zusammenhänge und Paradoxa sind sehr interessant! Aber gleichzeitig dachte ich, naja, aber ich bin da eh nicht so wirklich davon betroffen.



Viel Geld, ein fettes Auto, Designerkleidung oder -möbel waren mir noch nie wichtig. In meiner Jugend hab ich meinen Spaß dabei gehabt, meine Umgebung mit der Inkongruenz meines Äußeren und Inneren zu verwirren. Ich bin ziemlich immun gegen Status Anxiety, spiele maximal mit ihr. Dachte ich.

Vor einem halben Jahr fiel mir ein iPad in den Schoß. Nach monatelangem Herumüberlegen (es wär halt so praktisch vs. will ichs oder brauch ichs?) konnte plötzlich eine Freundin Geld gut brauchen und so kaufte ich ihr ein iPad3 ab. Ich wollte nie was von Apple besitzen. Klar, die Verarbeitung ist gut, Hardware und Software sind perfekt aufeinander abgestimmt und die anderen Hersteller haben genauso Dreck am Stecken, was die Produktion angeht. Aber dann muss ich an all die Hipster und Bobos denken, die ja soooo wahnsinnig künstlerisch und hip sind und deswegen Appleprodukte besitzen. Zwar kenne ich auch sehr liebe Menschen, die ein Macbook oder iPhone haben, aber der Zusammenhang zwischen den Variablen "Appleproduktbesitzer" und "unsympathischer arroganter Angeber" ist statistisch signifikant, davon bin ich überzeugt!
Ja, ich schäme mich für dieses Ding. Nicht nur wegen Apple, sondern auch weil ich Tablets immer für komplett nutzlosen bedürfnisgenerierenden Wirtschaftswachstumsscheiß gehalten habe. Wenn ich in der Öffentlichkeit mein iPad benutze, achte ich jedenfalls drauf, dass man wenigstens den blöden Apfel auf der Rückseite nicht sieht.
(Ich bin damit nicht allein. Mein Freund hatte das Pech, ein gebrauchtes iPhone4 zu bekommen, in seinem Fall sogar geschenkt und meint letztens so verzweifelt zu mir: Was soll ich nur tun, ich find das iPhone toller als mein altes Smartphone!)

Anderes Beispiel: Schuhe. Mein Verhältnis zu Waldviertlern war immer schon gespalten. Einerseits genial: kleine soziale Schuhfabrik im Waldviertel, einer strukturschwachen Gegend nordwestlich von Wien, zeitlose und sehr hochwertige, bequeme Schuhe (wenngleich auch etwas äh rustikal). Andererseits hat die jetzt echt jeder. Zumindest jeder, der irgendwie in die Sparte "Linke mit höherer Ausbildung und Umwelt/Sozialbewusstsein" passen. Eingangsbereich bei Studentenparties: 80% Waldviertler.
Ich wollte nie Waldviertler, weil ich im Nachhaltigkeitsbereich studiere und in ein paar Monaten auch arbeiten werde. Weil eben alle die tragen. Weil ich Angst um meine Individualität habe und in der Folge auch Rechtfertigungsgefühle bei Öko-Entscheidungen, dass ich die eben nicht fälle nur weil sie hip und in sind.
Naja, jetzt hab ich welche... Das Zauberwort "Sonderanfertigung" war es, das meine verdammt schmalen Fersen magisch ins Geschäft gezogen haben. Ich besitze nun zum ersten Mal in meinem Leben Schuhe, in denen ich nicht schwimme oder Blasen bekomme oder nach ein paar Monaten das Fersenleder durch hab. Das geschickte Fußbett hat sogar meinen leichten Knickfuß erledigt.

