29. September 2014

2. Die "Hardware": Proportionen, Farben, Formen

Bis jetzt ging es im Kleiderschrankspecial um die Persönlichkeit, nun probier ich mal die andere Richtung. Hier ist die Frage, was ist physisch vorhanden und wie kann ich damit arbeiten? Die "Hardware" ist der eigene Körper: in welchen Farben ist er gehalten, wie ist er geformt und welche Proportionen hat er? Das nenne ich jetzt einfach mal die "Hardware".

Der vitruvianische Mann vom Vinci Leo. Kennen wir. (Quelle: Wikipedia, eh klar)


Ob man einen Körper besitzt, der in kontrastreichen oder sanften Farben gehalten ist, ob man lange oder kurze Beine, eher kantigere oder weichere Körperformen hat - das alles beeinflusst was uns steht und was uns passt.

Leonardo da Vinci hat sich schon vor längerer Zeit mit Körperproportionen beschäftigt, Farbtypen und Körperformen sind erst vor kürzerer Zeit in Systeme gefasst worden. All diese Systeme sind hilfreiche Leitplanken, die man befolgen kann, aber nicht muss. Trotzdem hilft oft die Beschäftigung mit solchen Systemen, individuelle Zusammenhänge an sich selber zu bemerken.

Natürlich sind solche Systeme nicht für jeden Menschen hilfreich. Mir helfen Prinzipien und Typologien immer, den Kern einer Sache zu verstehen, um im nächsten Schritt das dann kritisch und individualisiert anzuwenden. Wenn du mit Typologien nichts anfangen kannst oder der praktische learning-by-doing-Typ bist, findest du aber bestimmt genauso Inspiration.

Sinn und Nutzen von Typensystemen

Viele Menschen finden Systeme wie Farbtypen öd oder einschränkend. Wer bestimmt denn eigentlich, was man anzuziehen und wie man auszusehen hat?
Auch wenn sich diese Systeme auf den ersten Blick wie Schubladen lesen - das ist Auslegungssache. Ich schlage vor, dass du diese Systeme als Inspiration und Werkzeuge siehst, die du soweit verwendest, wie sie dir nutzen.

Denn nutzen können sie durchaus sehr viel!
Ein minimalistischer Kleiderschrank ist möglich, weil die Farben und Stile konsistent sind und alles mit allem zusammenpasst - vor allem mit dir!
Ein nachhaltigerer Kleiderschrank ist möglich, weil man immuner gegen Trends und Fast Fashion wird, Fehlkäufe rechtzeitig durchschaut. Der Farbtyp und der Körpertyp bleiben das ganze Leben lang gleich, auch das ist Nachhaltigkeit.
Es sind weitere Vorentscheidungen, die einem das Leben letztlich leichter machen.

Der Unterschied zur "Software" ist, dass diese Systeme eine neutrale(re) Position bieten. Sie transzidieren Moden und sind ein Gegenpol zur Selbstwahrnehmung. Es ist der Versuch einer Annäherung an eine objektive(re) Wahrheit, könnte man sagen. Das kann ganz schön hilfreich sein!

Eine schöne Grundaussage der Systeme ist: Es gibt unterschiedliche Menschen und alle sind schön! So siehst du aus, und es ist gut, wie du aussiehst. Da magst du jetzt denken, ja eh klar! Was ist da jetzt die grandiose Aussage?
Es hat was mit der Zeit zu tun. Die Modephasen entwickeln sich ja immer so nacheinander. Denke mal an die Schnitte und Farben in den 60ern, 70ern, 80ern. Die Abfolge der Farben in den Geschäften: Im Frühjahr die Ostereierfarben, im Herbst die Herbstwaldfarben. Man bekommt so eine Zeitleiste, eine Linie. Was einem diese lineare Zeitleiste aber verschweigt ist die Information, dass es im Falle der realen Menschen nicht eine Linie ist, sondern viele. Die Breite fehlt. Und die Breite sind in diesem Fall die verschiedenen Menschentypen. Und so ist die Mode auch, sie ist linear und geht nicht in die Breite, was uns suggieriert, jedem Menschen stünde alles und wenn dir die aktuelle Mode nicht steht, ist das deine eigene Unzulänglichkeit.
Die Typensysteme haben mir wieder diese Breite in den Blick gerückt. All die anderen Typen Mensch, die gerade von der Mode ausgespart werden. Mir ist vieles bewusst geworden und ich bin zufriedener geworden. Und wenn ich im Kaffehaus sitze, schau ich mir die Leute jetzt umso lieber an! :D

