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16. August 2015

Weil es glitzert.

Warum kann man manchmal Dinge, die man nicht verwendet, die keinen emotionalen Wert haben, die keinem Zweck dienen (auch nicht, dass sie einen Raum verschönern), nicht loslassen?

Beispiel: Meine (kleine) Nagellackparade.

Nicht am Bild: 5 eingetrocknete Lacke, die ich schon im Juli weggeschmissen hab und zwei, die ich am Treffen Frau DingDong geschenkt hab, die mir vorher nicht verraten hat, dass sie ja eigentlich Nagellackkaufverbot hat haha! Dieses Früchtchen. Aber ok, geschenkt ist ja nicht gekauft.


Es ist komplett absurd. Ich schmink mich fast nie. Ich trag nie Nagellack. Ich hass den Geruch sowohl von Lack, als auch vom Entferner. Wenn der Lack mal oben ist, will ich ihn sofort wieder runtertun. Er fühlt sich nicht nur seltsam verklebt am Nagel an, er irritiert mich auch optisch und ich fühl mich irgendwie auch wenn der Lack schon trocken ist so, als dürfte ich jetzt alles nur ganz vorsichtig mit spitzen Fingern angreifen. So sehr mir Nagellack an manch anderen Händen gefällt, an mir wirkts so seltsam. Oder zumindest finde ich das - und das ist ja, was letztendlich zählt. Mir muss es gefallen. Und mir gefällts an mir selbst nicht.

Und trotzdem fällt es mir so schwer, diese schönen bunten und glitzernden Flascherln loszulassen. Was ich bitte schön schon losgelassen hab, sogar wenn andere mir schlechtes Gewissen einreden wollten. Und jetzt habe ich einige Monate mit diesen Lacken gekämpft und auch jetzt hängt mein Herz noch so dran, dass ich sie nur in liebevolle Hände abgeben will, anstatt einfach wie vieles andere im Stiegenhaus auszusetzen...

Ursprünglich hab ich ein paar von diesen Lacken gekauft, um mir bunte Stricknadelforken für meine Haare zu machen (will wer eine Anleitung?). Eigentlich waren sie also gar nicht für die Nägel gedacht, aber dann bin ich auf die Idee gekommen, dass Nagellack eine der wenigen Möglichkeiten ist, um an Farben zu kommen, die mir stehen. Bei Klamotten schauen die diversen Wintertypen  (ich gurke ja irgendwo zwischen Deep Winter und True Winter herum) seit vielen Monaten schon durch die Finger, außer man will ausschließlich Schwarz anziehen.

Ich bin wirklich enttäuscht, dass es sich nicht als Möglichkeit für mich herausgestellt hat. Und die Stricknadelforken sieht man ja auch nicht wirklich, die sind nur am Hinterkopf.
Diesen Horrorsommer (sowohl auf Twitter, als auch hier hab ich ja ausreichend gejammert) hab ich mir außerdem meine Haare abgeschnitten, sie sind jetzt erstmal schulterlang (also die Spitzen stupfen an den Schultern an) und es würde noch 2 Jahre dauern, bis ich wieder Stricknadelforken tragen könnte und bis dahin sind die Lacke eh eingetrocknet und wer weiß ob ich dann so einen DIY-Look überhaupt noch wirklich tragen kann/will oder nicht doch lieber erwachseneren Haarschmuck wähle. Vielleicht bleib ich aber auch noch länger kurzhaarig. Also kein Grund, die Lacke aufzuheben. Genausowenig wo ich mich doch so seltsam und überhaupt nicht wie ich selbst mit bunten Nägeln fühle, weder Hände noch Füße. (Und Nagellack ist ja auch wirklich weder gesund noch öko.)

Es ist sehr sehr seltsam. Und es ist sicher, weil sie glitzern. Oder so schön bunt sind. Anders kann ichs mir nicht erklären. Ich bin kein sentimentaler Mensch und ich hab langjährige Ausmisterfahrung.
Also weg mit den Lacken, verdammt! Kanns ja echt nicht sein.

Oder sollte ich den Nagellack doch noch irgendwie außerhalb von den Nägeln aufbrauchen? Auf pinterest findet man unheimlich viel. Vielleicht verbrauch ich also noch ein bissl Lack und setz ihn erst dann aus. (Jaja. Und dann doch nix damit machen und er steht weiterhin herum. Man möge mich fest beißen.)

Was sind denn deine völlig irrationalen doofen "Anhängsel"?

21. Dezember 2014

Ein weiteres Jahr Minimalismus - wir blicken zurück (5)

Und auch heute haben wir 3 von Frau Dingdongs Fragen übernommen, um ein bisschen auf das Minimalismusjahr 2014 zurückzublicken.

Heute geht es um Aussehen und Stil, Routine und persönliche Organisation.

12. November 2014

Malkasten

Hoppla. Da war noch was. Schminksachen gehören ja auch zur Kosmetik...

Ich habs ja nicht so mit Schminken. In der Früh draufmalen und am Abend wieder runterkratzen, dazwischen höllisch aufpassen, dass nix verschmiert und trotzdem sieht man abends aus wie ein Panda auf Meth. Was ich in meiner Goth-Zeit bei dm und MAC an Geld gelassen hab geht eh auf keine Kuhhaut. (Wobei ich im Vergleich zu den heutigen Schülerinnen/Erstsemestrigen sicher nur einen winzigen Bruchteil an Geburtstagsgeld verprasst hab.) Aber keine Eyeshadowbase (das war damals voll das neuartige Produkt! Himmel bin ich alt!) hat den abendlichen Methpandaeffekt verhindern können.
Ich schau mir ja immer furchbar gerne Makeupvideos auf Youtube an. Ich bestaune nicht nur das Können der Damen (und Herren), ich rechne auch mit, wie viel ihr Gesicht grade kostet und wie viele Produkte und Hilfsmittel (Pinsel etc.) sie brauchen (meist so 30-50 Produkte/Hilfsmittel für schlappe 500-800€). Meistens komme ich am Ende zum Schluss, dass mir persönlich die Dame in der Vorher-Einstellung bis hin zu den ersten 3 Produkten sympathischer ausgeschaut hat. Mit Ausnahme von extremen Makeups wie Goth oder Burlesque oder so, aber das seh ich auch viel mehr als Kunstwerk und weniger für Alltag.

Meine persönliche Einstellung zur Gesichtsbemalung ist also: Wozu?
Und das sieht man auch in meinen Produkten:

Und nicht mal täglich oder so. Eigentlich nicht mal wöchentlich. Monatlich? Man weiß es nicht.

Das im weißen Tiegel ist übrigens mein kleines Wunderwuzzi, die Babylove Brustwarzensalbe. Lippenpflege, Lipgloss, Ellbogenschutz, rissige Füße. Ich kenne viele, die sie auch zur Haarspitzenpflege verwenden. Meine Schwester hat sie sogar während der Stillzeit für ihre Brustwarzen verwendet (Fnafnaaa)!
(Weil die Metalltube von der Salbe unterwegs immer Löcher bekommt, hab ich sie umgefüllt, obwohl es immer so entzückend irritierte Blicke gegeben hat.)

Vielleicht könnte ich da auch mal was verschenken. Aber irgendwie ist das ein Bereich, der mir ziemlich wurscht ist.

Wie stehst du zum Schminken? Hast du auch ein Wunderwuzzi? Was sind deine Bereiche, die zwar ein Ausmisten vertragen könnten, es dir aber doch irgendwie wurscht ist?

5. November 2014

materialfehler braucht auf (Kosmetik und Essen)

Hmm. Oktober vorbei... Es wird vielleicht Zeit für ein 3-Monats-Fazit!

Wie man hier nachlesen kann, ist es mir eigentlich unbegreiflich, wie ich es geschafft habe, so viel Kosmetikzeug anzuhäufen. Andererseits habe ich ja letzte Woche mein Leid zum Thema Vorräte geklagt.

Nach 3 Monaten optisch - 40%. Da geht doch was!