Gibt es Green Status Anxiety? Sich dafür schämen dass man im SecondHand-Geschäft wieder mal nix gefunden hat und dann doch zum H&M gegangen ist? Bei Besuch schnell die Packung von den Hofer/Aldi-Keksen verschwinden lassen? Sich wegen dem Besitz von Lifestyleprodukten schämen? Ökozeug nicht kaufen, aus Sorge vor dem Vorurteil, man kaufe es ja nur weil es so hip ist und nicht weil man es wirklich gut findet - oder schlimmer: weil man glaube, es gäbe grünes Wirtschaftswachstum und man könne weiterkonsumieren wie bisher, hauptsache grün? Oder weil man sich so öko-snobbish gegenüber wirtschaftlich benachteiligten Menschen vorkommt, die sich den ganzen Kram nicht leisten können?
Ja, die gibt es. Definitiv.

Was denkst du denn drüber? Kennst du dieses zwiespältige Gefühl?

3. Februar 2014

Tipps rund ums Papiersparen

Heute habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie man einfach Papier sparen kann.


  • Seit ich die Flugprospekte abbestellt habe, erwartet mich nicht mehr täglich ein überquellender Briefkasten, die Altpapiertonne wird nicht mehr voll, und ich muss mich nicht mehr darauf konzentrieren, was bei Lidl oder Hofer/Aldi verkauft wird was ich gar nicht brauche.
  • Auch im Büro kann man viel Abfall vermeiden, wenn man sich E-Mails und Files nur in Ausnahmefällen ausdruckt. Anstatt Kopien anzufertigen, lassen sich Dokumente einfach einscannen und können praktischerweise gleich weiter verschickt werden. Noch dazu lassen sich digitale Infos mit Hilfe einer Suchfunktion ganz leicht wieder auffinden.
  • Für schnelle Telefonnotizen benutze ich alte einseitige Ausdrucke, beim Brainstorming helfen mir Word, Excel oder das simple OneNote.
  • Viele Dienstleister wie Gemeinden, Energielieferanten oder das Finanzamt bieten eine elektronische Rechnung an. Mitterweile lässt sich durch den Umstieg auf E-Mail-Rechnungen sogar der eine oder andere Euro sparen. Ein Dauerauftrag spart die regelmäßige Zusendung eines Erlagscheines.
  • In meiner Tasche befindet sich immer ein Stofftaschentuch. Ich habe mir welche von meiner Mutter zu Weihnachten schenken lassen. Sie ist ohnehin eine Upcycling-Seele (ohne zu wissen was dieses Schlagwort eigentlich bedeutet :) und hat die Taschentücher aus einem alten Leinen-Bettbezug von meiner Oma selbst genäht! Aber auch wenn man lieber Papiertücher verwendet, ist es kein Problem sich mehrmals damit die Nase zu putzen.
  • Was ich nicht leiden kann, ist wenn man die gesamte Küche mit Küchenrolle putzt! Anders als in der Werbung dargestellt, ist man mit einem feuchten Tuch eigentlich immer besser bedient, solange es sich nicht um extremen Ekeldreck handelt. 
  • Auf öffentlichen WCs spare ich öfter das Papierhandtuch, und trockne meine Hände an der Jeans ab (bei Stonewashed-Muster total unauffällig)

Natürlich gibt es auch ein paar Fälle, wo ich auf Papier nicht so gern verzichte, wie etwa bei Büchern, oder meinem Notizbuch.

Wie spart ihr Papier?

18. Dezember 2013

Wäsche waschen, minimalistisch

Da ich herkömmliches Waschmittel nicht vertrage, habe ich bereits Allergikerwaschmittel und Waschnüsse probiert. Da Waschnüsse eher problematisch sind*, benutze ich derzeit erfolgreich ein simples, billiges, verträgliches und selbstgemachtes Waschmittel.

Folgende Zutaten werden 1:1 gemischt:
  • Kernseife, geraspelt (oder Seifenflocken)
  • Kristallsoda

Dosierung: 1-2 EL ins Waschmittelfach
Außerdem empfehlenswert: einen guten Schluck Essig ins Weichspülerfach.

Nichts einfacher als das!

Kann auch als Universalputzmittel benutzt werden. Sauer (Schuss Essig oder etwas Zitronensäure) gegen Kalk, alkalisch (Schuss Natron oder etwas mehr Soda) gegen Fett. Von mir bereits erfolgreich für Geschirr, Fliesen, Laminat und die Dusche verwendet.


