26. Oktober 2013

Lin-Chi: Nur nicht anecken

Zum Thema Lin-Chi Zen möchte ich noch in ein paar Postings über die größten Blockaden meinerseits sprechen.

Es jedem Recht machen

Mein Lebensmotto kann man mit "nur nirgends anecken" benennen. Je näher mir eine Person steht, desto eher versuche ich, es ihr recht zu machen - im Gegensatz zu meinem Partner. Seltsamerweise ecke ich bei ihm überdurchschnittlich oft an und breche eine "Diskussion" vom Zaun. Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir auf, dass ich bei meinem armen Herrn Haferflocke vielleicht Konflikte auslebe, die ich anderswo vermeide!

Eine Änderung dieser Handlungsweise könnte für mich also nicht nur der Schlüssel zu einer harmonischeren Beziehung sein ;) sondern würde mir helfen, mich mehr "als ich selbst zu fühlen". Manchmal kann ich nämlich einfach nicht "aus mir heraus", als wäre ich in einer folgsamen Puppenhülle eingesperrt.

Am "verbindlichsten" fühle ich mich meinen Eltern gegenüber, ich fürchte mich sehr ihre Erwartungen zu enttäuschen. Es klingt jetzt vielleicht so als hätte ich sehr strenge Eltern, was aber nicht der Fall ist. Sie lassen mich mein Leben leben, allerdings blockiere ich mich selbst wenn ich bemerke dass ihnen etwas nicht gefällt. Solche Schranken lege ich mir selbst auf.

Typisch Frau

Als Frau weiß man außerdem, dass man sich anderen Mädels gegenüber tendentiell besser klein macht, man möchte ja nicht anecken und als eingebildet dastehen. Das würde einem die Chance auf eine Freundschaft doch gründlich verderben. Ich möchte mich aber nicht unter meinem Wert darstellen! Deshalb nehme ich Komplimente mit einem stolzen, lächelnden "Dankeschön!" entgegen.

Was ich schon ganz gut kann, ist, mich in unbekannter Runde mit ein paar vorlauten Sprüchen hervor zu tun :) (Darauf bin ich sehr stolz, da ich früher als sehr schüchtern rüber kam und nur schwer Bekanntschaften schloss)

Das Schwierigste ist, den guten Freundinnen gegenüber nicht lediglich verständnisvoll zu nicken, sondern auch mal den Mund aufzumachen, sollte man finden dass etwas nicht glatt läuft. Beispiele sind heikle Beziehungsthemen (niemand möchte der Besten sagen dass ihr Mann ein Arschloch ist), Ärger über ihre Nachlässigkeit, oder dass man findet dass sie mal ganz falsch lag.

Fazit
Zu sagen was man denkt, bzw. zu handeln wonach einem ist, würde nicht nur eine Befreiung für einen selbst bedeuten, sondern ermöglicht anderen Personen eher einen kennen zu lernen, da man damit in gewisser Weise eine Maske fallen lässt. Somit würden sich intensivere Beziehungen aufbauen lassen. Noch dazu sind ehrliche Meinungen als Feedback unbezahlbar, gerade wenn es um Negativmeinungen geht.

Kommentare:

  1. Huh, und ich sollte dringend lernen, auch mal den Mund zu halten und nicht immer graderaus zu sagen, was ich denke, weil ch damit andere manchmal vor den Kopf stoße. Ich verplappere mich auch oft und kümmere mich eher zu wenig drum, was andere von mir denken. Das finde ich dann auch wieder nicht gut. Balance ist da wohl das Stichwort. Gegen die Puppenhülle hilft Feminismus. Keine Sorge, es gibt coole Feministinnen, schau mich an :D

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    1. Was mir bei mir aufgefallen ist: wer lernt, andere (fair!) zu kritisieren, wird auch selber selbstbewusster und kann mehr einstecken.

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    2. Und nochwas: ich finde das echt mutig von dir, über solche Dinge öffentlich zu schreiben. noch gibts hier ja nicht so viel Traffic, aber trotzdem.

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    3. Na, aber gerade diese Direktheit macht dich doch aus! Ich find das sehr sympathisch. Wäre schade wenn du dir ein Blatt vor den Mund nimmst!

      Oh, Kritik ist immer schwierig rüberzubringen. Da drücke ich mich noch viel zu oft!

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