Ich wollte mich ja ein bisschen erziehen und mich zwingen, alles schön brav aufzubrauchen und nicht wieder alles verkaufen und verschenken, aber das hat nicht ganz geklappt. Es gibt doch Bereiche, wo stures Aufbrauchen einfach nicht sinnvoll ist:

* Haarbalsam. Meine Haare haben a) ein Überpflegungsproblem und b) enorm an Länge verloren, wodurch sogar in ihrer Leichtigkeit passende Spülungen obsolet wurden. Das sind vom oberen Bild 9 Flaschen, die verkauft und verschenkt wurden.

* Rohstoffe. Die halten ja auch nicht ewig und ich hab feststellen müssen, dass ich sowieso nur Seife siede (was max. jedes Jahr notwendig ist), Deocreme herstelle (dito) und ein gekauftes günstiges Feuchtigkeitsserum mit meinem liebsten Niacinamid pimpe. Da reicht zeitnahes Besorgen - es sind noch ein paar Flascherln und Pulverln übrig, die ich an die Pantscherin bringen muss, bevor sie gammlig werden.

* Haarseife. Die Tatsache, dass Seife durch Lagerung milder wird, beißt sich mit meinem Überpflegungsproblem. Zum Händewaschen sind die Seifen aber viel zu schade (viele teure Bioöle) bzw. für den Körper zu wenig pflegend, also hab ich sie lieber gegen Rohstoffkosten an Bekannte verkauft.


Jetzt bin ich immerhin auf einer Basis, wo ich wirklich (fast) alles selbst aufbrauchen kann.

Und ich hab jetzt hoffentlich endlich mal draus gelernt. Auch beim Futter. Da hab ich jetzt leider keine Vorher/Nachher-Bilder für euch, aber ich habe mittlerweile die

  • 6 Nudelsorten auf 2 (Normalo-Spaghetti und Vollkorn-Penne) 
  • 3 Mehlsorten auf 1 (Vollkorndinkelmehl)
  • 4 Zuckersachen auf 2 (brauner Zucker und Ahornsirup) usw. 

reduzieren können.
Ironischerweise ist meine Lust auf Kochen direkt proportional mit dem leerer Werden der Küche gestiegen haha! Ich habe mittlerweile sogar nach über 7 Jahren unregelmäßigen Bezugs meine Gemüsekiste (die im Link ist die von der Luni) gekündigt, weil mir das Konzept leider doch zu viel ist und mir aus Überforderung immer wieder was gammlig geworden ist (hab ja eh 2 Biomärkte ums Eck).
Ich bin guter Dinge, dass ichs jetzt geschnallt hab und auch in diesem Bereich endlich zur Ruhe komme.


Mein Aufbrauchziel für Kosmetik sieht übrigens so aus:


1-2 Schampoos, 1 Gesichtsreiniger, 1 Gesichtscreme (abgebildet sind die drei "Zutaten"), 1 Deo(creme), 1 Körperbutter, Zahnpasta, Haarseife, Körper/Handseife. Ein kleiner Seifenvorrat und ein paar Rohstoffreste sind ja unumgänglich, aber das im Bild wäre also insgesamt das Zeug, was ich auch jetzt tatsächlich verwende.




Sollte daher eigentlich automatisch zu erreichen sein. Ich finds ja immer noch absurd, dass ich so eine Sammlung produziert hab, wo ich doch eigentlich so wirklich keine Kosmetik-Tante bin.

Zum Glück sind Kosmetik und Essen die einzigen Bereiche, wo sich bei mir was unerwünscht ansammelt. Welche sind das bei dir?

29. Oktober 2014

Vorräte und Ausmisten tanzen im Kreis

Ich: Hallo, ich heiße materialfehler und habe ein kleines Problem mit Vorräten.
Gruppe: Hallo, materialfehler!

Ich habs ja schon seit einigen Jahren mit dem Minimalismus, und vorher eigentlich auch schon. Da gibts viele Gründe, zum Beispiel meine Überforderung mit zu viel Auswahl (hirnblubb vorm Marmeladenregal stehen) oder dass ich einfach gern viel Platz hab.

In regelmäßigen Abständen bilde ich mir jedoch ein, dass Vorräte mein Leben vereinfachen.

  • Durch Vorräte muss ich weniger oft einkaufen gehen.
  • Wenn ich bei jedem Einkauf zusätzlich Zeugs kaufe, das nicht am Zettel steht, lässt sich dieses Problem auch reduzieren, indem man die Zahl der Einkäufe reduziert.
  • Größere Packungen sind nachhaltiger.
  • Ich habe einen Speisekammernfetisch. Hübsche Aufbewahrungsgläser mit Nudeln, Mehl, Getreide, eingemachtem Obst und Gemüse, Marmelade, Hülsenfrüchte, Kekse, Nüsse, Kräuter, Tee, Gewürze, ...
  • der -10% Gutschein vom dm zahlt sich bei einem großen Einkauf natürlich so richtig aus (ich kauf dort hauptsächlich Lebensmittel)
  • Unterschwellige, etwas irrationale Sorge, dass ich als Innenstadtkind, das noch nicht mal einen Balkon hat, bei einem Zusammenbruch der Wirtschaft gleich als erste verhunger (Danke liebe panikmachende Autarkie-Seiten im Netz!). Nicht lachen!


Das Ergebnis sind dann 2kg Haferflocken, 2kg Hirse und 2kg Buchweizen in einem 1,5 Personenhaushalt, in dem die halbe Person a) nicht frühstückt und b) meinen Frühstücksgatsch voll abartig findet - und wo die ganze Person in letzter Zeit dann doch viel lieber Vollkorntoast mit Mandelmus und Bananenscheiben oder mit Bohnenaufstrich und Paprikastreifen zum Frühstück isst.
Oder: braunen Zucker, Birkenzucker, Stevia, Ahornsirup, Agavensirup und Honig. In einem Haushalt, wo fast nie gebacken wird und auch sonst irgendwie kein Zuckerzeug verbraucht wird. Von meinen roten Linsen, Berglinsen, schwarzen Linsen, Kichererbsen ganz, Kichererbsen halbiert, Käferbohnen, Kidneybohnen möchte ich eigentlich lieber schweigen. Zumal mein Appetit sich sowieso nie nach den Einweichzeiten richten will und ich dann erst wieder mit halbverhungertem starren Blick kurz vor Ladenschluss mit Dosenkichererbsen bei der Kassa steh.
Bei Kosmetik ist es ähnlich. Experimente und Prozente und realitätsferner Enthusiasmus. Zwei Haushalte zu haben ist da auch nicht hilfreich (der Moment wenn du beim Freund das Badezimmerkastl aufmachst, um *schielt nach links* *schielt nach rechts* eine von deinen gehamsterten Flaschen dort reinzustellen, weil du geglaubt hast, da ist nix mehr und feststellst: verdammte Scheiße, warum hab ich hier FÜNF HALBVOLLE SCHAMPOOS STEHEN?!).

Wie du siehst, gibts da ein kleines Problem im Vorratsschrank-Realitäts-Kontinuum.
Ich fühle mich von zu viel Vorräten dann wieder erdrückt und irgendwie gelähmt. Und schon geht das fröhliche verkaufen, an Freunde verteilen und im Haus aussetzen wieder von vorne los. Und das spart mir echt kein Geld, obwohl das eine der ursprünglichen Intentionen war...

Das läuft dann immer so ab:

  • Zeug nervt. Ausmisten. Verschenken.
  • Ruhe genießen.
  • eingebildete Sparsamkeit: Hamstern.
  • mit Genuss Vorratsschrank einräumen
  • zunehmende Unruhe
  • nervt
  • ausmisten
  • Ruhe.
  • Angst vorm totalen Atomkrieg
  • hamstern
  • Vorratsschrank bestaunen
  • Überforderung
  • NERVT
  • ...

Gehts dir auch so? Oder hast du ein anderes dreckiges Minimalistengeheimnis?