*Seit die Nachfrage nach Waschnussschalen in Europa so hoch ist, werden diese Schalen in den Herstellerländern immer teurer. Die Menschen dort müssen dann auf billige industrielle Waschmittel zurückgreifen, die wegen fehlender Standards umweltschädlich und gesundheitsgefährdend sind. Angeblich sollen Waschnüsse sich auch nicht so gut mit unseren Kläranlagen vertragen.

6. Dezember 2013

Kleines How-To der Menstruationstasse

Letzte Woche habe ich euch hier die Menstruationstasse vorgestellt. Diese Woche gibt's noch ein paar Tipps obendrauf.


Stopft eure Tampons in Flaschen, nutzt eure Binden als Serviette, zündet alle Slipeinlagen an, hier kommt die Menstruationstasse!


Erstversuche

Ihr müsst euch an das Handling erst mal gewöhnen, das geht jedoch recht rasch und nach der dritten Mens werdet ihr euch fühlen als hättet ihr nie etwas anderes verwendet. Um euch mit der Handhabung vertraut zu machen, testet die Tasse erst mal an schwächeren Blutungstagen.

Stiel

Die meisten Modelle kommen mit Stiel unten dran. Dieser ist nicht zum rausziehen, sondern dient eher der "Ortung" des Objekts an Ort und Stelle. Ich würde euch empfehlen den gleich mal mit der Schere einzukürzen, damit nachher nichts hervorsteht und stört.

Einsetzen

Das Becherl wird befeuchtet und zusammengefaltet. Im Internet finden sich verschiedenste Falttechniken. Bitte nicht zu weit einschieben, es reicht wenn nichts mehr heraussteht. Ein bisschen rückt sich das auch von alleine zurecht.

Schwimmen, Reiten, Radfahren

Fühlt euch ganz normal, ihr werdet den Cup gar nicht mehr wahrnehmen, wenn er richtig sitzt. An starken Tagen kann schon mal bisschen was vobeilaufen, also am Besten schwarze Unterwäsche tragen oder (aus Stoff genähte?) Slipeinlagen verwenden. Ihr könnt pinkeln oder sonstige Toilettengänge erledigen ohne den Becher zu entfernen.
Viele fühlen es wenn die Tasse voll wird uns es Zeit zum Ausleeren wird. Blutrückstau kann sich keiner bilden, im schlimmsten Fall beginnt es, bei Bewegung ein bisschen am Becher vorbeizulaufen. Höchste Zeit zum Leeren!

Ausleeren

Wie gesagt, bitte nicht versuchen am Stiel zu ziehen, da tut sich aufgrund von Unterdruck nicht viel. Diese Technik ist etwas gefinkelt, und es wird nicht eifacher wenn der Becher randvoll ist, also wie gesagt erst mal an schwachen Tagen ausprobieren. Hier hilft die Scheidenmuskulatur mit, den Becher etwas nach unten zu drücken, gleichzeitig mit Daumen und Zeigefinger den Becher fassen, vielleicht etwas zusammendrücken und dadurch den Unterdruck aufheben, gerade herausziehen.

Zwischenreinigung

Nun wird der Inhalt einfach ins WC gekippt. Entweder mit Klopapier etwas abtupfen, manche (nicht wundern!) pinkeln die Tasse auch sauber. Denkt daran: wenn sie zu trocken ist, wird das Einsetzen sehr schwierig! Deshalb tu ich meist gar nichts zur Zwischenreinigung, außer einmal täglich mit Seife auswaschen.

Endreinigung

Empfohlen wird das Auskochen, eventuell mit einem Schuss Essig. Mir ist das zu viel Arbeit, deshalb reinige ich mein Becherl in der Spülmaschine. Manchen genügt auch eine Reinigung mit Seife und Nagelbürste.

Weitere Fragen könnt ihr gerne im Kommentarfeld posten oder auch an Doktor Google richten :)

29. November 2013

Menstruationstassen in militärischem Sperrgebiet

Liebe Damen, heute zu einem Thema das uns alle betrifft: die Menstruation. Alle jene Leser, die sich nun nicht angesprochen fühlen, dürfen aber trotzdem gerne weiter lesen - man lernt ja nie aus.