Und selbst wenn die Systeme nicht so dein Ding sind, findest du vielleicht trotzdem Inspiration :) Und auch die "Software" allein bringt einen schon enorm weiter.

Was erwartet dich?

Ich möchte dir zwei Systeme zeigen, die recht unterschiedlich sind, aber (für mich) sehr hilfreich sind. Das eine sind die Farbtypen (welche Farben stehen mir?), den anderen Teil könnte man mit Körpertypen (Welche Linien harmonieren mit meinem Körper?) überschreiben.


Fühlst du dich von zu viel Auswahl auch immer schnell überfordert oder kannst du damit ganz easy umgehen? Oder fühlst du dich von der enormen Auswahl trotzdem ausgelassen? Kennst du schon solche Systeme?

22. September 2014

Brautalarm

Achtung Achtung! Künftig wird Bridezilla durch diesen Blog ziehen, denn nächstes Jahr werden mein Freund und ich heiraten!!!

Quelle: go2wed.com
Klassisch oder Modern, Kirche oder Standesamt, prunkvoll oder öko? So viele Fragen sind offen, und ich würde euch gerne bis zum großen Tag auf dem Laufenden halten!

Hoffentlich macht es euch genau so viel Spaß hier mitzulesen, wie ich mir selbst von den Vorbereitungen erwarte!!!

(so viele Ausrufezeichen - jetzt ist aber gut)

13. September 2014

Kleiderschrank: Ausziehen hilft

Hehe, ich liebe Wortwitze :) Also was ich meine, ist nicht das Ausziehen
Quelle: dumpaday.com


sondern das



Quelle: jenseitsderfenster.de



Wenn man  nicht mal mehr die Küche benutzen kann, ohne dass einem der Himmel auf den Kopf fällt, zieht man lieber vorübergehend aus (bevorzugt zu Schwiegermutti). Vorteil: jemand kümmert sich um Essen, Wäsche und Haushalt, während man lustig drauflos renovieren und nach Feierabend einfach alles liegen und stehen lassen kann.

Ein weiterer Vorteil ist: man packt sich die Sachen zusammen, die man momentan am dringendsten benötigt. Die Kleidung, die man gerade am häufigsten trägt! Nach ein paar Wochen kann das seeehr Aufschlussreich sein, denn im alten Heim steht ein voller Schrank, man ist aber glücklich mit seinen übersichtlichen zwei Fächern und findet täglich das Lieblingsgewand darin (frisch gebügelt von Hotel Mama). Auch bei Kosmetika kommt man schnell mal auf die Minimalkonfiguration.

Bei mir mussten abgewetzte Shirts, unbequeme Röcke, ungeliebte Halstücher, kitschige Gürtel, löchrige Jeans, zu kurze Tops, zu weit ausgeschnittene Blusen, zu kleingemusterte Leiberl, zu klein gewordene Hosen daheim bleiben.

Klar kann jetzt nicht jeder daheim ausziehen, nur weil er sich bei seinen Klamotten unsicher ist. Aber wer vielleicht mal ein paar Wochen wegfahren möchte kann gleich die Gelegenheit beim Schopfe packen und sich beim Packen auf die Finger schauen!

10. September 2014

Kleiderschrank-"Software": Inspirationen und Anleitungen gesucht?

Im letzten Posting wollte ich den Stein ins Rollen bringen: Was beeinflusst unseren Stil?

Heute wollte ich noch ein paar einzelne Ideen drüberstreuen, die im letzten Posting keinen Platz mehr gehabt haben. (Ich hoffe, Englisch ist kein großes Problem für dich - die guten Infos zum Thema Kleiderschrank und Stilfindung gibts leider nur auf Englisch.)