11. Oktober 2014

Farbtypen

Wer mich kennt, weiß um meine leichte Farbtypenbesessenheit. Menschen gibt es in so wunderschönen Koloriten - ich kann Stunden damit verbringen, im Kaffeehaus zu sitzen und die Kolorite der anderen Menschen zu genießen. Besonders begeistert bin ich natürlich, wenn sich Menschen farbtypgerecht kleiden und dann ihre Kleidung immer so wirkt, als wär sie ihnen aus dem Körper gewachsen. Farbtypen-Blogs und Guess my type!-Threads in Foren sind für mich der reinste Kolorit-Porno.
Das Thema geistert ja schon sehr lange durchs Netz und ist bestimmt schon zu einem gewissen Grad bekannt. Grundsätzlich geht es darum: jedem Menschen stehen am besten jene Farben und Nuancen, die natürlich in seinem eigenen Kolorit vorkommen bzw. damit harmonieren. Die Kleidung wirkt dann, als wär sie einem aus dem Körper gewachsen, sehr harmonisch, sehr wie man selbst. Die richtigen Farben lassen einen gesund und frisch wirken und meist fühlt man sich dann auch selbst einfach wohler in seiner Haut.
Zum Thema Farbtypen gibt es schon sehr viele gute Informationen online im englischsprachigen Netz, man braucht sich also nicht unbedingt eines der zahlreichen Bücher kaufen. Die Informationen sind allerdings im Netz ein bisschen verstreut zwischen Blogs, Foren und pinterest, deswegen möchte ich hier versuchen, einen Überblick über das Thema zu geben und einige Klicktipps hinten nachschubsen.
Über die Vorteile davon, seinen Farbtyp zu kennen, hab ich bereits im Einleitungsposting geschrieben, also können wir gleich durchstarten!

Das farbliche Erscheinungsbild

Aufmerksame Kaffeehausbesucher (in den Tee blasen und Leute beobachten) haben es schon bemerkt: Menschen gibt es in allen Farben und Schattierungen, aber - der Wahnsinn hat Methode! Es gibt Menschen mit warmen, kalten, sanften, intensiven, klaren, gedämpften, hellen, dunklen Körperfarben. Das sind die natürliche Haarfarbe, die Hautfarbe, die Augenfarbe und wie alles zusammen wirkt. Ein bisschen kann man Menschen daher wieder mal in die guten alten Schubladen stopfen ;)
Da es schon jemand anderes wunderbar erklärt hat, möchte ich dazu lieber zu diesem Link weiterleiten:

Wenn du auf dieser verlinkten Startseite runtergescrollt hast, hast du nun gesehen, wie unterschiedlich also Kolorite sein können und dass sie aber trotzdem irgendwie klassifizierbar sind. (Lass dich nicht davon ablenken, dass die Beispiele Frauen sind - alles gilt für Männer genauso!)

(Nachtrag März 2015: Leider hat die Bloggerin von Truth is Beauty ihren Blog etwas umstrukturiert, sodass es keine grobe Übersicht mehr gibt, die einem die Zusammenhänge besser sichtbar macht. Den Blog find ich trotzdem super, klick dich halt statt dessen durch die einzelnen Farbtypen in der linken Leiste ("color analysis") und bemerke die vielen schönen und so vielfältigen Kolorite! :) 
Vielleicht ist auch die Übersicht auf diesem (stillgelegten) Blog hier hilfreich, wenn auch etwas anders aufgeteilt und kleinen Fehlern im Detail. Die Vorgangsweise zum Draping ist aber sicher trotzdem nachvollziehbar. Vielleicht find ich ja noch einen Überblick, der einen guten Ersatz bietet.)

Welche Farben uns nun stehen, hat viel mit diesen Koloriten zu tun, aber um die Sache etwas zu verkomplizieren, ist das nicht der Weisheit letzter Schluss - denn letztendlich geht es um die Farben der Kleidung, die optisch mit unserer größten Fläche (der Haut) wechselwirken. Das eigene Kolorit ist da schon ein guter Anhaltspunkt, aber um die vielen individuellen Ausnahmen und Verwechslungen auszuschließen muss man letztlich verschiedene Farben an sein Gesicht halten und schauen, wie die Haut damit wechselwirkt. Man nennt das Draping. Das kann man professionell machen lassen, muss es aber nicht. Im nächsten Posting zeig ich dir, wie das geht!


Schaust du dir auch so gerne Menschen an wie ich?


PS: Hier ist das Inhaltsverzeichnis zu den Farbtypenpostings

1. Wie man sich selber draped: 
Teil 1: warm oder kalt?
Teil 2 gedämpft oder klar?
Teil 3: Misch- und Untertypen
Teil 4: Gimpdraping
2. Tricks und Schummeleien

Die Farbtypen gehören übrigens zur Operation Kleiderschrank: eine Sammlung von Werkzeugen und Ideen, die einem zu einem minimalistischeren Kleiderschrank verhelfen.


29. September 2014

2. Die "Hardware": Proportionen, Farben, Formen

Bis jetzt ging es im Kleiderschrankspecial um die Persönlichkeit, nun probier ich mal die andere Richtung. Hier ist die Frage, was ist physisch vorhanden und wie kann ich damit arbeiten? Die "Hardware" ist der eigene Körper: in welchen Farben ist er gehalten, wie ist er geformt und welche Proportionen hat er? Das nenne ich jetzt einfach mal die "Hardware".

Der vitruvianische Mann vom Vinci Leo. Kennen wir. (Quelle: Wikipedia, eh klar)


Ob man einen Körper besitzt, der in kontrastreichen oder sanften Farben gehalten ist, ob man lange oder kurze Beine, eher kantigere oder weichere Körperformen hat - das alles beeinflusst was uns steht und was uns passt.

Leonardo da Vinci hat sich schon vor längerer Zeit mit Körperproportionen beschäftigt, Farbtypen und Körperformen sind erst vor kürzerer Zeit in Systeme gefasst worden. All diese Systeme sind hilfreiche Leitplanken, die man befolgen kann, aber nicht muss. Trotzdem hilft oft die Beschäftigung mit solchen Systemen, individuelle Zusammenhänge an sich selber zu bemerken.

Natürlich sind solche Systeme nicht für jeden Menschen hilfreich. Mir helfen Prinzipien und Typologien immer, den Kern einer Sache zu verstehen, um im nächsten Schritt das dann kritisch und individualisiert anzuwenden. Wenn du mit Typologien nichts anfangen kannst oder der praktische learning-by-doing-Typ bist, findest du aber bestimmt genauso Inspiration.

Sinn und Nutzen von Typensystemen

Viele Menschen finden Systeme wie Farbtypen öd oder einschränkend. Wer bestimmt denn eigentlich, was man anzuziehen und wie man auszusehen hat?
Auch wenn sich diese Systeme auf den ersten Blick wie Schubladen lesen - das ist Auslegungssache. Ich schlage vor, dass du diese Systeme als Inspiration und Werkzeuge siehst, die du soweit verwendest, wie sie dir nutzen.

Denn nutzen können sie durchaus sehr viel!
Ein minimalistischer Kleiderschrank ist möglich, weil die Farben und Stile konsistent sind und alles mit allem zusammenpasst - vor allem mit dir!
Ein nachhaltigerer Kleiderschrank ist möglich, weil man immuner gegen Trends und Fast Fashion wird, Fehlkäufe rechtzeitig durchschaut. Der Farbtyp und der Körpertyp bleiben das ganze Leben lang gleich, auch das ist Nachhaltigkeit.
Es sind weitere Vorentscheidungen, die einem das Leben letztlich leichter machen.

Der Unterschied zur "Software" ist, dass diese Systeme eine neutrale(re) Position bieten. Sie transzidieren Moden und sind ein Gegenpol zur Selbstwahrnehmung. Es ist der Versuch einer Annäherung an eine objektive(re) Wahrheit, könnte man sagen. Das kann ganz schön hilfreich sein!