Im Folgenden werden Wörter verwendet oder Dinge gesagt, die vielleicht nicht jeder lesen möchte. Leider erklären manche Frauen ihre Scheide zu Zeiten der Regelblutung zum militärischen Sperrgebiet, in das sie nicht einmal selber gedanklich, optisch oder physisch eindringen möchten. Dabei handelt es sich jedoch um eine wichtige Funktion des eigenen Körpers, welche die Frau befähigt einmal Kinder zu gebären! Ein bisschen mehr Aufgeschlossenheit kann da nicht schaden.

Der Becher

Habt ihr schon einmal was von Menstruationstasse, Ladycup oder Mondtasse gehört? Es handelt sich dabei um eine wiederverwendbare Alternative zu Tampons und Binden. Genauer gesagt ist eine Menstruationstasse ein Becherchen aus Silikon, welches in die Scheide eingeführt wird, um die Menstruationsflüssigkeit aufzufangen.

Die Vorteile

Dieses "Ding" bringt folgende Vorteile:
  • Die Tasse ist wiederverwendbar, wodurch Müll vermieden und das Geldbörsel geschont wird.
  • Sie hat ein höheres Fassungsvermögen als herkömmliche Produkte, was vielen Damen mit einer starken Blutung sehr entgegen kommt.
  • Die Scheidenschleimhaut wird nicht, wie bei Tampons, immer wieder ausgetrocknet. Eine trockene Schleimhaut begünstigt Infektionen und ist obendrein unangenehm.
  • Man muss  keine Monatshygieneartikel beim Gang zum WC mit sich führen; vor allem im Sommer ein Vorteil, da viele Kleider und Röcke keine Taschen haben.
  • Frau kann sich die Zusammensetzung und Menge ihrer Blutung besser vor Augen führen und lernt somit etwas über ihren Körper.

Ein paar Links

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf den Seiten http://www.afriska.ch, http://www.fleurcup.com und http://www.lunette.com informieren und nachsehen wie so ein Dings überhaupt aussieht! Und lest nächste Woche wieder rein, wenn der zweite Beitrag zu diesem Thema erscheint!

12. Oktober 2013

Leitungswasser rulez!

Mein ultimatives Lieblingsgetränk (alkoholfrei) ist Leitungswasser. Hier in Österreich ist dessen Qualität ja ausgezeichnet. Es ist genau das, was mein Körper braucht. Kohlensäure mag ich nicht, davon muss ich aufstoßen, und es säuert den Magen an.

Als Gast scheint man ja unnötige Bescheidenheit an den Tag zu legen, wenn man nach dem kostenlosen Getränk verlangt. Vielen Gastgebern geht es gegen den Strich, wenn sie nichts Kostenintensiveres kredenzen dürfen, und zwingen mich quasi zum mineralwassertrinken, wenn schon keine Limonade. Wirklich, beteuere ich dann stets, stilles Wasser ist mir das Liebste!

Leitungswasser trinken ist auch gut für die Umwelt. Es müssen nicht tausende von Plastikflaschen für mich produziert, durch die Gegend gefahren und dann wieder entsorgt werden.

In der kalten Jahreszeit fülle ich es in Glaskaraffen, um es erst mal auf Raumtemperatur zu bringen. Auch in der Arbeit benutze ich einen Glaskrug, der griffbereit am Schreibtisch steht und mich zum häufigen Trinken animiert.

Diesen Schreibtischkrug zieren nun ein paar mineralische Edelsteine: Bergkristall, Rosenquarz, Amethyst, Aventurin und Calcit.

Schon als Kind konnte ich all diese Mineralien benennen, denn ich stehe auf Steine!!! Auch heute liebe ich es noch, meine Steinesammlung neu zu sortieren und jeden meiner Schätze in seiner Einzigartigkeit zu würdigen.