Individueller Zugang

 

Moodboards 

Moodboards kennst du bestimmt schon, das sind Sammlungen von Bildern und Gegenständen, die dich inspirieren. Das kann von konkreten Outfits über Schriftarten zu Naturstimmungen alles mögliche sein - alles, was dir eben gefällt. Ich verwende für meine Moodboards gerne pinterest, aber du kannst auch einfach eine analoge Pinnwand verwenden.
In einem ersten Schritt sammle ruhig fast wahllos, was dir gefällt. Schlafe dann am Besten eine Nacht drüber und such dir schließlich aus dieser Sammlung alles raus, was dich für Kleidung inspiriert. Hier findest du Ideen, wie du jetzt diesen Haufen an visueller Inspiration in einen Kleidungsstil umwandelst (und hier konkrete Beispiele dazu). Stöbere ruhig auch noch weiter in dem verlinkten Blog!

 

Notizbuch

Wenn du gerne deine Ideen auch schriftlich formen möchtest, kann ich dir einen Klicktipp empfehlen - sogar mit Arbeitsblättern, wenn du magst! Vielleicht formulierst du dir auch deinen eigenen Fragebogen? Als Anfangspunkt für deine Fragen kann ja vielleicht das Posting von letzter Woche dienen.

 

Zugang mit System

 

Dressing Your Truth DYT

Wer viel zum Thema Kleiderschrank und Stilfindung herumsurft, wird früher oder später über Dressing Your Truth (DYT) stolpern. Im Wesentlichen geht es hier darum, den Kleidungsstil an die Persönlichkeit anzupassen, um sich als Resultat wohl und ganz sich selbst zu fühlen. Zu diesem Zweck gibt es 4 grob gehaltene Persönlichkeitstypen ("energy types") und Ideen, wie man den Vibe dieser Persönlichkeiten in Kleidung übersetzen kann. Es ist zwar sehr schubladig, aber wer sagt, dass man die Info aus dem Programm so anwenden muss, wie sie einem nach Schema F hingeschmissen wird ;)
Ich kann zur Inspiration den Gratiskurs ("free 8 part video course" - gibts nach Anmelden wöchentlich per Email, danach kann man weitere Emails ja abmelden) und evtl. auch den Youtubekanal durchaus empfehlen - das eigentliche kostenpflichtige Programm ist aber ganz bestimmt nicht nötig (da will ich auch schon gar nicht Werbung dafür machen). Du kommst sicher auch ohne 100-200 Eier zu verbraten drauf, ob und wie du die Infos für dich nutzen kannst.
Ich finde DYT durchaus brauchbar, wenn es darum geht, die Persönlichkeit (Charakter, Mimik, Gestik) in Kleidung auszudrücken. DYT verknüpft das allerdings auch mit dem Äußeren (wie Knochenbau etc.), was ich persönlich ein bisschen problematisch finde (erinnert mich an "Verbrecher haben angewachsene Ohrläppchen und Monobrauen").

Abgesehen davon gibt es für die Frage "Was passt zu den Linien und Formen und Farben meines Körpers?" viel bessere Systeme, auf die ich ab nächster Woche ausgiebig eingehen werde ;)

Wie übersetzt du deine "Software" in Kleidung? Hast du ein Moodboard? Kennst du noch andere Ideen und Systeme?

27. August 2014

1. Die "Software": Geschmack, Persönlichkeit und Lebensstil

Letzte Woche habe ich ja ein bisschen darüber nachgedacht, wie man mit System und Vorauswahl die Kleiderschrankplanung und Stilfindung vereinfachen kann.

Eine Möglichkeit ist es, sich von seinem Inneren leiten zu lassen. Was gefällt mir, welche Anforderungen stelle ich an meine Kleidung und welche Werthaltungen und Vorstellungen habe ich? Was mag ich an mir und meinem Körper? Auch mein Lebensstil beeinflusst, was ich anziehe. Das ist sozusagen die "Software". (Im Gegensatz zur "Hardware", die physischen Voraussetzungen.)