Eine schöne Grundaussage der Systeme ist: Es gibt unterschiedliche Menschen und alle sind schön! So siehst du aus, und es ist gut, wie du aussiehst. Da magst du jetzt denken, ja eh klar! Was ist da jetzt die grandiose Aussage?
Es hat was mit der Zeit zu tun. Die Modephasen entwickeln sich ja immer so nacheinander. Denke mal an die Schnitte und Farben in den 60ern, 70ern, 80ern. Die Abfolge der Farben in den Geschäften: Im Frühjahr die Ostereierfarben, im Herbst die Herbstwaldfarben. Man bekommt so eine Zeitleiste, eine Linie. Was einem diese lineare Zeitleiste aber verschweigt ist die Information, dass es im Falle der realen Menschen nicht eine Linie ist, sondern viele. Die Breite fehlt. Und die Breite sind in diesem Fall die verschiedenen Menschentypen. Und so ist die Mode auch, sie ist linear und geht nicht in die Breite, was uns suggieriert, jedem Menschen stünde alles und wenn dir die aktuelle Mode nicht steht, ist das deine eigene Unzulänglichkeit.
Die Typensysteme haben mir wieder diese Breite in den Blick gerückt. All die anderen Typen Mensch, die gerade von der Mode ausgespart werden. Mir ist vieles bewusst geworden und ich bin zufriedener geworden. Und wenn ich im Kaffehaus sitze, schau ich mir die Leute jetzt umso lieber an! :D

Und selbst wenn die Systeme nicht so dein Ding sind, findest du vielleicht trotzdem Inspiration :) Und auch die "Software" allein bringt einen schon enorm weiter.

Was erwartet dich?

Ich möchte dir zwei Systeme zeigen, die recht unterschiedlich sind, aber (für mich) sehr hilfreich sind. Das eine sind die Farbtypen (welche Farben stehen mir?), den anderen Teil könnte man mit Körpertypen (Welche Linien harmonieren mit meinem Körper?) überschreiben.


Fühlst du dich von zu viel Auswahl auch immer schnell überfordert oder kannst du damit ganz easy umgehen? Oder fühlst du dich von der enormen Auswahl trotzdem ausgelassen? Kennst du schon solche Systeme?

16. August 2014

Hygieneartikel aus Stoff

Mein Mooncup hat endlich umweltfreundliche Verstärkung erhalten - und zwar diese großartigen Stoff-Slipeinlagen:



Diese hier kommen von ecoalternatives.etsy.com. Sind die Muster nicht zum liebhaben?  Ich steh' total auf die grünen Aliens *gg*

Ich habe eine breite Variante für die Slips, und eine schmale für Stringtangas ausgewählt. Sie werden mit Druckknopf befestigt, und wenn man sie wechselt kann man sie über die Tragefläche zusammen falten und mit dem Druckknopf zuklipsen wie ein kleines Paket.

Die Stoffvariante ist wesentlich tragefreundlicher als ihre Wegwerf-Schwester. Es handelt sich um 100% Baumwolle, total hautfreundlich und es entsteht kein Hitzestau. Weil ich damit nur mein Becherchen absichere und das Teil lediglich ein paar Spuren auffangen muss, entsteht auch absolut kein Geruch.

Wenn mal mehr daneben geht, soll man das Schätzchen kalt einweichen und ausdrücken. Gewaschen wird's bei mir zusammen mit den Handtüchern bei 40 oder 60 Grad. Dem Tipp des Verkäufers, Sonnenlicht wirke wahre Wunder bei sichtbaren Flecken, kann ich nur zustimmen.

Und, habt ihr Lust auf Gute-Laune-Muster im Höschen bekommen? ;)

6. August 2014

materialfehler muss schon wieder Kosmetik aufbrauchen

Puh. Also meistens fällt es mir ja leicht, mein persönliches Besitz-Level zu halten. Aber wenn im Leben viel zu tun ist, übersieht man einige Dinge leicht (besonders wenn man sie gut verstaut). Und ich hab paradoxerweise bei Essen und Kosmetik einen leichten Hamstertick. Gib mir einen -10% Gutschein vom dm und ich lass auf einen Schlag 150€ dort und komm mit zwei Reisetaschen voller Nudeln, Müsli, Aufstriche und Schampoo wieder. Weil wird ja nicht schlecht! Unterm Strich hab ich voll gespart! Muss ich seltener einkaufen! Muss ich am Sonntag nicht verhungern!
Schlimm ist das.

Aber zuerst mal zur besseren Nachricht:

Alles, was ich seit dem letzten Posting aufgebraucht oder sonst wie losgeworden bin


Kosmetikprodukte
  • Alverde Ultra Sensitive Bodylotion
  • Balea Bodylotion Probegröße
  • DIY Gesichtsöl
  • Sante Glanzspülung
  • Alverde Ultra Sensitive Schampoo
  • Balea Kokosbalsam (4x)
  • Balea Mangospülung (2x) (1x)
  • Alverde Flüssig-Makeup
  • Alverde Conceiler
  • essence Lipgloss transparent
  • DIY Lipgloss transparent
  • Dontodent Zahnpasta
  • Haarseifen(proben) (11x) (4x)
  • DIY Deocreme

DIY Rohstoffe
  • Traubenkernöl 4/2014
  • Sorbit 7/2014
  • Distelöl 9/2014
  • Urea 11/2014
  • Carnaubawachs 11/2014
  • Neutralöl 12/2014
  • Brokkolisamenöl 12/2014
  • Weizenprotein 2/2015
  • Sheabutter 7/2015
  • Keratin 11/2015
  • vergällter Weingeist 12/2015
  • Squalan 8/2015
Die Rohstoffe habe ich in Verwurschtungsseife reingesiedet, die Bodylotion verschenkt, den Rest selbst, tlw. zweckentfremdet aufgebraucht. Auf die Existenz der Schminksachen hab ich im Stress komplett vergessen.

Und jetzt zur schlechten...

Alles, was sich seither trotzdem angesammelt hat

Da hat eine Schampooseife für die nächsten 10 Jahre gesiedet.
Die Liste der Schande werde ich diesmal zusammenkürzen. Zu verbrauchen ist:

  • Schampoo: ooooo oo
  • Conditioner: ooooo ooooo oo
  • Duschgel: ooo
  • Gesichtsreinigung: ooo
  • Cremes: ooooo
  • Deo: oooo
  • Zahnpasta: ooo
  • Haarseife: ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooo
  • Körperseife: ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooo
  • Rohstoffe: Öle/Fette: ooooo o
  • Rohstoffe: Wirkstoffe: ooooo ooooo oooo
  • Rohstoffe: ätherische Öle: ooooo ooo
  • Schminkzeug: ooooo

Puh. PUH!

Also der Plan ist der, dass ich aus jeder Kategorie nichts kaufen oder pantschen darf, bevor nicht alles (aus der jeweiligen Kategorie) aufgebraucht ist und alle o mit einem x abgehakt.
Hamsterkäufe bei Nudeln oder Apfelringen, die bei mir schnell wieder weg sind, sind das eine, aber Schampoo brauch ich in hundert Jahren nicht auf (zumal ich mittlerweile meist mit Seife wasche).
Verschenken möchte ich diesmal nach Möglichkeit nichts, weil ich mir das Aufbrauchen beibringen möchte. Mir ist beim letzten Besuch bei meinen Eltern aufgefallen, dass meine Mutter keine Vorräte ansammelt. Erst wenn man in die Duschgelflasche Wasser reinfüllt, um den letzten Rest aufzubrauchen, wird ein neues gekauft. Irgendwo im Netz hat eine Bloggerin oder Forumsuserin davon erzählt, dass ihr aufgefallen ist, dass sie viel zu früh Zahnpasta kauft - sie glaubt immer, die Tube wäre aus, dabei kommt sie dann noch mindestens ein Monat damit aus. Meine Schwester ist genauso, die kauft auch immer massig Vorräte. Sie hat allerdings ein Haus mit großer Vorratskammer (und einen Pack hungriger Wölfe äh Kinder), die Kammer wäre auch da, wenn sie nur halbvoll wäre. Aber bei mir in meiner kleinen Wohnung ist das doch absurd. So schnell bricht der 3. Weltkrieg auch wieder nicht aus.

Gehts euch da genauso? Erwischt ihr euch auch beim sinnlosen Hamstern? Oder kauft ihr wirklich nur Stück für Stück zeitnah nach?

31. März 2014

materialfehler muss Kosmetik aufbrauchen

Ein paar Tage, nachdem Apfelmädchen und Sadfsh ihre "Brauch es auf!"-Challenge präsentiert haben, habe ich meine Kosmetiksammlung entdeckt, gut versteckt in einem Schrank und ganz hinten im Kühlschrank.
Äh ja. Madame materialfehler, die ja vor nicht allzulanger Zeit mit ihrem Kosmetikminimalismus angegeben hat. *hust*
Ich hab aber gleich eine Ausrede, denn: eine trockene Fetthaut, ein eher seltener Teint, eine empfindliche Nase und ein Hang zu DIY-Experimenten können sowas mal passieren lassen.