Ähem, jedenfalls soll jeder dieser Steine seine eigene Wirkung in Form von Schwingungen auf das getrunkene Wasser übertragen. Bergkristall steht für Klarheit und Reinigung. Rosenquarz stärkt Herz und Gefühle und steht für die Liebe. Amethyst sorgt für Ausgleich, Harmonie und Geborgenheit. Der Aventurin ist für Kreativität zuständig. Calcit fördert Gedächtnis und Urteilsvermögen.

Eine positive Wirkung war jedenfalls sofort spürbar: die Freude, die ich jedes Mal empfinde, wenn ich die schönen Steine im Wasser betrachte :)

9. September 2013

Eigene Tomaten einkochen

Weil meine Tomaten gerade üppig tragen, habe ich selbst Tomatensugo eingekocht.



Dazu die Tomaten (die bei mir die verschiedensten Farben haben) Aufschneiden, mit dem Daumen die Kerne herausdrücken, alles gesalzen im Topf aufkochen. Danach durch die "Flotte Lotte" drehen - die Schalen bleiben zurück.

Das Ganze sah zu diesem Zeitpunkt sehr nach Suppe aus. Jetzt Knoblauch, Karotten, Zucchini und Kürbis ganz fein gewürfelt dazu (zwischen 4 und 7 mm Kantenlänge). Wer es scharf mag, auch Chilli reinschneiden und kurz nochmal aufkochen.

Würzen - mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Basilikum getrocknet und etwas Oregano. Für die Optik kann man auch noch Paprikapulver einrühren. Kurz den Pürierstab reinhalten - ich wollte dass das Gemüse noch erkennbar ist und habe deshalb nicht alles kleingemacht, sondern wirklich nur ein paar Mal kurz aufs Knöpfchen gedrückt.

Heiß in (vorher ausgewaschene) Gläser einfüllen und diese fest verschraubt auf den Kopf stellen. Ich sammle für solche Zwecke das gesamte Jahr über die Gläser von Gurken & Co - aber nur so lange, bis die dafür vorgesehene Stellage wieder voll ist!

7. Mai 2013

Upcycling im Garten

Momentan bin ich bei jedem annehmbaren Wetter in meinem Garten. Buddeln killt Winterspeck und tut der Seele gut!

Es grassiert in Bloggerkreisen zur Zeit das beliebte Thema Upcycling, an das ich denken musste, als ich ein paar ausrangierte Pflanzen adoptierte:

Unlängst haben die alten Thujen einer Freundin in meinem Garten ein neues Zuhause gefunden und bilden den Anfang einer lang ersehnten Sichtschutz-Hecke.

Ebenfalls ein Neuzugang: Schnittabfall aus Nachbar's Garten, eine Hortensie, die sich erst neu verwurzeln muss (deshalb das etwas angeschlagene Aussehen).

Den Kompost im Haufen hält künftig dieser aufgeschnittene Rindenmulchsack (ich vermute mal, Rindenmulch in Säcken ist nicht gerade umweltfreundlich *zerknirscht dreinschau*; immerhin hab ich versucht das Beste draus zu machen!)

Neben dem Kompost seht ihr einen Eimer, in dem landeten die Engerlinge aus der frischen Komposterde. Diese wurden mit Hochgenuss von den Hühnern eines Freundes verspeist und somit ebenfalls sinnvoll geupcycelt ;)

6. Mai 2013

Wasser ist zum Waschen da

Allen Kosmetikwerbungen zum Trotz, wasche ich mich meist nur mit Wasser. Üblicherweise springe ich morgens in die Dusche, mach mich nass und rubbel die verdächtigen Stellen (Gesicht, Hals, Achseln, unter der Brust, Bauchnabel und Ihr-Wisst-Schon-Wo) mit der Hand ab - fertig.

Alternativ könnte ich die Körperteile, die tägliche Waschung verlangen, auch mit einem Lappen am Waschbecken reinigen, ist in meinen Augen aber im Prinzip mehr Aufwand.

Ich stinke nicht, und habe auch keine Schmutzränder am Körper. Beim Haare Waschen oder Beine rasieren kommt ja doch regelmäßig Seife an den Körper, oder wenn ich sehr geschwitzt oder etwa im Staub gearbeitet habe.