Das wichtigste ist natürlich unser Geschmack. Was gefällt dir? Was davon auch an dir selber? Wo lässt du dich inspirieren - in der Natur, in Modeblogs, auf der Straße, von Architektur, Musik oder Kunst? Wie richtest du dir deinen Wohnraum ein? Wie gestaltest du Desktophintergrund, Partyeinladungen und Fotos?

Wie ist deine Persönlichkeit, was ist dir im Leben wichtig? Was ist dein Charakter, deine Lebensphilosophie, deine Werthaltung? Was sind deine Hobbies und was magst du im Leben? Wie beeinflusst das, was du anziehst und wie du kaufst? Was davon möchtest du auch in deiner Kleidung ausdrücken?

Wir sind weder sozial noch zeitlich isolierte Wesen. Unser Umfeld, unsere persönliche Geschichte beeinflusst, wie wir uns kleiden. Es kann daher interessant sein, mal das Fotoalbum zu zücken und sich in Erinnerung zu rufen, wie sich der persönliche Stil bisher entwickelt hat. Gibt es eine Tendenz? Was ist gleich geblieben, was hat sich verändert? Auch unser soziales Umfeld beeinflusst uns. Bei mir ist das zum Beispiel meine Mutter, die mir das Selbermachen und auch den Quality-over-Quantity-Gedanken schmackhaft gemacht hat. Es ist auch der rege Austausch mit Freunden und Freundinnen (wie ziehen sich deine an und was gefällt dir davon?). Auch die Kultur und Zeit, in der man lebt oder aufgewachsen ist, bestimmt unseren Kleiderschrank.

Auch wie wir unseren Körper sehen und was wir an ihm mögen, bestimmt unseren Stil. Was magst du an deinem Körper und was weniger? Hängt das auch von deiner Tagesverfassung ab? Wie beeinflusst dein Körperbild, was du anziehst? Welche Körperstellen betonst du gerne, welche lässt du dezent hinter schlichteren Sachen verschwinden? Versteckst du dich hinter Kleidung oder einem Stil oder zeigst du, was du hast und wer du bist?

Wie denkst du über Mode und Kleidung? Welchen Stellenwert hat sie in deinem Leben? Ich zum Beispiel mag Mode nicht, wenn man dabei an Modeblogs und Laufstegsachen denkt. Trotzdem bin ich gerne gut gekleidet und möchte Sachen anziehen, die mir gefallen, in denen ich mich wohl fühle und die zu mir passen. Zu viele Gedanken möchte ich mir aber auf Dauer nicht machen, daher natürlich auch diese Überlegungen jetzt in voller Breite, damit ich das Thema bald großteils zu den Akten legen kann.

Wie sieht dein Lebensstil aus, dein Alltag und Tagesablauf? Passt dein Kleiderschrank dazu oder hast du zig Abendkleider, obwohl du fast nie Gelegenheit dazu hast, sie anzuziehen - dafür aber nur eine Sporthose, wegen der du oft mit halbvoller Maschine waschen musst? Passen deine Sachen zu deinen Alltagsaktivitäten? Meine Röcke und Kleider für den Alltag zum Beispiel müssen alle fahhradverträglich sein.

Welche weiteren Anforderungen stellen wir an unsere Kleidung? Welche Anforderungen werden von außen (zB durch Klima oder Job) an sie gestellt? Für mich muss Kleidung unter anderem bequem, möglichst langlebig und vom Stil her möglichst für viele Anlässe (durch up- und downdressing) passend sein.


All diese Fragen sind natürlich sehr individuell zu beantworten und es gibt daher auch nicht wirklich Schema F, nach dem man vorgehen kann.
Es gibt aber durchaus Hilfestellungen und Inspirationen, die ich dir nächste Woche zeigen möchte!