Sowas:


Kosmetikprodukte
  • Alverde Ultra Sensitive Bodylotion
  • Balea Bodylotion Probegröße
  • DIY Gesichtsöl
  • Sante Glanzspülung
  • Alverde Ultra Sensitive Schampoo
  • Balea Kokosbalsam (4x)
  • Balea Mangospülung (2x)
  • Alverde Flüssig-Makeup
  • Alverde Conceiler
  • essence Lipgloss transparent
  • DIY Lipgloss transparent
  • Dontodent Zahnpasta
  • Haarseifen(proben) (11x)
  • DIY Deocreme

DIY Rohstoffe
  • Traubenkernöl 4/2014
  • Sorbit 7/2014
  • Distelöl 9/2014
  • Urea 11/2014
  • Carnaubawachs 11/2014
  • Neutralöl 12/2014
  • Brokkolisamenöl 12/2014
  • Weizenprotein 2/2015
  • Sheabutter 7/2015
  • Keratin 11/2015
  • vergällter Weingeist 12/2015
  • Squalan 8/2015

Warum hat sich das angesammelt?
Bei den fertigen Kosmetikprodukten waren es großteils Neugier auf ein mir noch unbekanntes Produkt. Bei den Rohstoffen wollte ich Gesichts- und Haarpflege selber machen, da es eher schwierig war, Produkte zu finden, die meinen Kriterien entsprachen (kein Cetyl Alkohol, keine Beduftung) bzw. für meinen Hauttyp (trockene Fetthaut) oder Haartyp (feine, lange Haare die schnell überpflegt sind, aber trotzdem ein geringes Maß an Pflege wollen)

Warum haben sich diese Produkte und Rohstoffe nicht durchgesetzt?
Das Makeup war leider trotz vermeintlich gelblicher Ausführung zu rosastichig (bzw. habe ich einen oliven Teint, also bräuchte eigentlich gelblich-grünliches MU). Die Lipglosse haben gegen die Mamaglück Brustwarzensalbe ziemlich abgestunken. Die Pflegeprodukte für Haut und Haar sind entweder zu reichhaltig oder zu stark beduftet. Die Haarseifen habe ich zu Testzwecken hier, bin draufgekommen dass Kokosöl, Mandelöl und tlw. auch Olivenöl nicht so der Burner für meine Haare sind (zu Haarseifen erzähl ich später mehr). Die Zahnpasta hab ich aus falschem Geiz gekauft und danach dann doch wieder meine Rosmarinzahnpasta aus dem Bioladen nachgekauft. Mit der Deocreme ist nichts verkehrt, nur dass ich diesmal Stärke dazugemischt hab und sie daher krümelig und mehlig geworden ist.

Wie gedenke ich, die Produkte loszuwerden?
Durchbeißen, zweckentfremden, herschenken. Manches muss ich nochmal kurz probieren, ob ich es einfach weiterverwenden will/kann oder ob ich es lieber weiterschenke. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, werde ich im Gegensatz zu Apfelmädchen und Sadfsh eher nicht tapfer versuchen, alles aufzubrauchen, sondern vermutlich lieber vertauschen und verschenken. Bei manchen Rohstoffen hab ich aber noch ein bisschen Zeit, mir das zu überlegen.

Was sammelt sich bei euch so an und warum? Braucht ihr es lieber auf oder schenkt ihr es weiter?
Habt ihr gar Aufbrauchideen für mich?

5. März 2014

Seifenreste stilsicher verbrauchen

Stückseife ist bekanntlich ökologisch, weil sie kaum Verpackung braucht und auch von Biokläranlagen abgebaut werden kann. Sie ist hygienischer als ihre saure/ph-neutrale Halbschwester im Spender, weil sie alkalisch ist und somit keimfrei. Und üblicherweise ist sie auch freundlicher zur Haut.

Aber was tun mit den kleinen Resten, die nicht mehr gut in der Hand liegen?

Ich sammle sie in einem Geschenkbeutel aus Organza und wenn der voll ist, leg ich ihn neben das Waschbecken. Durch das feine Organzanetz erhält man richtig flauschige Schaumberge!





Sieht doch ziemlich schick aus, oder?


Man kann viiieeele Seifenreste auch mit genügend Wasser am Herd wieder zusammenschmelzen und ein neues buntes Stück Seife formen, danach trocknen lassen.

Oder man kann den Seifenrest als Schneiderkreide zweckentfremden. Das Seifenstücki ist nämlich durch das anwaschen außen wie angespitzt und beim Waschen sind die Markierungen dann flugs wieder draußen.


Was stellt ihr mit Seifenresten an?


1. März 2014

Lunalescas neue Zahnpflege-Routine

Letzte Woche habe ich hier davon erzählt, dass ich schon länger meine Zahnpflege überdenke. Auf Basis der vorgestellten Literatur sieht die jetzt so aus:

Zum Putzen verwende ich eine elektrische Zahnbürste, um die Beläge gründlich zu entfernen. Die Borsten sollen weich sein, um den Zahnschmelz nicht anzugreifen. Morgens wird vor dem Frühstück geschrubbt - empfohlen wäre, erst eine Stunde danach zu putzen, aber so tu ich mich leichter. Ich verwende momentan die restliche fluoridhältige Zahnpasta, eigentlich ist aber lediglich der "Putzkörper" die entscheidende Zutat. Man kann also genauso gut mit Natron putzen. In diesem Bereich habe ich allerdings noch Überredungsschwierigkeiten meinem Freund gegenüber.

Nach den Mahlzeiten entscheide ich mich oft dafür, ein Xylit-Zuckerl zu lutschen. Diese Zuckerl bzw. Bonbons stelle ich selbst her, indem ich Xylitol (=Birkenzucker) in einem Topf bei mittlerer Hitze verflüssige und in kleine Bonbon-Silikonformen gieße. Sie stoppen den Vorgang, bei dem Kariesbakterien Essensreste zur zahnschädlichen Säure vearbeiten. Die Bakterien sterben in Folge des Xylits sogar ab.

Wenn ich fühle, dass mir noch etwas zwischen den Zähnen hängt, verwende ich (sofern ich sie dabei habe) ungewachste Zahnseide. Wachs würde Reste in den Zahnzwischenräumen hinterlassen, an welchen sich Bakterien anheften könnten. Im Buch, das ich letzte Woche vorgestellt habe, wird Zahnseide zwar verdächtigt, den Zahnschmelz langsam abzutragen, die Behauptung ist in meinen Augen aber nicht zu halten. Und ich denke, dass Essensreste und deren bakterielle Zersetzung eine größere Gefahr für die Zähne darstellen, als Zahnseide.

Abends wird empfohlen, eine Stunde nach der letzten Mahlzeit zu putzen. Bei mir Naschkatze geht sich das nicht immer aus, aber ich achte auf einen großen Zeitabstand.
Begonnen wird mit ungewachster Zahnseide, dann Zähneputzen mit fluoridfreier Pasta. Dann kommt ein Zungenreiniger zum Einsatz und schabt in zwei, drei Zügen von möglichst weit hinten an der Zunge bis vor die Beläge ab. Dies kann sogar dabei helfen, Halsentzündungen zu vermeiden.
Den Abschluss bildet eine chlorhexidinhaltige Mundspülung. Ich verwende ein Produkt, welches Verfärbungen durch den Wirkstoff unterdrückt, Langzeiterfahrung kann ich allerdings keine anbieten. Solche Spülungen sind nur in Apotheken erhältlich und reduzieren die Anzahl der Bakterien im Mund drastisch.

Einmal die Woche verwende ich ein stark fluoridhaltiges Gel, welches zwei Minuten lang eingebürstet wird. Es gehört schon lange zu meinem Repertoire und wurde mir einmal von einem Zahnarzt empfohlen.

In den letzten Jahren habe ich alle 6 bis 12 Monate eine Zahnreinigung bzw. sogenannte "Mundhygiene" durchführen lassen. Das werde ich in Zukunft nicht mehr tun, da im Buch "Zahnarztlügen" darauf hingewiesen wird, diese Behandlung würde nichts zur Zahngesundheit beitragen, sondern lediglich über die Jahre den Zahnschmelz abbauen. Mir ist es einmal passiert, dass ich danach Querrillen an einem Zahn hatte, die bei der Zahnreinigung entstanden.