Deo hab ich mir übrigens auch abgewöhnt, es dauert wenige Tage bis die Hautbalance wieder hergestellt ist. Bei täglicher Wasserreinigung, sowie zeitnahem Duschen nach Schwitze-Sessions hat der Schweiß keine Gelegenheit sich zu zersetzen!

1. Dezember 2012

Die Geschichte meiner Mikrowelle

Ich hab nie großartig über Mikrowellen nachgedacht. 
Bis ich 15 war hatte meine Familie keine. Milch wurde am Herd aufgewärmt, Essen im Backrohr aufgetaut. Dann hat mein Vater eine Mikrowelle gekauft, die zuerst von allen kritisch beäugt wurde, aber ziemlich bald nach dem Kauf wurden Kakao, Gefrorenes und sogar Teewasser nur noch in die Mikro gestellt. Als ich drei Jahre später in meine Studentenwohnung zog, wurde natürlich eine Mikrowelle gespendet - ob ich sie tatsächlich brauche, darüber hab ich gar nie nachgedacht. Es hat ja einfach jeder eine Mikrowelle zuhause.5 Jahre lang hat sie mir Milch und Teewasser gewärmt und mein Chili aufgetaut. 
Bis mir eingefallen ist, dass das alles doch mein Herd auch kann!

Also hab ich meine Mikrowelle probeweise verräumt und ausprobiert, ob ich auch ohne sie auskomme. Da ich in einer alten Wohnung wohne, waren Dinge wie Milchkännchen (aus hellblauem Emaille, original 60er) und Wasserkessel sogar schon vorhanden - wobei es in beiden Fällen ein schlichter Kochtopf genauso, bzw. beim Wasser ein Wasserkocher energiesparender tut. Mein portionsweise eingefrorenes Chili taue ich zuerst über Nacht im Kühlschrank, dann tagsüber heraußen und schließlich im Kochtopf auf. Die inkludierte Grillfunktion hatte sich ja als nutzlos herausgestellt - so selten wie ich mir Toasts mache, tut es mein Backrohr auch und Popcorn mache ich im Kochtopf, wo es mir auch viel besser gelingt.


Meine Mikrowelle steht seit 8 Monaten dort oben. Würde sie nicht zur Wohnung gehören, hätte ich sie längst verkauft.

Mir persönlich waren nicht nur der gewonnene Platz auf der Anrichte und das in Zukunft gesparte Geld wichtig, sondern auch der Hintergrund der Herstellung. 
Meine Mikrowelle besteht hauptsächlich aus Blech und Plastik, Elektronik und dem Drehteller aus Glas. Für sie musste Bauxit abgebaut und mit viel Energie aus Erdöl oder Kohle zu Aluminium verarbeitet werden. Für das Bauxit wurde wahrscheinlich Regenwald gerodet und Einheimische/Ureinwohner zwangsumgesiedelt. Das Plastik wurde aus Erdöl hergestellt, die Elektronik braucht Seltene Erden, wegen denen in den Abbaugebieten Bürgerkriege geführt werden. Weitere Schlagworte: fehlende Sozialversicherungen, hoher Energie- und, Wasserverbrauch, fehlende Sicherheitsbestimmungen. Und was passiert, wenn die Mikrowelle nach ein paar wenigen Jahren aufhört, zu funktionieren?

Die Mikrowelle war bei uns in ihrer Durchsetzungskraft eine ziemliche Erfolgsgeschichte, obwohl wir davor gar nicht wussten, dass wir sie brauchen. Weniger erfolgreiche Geschichten in meiner Familie waren etwa die von Sodastream (keiner bei uns mag Kohlensäure), dem Teekocher (Teewasserkochen und Teeziehen in einem! Nur: wer mag schon 10min gezogenen Grünen Tee?), oder der Popcornmaschine (good old 90ies: das Popcorn schmeckte nach Schmieröl und wir kehrten zum großen Kochtopf zurück).