Einblicke in meine Überlegungen

Inspirieren lasse ich  mich am Liebsten von Leuten auf der Straße (oder in Kaffehäusern, da kann man sie ja in aller Ruhe beobachten), aber auch von Pinterest. Meine Stilgeschichte ist von Subkulturen geprägt und auch von Hobbies wie DIY. Wichtig ist mir zum Beispiel Nachhaltigkeit, mag aber die meisten Öko-Sachen vom Stil her nicht (oder sie funktionieren an meinem Körper nicht), daher kaufe ich lieber bewusst (Qualität vor Quantität), gerne auf Flohmärkten und in Second Hand Shops und ich nähe auch immer wieder mal was selber. Charakter und Persönlichkeit drückt sich glaube ich in meinem Stil nicht so aus, jedenfalls nicht bewusst. Ich bin gerne nach meinem Geschmack gut angezogen, aber die Welt ist zu groß und bunt und interessant, als dass ich die meiste Energie auf Kleidung verwenden mag.
 

Und wie ist das bei dir? Wie sieht dein Stil aus und was hat Einfluss darauf? Was gefällt dir und was ist dir wichtig?

23. August 2014

Luni steht Kopf

Einfach so, kam ich auf die Idee, dass ich den Kopfstand lernen will. Seitdem übe ich fast jeden Tag und freue mich über den kleinsten Fortschritt.

Der Kopfstand ist eine Yoga-Position, die die Blutgefäße trainiert und, vor dem Zubettgehen durchgeführt, für einen erholsamen Schlaf sorgen soll. Natürlich muss der Körper sich erst einmal gewöhnen, an dieses Feeling und an das viele Blut, das da plötzlich von "unten" daherkommt.

Also erst einmal in Kauerstellung den Kopf auf den Boden (mit einem flachen Kissen dazwischen) stellen und die Unterarme aufsetzen, Hände am Hinterkopf verschränkt. Das reicht meist schon für Schwindelgefühle - keine Angst, nach wenigen Tagen können die Gefäße damit umgehen.

Dann Hintern in die Luft! Wer die Yogastellung "der Hund" kennt, weiß was ich meine. Knie durchstrecken, mit den Zehen immer näher zum Kopf wandern bis die Wirbelsäule verkehrt herum "aufrecht" steht. Besonders schwierig ist es, die Lendenwirbelsäule aufzurichten.

Quelle: www.yogapx.de


Das sind schon gute Vorübungen. Was dann zu tun ist, wäre die Beine nacheinander mit der Kraft der Bauchmuckis hochzuhiehen, aber bitte nicht zu sehr anhüpfen, sonst rollt man vorne über. Umfallen ist übrigens keine Schande, und tut auch nicht weh wenn man sich abrollt und die Möbel vorher weggestellt hat.

Ja, und das muss man sehr oft üben, bis man sich ausbalancieren kann. Soweit bin ich nun auch - naja, fallweise. Alles Weitere dürfte ein Kinderspiel sein, also Oberschenkel gerade stellen und Beine strecken und so - haha :)

Schön ist, wenn man spürt, wie der Körper sich anpasst, die Blutgefäße, die Bauchmuskeln, der Gleichgewichtssinn... das macht mir Freude!

Und, wer von euch probiert es gerade aus?? ;)

20. August 2014

materialfehlers Operation Kleiderschrank

Mein Kleiderschrank ist seit einiger Zeit ein größeres Thema für mich. Nachdem ich radikal ausgemistet habe, möchte ich nun bedacht eine Garderobe aufbauen, an der ich viele Jahre Freude haben werde.

Ich habe in meinen zweieinhalb Jahrzehnten schon ein paar Sachen durch. In der Kindheit war mir Kleidung wurscht, in der Pubertät hab ich viel ausprobiert. Dann so ab 20-22 war schleichend die Leere da: was mag ich, wer bin ich, was ist meine Rolle in der Welt, was möchte und was muss ich darstellen? Mein Kleidungsstil war ab dieser Zeit irgendwie undurchdacht und unsicher. Viele Fehlkäufe, ein hoher Kleiderschrankmetabolismus. 

Ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Es gibt einfach immer Zeiten im Leben, wo das Äußere plötzlich nicht mehr zum Inneren passt, sich der Lebensstil geändert hat oder sonst was passiert ist. Ob man eine Familie gegründet, eine schwere Krise überwunden oder einfach nur die Pubertät erledigt hat, ohne Adaption fühlt man sich dann irgendwie... komisch. (Und natürlich entwickelt man sich auch ohne Brüche schleichend weiter.)