Die Basis gesunder Zähne bildet jedoch in erster Linie eine zucker- und kohlenhydratarme Ernährung. Auch sehr saure Nahrungsmittel oder - ganz wichtig - Getränke wie Softdrinks oder Fruchtsäfte sollten so weit es geht gemieden werden.

Ich alte Naschkatze plane eine Fastenzeit ohne Naschereien - nächsten Mittwoch geht es los. Bei der letzten Zahnreinigung fand die Fachkraft nämlich eine kleine Läsion im Zahn. Ich möchte sehen ob mein Körper das Loch tatsächlich selbst wieder aushärten kann, bevor ich damit zur Untersuchung gehe.

Hat noch jemand ein paar Tipps?

26. Februar 2014

Minimal-Bad-Strategien (5): Loswerden

Nun denn, jetzt hat man sich schon die Mühe gemacht und den Inhalt seines Bades systematisch überdacht und schließlich auch einiges ausgemistet - aber wohin mit all dem ungewünschten Kram? Hier also der logische letzte Punkt meiner kleinen Reihe: Wie minimalisier ich den Krempel in meinem Bad?

1. Wegwerfen
Alles, was vor langer Zeit abgelaufen ist, eingetrocknet oder dessen Emulsion sich getrennt hat, das komisch riecht oder sonst wie gammlig ist - ab in den Restmüll. (Außer Behälter, die unter Druck stehen - die sind Sondermüll!)

2. Zurückgeben
Ein neues angebrochenes Produkt, das du nicht vertragen hast, kannst du mitsamt Kassazettel ins Geschäft zurücktragen (oder nach Absprache an die Firma zurücksenden), hast du das gewusst? Gerade bei teuren Produkten zahlt sich das echt aus!

3. Weiterschenken
Freunden, Familie, einem Umsonstladen oder der Obdachlosenhilfe schenken – oder einfach im Wohnhaus aussetzen.

4. Zweckentfremden
Mit Schampoo und Duschgel kann man auch Geschirr ab- und den Boden aufwaschen, die Wäsche waschen (besonders Wolle!), die Dusche putzen oder, wenn du auf sowas stehst, den Hund schampoonieren...
Gesichtscremes dick über Nacht auf die Füße schmieren, als Leave-in für die Haarspitzen oder 1:1 mit Conditioner gemischt als Haarkur vor der Wäsche, Haarspülung als Rasierschaumersatz...
Nagellack zum Basteln...


Und welche Ideen hast du?




Das war der letzte Teil der Reihe. Hoffentlich waren für dich ein paar Ideen dabei! Die anderen Postings kannst du hier nachlesen:
(1) Bedürfnisse
(2) falsche Bedürfnisse
(3) Fehlkäufe
(4) Produkte reduzieren

Auch Lunalesca hat sich mit ihrem Bad beschäftigt:
(1) Parfum
(2) Zahnpflege
(3) Frisierzubehör
(4) Haarpflegeprodukte


22. Februar 2014

Buch: Zahnarztlügen

Eigentlich sollte man ja mit der Zahnpflege alles richtig machen, wenn man die Anweisungen seines Zahnarztes befolgt: Zwei mal täglich putzen, Zahnseide verwenden, und zur jährlichen Kontrolle erscheinen. Obwohl ich mich schon fast mein Leben lang an diese Vorgaben halte, habe ich schon immer Probleme mit Karies.

Es überraschte mich, als mir jemand erzählte, fluoridfreie Zahnpasten zu verwenden und Xylit-Pastillen zu lutschen, um die Zähne zu pflegen. Ich sprang auf das Thema "alternative Zahnpflege" an und besorgte mir dieses Buch von Dorothea Brandt und Lars Hendrickson: "Zahnarztlügen - Wie Sie Ihr Zahnarzt krank behandelt".


Denn, wie die Autoren uns gleich wissen lassen, hat die moderne Zahnmedizin es noch immer nicht geschafft, uns eine wirksame Prophylaxe zu bieten. Die Statistik weiß: 97% der deutschen Bevölkerung leidet an Karies.

Worum geht es?


Den Zahnärzten wird unterstellt, uns eine wirksame Vorsorge absichtlich vorzuenthalten und lediglich flickend und füllend einzugreifen, aus finanziellen Gründen. Damit nicht genug, informieren die Autoren darüber, dass der Körper Karies selbst vollständig heilen kann!

Wie denn das?


Voraussetzung dafür wäre es demnach, dem betroffenen Zahn so lange wie möglich die Kariesbakterien vom Leib zu halten, damit durch den Speichel wieder Mineralien in den Schmelz eingelagert werden können. Möglich soll dies vor allem das Spülen mit chlorhexidinhaltiger Mundspülung machen, welche nur in Apotheken erhältlich ist. Zusätzlich sollte auf eine zuckerarme Ernährung Wert gelegt, und Haushaltszucker durch Xylit ersetzt werden. Das Zusammenspiel von Bakterien und Zucker (auch Stärke, wie z.B. Mehl) muss unterbrochen werden. Ergänzend sind hochkonzentrierte Chlorhexidingels und Fluoridlacke empfohlen.

Chlorhexidin


Mundspülungen mit Chlorhexidin sind gar nicht so einfach zu bekommen, noch dazu gibt es Formeln welche die Zähne schon bald stark verfärben können. Nach Recherchen kam ich zum Produkt Curasept.

Xylit


Bei Xylit oder Birkenzucker handelt es sich um eine Zuckerart, welche Kariesbakterien nicht verarbeiten können. Die Bakterien sterben sogar in Folge, weshalb Xylit nach Mahlzeiten in der Mundhöhle angewendet werden soll. Es ist in manchen Drogerien oder Apotheken erhältlich. Man kann ganz einfach Zuckerl bzw. Pastillen daraus herstellen, welche man nach jeder (zuckerhältigen) Mahlzeit lutschen kann.

Fluorid


Über Fluorid ist man sich nicht ganz einig, ob es nun giftig auf den Körper wirkt, oder die Wunderwaffe für gesunde Zähne sein soll. Letzteres kann man wohl verwerfen, wenn man daran denkt dass Jahrzehnte von fluoridhaltiger Zahnpasta kariöse Zähne nicht verhindern konnten.

Wie war das Buch sonst:


Zum Buch möchte ich noch sagen, dass es bestimmt sehr wertvolle Informationen zur Zahngesundheit enthält, die Texte allerdings in einem sehr kritischen und reißerischen Ton verfasst sind und kein gutes Haar an der Zahnärzteschaft lässt. Auch Informationen zu Paradontose kann man hier nachlesen. Ich tat mich leider sehr schwer, mit dem Lesen voran zu kommen, und übersprang zum Schluss die Schimpftiraden.

Warnung!


Ich möchte euch auch noch darauf hinweisen, dass ich lediglich die Informationen des Buches hier verkürzt wieder gebe, und keine Verantwortung für eure Gesundheit übernehmen möchte. Bitte betrachtet die Informationen aus diesem Beitrag kritisch. Wer sich informieren will, soll dieses Buch lesen oder ein Gespräch mit seinem Arzt oder Zahnarzt führen.

Meine persönliche Interpretation der Empfehlungen aus dem Buch möchte ich euch in einem eigenen Beitrag zeigen.

19. Februar 2014

Minimal-Bad-Strategien (4): Produkte reduzieren

Man kann nicht nur ungenutzte Produkte reduzieren, indem man Fehlkäufe vermeidet und ausmistet, man kann auch die Anzahl an Produkten in Verwendung runterschrauben. Auch da hab ich ein paar Ideen.

1. Nutzen hinterfragen 
Reinigen, Klären, Cremen. Oder: Abschminken, Reinigen, Klären, Serum, Tagescreme, Thermalwasserspray. Oder: Wasser, Tagescreme. Eine simple Creme, oder eine mit vielen fancy Wirkstoffen.
Probier aus, wie wenig oder viel Produkte/Inhaltsstoffe du wirklich für ein zufriedenstellendes Ergebnis brauchst (das geht übrigens am Besten nach einer Nulldiät). Es hilft dabei auch, ein bisschen was über Inhaltsstoffe und deren Wirkung zu lernen.