Vor allem seit dieser Erkenntnis überlege ich noch schärfer als bisher, ob ich bestimmte Dinge wirklich brauche und mach mir ein kreatives Spiel daraus, bei Gegenständen aus meinem Besitz auszutesten, ob ich sie vermissen würde und welcher Gegenstand die meisten Funktionen besitzt (und damit auch andere ersetzen kann).

16. November 2012

Bio in der Kiste

Bei mir in der Gegend gibt es einen Unternehmer, der biologisches Obst und Gemüse direkt vor die Haustür liefert. Optimalerweise bestellt man sich diese Kiste(n) gleich im Abo, sodass man in ein- oder mehrwöchigem Abstand regelmäßig mit Bioprodukten versorgt ist.



Die Früchte stammen bevorzugt von regionalen Biobauern. Um eine größere Produktvielfalt gewährleisten zu können, werden einige Beigaben von weiter weg gekauft, beispielsweise aus Italien.

 

Eine sehr praktische Art und Weise, regionale Biobauern zu unterstützen. Aber wie sieht es mit den Kosten aus?

Die Preisrecherche

Als mein erstes Kisterl eingetroffen ist, habe ich sofort den Inhalt genau abgewogen und aufgeschrieben. Danach war ich in diversen Supermärkten zur Preisrecherche unterwegs. Da das Bio-Sortiment meist jedoch sehr spärlich ist, musste ich den Preis des Bio-Equivalents mehrfach schätzen. In so einem Fall ging ich vom 1,2-fachen des Preises des herkömmlichen Produkts aus, was meiner Meinung nach jedenfalls eine sehr optimistische Schätzung ist. 

Das Ergebnis

...ist schon beeindruckend:
- Der Preis für die Biokiste inkl.Lieferung: 19 €
- Preis von herkömmlichem Obst und Gemüse im Supermarkt: 16,22 €
- Preis der Supermarkt-Bioprodukte (teilweise geschätzt): 19,23 € !!!

Das bedeutet, dass es in diesem Fall sogar günstiger ist, sich sein Bio-Gemüse von so einem Unternehmen anliefern zu lassen. Also: Traut euch und sucht nach einem Lieferanten in eurer Nähe!!

Beispielsweise in Österreich:
Bioschatzkistl, Neusiedl am See
Achleitner Biohof, Eferding

Google kennt noch viel viel mehr...

22. Oktober 2012

Werbeverzicht

Ärgert ihr euch auch immer über die vielen Prospekte, die täglich den Briefkasten verstopfen? Seid ihr ein Sklave dieser täglichen Werbeattacke und blättert ihr alle Flugblätter durch auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen, das ihr eigentlich gar nicht braucht?

Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich auf all diese Werbung verzichten kann. Diese Blätter sind meiner Meinung nach das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Die Papiermülltonne war stets randvoll gefüllt. Wie viele Bäume dafür wohl umsonst gestorben sind?

Der Aufkleber 

Also habe ich mir den österreichischen Werbeverzichtsaufkleber geholt (nähere Infos hier). Wie das in Deutschland funktioniert, ist mir jedoch nicht so ganz klar, vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen; zumindest kann man sich auf die Robinson-Liste setzen lassen.

Seitdem spare ich Zeit, Nerven, einen haufen Papiermüll und sogar Geld: Ich beschäftige mich nicht mit unnötigen Einkäufen, und habe nicht das Gefühl irgendetwas zu verpassen.



Aber warum hat der Aufkleber denn ein Ablaufdatum? Etwa um es dem Konsumenten möglichst schwer zu machen, sich vor Werbung zu schützen? Aber nein! Die Erklärung von der Ausgabestelle: Es hätte schon Beschwerden von Personen gegeben, welche Schwierigkeiten hatten, den Aufkleber zu entfernen, und leider deshalb gezwungen waren, auf Flugblätter zu verzichten. Aha.

Werbung für Werbung

Dass man ohne Flugblatt arm dran ist, hat die Post auch schon erkannt. Deshalb hat sie auch eine Werbekampagne gestartet. Mit haarsträubenden TV-Spots, und solchen Zusendungen:



 Erhalten habe ich diesen Postwurf jedoch nicht. Schade.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...