Und dann stieß ich irgendwann auf hilfreiche Informationen im Netz und langsam formierte sich sowas wie ein System. Jetzt langsam wirds und weil mir diese Infos so helfen, fand ichs eine gute Idee, sie hier im Blog zu teilen.


Warum sich überhaupt Gedanken machen - und welche?

Dass der Inhalt unseres Kleiderschranks bittere Folgen hat, wissen wir nicht erst seit der eingestürzten Fabrik in Bangladesh. Ein bewussterer Umgang hat nicht nur damit zu tun, möglichst faire und nachhaltige Produkte zu  kaufen, sondern auch, bewusst und durchdacht zu handeln. Wer bewusst kauft, spart letztlich auch Geld, wodurch ein hochwertigerer, langlebigerer und nachhaltigerer Kleiderschrankinhalt möglich wird. Nicht jeder kann sich eine 100% ökologische und faire Garderobe leisten, aber einen bewussten Umgang sehr wohl. Auch wer sich für Minimalismus begeistern kann, kommt um eine Kleiderschrankplanung nicht herum.

Dann ist da natürlich auch noch das persönliche Thema der Identiät. Kleidung ist wichtiger Bestandteil der eigenen Identität, egal ob sie einem wurscht ist oder auf welche Aspekte man Wert legt. Es geht hier im Westen schließlich niemand die ganze Zeit nackig herum.
Die meisten Menschen drücken sich über Kleidung aus, egal ob man auf "praktisch" oder "schick" Wert legt, man sieht es. Und wir nehmen auch andere Menschen unter anderem über ihre Hülle wahr.

Ich bin bestimmt nicht die einzige, die sich fragt: Was gefällt mir, was steht mir, was passt mir, wo finde ich das, wie bring ich das alles zusammen? Wie ist Kleidung beschaffen, in der ich mich wie ich selber fühle? Wie steht es um Nachhaltigkeit und Qualität? Wie kann ich Lebensphilosophien wie etwa Minimalismus sinnvoll einbringen? Was sind meine weiteren Kriterien? Wo sind mir manche Dinge wichtiger als andere?

Ich persönlich wünsche mir einen Kleiderschrank, der so konsistent und durchdacht ist, dass ich blind reingreifen kann und trotzdem nach meinen persönlichen Kriterien gut angezogen bin. Ich brauche auch einen guten Überblick (morgens mit verquollenen Augen herumwühlen ist uncool), deswegen ist ein moderater Minimalismus angebracht. Die meiste Mode, die man in Geschäften, auf Laufstegen, in Modeblogs und Pinterestboards finden kann, sagt mir nicht zu, deswegen muss ich andere Inspirationsquellen finden. Auch wenn ich bereit bin, mich kürzerfristig sehr intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, ist mein langfristiges Ziel, dass ich mir eben nicht mehr so viele Gedanken machen muss. Mode ist definitiv nicht mein zentrales Hobby ;)

System und Vorauswahl

Ob du jetzt wie ich bei quasi Null beginnst, oder deine bestehende Garderobe überarbeitest, ins Blaue hineinarbeiten macht vermutlich nicht jedem Spaß. Also ich brauch da jetzt jedenfalls ein System, und eine Vorauswahl, weil mich zu viel Auswahl immer so schnell überfordert. Ich bin damit bestimmt nicht alleine:





Eine Vorauswahl reduziert die Komplexität - man spart Nerven, Lebenszeit und Geld und man erspart Mensch und Umwelt ein bisschen Leid. 

Es gibt verschiedene Vorgangsweisen, die jedoch alle auf einen Punkt zusammenlaufen: Es wird durch ein System eine Vorauswahl getroffen, die die Möglichkeiten reduziert und damit das Leben vereinfacht. Diese Vorauswahl kann Geschmack, Lebensstil, Finanzen, Farbtyp, Werthaltung, Körpertyp, Körperproportionen und ähnliches sein. Auf was man Wert legt und was einem hilft, ist sehr individuell. Allem gemein ist jedoch, dass man sich eben vorher Gedanken macht und dann gezielt einkauft.