2. Notwendigkeiten reduzieren 
Es gibt viele Produkte, die machen weitere Produkte notwendig.
Je milder man Haut und Haar reinigt, desto weniger muss man danach wieder an Fett und Pflege nachlegen. Du musst nicht porentief rein sein, sauber genügt! Haare müssen nicht quietschen und es muss nicht wild geschäumt haben, um saubere Haare zu haben. Hautunreinheiten hängen oft genug mit der Ernährung zusammen - wer sich gut ernährt, braucht oft auch weniger Produkte wie Makeup (und in Folge auch weniger Abschminktücher). Wer genug schläft und trinkt, hat auch weniger starke oder gar keine Augenringe. Wer sich kritisch mit Schönheitsidealen auseinandersetzt und auf innere Ausgeglichenheit achtet, braucht keinen Concealer für den gelegentlichen Pickel oder einen Haufen Anti-Aging-Produkte (hier hilft gern ein bisschen Feminismus *zwinker*)

3. Multitaskingprodukte finden
Heut gibts schon für jeden Furz eine eigene Creme und ein eigenes Wässerchen. Die Produkte unterscheiden sich aber meist kaum voneinander. Eine Tagescreme hat oft ein bisschen Sonnenschutz drin (der in der Nacht ja nicht stört) und eine Nachtcreme ist meistens eine Spur fettiger (tagsüber aufs feuchte Gesicht dünner auftragen). Viele Menschen haben am Körper und im Gesicht den selben Hautzustand und bräuchten daher sowieso nur eine einzige Creme. Für spezielle Anlässe kannst du Makeup auch einfach nur dicker auftragen, ohne extra neue Produkte kaufen zu müssen.
Weitere Ideen: Lipstain = Rouge, Augenbrauenstift = Eyeliner, getönte Tagescreme = Creme + Makeup, Haarschampoo = Duschgel, Haarspülung = Rasiergel, Massageöl = Badeöl = Gesichtsöl = Haaröl, Gesichtscreme = Leave-in für die Haare usw. - werde ruhig kreativ!

4. Produkte outsourcen und ausleihen
Nicht alles muss man auch zuhause haben. Für einen seltenen Ball lieber professionell schminken lassen. Wenn du deine Haare sowieso nur im Schwimmbad föhnst, brauchst du ja keinen zuhaus. Einen Lockenstab kannst du dir auch von einer Freundin leihen.

Diese 4 Strategien wende ich übrigens sehr erfolgreich bei vielem an. Putzmittel, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Hobbies, Sport... 

Und was sind deine Strategien?

Dies war Teil 4 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 2: falsche Bedürfnisse
Teil 3: Fehlkäufe

29. Januar 2014

Minimal-Bad-Strategien (3): Fehlkäufe

Bekleidung, Kosmetik und Haushaltsgeräte sind für viele Leute ja ein Trauerspiel voller Fehlkäufe. Die dann blöd rumstehen. Dann wollen wir mal ein paar Ideen sammeln, wie sich das vermeiden lässt!
(Und keine Sorge, wenn Kosmetik das langweiligste Thema für dich ist - das meiste davon lässt sich auch locker in andere Bereiche umlegen!)

"Hast du deinen ganzen Lohn für das alles verbraten?" - "Der Trick ist, das ganze Geld schnell zu verbrauchen, bevor es verschwindet!" ( (c) Lise Myhre, Quelle)
1. Wer seine Bedürfnisse kennt, kann auch gezielt recherchieren und gezielt einkaufen.
Werde dir klar über deinen Hautzustand, Farbtyp, Lebensstil, Geschmack und Stil! (Hier stehts genauer)

2. Wer weiß, was zuhause ist, kauft keine Doppelgänger und Halbgeschwister.
Mach dir eine Liste, oder fotografier die Sachen mit deinem Smartphone. Damit du unterwegs nicht schon wieder kirschroten Nagellack kaufst.

3. Achte auf die Inhaltsstoffe
Lerne, INCI-Listen (also die Inhaltsstofflisten) zu lesen, damit du dich nicht auf Werbeversprechen verlassen musst (um dann bitter enttäuscht zu werden). Ein INCI-Rechner aus dem Netz und codecheck hilft dir dabei, du kannst Inhaltsstoffe aber auch einzeln googeln. Je weiter der Inhaltsstoff vorne ist, desto mehr ist davon drin.

4. Pröbchen und Abfüllungen
Wenn du Produkte testen möchtest, such dir unbedingt Proben oder frage nach Abfüllungen. Oft bekommt man Reisegrößen im Geschäft zu kaufen, viele Firmen schicken bei Email-Anfrage auch gerne gratis zu. Wenn man lieb fragt (oder Allergien hat bzw. zur Ausrede macht), darf man sich im Geschäft ein bisschen was aus dem Tester in ein kleines mitgebrachtes Döschen füllen (für festere Produkte einen Spatel mitbringen). Oder man fragt im Freundes- und Bekanntenkreis nach.

5. Finde heraus, warum du ein Produkt nicht verträgst
Um zu vermeiden, dass du wieder etwas kaufst, was du nicht verträgst, solltest du herausfinden, was genau deine Haut da eigentlich nicht mag. Vergleiche die INCI-Listen von Fehlkäufen mit denen von Lieblingsprodukten: Gibt es Gemeinsamkeiten? Wo sind die Unterschiede? Was „tun“ diese Inhaltsstoffe in deinem Produkt? Das Netz ist voll von hilfreichen Hinweisen, so habe ich zum Beispiel herausfinden können, warum ich unter vielen Cremes so komisch schwitze (Cetyl/Cetearyl Alkohol, ein Konsistenzgeber). Auch ein Allergietest kann Licht ins Dunkel bringen.

6. Du verträgst das Produkt, aber verwendest es trotzdem nicht?
Vielleicht magst du bestimmte Dinge dran nicht (Geruch und Konsistenz zB) oder du hast nie Gelegenheit, es zu benützen (denke auch an das Thema Fantasy Self). Vielleicht hast du genügend andere Produkte, die den selben Zweck erfüllen oder sogar Duplikate in anderem Gewand sind usw.

7. Mach dir eine Merkliste
Notier dir das alles, damit du auch in einem Jahr noch weißt, welche Inhaltsstoffe du nicht verträgst und welchen Duft du nicht mochtest. Ich habe eine Black- und eine Whitelist.

Was hast du aus Fehlkäufen gelernt? Wie sehen deine Strategien aus? (Auch allgemein und abseits von Kosmetik!)

Dies war Teil 3 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 2: falsche Bedürfnisse

22. Januar 2014

Minimal-Bad-Strategien (2): falsche Bedürfnisse

Oder: Die Seifenblasen am Boden der Realiät (nicht nur im Badezimmer!)

Letztes Mal gings um das Herausfinden der eigenen Bedürfnisse bei Kosmetik, um eine Wurzel des Übels "überfülltes Badezimmer" an den Hörnern (an den Mykorrhizen?) zu packen. Manchmal wird aber mit Kosmetik (und beliebig anderer Waren) versucht, Bedürfnisse zu stillen, die ganz andere Wege zur Befriedigung brauchen.

Angst vor Untreue? Mit Creme die Beziehung kitten! (Quelle)


Jeder Mensch hat Wünsche und Träume, die nicht immer mit der Realität vereinbar sind. Oft verhelfen uns diese Wünsche und Träume zu Motivation, Werthaltungen und Inspiration, aber oft genug verhelfen sie uns nur zu einem überquellenden Badezimmer.

Viele Bedürfnisse werden ja bekanntlich von der Wirtschaft, Kosmetikindustrie und Werbung erschaffen. Da können wir vielleicht getrost die Schuld auf den Kapitalismus abwälzen, was uns aber nicht aus der Verantwortung nimmt, mit Argusaugen über unsere Bedürfnisse und deren Nutznießer zu wachen.