Vielleicht interessieren dich diese Gedanken, vielleicht helfe ich dir damit oder du hast gute Ideen für mich - dann schau einfach in den nächsten Wochen hier rein! :)

Ist der Kleiderschrank ein Thema für dich? Entwickelst du deinen Stil gerne weiter oder bist du da ganz beständig? Fühlst du dich auch manchmal verloren, gibt es gar einen besonderen Frustbereich? Oder ist dir Bekleidung komplett egal?

PS: Hier kommt noch quasi das Inhaltsverzeichnis!
1. Die "Software": Geschmack, Persönlichkeit und Lebensstil
2. Die "Hardware": Proportionen, Farben, Formen
2.1. Farbtypen
2.2. Obsttypen: Proportionen und "Blickpsychologie"
2.3. Archetypen: Vibe und Linien
 

16. August 2014

Hygieneartikel aus Stoff

Mein Mooncup hat endlich umweltfreundliche Verstärkung erhalten - und zwar diese großartigen Stoff-Slipeinlagen:



Diese hier kommen von ecoalternatives.etsy.com. Sind die Muster nicht zum liebhaben?  Ich steh' total auf die grünen Aliens *gg*

Ich habe eine breite Variante für die Slips, und eine schmale für Stringtangas ausgewählt. Sie werden mit Druckknopf befestigt, und wenn man sie wechselt kann man sie über die Tragefläche zusammen falten und mit dem Druckknopf zuklipsen wie ein kleines Paket.

Die Stoffvariante ist wesentlich tragefreundlicher als ihre Wegwerf-Schwester. Es handelt sich um 100% Baumwolle, total hautfreundlich und es entsteht kein Hitzestau. Weil ich damit nur mein Becherchen absichere und das Teil lediglich ein paar Spuren auffangen muss, entsteht auch absolut kein Geruch.

Wenn mal mehr daneben geht, soll man das Schätzchen kalt einweichen und ausdrücken. Gewaschen wird's bei mir zusammen mit den Handtüchern bei 40 oder 60 Grad. Dem Tipp des Verkäufers, Sonnenlicht wirke wahre Wunder bei sichtbaren Flecken, kann ich nur zustimmen.

Und, habt ihr Lust auf Gute-Laune-Muster im Höschen bekommen? ;)

13. August 2014

Klicktipp: derknauserer.at

Zuerst dachte ich, hihi, das klingt ja wie eine Zeitschrift, die Dagobert Duck lesen würde. Dabei ist es eine riesige Fundgrube an Tipps, Anleitungen, Denkanstößen und Diskussionen zum Thema "Einfaches Leben" - fern ab vom akademischen Hipstertum und dessen "grünen" Konsum geht es hier nicht unbedingt um chic und stylish, sondern um praktisch.

 Dagobert Duck, der alte Kapitalist und Knauserer. Quelle
Im Forum wie im monatlichen Newsletter (den man abonnieren kann oder auf der Seite nachlesen) wird etwa ein Monat lang in einem Experiment probiert, ohne elektrisches Licht auszukommen, es werden eigene Stromgeneratoren gebastelt und Rezepte aus Wildpflanzen ausgetauscht. Im Wesentlichen geht es wohl darum, autark(er) und damit zukunftsfähiger zu werden. Michaela Brötz, der Mastermind der Seite und Autorin des Newsletters, gibt sich sichtlich sehr viel Mühe. Es lohnt sich also, besonders auch in den Newsletter-Archiven zu blättern!

Also fröhlich drauflosautarkiert auf http://www.derknauserer.at/ !

9. August 2014

Kleine Ausmistrunde

Auch kleine Aktionen lohnen sich. Es findet sich immer etwas...


...das sich noch gut verkaufen lässt...



...Papierkram und Dokumente, die nicht mehr relevant sind...


...Dinge, die am Besten gleich in den Müll wandern...

...und Sachen, die an einem neuen Platz eine zweite Chance verdienen!
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