Manchmal verlagern wir Bedürfnisse aus einem Bereich in unserem Leben in einen anderen, in dem diese aber nicht gestillt werden können. Wir haben Angst vor dem Alter (und vor dem Sterben) und kaufen uns Anti-Aging-Produkte. Wir möchten geliebt werden und kaufen uns Foundation. Wir möchten Anerkennung und kaufen uns das neueste Smartphone. Wir brauchen Sicherheit und Geborgenheit und stellen uns die Bude mit Vorräten und Deko und Wolldecken voll. Wir möchten ein anderes Leben führen und kaufen uns neuen Nagellack. Wir möchten etwas Besonderes sein und ein bisschen elitär und lassen uns daher gerne besonders sensible Haut und andere Empfindlichkeiten einreden (die Prinzessin auf der Erbse wurde ja auch durch ihre Empfindsamkeit als Mitglied der Elite erkannt).
Niemand ist davor gefeit, nichtmaterielle Bedürfnisse versehentlich ins Warenangebot zu verschieben.

Sei ehrlich mit dir selbst. Wie viele Produkte in deinem Badezimmer erfüllen tatsächlich ihren Zweck (und sei er meinetwegen, dass du dich im finsteren Winter über fröhlich bunte Fingernägel freust), und wie viele stehen da herum, weil du dir falsche Vorstellungen über die Befriedigung deiner Bedürfnisse gemacht hast? Weil du geträumt hast, während du eingekauft hast?

Das geht natürlich weit über das für so manchen langweilige Thema Kosmetik hinaus. Das wissen wir ja, fast die gesamte heutige glitzernde Warenwelt, die über Nahrung, Schlafen, Gesundheit, Lernen und das Dach übern Kopf hinausgeht, spricht unser Fantasieavatar an. Ich habs in der Überschrift die Seifenblasen am Boden der Realiät genannt, Francine Jay nennt es prägnanter Your Fantasy Self.

Bei der Kosmetik hab ich nie so das Problem gehabt. Eher zB beim Nähen. Ich wollte mich selber gerne als jemanden sehen, der Rokoko-Roben, Renaissancegewänder und aufwändige Cocktailkleider nähen kann (beziehungsweise die Geduld dafür aufbringt). Ich hatte daher massenhaft Stoff zuhause...


Was sind deine Seifenblasen? (Muss nicht unbedingt das Thema Kosmetik betreffen)


Dies war Teil 2 meiner Minimal-Bad-Strategien. Die anderen Teile findest du hier:
Teil 1: Bedürfnisse
Teil 3: Fehlkäufe
Teil 4: Produkte reduzieren

20. Januar 2014

Minimales Feature Set im Badezimmer (4): Haarpflegeprodukte

Nach den Haarspangen geht es zu den Pflegeprodukten.


 Auf dem Bild geordnet nach Conditioner, Reinschmierpflege, Haarspray und Shampoo. Das Shampoo bestelle ich übers Internet, da hab ich gleich mal mehr genommen.

Die Frage ist, mit welcher minimalen Zusammenstellung wäre ich glücklich?

 Im Fläschchen links ist Kokosöl, das man für Kopfhaut und als Haarkur verwenden kann. Wenn es leer ist, werde ich mich am großen Kokostiegel in der Küche bedienen. Daneben Silikon-Spitzenpflege die manchmal einfach sein muss. Aloe Vera Gel für Kopfhaut, oder um bei Ballfrisuren die Häärchen anzulegen. Und eine Flasche Shampoo (die Sorte ist eigentlich zweitrangig, Hauptsache von Heymountain).
Kein Conditioner? Richtig. Ich habe noch Altbestände die ich verbrauchen will, aber eigentlich benötige ich keinen Condi - das macht dann das Öl vor der Wäsche oder auch zwischendurch. Auch Bodybutter hat sich als gute Pflege für die Spitzen erwiesen *hust*.

Was ist zuviel?
Haarspray verwende ich nur im äußersten Notfall, ich rechne damit dass ich es das nächste Mal zur eigenen (fiktiven) Hochzeit brauchen könnte. Uralt-Schuppenshampoo; damit könnte ich mal das Klo putzen zum Beispiel *hehe*. Condi wird einfach aufgebraucht, und das Öl im Fläschchen. Das restliche Shampoo und die Reinschmierpflege wird sich ebenfalls verbrauchen.

Insgesamt keine schlechte Bilanz, das Problem wird sich früher oder später von selbst lösen. Bis dorthin darf ich einfach nichts nachkaufen :)

Zu diesem Thema:
Minimal-Bad-Strategien (1): Bedürfnisse
Minimales Feature Set im Badezimmer (1): Parfüm
Minimales Feature Set im Badezimmer (2): Zahnpflege
Minimales Feature Set im Badezimmer (3): Frisierzubehör

17. Januar 2014

Minimales Feature Set im Badezimmer (3): Frisierzubehör

Habt ihr auch diesen Beitrag gelesen, und euch Gedanken gemacht was ihr so alles im Bad herumstehen habt? Mir ging es vor einiger Zeit schon so, als ich sah mit wie wenig Produkten materialfehler's Bad bestückt ist.

Heute werfen wir einen Blick in meine Frisierlade. Eigentlich sind es ja zwei Laden, sowie zusätzlicher Kram der sonst noch so herumfliegt. Was ich nicht abgelichtet habe, ist meine Sammlung an großen Spangen, Haarstäben und Forken - heute geht es um die kleinen Zubehörteile, bei denen ich Ausmistpotential vermute.


Jede Menge Klammern, Gummis und Frisierhilfen. Ich war selbst überrascht, wie viel zusammen gekommen ist.

Wenn ich streng zu mir bin, ist dies alles was ich brauche:


Ein paar Pins, das Haarband zum Gesichtwaschen, Gummis in Normalgröße und in Klein zum Zopfabschluss, Haarreifen damit keine Strähnen beim Arbeiten ins Gesicht fallen, Bürste, Schere.

Wäre ich ganz streng, könnte ich noch das Haarband und sämtliche Krebsklammern weg lassen, denn ich hab sie schon lange nicht mehr verwendet.

Was ist also quasi unnötig?


Einiges hab ich zusammen gepackt zum Verschenken, 3 abgeschundene Pins wurden aussortiert, der Rest ist dann aber doch wieder in die Lade gewandert. Haargummis sind ja praktisch Verbrauchsartikel die immer wieder mal kaputt gehen, und diese Haarreifen ebenso. Toupierkamm könnte ich im Fasching mal brauchen... die Liste der Ausreden ist lang.

Kram der sich einmal angehäuft hat, ist ja auch schwer sinnvoll wieder loszukriegen. Wer wird mir die Haarspangen abnehmen? Hat doch selbst jeder zu Hause. Da bleibt oft nur mehr der Gang zur Mülltonne - dann lieber doch wieder zurück ins Bad. Seufz.

Zu diesem Thema:
Minimal-Bad-Strategien (1): Bedürfnisse
Minimales Feature Set im Badezimmer (1): Parfüm
Minimales Feature Set im Badezimmer (2): Zahnpflege

13. Januar 2014

Minimales Feature Set im Badezimmer (2): Zahnpflege

Zweite Station: Zahnpflege (Ding Ding Ding)


Weiter geht's im nächsten Fach. Hier gibt es auch noch ein paar Produkte zu verbrauchen, welche ich nicht mehr nachkaufen möchte und die auch nicht mehr wirklich zu meiner täglichen Pflege dazugehören.


Mundspülungen, Zahncremes, Zahnbürsten, Zahnseide. Rechts hinten hat sich ein Deo aus dem Jahre Schnee hinzugeschummelt.

Womit wäre ich glücklich?


Ich denke, ich würde mit einer chlorhexidinhaltigen Mundspülung, tensid- und fluoridfreier Zahncreme mit Xylitol, Zahnseide und Zahnbürsten super zufrieden sein.


Was wegfällt, wären Zahncremes und Mundspülung aus der alten Zahnpflegeroutine, eine Mundspülung die ich für meine neue Routine getestet habe, und das Deo.

Warum "neue Routine"? Ich hinterfrage momentan klassische Mundpflege- und Zahnvorsorgemethoden und werde das Buch "Zahnarztlügen" lesen - sobald ich die Zeit habe.


Zu diesem Thema:
Minimal-Bad-Strategien (1): Bedürfnisse
Minimales Feature Set im Badezimmer (1): Parfüm

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